LEGO Technic

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Technik wie in Wirklichkeit – unter diesem Motto bringt LEGO nun schon seit 40 Jahren Modelle der LEGO Technic Reihe auf den Markt. Ob kleiner Bagger, flotter Sportwagen oder riesiger Schaufellader – der Anspruch, Sets mit ausgefallenen technischen Funktionen zu entwickeln, blieb unverändert. Und so findet man bei LEGO Technic kaum ein Modell, bei dem sich nicht etwas bewegt, dreht oder schwenkt.

LEGOTechnic ist allein schon wegen seines Steinesortiments etwas Besonderes. Denn anders als bei herkömmlichen LEGO-Sets bestehen die Modelle nicht aus dem klassischen Noppenstein, sondern aus einem System aus Stäben, Zahnrädern, Achsen, Pins und Motoren. Die Sets richten sich damit hauptsächlich an ältere Kinder, doch auch unter Erwachsenen stößt die Reihe mit ihren komplexen Nachbildungen berühmter Autos und Maschinen auf großen Zulauf.

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LEGO 42141 McLaren Formel 1 Rennwagen wird neu aufgelegt: Sind Lizenzprobleme der Grund?

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Der PROMOBRICKS LEGO Technic Talk: Live Build des 42141 McLaren Formel 1 Rennwagens um 20 Uhr

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LEGO Technic: Eine Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen

Anfangsjahre

„Das soll LEGO sein?“, staunte man 1977 sicherlich nicht schlecht, als statt der gewohnten Klemmbausteinsets ein Modell mit gelochten Teilen, Zahnrädern und Achsen in den Verkaufsregalen stand. Bei Modellen wie dem 850 Fork-Lift Truck oder dem 851 Tractor lag der Fokus ganz auf dem Verstehen und Nachstellen technisch-mechanischer Mechanismen: Ein Dreh am Zahnrad oder Lenkrad und schon schoss eine Hebebühne in die Höhe, bewegten sich Räder oder fing ein Propeller an zu rotieren.

Namhafte Spielzeughersteller wie Märklin, Meccano und Trix haben es vorgemacht und nun wollte man auch in Billund nachziehen: Mehr Bewegung sollte bei den Modellen her. Maßgeblich an der Entwicklung der neuen Reihe beteiligt waren die beiden Designer Jan Ryaa und Erik Bach. Sie bohrten Löcher in die Steine, steckten Achsen und Zahnräder zusammen und entwarfen nie dagewesene Teile – und so waren schon bald die ersten LEGOTechnic-Modelle geboren.

In den Folgejahren wuchs das Teilesortiment stetig an: Räder in verschiedenen Größen, Pneumatik-Elemente, Ketten für Raupenbagger und sogar funktionierende 4,5-Volt-Motoren, die in separaten Ergänzungssets erhältlich waren. Mit den Universal Building Sets von 1982 konnte man seiner Kreativität ganz freien Lauf lassen: Die bis 1994 auf den Markt gebrachten Bausätze enthielten kein Hauptmodell, dafür aber ein Büchlein voller Bauanregungen.

1986 setzte man neben technischen Funktionen erstmals auf Bespielbarkeit. Die „Arctic“-Reihe war der Versuch, eine Spielwelt ähnlich wie bei den klassischen LEGO-Themen „Pirates“ und „Castle“ aufzubauen. Dazu wurde sogar ein neuer Typ Minifigur konzipiert: DieTechnic-Figur, welche deutlich menschenähnlicher war und sogar über bewegliche Ellbogen und Kniegelenke verfügte. Während die Arctic-Reihe floppte und die Idee von den Spielsets vorerst wieder aufgegeben wurde, hielten sich die Technic-Figuren noch bis ins Jahr 2001.

Mehr Power bekamen die Sets im Jahr 1990. Der 4,5V-Motor wurde nun durch einen mit 9V ersetzt, der es ohne eingebautes Getriebe auf eine erstaunliche Drehzahl von 4100/min bringt. Bemerkenswert war das Jahr 1990 jedoch auch aus einem anderen Grund: Das Technic Control war das erste LEGO Technic-Set überhaupt, das zwei Motoren enthielt und sich programmieren ließ.

Das goldene Zeitalter und die erste Krise

Der Beginn der Neunziger Jahre wird von Fans gerne auch als das „goldene Zeitalter“ von LEGO Technic bezeichnet. Die Modelle wurden zusehends komplexer und ausgefallener und überboten sich Jahr für Jahr in ihrer Funktionalität und ihren mechanischen Raffinessen. Als unbestrittener Höhepunkt dieser Entwicklung gilt vielen das 8880 Super Car. Ein 8-Zylinder-Hubkolbenmotor, vier Zahnstangengelenkgetriebe und acht Stoßdämpfer sind nur einige der unzähligen technischen Möglichkeiten, die in diesem flinken schwarzen Auto steckten.

Doch kurz nach diesem technologischen Gipfel begann das, was unter Fans weithin als erster großer Niedergang der LEGO Technic-Reihe angesehen wird. Hatten die Sets der ersten Hälfte des Jahrzehnts noch ihre vielfältigen technischen Funktionen ausgemacht, setzte man bei LEGO zunehmend auf Bespielbarkeit. Erste Anzeichen war die 1995 eingeführte „Tech Play“-Serie mit kleinen Modellen, die sich an ein jüngeres Zielpublikum wandte. Zwar kamen immer noch große Sammlersets wie das Space Shuttle oder das Barcode Multi Set heraus, doch der Trend ging eindeutig in Richtung Spielerlebnis.

1998 war LEGO Technic schließlich kaum wieder zu erkennen: Violette und türkise Fantasiemodelle verwarfen das Konzept von „Technik wie in Wirklichkeit“ und boten anstelle von aufwendigen Konstruktionen Spielfunktionen wie Federschusswaffen und Schnappmechanismen. Ergänzt wurde das Produktsortiment von Mikromodellen, die selten mehr als 50 Teile boten und den Allerjüngsten als Einstieg in Technic-Welt dienen sollten.

Die Jahrtausendwende war eine Zeit vieler Turbulenzen für die LEGO Gruppe und das färbte auch auf die Technic-Reihe ab. Mit ausgefallenen Ideen versuchte man, neue Märkte zu erschließen und den finanziell angeschlagenen Konzern wieder in ruhige Fahrwasser zu bringen. Symptomatisch dafür waren auch die Slizers und RoboRiders aus den Jahren 1999 und 2000, roboterhafte Kreaturen, zu denen man sich eine eigene Hintergrundgeschichte ausdachte.

Beide Themenreihe hielten sich jedoch gerade einmal ein Jahr und waren eher als Testlauf für eine weitaus erfolgreichere Produktserie gedacht: Bionicle. 2001 liefen die ersten Sets noch unter dem Technic-Label, doch schon in den Folgejahren entwickelte sich Bionicle zu einer ganz eigenständigen Reihe.

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Sortiment von LEGO Technic eine erstaunliche Vielfalt erreicht: Neben den bekannten technischen Nachbildungen gesellten sich die Slizers, RoboRiders, Bionicle und mit dem Erwerb der Star-Wars-Lizenz 1999 auch baubare Figuren aus der Sternenkrieg-Saga dazu.

Mitten in diese Zeit der Umbrüche erfolgte einer der größten und immer noch heiß diskutiertesten Paradigmenwechsel innerhalb der Reihe. Die gelochten Steine wurden allmählich von einem neuen Typ Bauteil abgelöst: Liftarmen. Das neue Konstruktionsprinzip versprach eine größere Flexibilität beim Bauen, die Modelle wurden stabiler und dynamischer. Kritiker bemängelten jedoch, dass das Bauen nun jedoch weniger intuitiv erfolgte und ein verstärktes Um-die-Ecke-Denken erforderte. Allen Vorbehalten zum Trotz setzte sich die neue Bauweise durch und bestimmt noch heute das Aussehen der Technic-Modelle.

Zurück zu den Wurzeln

Im Laufe des neuen Jahrtausends besann man sich bei LEGO Technic wieder auf das Kerngeschäft: Modelle, die mit ihrer Funktionalität und Mechanik bestechen. Immer größere und komplexere Bausätze kamen auf den Markt und mit jeder neuen Setwelle wurde der Rekord des größten LEGO Technic-Sets aufs Neue gebrochen. 2007 dann eine neue Motor-Revolution: Die Power Functions lösten die gängigen 9V-Motoren ab und ermöglichten dank Infrarot-Empfänger auch eine Fernsteuerung.

Lizenzen kam in den 2010er Jahren eine tragende Rolle im Spielzeuggeschäft zu. Eine Entwicklung, von der LEGO Technic nicht unberührt blieb. Der Mercedes Benz Unimog 400 war das erste Technic-Modell, das auf einer Lizenz basierte – und es sollte nicht das Letzte sein. BMW, Liebherr, Ford – die Liste an Lizenzmodellen ist inzwischen lang. Das geht nicht zuletzt mit einem Strategiewechsel einher. LEGO erkannte die Bedeutung der älteren Zielgruppe und bedient mit komplexen und teilweise sehr hochpreisigen Sets zunehmend auch den Markt für Erwachsene.

Das Geschäft mit den Lizenzen kann jedoch auch nach hinten losgehen, wie LEGO 2019 am eigenen Leib erfahren musste. Nach Protesten von Friedensaktivisten musste LEGO das Modell Bell-Boeing V-22 Osprey aus dem Verkauf nehmen, da die reale Vorlage des Sets in Kriegsgebieten zum Einsatz kommt und damit gegen die Firmenphilosophie verstößt, keine Bausätze mit militärischem Hintergrund zu produzieren.

Luxuriös wurde es in der zweiten Hälfte der 10er Jahre: Luxuswägen wie der Chevrolet Corvette ZR1 oder der Lamborghini Sián brachten den Glanz schnittiger Sportwagen in die Technic-Reihe. Doch inzwischen sieht man sich wieder auch viel Kritik ausgesetzt. Fans monieren, dass die technische Funktionalität der Modelle zusehends einbüßt und LEGO teuren, lizensierten Vitrinen-Modellen den Vorrang gibt. Als Beispiel führen sie oft den 42125 Ferrari GTE 488 auf, der bei vielen Fans den Ruf eines besonders misslungenen Sets genießt. Auch die Ablösung der bewährten Power Functions durch die 2019 eingeführte Bluetooth-Steuerung Control+ brachte LEGO viel Kritik ein.

Und dennoch: LEGO Technic bleibt einer der großen Zugpferde des dänischen Spielwarenriesen. Jahr für Jahr warten Fans gespannt auf die Vorstellung der neuesten Sets – und ob Kran, Bagger oder Motorrad, in über 40 Jahren eint alle Modelle der unveränderte Anspruch an Funktionalität und anspruchsvolles Bauen.

LEGO Technic: Zahlen und Fakten

Was für ein Koloss: Seine 4.108 Teilen machen den LIEBHERR Bagger zum größten LEGO Technic-Modell aller Zeiten. Mit einem Verkaufspreis von 450 Euro ist er gleichzeitig das teuerste Set der Reihe. Auf den weiteren Plätzen: der 42082 Rough Terrain Crane mit 4.047 Teilen und das 42055 Bucket Wheel mit 3.929 Teilen.

Nicht nur ihre realen Vorlagen sind teuer, auch für ihre LEGO-Modelle muss man tief in die Tasche greifen: In der Rangliste der teuersten Technic-Sets folgen auf den LIEBHERR Bagger der 42115 Lamborghini Sián (380 Euro) und der 42083 Bugatti Chiron (350 Euro).

Was für viele wie eine Kuriosität wirkt, bringt heute bares Geld ein – einige der von 1986 bis 2001 erschienen Technic-Figuren sind Sammlern einiges wert. Unangefochten an der Spitze steht die Figur tech032a, ein gelber Rennfahrer aus dem Set 8457 Power Puller. 40 bis 50 Euro erzielt er auf dem Zweitmarkt und ist damit sogar wertvoller als so manch klassische Minifugur. Die Variante der Figur ohne Helm ist mit 35 Euro ein wenig preiswerter. Zwei „Cyber Persons“ aus dem Set 8305 Duel Bikes haben einen Wert von 30 Euro (tech035a) beziehungsweise 20 Euro (tech035). Weitere Figuren mit hohem Sammlerwert sind die Rennfahrer tech040a (20 Euro) und tech034as (20 Euro).

40 Jahre nun schon gibt es die Modelle der LEGO Technic-Reihe. Von Traktoren über Sportautos bis hin zu Space Shuttles ist die Bandbreite an verschiedenen Sets groß. Doch auf eins kann man sich bei LEGO Technic verlassen: Technische Funktionsweisen wird es auch in Zukunft bei den Sets zu bestaunen geben. Wie in Wirklichkeit eben.

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