Zum Start der EM: 11 Fakten über LEGO Fußball Sets

Fiebert mit unserer kleinen Faktensammlung dem Beginn der Europameisterschaft 2021 entgegen.

LEGO Fußball
LEGO Fußball

Aus dem Eckigen wird was Rundes – mit dieser leichten Abwandlung des wohl berühmtesten aller Fußballzitate kann man ganz passend beschreiben, was dieser Tage im LEGO House vor sich ging. In Vorbereitung auf die anstehende Fußball-Europameisterschaft steckten die Mitarbeiter nämlich einen vier Meter hohen Fußball zusammen, der bis zum EM-Finale am 11. Juli von Besuchern bestaunt werden kann. Ganze 150 Stunden benötigte das Personal, bis die 173.600 2×2-Steine allesamt verbaut waren. Das Ergebnis lässt sich sehen: Das 2,5 Tonnen schwere Modell ist der wohl größte LEGO-Fußball der Welt.

Auch wir bei PROMOBRICKS sind schon mächtig im EM-Fieber. Passend zum Beginn des diesjährigen Turniers wollen wir euch in diesem Artikel elf kuriose, erstaunliche und wissenswerte Fakten rund um die zwei schönsten Nebensachen der Welt präsentieren: LEGO und Fußball. Über die Jahre haben die Dänen nämlich eine ganze Reihe von Sets mit Bezug zum Fußball herausgebracht – Material für interessante Geschichten gibt es da zuhauf. Doch genug der Vorrede: Jetzt heißt es endlich Anpfiff für unsere elf LEGO Fußball-Fakten!

1. Die LEGO Fußball-Reihe währte 9 Jahre

LEGO-Figuren sind Fußballmuffel – nun ja, zumindest bis zum Jahre 1998. Bis dahin konnten sie sich zwar auf Fahrräder schwingen und sich an Motorsport erfreuen, doch richtige Sets zum Thema Sport und Fußball im Speziellen suchte man bei den Dänen vergeblich. Das änderte sich kurz vor der Jahrtausendwende: 1998 erschienen die ersten LEGO Fußball-Sets, wobei man vorrangig eher das Personal hinter als auf dem Platz würdigte: Die 3308 Tribune, die 3310 Press Box, der 3311 Camera Tower, die 3312 Medic’s Station oder die 3313 Light Poles waren zwar nette Sets, aber ein echtes Fußballspiel konnte man damit nicht nachstellen. Viel mehr waren diese Modelle dazu gedacht, ein kleines Stadion zu bauen.

Kurios: Hooliganismus und Platz stürmende Fans sind wohl auch in der LEGO-Welt ein Problem. Ein Glück ist jedoch die 3314 Stadium Security sofort zur Stelle, um die Rowdys in Schach zu halten.

Richtig gekickt wurde erst zwei Jahre später, als für die Fußball-Sets erstmals eine eigene Themenreihe ins Leben gerufen wurde: LEGO Football, beziehungsweise LEGO Soccer für den amerikanischen Markt.

Was an den 2000er Modellen dabei besonders auffällt: Sie waren modular konzipiert. Die 3403 Fans‘ Grandstand oder die 3402 Grandstand with Lights kaufte man sich nicht nur einmal, sondern gleich doppelt und dreifach, um die Zuschauertribünen aneinanderzureihen und so seine eigene kleine LEGO-Arena zu bauen. Das passende Feld gab es auch gleich dazu: Die 3409 Champioship Challenge erlaubte es dank Federmechanismus zwei Teams aus je sechs Spielern gegeneinander antreten zu lassen.

Seine Fußballfertigkeiten verbessern konnte man mit Trainingssets wie dem 3412 Point Shooting oder dem 3414 Precision Shooting. Gleich drei Mannschaftsbusse beförderten die Teams zum Stadion: Der 3404 Black, 3405 Blue und 3407 Red Bus.

2001 erschienen lediglich Neuauflagen der Trainingssets, bevor LEGO 2002 zur Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea noch einmal eine Welle von Fußball-Sets auf den Markt brachte – darunter mit der 3425 Grand Champions Cup das größte Fußballfeld der Dänen überhaupt. Neun Figuren pro Team durften sich auf diesem Tischkicker-ähnlichen Feld duellieren.

In gewisser Weise könnte man das auch als inoffizielles Ende der Fußball-Sets bezeichnen. Zwar hielten sich die Modelle noch über die Zeit und 2003 und 2004 wurden einige Neuauflagen herausgebracht. Neue Sets gab es aber erst wieder im Jahr 2006, als unter der neuen Themenreihe Sports noch einmal zwei bespielbare Fußballfelder erschienen (3569 Grand Soccer Stadium und 3570 Street Soccer). Ein extrem seltenes Torhüter-Polybag begründete 2007 schließlich das Ende der Fußballära in der LEGO-Welt.

2. LEGO Football Mania – nicht ganz so gut wie FIFA

Zur Jahrtausendwende entdeckte LEGO das Games-Business für sich. Damals gab es gefühlt kein Genre, das die Dänen nicht in ein eigenes Videospiel verwurschtelt haben. Und da die Weltmeisterschaft 2002 anstand, lag es auf der Hand, einen Titel mit Fußball auf den Markt zu bringen: Football Mania. Das Spiel, das die Kollegen von GameStar in einem Artikel als „Hirnfurz eines Marketing-Praktikanten“ bezeichneten, kann selbstverständlich mit Edelspielen wie FIFA und PES um Längen nicht mithalten, dennoch hatte die kauzige Fußballsimulation ihren Charme.

Teams und Spieler basierten in Football Mania alle auf damaligen LEGO-Themenreihen, entsprechend traten hier Castle-Ritter gegen Arktis-Forscher und Space-Astronauten gegen Piraten an. Auf Fußballfeldern wie einem Piratenschiff, einer Baustelle und dem Mars kickte man sich zu Ruhm und Ehre, wobei das Spiel es mit den korrekten Fußballregeln nicht so genau nahm. Weder Fouls, Abseits noch Einwürfe gab es, dafür aber Power-Ups. Sammelte man die ein, konnte man plötzlich blitzschnell rennen, eine Bombe legen oder den Ball wie eine Rakete ins Netz befördern.

Einen Story-Modus hatte das Spiel auch im Gepäck: Wenn man sich hier durch 23 gähnend lahme Partien gebolzt hat, wartete am Ende das Fußballteam gewordene ultimative Böse: RB Leipzig Eine Mannschaft bestehend aus den LEGO-Schurken Steinbrecher, Käpt’n Rotbart, Käpt’n Klick, Rudo Villano, Cedric der Bulle und Sam Sinister. Wem das zu abstrus wurde, der konnte auch mit Nationalmannschaften und generischen Fußballteams spielen. Allzu ernsthaft ging es angesichts von Namen wie Luigi Scoralotti, Gary Goalfest und Chillie Con Charlie jedoch auch hier nicht zu. Aber immerhin einfallsreicher als die Namen des Piratenteams: Rotbart, Blaubart, Gelbbart, Graubart, Grünbart und Weißbart.

3. Es gibt alle Bundesliga-Stadien aus LEGO

Und wo gibt’s die zu kaufen? Leider nirgends. Denn diese sind Unikate, gebaut vom 13-jährigen Joe Bryant. Der kleine Junge aus Crowley in England ist mittlerweile eine echte Berühmtheit geworden: Im Netz finden sich zahlreiche Artikel über Joe und seine besondere Passion für LEGO und deutsche Fußball-Stadien. Vor der Pandemie haben die Bundesligisten ihn regelmäßig zu ihren Spielen eingeladen, wo er stolz seine Nachbauten der Arenen präsentieren durfte. Der SV Werder Bremen hat Joes LEGO-Weserstadion sogar prompt in sein Museum aufgenommen. Wenn ihr diesem Link folgt, könnt ihr euch eine Galerie seiner Stadienbauten ansehen.

Joe hat sich hohe Ziele gesetzt: Er will alle 36 Arenen der 1. und 2. Bundesliga nachstellen. Da müssen seine Eltern wohl noch einiges an Taschengeld spendieren: Allein der Bau des Dortmunder Signal Iduna Parks hat ganze 1000 Euro verschlungen. Doch woher gerade die Leidenschaft für deutsche Stadien? In einem Interview mit dem Portal Watson sagt er dazu: „Weil deutsche Stadien episch sind und die Fans so viel besser und lauter sind als in England. Ich liebe den deutschen Fußball. Es ist aufregend, die Stadien sind alle unterschiedlich, die Klubs und Fans sind sehr sympathisch und ihr verkauft tolle Bratwurst!“ Ein großes Lob aus dem Mutterland des Fußballs – wir deutschen Fußballfans dürfen uns geehrt fühlen.

Mit der Veröffentlichung des 10272 Old Traffords gibt es Fußball-Stadien inzwischen jedoch auch als offizielle LEGO-Sets. Und es scheint, als wird die legendäre Heimspielstätte von Manchester United nicht die einzige Arena sein, die ein LEGO-Set spendiert bekommt. Gerüchten zufolge erscheint nämlich bald auch eine Noppenstein-Version des Camp Nou.

4. „Fußball ist kein Frauensport. Wir werden uns mit dieser Angelegenheit nie ernsthaft beschäftigen.“

Dieses Zitat von Ex-DFB-Präsident Peco Bauwens (Amtszeit: 1950-1962) ist noch eine der glimpflicheren Bemerkungen, die sich Frauenfußballerinnen im Laufe der Jahrzehnte immer wieder anhören mussten (für eine besonders widerliche Auswahl siehe hier). Dennoch beschreibt es in mancher Hinsicht auch LEGOs Haltung zum Thema Frauenfußball: Der ist in den Sets nämlich so gut wie gar nicht vertreten. 2001 erschien mit der 3416 Women’s Team das einzige Modell der Fußballreihe mit Frauen als Spielerinnen. Die sonstigen Sets – die reinen Männervereine.

Es dauerte bis ins Jahr 2013, bis eine weibliche Minifigur wieder einen Ball kicken konnte: In der 41011 Stephanie’s Soccer Practice übte Stephanie aus der Friends-Serie Toreschießen, mit der gleichnamigen 41330 durfte sie nochmal ans Bolzen ran. Ihr ein pinkes Trikot zu verpassen, konnten sich die Dänen leider nicht verkneifen.

5. Auch die LEGO Bayern sind top

Der FC Bayern ist das Nonplusultra des deutschen Fußballs. Und ja, in der LEGO-Welt ist das nicht viel anders. Die Nachbildung der Allianz Arena im LEGOLAND Günzburg gilt nämlich als eines der größten LEGO Gebäude der Welt. 1 Millionen Steine sind in diesem gigantischen LEGO-Modell verbaut, das seit 2005 – und damit wenige Monate vor Fertigstellung der echten Arena – im LEGOLAND zu bewundern ist. Auf einer Grundfläche von 5×4,5 Metern errichtet, ist das Modell zu einem guten Viertel offen, sodass man einen Einblick auf das Feld wie auch Umkleidekabine und Presseraum werfen kann.

Eine besondere Herausforderung für die Designer war es dabei, die Leuchtfunktion des Stadions nachzustellen. Die Außenhülle der echten Allianz-Arena besteht nämlich aus transparenten Luftkissenfolien, die es ermöglichen, die Arena in unterschiedlichen Farben erstrahlen zu lassen. Eigens für das LEGO-Modell wurden dafür besondere lichtdurchlässige LEGO-Steine angefertigt. Dank 5000 verbauten LEDs kann somit auch die Noppenstein-Variante des Stadions wie ihr Vorbild in rot, blau und weiß beleuchtet werden.

30.000 Minifiguren-Zuschauer verfolgen die Partie der LEGO-Bayern – 100 davon durften von Besuchern des LEGOLANDs selbst gestaltet werden. Auf Knopfdruck bricht sogar ein Blitzlichtgewitter in der Arena aus – ein Glück verschonte man die Besucher aber mit dem fiesen Ohrwurm „Stern des Südens“…

6. LEGO Fußbälle: Begehrte Murmeln

Vor jedem Fußball-Turnier herrscht große Aufregung um den offiziellen Spielball. Verständlich, denn mit seinen Materialeigenschaften trägt das Leder maßgeblich dazu bei, wie ein Spiel verlaufen kann. In der Vielzahl an LEGO Fußball-Sets durften Bälle natürlich ebenso wenig fehlen. Meistens war dies zwar die klassische schwarz-weiße Variante, in einigen Modellen packten die Dänen jedoch Sondereditionen ihrer LEGO-Bälle hinzu, die Sammlern heute einige Euro wert sind.

Erstmals mit dem Standarddesign bricht der weiß-blaue Adidas-Ball von 2000, der in der 3409 Championship Challenge vorkam. 5 Euro gebraucht und 20-30 Euro im neuwertigen Zustand ist der Ball wert, womit er fast schon so teuer wie ein echter Lederball sein dürfte. 2002 findet sich in den Sets 3421 3v3 Shootout, der 3420 Championship Challenge II und dem 3425 Grand Championship Cup die LEGO-Variante des Fevernova, dem offiziellen Spielball der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea. Mit einem Bricklink-Durchschnittspreis von 6 Euro gebraucht und 20 Euro im Neuzustand bringt die kleine Murmel einiges auf die Goldwaage.

Auf einen ähnlichen Wert kommt der weiße TEAMGEIST-Ball, Spielball der Sommermärchen-WM 2006 in Deutschland. Den gleichen Ball gibt es jedoch auch in einer Pearlgold-Variante, die im extrem seltenen 2007er Torhüter-Polybag vorkam – kein Bricklink-Anbieter hat diese Rarität derzeit im Bestand, in den letzten sechs Monaten wurde der Ball nur einmal für einen Preis von 40 Euro verkauft. Auch der blau-gelbe Adidas-Ball aus der 3570 Street Soccer ist mit 13 Euro (gebraucht) beziehungsweise 20 Euro (neu) ein echtes Sammlerstück. Nicht mithalten kann da der Friends-Ball mit pinkem Herz-Logo: Der bringt gerade mal 2 Euro ein.

Etwas zu ernst genommen scheinen die Dänen das Wort „LEGO-Ball“ wohl im Jahr 2002: Da gab es tatsächlich einen kleinen, aber bespielbaren Ball in einem Maxipack zusammen mit den Sets Black Bus und Adidas Team Bus zu kaufen.

7. Seltene Lizenz-Sets

LEGO Fußball-Sets einfach nur mit generischen Spielern? Irgendwie doch langweilig. Wer wünscht sich denn nicht sein Lieblingsteam einmal als LEGO-Figuren zu sehen? Oder zumindest einen Minifiguren-Torso im Stil des Vereinstrikots zu haben? Gewissermaßen ist dieser Traum damals wahr geworden. Bei den drei Teambus-Sets aus dem Jahr 2000 waren beispielsweise Sticker mit den Nationalflaggen mehrerer Länder beigelegt, die man den Figuren der Modelle aufkleben konnte.

Richtige Lizenzen gab es jedoch auch: Einige der Fußballsets wurden nämlich als Special Edition mit entsprechenden Lizenzen neu aufgelegt. So waren von den Sets 3406 Americas Bus und 3420 Championship Challenge limitierte Sondereditionen mit Figuren in Trikots der französischen Fußballnationalmannschaft erhältlich. Die Spieler der 3425 Grand Championship Cup liefen 2002 in Leibchen des US-Teams auf.

Und mit Neuauflagen der 3420 Championship Challenge und 3422 Shoot ’n‘ Save kamen sogar Sondersets mit FC Bayern-Torsos auf den Markt. Der entsprechende Stickerbogen mit dem Logo der Münchner ist heute eine extreme Rarität und kann bis zu 50 Euro einbringen.

Wo wir gerade beim FC Bayern sind: Die LEGO Gruppe war lange Zeit Sponsor des deutschen Rekordmeisters. In der Allianz Arena wurde eigens sogar eine „LEGO Spielwelt“ errichtet und im Fanshop des FC Bayern konnte man Minifiguren-Schlüsselanhänger mit dem markanten Logo auf der Brust erwerben.

8. Sammelspaß mit Polybags

Ob Saugnäpfe im Discounter, Panini-Karten oder kleine Tischkicker-Figuren, WM-Zeit ist Sammelzeit. Das war auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea nicht anders: In Zusammenarbeit mit Coca Cola hat LEGO ganze 30 Polybags herausgebracht, die nicht nur eine komplette generische Fußballmannschaft umfassten, sondern auch einen Schiedsrichter, das so genannte „Hot Dog Girl“, eine Beleuchtungsanlage, eine medizinische Trage, eine Kamera, Tribüne und ein Werbebanner.

Heute bringt es die gesamte Coca-Cola-Polybag-Serie auf stolze 200 Euro, vielfach sind die Sammlerstücke nur bei asiatischen Händlern erhältlich. Gerade auch die Fußballer erzielen stolze Preise: 10 bis 20 oder sogar 30 Euro sind durchaus drin für einen Coca-Cola-Spieler. Dass Fußball und Polybags gut zusammenpassen, bemerkte LEGO jedoch schon 1998: Pünktlich zur WM gab es Sammeltüten eines generischen niederländischen, englischen, deutschen und österreichischen Spielers sowie eines Torwartduos. Durchschnittlich sind die Polybags fünf Euro wert.

Im Jahr 2004 spendierte schließlich auch McDonald’s zwei Fußball-Polybags: Wie das klassische Minifiguren-Design hier jedoch zugunsten der Kicker-Funktion verstellt wurde, ist für keinen LEGO-Fan schön anzusehen.

9. Ein Blumentopf als Tor

Die LEGO Fußball-Reihe erweiterte das Steinesortiment um eine Vielzahl interessanter neuer Molds, die seither in keinen anderen Sets vorkamen. An der Spitze stehen dabei wohl die 8×8 Noppen großen grünen Platten mit der Nummer 30492, aus denen die Fußballfelder und Trainingssets bestanden. Das Grundprinzip der Platten war ein modulares: Mithilfe von 2×2-Tiles konnten die Platten zu einem beliebig großen Feld zusammengesteckt werden.

Später kamen Variationen der Platten hinzu. Mal in doppelter Breite, mal mit einem langen Schlitz. In der Mitte befand sich ein Loch, in das man ein anderes Fußball-typisches Teil stecken konnte: Den Minifigur Soccer Stand. Dank dem Federmechanismus konnten die Figuren, wurden sie einmal auf das Teil platziert, den Ball somit quer über das Feld schießen.

Die Fußball-Reihe brachte mitunter jedoch auch Teile hervor, bei denen man sich fragte: Das soll ein LEGO-Teil sein? In der Tat erinnert die Goalbox (30502) eher an einen Blumenkasten als an einen Noppenstein. Das sperrige Plastikteil war in drei Sets enthalten und diente als Tor. Hinten konnte man den so genannten Goalie Stick hindurchschieben: Ein kleiner Griffhalter für den Torwart.

Gigantisch wurde es mit dem Teil 53532: Dieses Monstrum eines LEGO-Teils ist zweifelsohne ein heißer Anwärter auf den Titel des größten LEGO-Teils aller Zeiten. Die 60x40cm große Platte wurde im 3569 Grand Soccer Stadium als Basis des Fußballfelds verwendet.

Teilweise verabschiedete man sich in Billund sogar vom Konzept des Plastiksteinchens: Die Torwand aus dem Set 3412 Point Shooting bestand aus Pappe und die überdimensionierten gelben Torwarthandschuhe aus der 3422 Shoot ’n‘ Save musste man aus einem Schaumstoffteil herausdrücken. Apropos Handschuhe: Einen LEGO-Handschuh mit kleinen Griffhaltern gab es im seltenen 2007er Torwart-Polybag.

Fußballspiele können manchmal die reinsten Werbeveranstaltungen sein: Wenn selbst eine Ecke im Stadion von irgendeinem Sponsor präsentiert wird, nimmt das schon realsatirische Züge an. Fußball ohne Werbebanner – das geht heute nicht mehr. Ein Aspekt des modernen Fußballs, der auch von LEGOs Fußball-Sets widergespiegelt wurde: Auch hier waren in den Stadien am Spielfeldrand Banner mit Werbung eingebaut.

Lag keine Lizenz vor, zeigten diese schlichtweg das LEGO-, LEGOLAND- oder interessanterweise auch ein „Racers“-Logo. Es ging aber auch deutlich realistischer: In der 3569 Grand Soccer Stadium werben mit Adidas, Cheerios, Duracell, Gilette, Mastercard und McDonald’s gleich mehrere namhafte Firmen für ihre Produkte. Ein Glück waren die Teile jedoch nicht bedruckt – das wohl einzige Mal in der Geschichte LEGOs, das Fans dankbar für Sticker sind.

10. Der teuerste LEGO-Spieler

222 Millionen Euro – so viel bezahlte der französisch Topclub Paris Saint Germain 2017 für die Verpflichtung des brasilianischen Superstars Neymar. Bis heute der mit Abstand teuerste Transfer eines Fußballspielers überhaupt.

Auch wenn es die LEGO-Fußballer nicht auf solche Mondsummen bringen, stellt sich dennoch die Frage: Wer ist unter den Noppenstein-Kickern der teuerste? Immerhin sind mit den lizenzierten Sondersets und spätestens der DFB-Minifiguren-Sammelserie von 2016 einige begehrte Sammlerstücke im Umlauf. Doch wer gehofft hat, mit LEGO-Fußballern das große Geld zu machen, den müssen wir an dieser Stelle enttäuschen: Klar sind schon einige wertvollere Figuren dabei, reich wird man mit diesen jedoch nicht.

Unter den DFB-Figuren fällt für den Großteil der Spieler ein Bricklink-Durchschnittspreis von 5 Euro an, am begehrtesten sind noch Verteidiger Jerome Boateng (8 Euro), Trainer Joachim Löw (12 Euro) und Torwart Manuel Neuer (17 Euro).

Eine Figur aus der Frankreich-Version des Sets 3401 Shoot ’n‘ Score, die ein Trikot des berühmten französischen Nationalspielers Zinédine Zidane und eine Adidas-Hose trägt und offiziell zwar nicht als „Zidane“ betitelt wird, aber doch sehr wohl der Weltfußballer zu sein scheint, ist gebraucht 5 Euro wert. Im Neuzustand können allerdings schon gerne mal auch 30 Euro fällig sein. Seine generischen französischen Teamkollegen, die in der Lizenzvariante der 3420 Grand Championship Cup vorkamen, bringen Sammlern zwischen 10 und 20 Euro ein.

Die mit Abstand wertvollsten Spieler sind jedoch das Manchester-United-Trinity George Best, Denis Law und Sir Bobby Charlton. Diese drei Fußballlegenden gab es als Promoset zum Kauf des 10272 Old Trafford gratis dazu und kommen alle drei zusammen auf einen Wert von 90 Euro – macht 30 Euro pro Figur.

11. Die noppige Sportschau

Wem die Berichterstattung in der Sportschau zu bieder ist, der sollte vielleicht mal auf dem YouTube-Kanal der Brickfilmer My Funny Games Builder vorbeischauen. Die Fußball- und LEGO-Fans Marco und Mattia stellen dort die Highlights ausgewählter Spiele aus den europäischen Topligen sowie der Champions League mit Minifiguren nach.

Wie die LEGO-Versionen von Ronaldo, Messi, Lewandowski und Co. sich hier mit ihren Teams zum Sieg dribbeln, ist dabei bis ins kleinste Detail perfekt nachgestellt. Zuweilen wird es auf ihrem Kanal aber auch richtig lustig: Beispielsweise, wenn die beiden Brickfilmer die Pläne einer Gruppe von Vereinen für eine Super League parodieren. 474.000 Abonnenten zählt das Duo und es gibt kaum ein großes Match der letzten vier Jahre, das My Funny Games Builder nicht nachgebildet haben. Nur zu gerne sehen wir uns noch einmal den Siegtreffer von Mario Götze beim WM-Finale 2014 in Brasilien an – auch in LEGO-Form immer noch ein Gänsehautmoment.