LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review

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LEGO feiert gern Jubiläen – so macht es zumindest den Eindruck. So war es im Jahr 2017 das 40 Jahre Technic Jubiläum, 2018 ging es weiter mit 40 Jahre LEGO Minifigur, 60 Jahre LEGO Stein und im Jahr 2019 gibt es auch einiges zum Nullen – 20 Jahre LEGO Star Wars und 50 Jahre DUPLO. Da könnte man meinen, es sei alles abgedeckt, aber Moment, hat der Konzern aus Billund nicht eines seiner alten Kernthemen vergessen? Richtig, denn auch die Piraten feiern im Jahr 2019 eine runde Sache – zumindest theoretisch, still und heimlich, auf einer einsamen Pirateninsel irgendwo im offenen Meer – vor 30 Jahren erblickten sie das Licht der LEGO-Welt und veränderten so manches Leben. So sei zumindest von mir an dieser Stelle kurz gratuliert.

Nun aber genug gefeiert und zum eigentlichen Hauptpunkt dieses Reviews. Wir starten heute mit einem kleinen Piratenschiff aus dem Jahr 1993 mit der Setnummer 6268, welches auch auf den Namen „Renegade Runner“ hört.

Die Verpackung

Die quadratische Verpackung kommt in den Maßen 28,5 cm in der Breite, 28,5 cm in der Höhe und 8 cm in der Tiefe daher. Sie trägt den typischen violetten Grundton, wodurch damals die Sets in den Regalen der verschiedenen Themenbereiche unterschieden werden konnten. Bereits 1992 wurde sie eingeführt und löste das klassisch gelbe Design ab.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 3Nach dem Öffnen des Klappdeckels erhielt man wieder einmal den typischen Blick ins Innere der Box durch vier verschiedene Fenster. Ein paar nette Zeichnungen gab es ebenso.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 5Auf der Innenseite des Klappdeckels war mittig noch einmal das Frontcover abgebildet. Mit Hilfe von Nummerierungen und entsprechend dazugehörigen Bildern werden die Details des Schiffes verdeutlicht.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 7Die Rückseite ist geprägt von eigenen Bauideen, welche der Meisterbauer aus dem Set verwirklichen konnte.
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Inhalt & Bauanleitung

Öffnet man die Verpackung an einem der seitlichen Siegel, so kann man den stabilen Pappkarton im zarten Lila herausziehen.

LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 11Ein markantes Merkmal auch hier – die kleine Plastikeinlage, in welcher diverse Einzelteile des Sets schön hervorgehoben wurden.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 13Der Pappkarton selbst ist noch einmal in drei Teile unterteilt.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 15Darin enthalten war natürlich auch eine Bauanleitung und zudem noch ein kleiner Katalog und das gewohnte Service-Heftchen, mit welchem Ersatzteile aus Hohenwestedt geordert werden konnten. LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 17Die Bauanleitung selbst ist natürlich wieder sehr schmal gehalten. Sie umfasst gerade einmal 16 Seiten, auf denen in 18 Schritten die nur knapp 180 Teile zusammengesteckt werden konnten.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 19 LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 21Die Rückseite der Anleitung zeigt das fertige Schiff in einer kleinen Insellandschaft. In der rechten Ecke steht auch das zuständige Druckhaus aus Neumünster (Johler Druck).
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 23Ein kurzer Blick in den beigelegten Katalog zeigt gleich auf den ersten Seiten die damaligen aktuellen Piratensets (die mit Sternchen gekennzeichneten Modelle sind dabei Neuerscheinungen im Jahr 1993). Auf der nächsten Seite waren dann gleich die Rittersets zu sehen, aber lassen wir das lieber.
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Die Minifiguren

Das Set bietet dem kleinen (und auch großen) Piratenfan insgesamt vier Minifiguren. Es sind die bekannten Standard-Figuren, die auch schon 1989 in der Black-Seas-Barracuda zum Einsatz gekommen sind – bis auf den Kapitän, dessen Oberteil erst 1992 auf den Markt kam. Die Rückseiten sind, wie üblich, nicht bedruckt – auch gab es kein alternatives zweites Gesicht.

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Das Piratenschiff

Das kleine, aber feine Piratenschiff ist im fertigen zusammengesteckten Zustand ca. 42 cm lang (bei wehender Fahne), ca. 10 cm breit (ohne ausgeklapptem Segel) und ca. 28 cm hoch.

LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 31Als Galionsfigur am Bug befindet sich ein Helmschmuck, welcher aus Rittersets bekannt sein dürfte. Dieser kam damals in Ringen und musste einzeln herausgebrochen werden. Die anderen zwei Elemente hätte man seitlich am entsprechenden Ritterhelm anbringen können – da es diesen hier natürlich nicht gibt, blieben diese übrig.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 33 LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 35Die zwei großen Segel des Schiffes bestehen aus Stoff. Das vordere Segel ist identisch mit dem Segel aus dem Skulls Eye Schooner (6286). Exklusiv für dieses Set ist in der Form dagegen das große Hauptsegel mit dem „Skull“ oder Totenkopf.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 37 LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 39Am Bug befindet sich sowohl Backbord als auch Steuerbord ein Gewehr zur Verteidigung. LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 41Falls diese Art der Verteidigung nicht ausreichen sollte, ist zusätzlich eine große Kanone an Bord, welche mit Hilfe eines Drehtellers in alle Richtungen geschwenkt werden kann. Und was es zu verteidigen gilt, neben dem eigenen Leib, ist ganz klar die erbeutete Schatztruhe voller Gold.
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Während am Hauptmast nur eine kleine bescheidende Fahne weht, ist am Heck noch einmal ein großer Jolly Roger angebracht. Diese alten Fahnen hatten übrigens recht dünne Klipse, die oft dazu neigten, abzubrechen.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 45Ebenso am Heck befindet sich ein kleines Ruder, welches manuell bewegt werden konnte. Ein wirkliches Steuerrad gab es dagegen aber nicht. LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 47Dort, wo eigentlich ein Steuerrad sitzen müsste, befindet sich leider nichts, dafür aber ein anderes kleines Highlight in diesem Set.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 49Wie auch schon im Imperial Flagship (6271) ist hier ein voll funktionstüchtiger Kompass verbaut! Damit wusste man zumindest, wohin man segelt, auch wenn man nicht direkt dahin steuern konnte.
LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 51 LEGO 6268 Renegade Runner von 1993 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 53Der Unterbau besteht aus zwei massiven Teilen, die in dieser Art auch nur in dem bereits oben erwähnten Imperial Flagship (6271) von 1992 vorgekommen sind. Dadurch, dass das Teil nicht aus einem Guss besteht, kann es natürlich auch nicht schwimmen. Zumindest nicht sehr lange.
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Mein Fazit

Ich glaube, dieser kleine Renegade Runner war für alle diejenigen, die zwar ein cooles Piratenschiff wollten, sich aber den großen Bruder nicht leisten konnten (siehe Bild unten), eine gute Alternative. Der Spielspaß ist etwas begrenzt und Funktionen gibt es nicht wirklich, außer der abschussbereiten Kanone und dem Kompass. Zudem fehlen Elemente wie Steuerrad oder gar ein Anker. Die schwarz-weißen Segel mit dem riesigen Totenkopf und die angenehme Handlichkeit der Schiffes selbst machten sicher dennoch einiges im Kinderzimmer her.

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