LEGO 375 Gelbe Burg von 1978 im Classic-Review

Es war einmal … da träumten die Kinder noch von Rittern und Burgen aus Klemmbausteinen und der ein oder andere Kinderwunsch wurde zu Weihnachten oder zum Geburtstag sicherlich erfüllt – doch so mancher Erwachsene träumt noch heute von der Erfüllung seiner Wünsche. Eine coole Burg von „damals“ – am Liebsten die Erste! Doch was war die erste Burg und noch einige kleine Geschichten mehr möchte ich euch heute in diesem Review etwas näher bringen. Viel Spaß beim Lesen!

Vorgeschichte

Beim Thema „erste LEGO-Burg“ werden die meisten Leserinnen und Leser sicherlich gleich an ein Set denken: die gelbe Burg! Die wenigsten wissen aber, dass es schon im Jahr 1970 die erste Burg aus Klemmbausteinen käuflich zu erwerben gab, wobei hier das Wort käuflich auch etwas verwirrend sein kann. Die Firma WEETABIX (ein britischer Kekshersteller) bot ihren Käufern der Frühstücksprodukte mit Hilfe von Sammelbons den Erwerb dieser speziellen LEGO Burg an (Quelle Flickr):

1970 Weetabix castle front right

 

Bis aber eine Burg in den Regalen der Spielzeugläden landete, sollten noch acht weitere Jahre vergehen. Im April 1978 war es dann soweit – die „Gelbe Burg“ mit der Setnummer 375 wurde präsentiert und konnte von kleinen und großen Ritterfans erworben werden.

Der damalige Designer des Sets Daniel August Krentz kam aus den USA und arbeitete dort vorher als Postbote, bevor er der erste ausländische Designer des noch recht kleinen Konzerns in Billund wurde. In den folgenden Jahren, bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000, war er ebenfalls für weitere, bis heute legendäre Sets verantwortlich, wie zum Beispiel dem LEGO 6074 Black Falcon’s Fortress oder LEGO 6276 Eldorado Fortress. Zur damaligen Zeit dauerte das Designen eines Sets übrigens, laut seinen Aussagen, noch zwei bis drei Jahre. Dies wäre bei den Massen an Sets heutzutage undenkbar.

Daniel August Krentz (1937 – 2016), Quelle: hellobricks.com

Der im Jahr 2016 verstorbene Krentz hinterließ also nicht nur ein beachtliches Erbe an tollen Sets, sondern auch sein Zuhause soll einem LEGO-Museum geähnelt haben, da er Zeit seines Lebens schon immer ein großer Fan der Klemmbausteine aus Dänemark war, auch bereits weit vor seiner Anstellung in Billund.

Doch kommen wir nun zu dem, worum es in diesem Review gehen soll – der legendären gelben Burg 375.

Die Verpackung

Die Maße der Box belaufen sich auf 46,5 x 29 x 6,5 cm. Auf dem Frontdeckel wurde alles abgebildet, was den kleinen und großen Ritterbauer erwarten würde, ohne viel Schnick und Schnack, dafür mit dem großen LEGO-Logo, noch in der rechten, oberen Ecke und der Setnummer.

Geschlossene Umverpackung, Vorderseite (Foto: PROMOBRICKS)

Die Rückseite zeigt, wie damals üblich, weitere Bauideen, die nachgebaut werden können. Zwar ohne extra Bauanleitung, aber wie nennt es LEGO mittlerweile: „Rebuild the world„.

Umverpackung, Rückseite (Foto: PROMOBRICKS)

Auf der Unterseite des Kartons ist noch der Hinweis auf die Altersempfehlung, sowie der dezente Hinweis „Made by LEGO System A/S, Denmark, 1978“.

LEGO Logo, Unterseite des Kartons (Foto: PROMOBRICKS)

Der Frontdeckel des Kartons ließ sich auch bei diesem Set bereits öffnen, um einen Blick ins Innere werfen zu können. Auf der Innenseite ist ein fröhlich, spielendes Kind abgebildet und weitere Bauideen, die aus diesem Set verwirklicht werden können.

Frontdeckel aufgeklappt, Innenseite (Foto: PROMOBRICKS)

Der Karton selbst war eigentlich aus Styropor. Die Seiten waren dementsprechend nur beklebt. Dadurch erhielt der Karton eine gute Stabilität und blieb gleichzeitig sehr leicht. Darin eingesetzt war eine hellgraue Kunststoffschale mit verschieden großen Fächern. Versiegelt wurde das Set mit einer zusätzlichen transparenten Abdeckung, welche an den Styroporrand punktuell geklebt wurde.

Kunststoffeinlage & Abdeckung (Foto: PROMOBRICKS)
Herausgenommene Kunststoffeinlage & Abdeckung (Foto: PROMOBRICKS)

Wird der Kunststoffeinsatz herausgenommen, entdeckt man eine zusätzliche kleine Vertiefung – hier fanden die grünen Grundplatten ihren Platz.

Styropor Innenseite (Foto: PROMOBRICKS)

Hierbei kommt schon die erste Besonderheit der gelben Burg zum Einsatz – eine neue „Baseplate“ in 16×32 Noppen, die ab 1978 den Weg in das ein oder andere Set fand – so auch in dieses. Ebenso dabei vier 8×16 Noppen Grundplatten. Warum nicht gleich eine 32×32 große Platte genommen bzw. entworfen wurde, ist für die Bespielbarkeit noch wichtig, aber dazu später mehr.

Styropor Innenseite mit Grundplatten (Foto: PROMOBRICKS)

Die Bauanleitung, Sticker & Jahreskatalog

Dem Set liegt neben der Bauanleitung auch ein Stickerbogen und ein Jahreskatalog von 1978 bei. Doch starten wir erst einmal mit der Anleitung. Diese gab es in zwei verschiedenen Versionen. Von 1978 bis 1981 gab es ausschließlich die europäische Variante mit dem Aufdruck 375 – mit der Einführung des Sets auf dem US-amerikanischen Markt erhielt das Set dort die Nummer 6075. Um (wohl) Kosten bei der Herstellung des Heftchens zu sparen, gab es ab 1981 eine Anleitung mit dem Doppeldruck 375/6075. Die Verpackung dagegen wurde für die USA neu gestaltet.

Bauanleitung, Stickerbogen, Jahreskatalog 1978 (Foto: PROMOBRICKS)

Doch werfen wir nun einen Blick in das Heft. Es besteht aus 16 unnummerierten Seiten und insgesamt zwölf großen Bauschritten, welche mit dem Bauen der Türme und Pferde nochmals in kleinere Schritte unterteilt wurden. Insgesamt sind es also 39 Bauschritte – welche bei einer Steineanzahl von 767 immer noch sehr sportlich sind, betrachtet man das heutige Verhältnis von Bauschritten und Teileanzahl. Aber wie durch ein Wunder haben es die damaligen Baumeister auch geschafft, die Sets zu bauen.

Bauanleitung: Erste Schritte (Foto: PROMOBRICKS)

An den einzelnen Schritten erkennt man gut, welche Massen an Steinen jeweils verbaut werden müssen – ohne Teilevorgabe, ohne farbige Hervorhebungen (Umrandungen) und ohne weitere Hilfen. Aber es macht einfach Spaß so zu bauen!

Bauanleitung: Weitere Schritt (Foto: PROMOBRICKS)

Zum Schluss werden die Pferde gebaut (ja, gebaut!), die Figuren zusammengesteckt und im zwölften und letzten Schritt die Sticker verklebt.

Bauanleitung: Letzte Schritte (Foto: PROMOBRICKS)

Richtig – dieses „früher-war-alles-besser-Set“ hatte tatsächlich einen großen Stickerbogen dabei. Sagenhafte 45 Sticker sind auf diesem Bogen enthalten gewesen – sozusagen das SpeedChampions der 70er Jahre. Grund dafür war, dass die Schilde, Brustpanzer und Fahnen noch nicht bedruckt wurden, so durfte alles fein säuberlich aufgeklebt werden.

Stickerbogen (Foto: PROMOBRICKS)

In der Bauanleitung, sowie in dem beiliegendem Katalog sind noch zwei Kuriositäten enthalten, die ich euch gern noch zeigen möchte. In der Mitte der Anleitung findet sich bereits ein Abbild des fertigen Modells, samt schematischer Zeichnung zum Aufklappen der Burg. Wer aber nun genauer hinschaut, wird feststellen, dass einige Details anders sind, als beim finalen Modell. So tragen die zu Ross sitzenden Ritter noch dunkelgraue Helme und auch der Sticker über dem Eingangstor ist noch anders.

Bauanleitung: Mittelblatt (Foto: PROMOBRICKS)
Bauanleitung: Mittelblatt, Details (Foto: PROMOBRICKS)

Das gleiche Phänomen findet sich auch im Jahreskatalog von 1978 – dort haben die Ritter nicht nur dunkelgraue Helme, sondern einer der Reiter besitzt sogar ein blaues Visier, welches in der Produktion dann durch ein hellgraues ersetzt wurde. Diese Unterschiede kamen daher, dass es sich in der Regel noch um Prototypen handelte, die für die Kataloge fotografiert wurden.

Jahreskatalog 1978 (Foto: PROMOBRICKS)
Jahreskatalog 1978, Detail (Foto: PROMOBRICKS)

Pferde & Ritterfiguren

Nach dem Studieren der ganzen Literatur kann es nun an den Zusammenbau gehen. Begonnen habe ich dabei mit den Pferden – wie schon oben erwähnt, die Pferde wurden zu der Zeit noch aus Einzelteilen zusammengesteckt – in diesem Fall aus 17 Elementen. Erst 1984 kam das bekannte, klassische Pferd aus einem Guss auf den Markt. Damit ließ es sich dann auch deutlich einfacher spielen, als mit den doch recht zerbrechlich gebauten Gäulen.

Die vier beinhalteten Pferde zum Zusammenbauen (Foto: PROMOBRICKS)

Eine weitere Besonderheit an diesen Pferden ist die Bauweise der „Ohren“. Eine Fliese zwischen die Noppen geklemmt. Heute als „illegale Bauweise“ verschrien, wurde sie damals ganz offiziell eingesetzt.

Die „illegale Bautechnik“ am Pferd (Foto: PROMOBRICKS)

Nachdem die drei schwarzen und das eine weiße Pferd zusammengesteckt sind, kommen wir nun zu den Rittern. Insgesamt 14 Minifiguren liegen dem Set bei! Hierbei wäre zu erwähnen, dass es sich um die 1978 neu gestaltete und bis heute bekannte klassische Form handelt. Erstmalig erschien sie im gleichen Jahr in dem im Set 600 (Polizeiauto).

Die 14 Ritter sind vier verschiedenen Häusern zugeordnet, welche sich anhand der Wappen und der Grundfarbe des Torsos und Beine unterscheiden. Dabei sind die blauen Ritter mit acht vertretenen Figuren klar in der Überzahl, von den weißen, schwarzen und roten Rittern sind jeweils zwei vorhanden.

Jeweils zwei weiße, schwarze und rote Ritter (Foto: PROMOBRICKS)

Vorhanden sind aber nicht nur die neuen Minifiguren-Teile, sondern auch erstmals die Waffen (Lanzen, Schwerter, Äxte), sowie Schilde und Helme – alles in hellgrau, alles neu, welch ein Spielspaß!

Acht blaue Ritter (Foto: PROMOBRICKS)

Im Prinzip hat sich von der Minifigur von 1978 bis heute kaum was geändert. Nur wenn man genauer hinschaut, merkt man kleine Unterschiede. So haben zum Beispiel die Köpfe noch geschlossene Noppen, oder ganz markant der Torso, welcher innen noch komplett hohl war. Das sind zum Beispiel Kleinigkeiten, auf die bei einem Gebrauchtkauf geachtet werden sollte, wenn man sein Set originalgetreu haben möchte.

Einzelteile einer Ritterfigur (Foto: PROMOBRICKS)

Der Aufbau

Die Pferde sind gesattelt, die Ritter bereit zu kämpfen, fehlt nur noch die Burg, die es zu verteidigen oder zu erobern gilt. Dazu hat man jetzt sehr viele gelbe Steine zur Verfügung in den verschiedenen klassischen Formen, wie 1×1, 1×2, 1×3, 1×4, 1×6 oder 1×8. Hinzu gesellen sich aber auch hier neue Elemente, die es vorher noch nicht gab. Dazu zählen die 2x2x3 Dachsteine und die 2x2x3 Dach-Ecksteine. Auch die 1×2 Fliesen in gelb kamen mit diesem Set neu auf den Markt.

Aber warum eigentlich gelb? Nun, man sagt, dass der damalige LEGO Chef Godtfred Kirk Kristiansen nicht wollte, dass aus den Steinen Kriegsspielzeug wie Panzer gebaut werden sollten. Doch bereits die nächste Burg 1984 war dann schlussendlich doch in Grau gehalten.

Das Bauen: Erste Schritte (Foto: PROMOBRICKS)

Nachdem die erste Mauerreihe gesetzt wurde, was durchaus der schwierigste Part ist, wird anschließend einfach in die Höhe gebaut. Doch schon im zweiten Schritt kommen wieder Teile zum Einsatz, die es bisher noch in keinem Set außerhalb der Technic-Welt gab. Für den Bau der Zugbrücke wurden Technic-Bricks in 1×2, sowie hellgraue Pins verwendet.

Weitere Bauschritte mit Einsatz von Technic-Elementen (Foto: PROMOBRICKS)
Es geht weiter in die Höhe (Foto: PROMOBRICKS)

Nachdem die ersten Meter in gelb nach oben gebaut wurden, kommt mit hellgrauen Platten etwas Abwechslung in das Set, auch die ersten roten Elemente der späteren Zugbrücke werden angebracht und zwei schöne rote Tore montiert.

Graue Platten verschönern das gelbe Ensemble (Foto: PROMOBRICKS)
Rote Tore stoßen hinzu (Foto: PROMOBRICKS)

Mit dem Abschluss der Zinnen ist das Grundgerüst der Burg vollendet. Nun kann auch schon mal ausprobiert werden, wie die spätere Burg gestellt und aufgeklappt werden kann. Mit Hilfe der 1×4 Bricks werden die klappbaren Elemente zusammengehalten, so dass nicht immer alles hin und her klappt, so bald die Burg angefasst oder transportiert wird.

Die Zinnen sind gebaut (Foto: PROMOBRICKS)
Aufklappen der Burg (Foto: PROMOBRICKS)

Nachdem die Klappscharniere auf ihre Festigkeit überprüft wurden, folgen die drei Türme im schnellen Einzelbau – denn was wäre eine Burg ohne Türme?! So beginnt man mit dem Hauptturm, der auch die auffälligen roten 1×1 Fenstersteine beinhaltet, die gern auch als Scheinwerfer an Fahrzeugen genutzt wurden. Diese Elemente kamen übrigens in der 1981er US-Version das letzte Mal in einem Set zum Einsatz. Danach wurden die Steine geändert und bekamen ein anderes Aussehen.

Hauptturm (Foto: PROMOBRICKS)

Die zwei kleineren Nebentürme sind ebenfalls schnell zusammengesteckt.

Die zwei kleineren Nebentürme (Foto: PROMOBRICKS)

Als letztes wird das Konstrukt für die Zugbrücke zusammengebaut. Das Ende des Seils wird dabei einfach unter die Platte geklemmt. Mit der Kurbel kann dann später die Brücke gehoben oder gesenkt werden. Einfach, aber effektiv.

Die Zugbrücke (Foto: PROMOBRICKS)

Nun werden die drei Türme und das Zubrücken-Segment auf ihre vorgesehenen Plätze gesetzt – und zu guter Letzt noch der passende Fahnenmast auf eine der Zinnen gesteckt – fertig ist die gelbe Burg!

Die fertige gelbe Burg (Foto: PROMOBRICKS)

Jetzt werden auch noch einmal die neuen großen Dachsteine deutlich, die der gesamten Burg etwas mehr Stattlichkeit verleihen und sie optisch aufwerten.

Seitliche Dachsteine im Gesamtbild (Foto: PROMOBRICKS)

Dank ihrer cleveren Bauweise, kann nun geklappt und gedreht werden, was das Zeug hält. Wie Anfangs schon ausprobiert, zeigt das Set im Gesamtbild noch einmal um so mehr, was es kann – welche Möglichkeiten es gab, denn sind wir mal ehrlich, viele Details gab es damals nicht.

Aufklappbare Möglichkeiten (Foto: PROMOBRICKS)
Aufklappbare Möglichkeiten (Foto: PROMOBRICKS)

Später sollten dann noch kleinere Ergänzungssets folgen, wie im Jahr 1979 das Ritterturnier mit der Setnummer 383 – oder das Figurenpaket mit der Nummer 677. Bei beiden Sets wurden aber auf die Aufkleber verzichtet, und die Figuren und Schilde waren bereits bedruckt. Wer also noch nicht genug Ritterfiguren hatte, konnte da zuschlagen.

Aufklappbare Möglichkeiten (Foto: PROMOBRICKS)

Apropos Ritterfiguren, die bereits 14 beigelegten Figuren hauchen der Burg zum Abschluss noch richtiges Leben ein.

Vollbesetzte Burg (Foto: PROMOBRICKS)
Die schöne linke Seite (Foto: PROMOBRICKS)
Die schöne rechte Seite (Foto: PROMOBRICKS)

60 Jahre LEGO-Stein Jubiläums-Set

Im Jahr 2018 erschien beim dänischen Spielwarenhersteller ein wunderschönes Jubiläums-Set mit der Nummer 40290 anlässlich des 60 jährigen Jubiläums der Patentanmeldung des LEGO-Steins aus dem Jahre 1958. Dem Set waren vier Ikonen der LEGO-Geschichte in Miniatur-Format enthalten und wie sollte es anders sein – die gelbe Burg ist ebenfalls dabei …

Miniatur aus 40290 neben dem Original 375, vorn (Foto: PROMOBRICKS)

… und wie man sieht, von vorne und von hinten macht die Miniaturausgabe eine super Figur!

Miniatur aus 40290 neben dem Original 375, hinten (Foto: PROMOBRICKS)

Ebenfalls eine gute Figur machte die Maxi-Version der Burg, die zum 30 jährigen Jubiläum des Sets im LEGO Ideas House ausgestellt wurde. Einen kleinen Bericht (in Englisch) mit Bildern findet ihr hier im BrickJournal 08 (Nov/Dez 2009).

Mein Fazit

Ikonen bleiben Ikonen. Und die 375 gehört zweifelsohne dazu. Ein revolutionäres Set mit vielen neuen Teilen und vielen neuen Minifiguren für die damalige Zeit – für die heutige Zeit eines der beliebtesten Sammlerobjekte. Ein Set, welches sicherlich auch dem ein oder anderen Fan des LEGO-Steins als Weihnachtsgeschenk unter dem Tannenbaum sehr gut gefallen hätte.

Die gelbe Burg ebnete den Weg in eine neue Welt in der LEGO-Themenreihe, welche zwar aktuell etwas spärlich, wenn nicht sogar gar nicht besetzt ist, aber ich denke, dass auch in Zukunft die Reihe der verschiedenen Ritterfiguren und Wappen der letzten Jahrzehnte fortgesetzt werden wird, und nicht nur seit dem Bricklink Löwenstein Castle (BL19001) merkt man, wie beliebt dieses Thema ist.

…wir brauchen wieder mehr Ritter (Foto: PROMOBRICKS)

Zu guter Letzt gilt mein Dank noch dem Doctor-Brick-Forum, woher ich noch die ein oder andere zusätzliche Information für mein kleines Review erfahren habe.

Stamm-Autor
  1. Wie konnten wir nur früher mit so dünnen Anleitungen ordentliche Modelle bauen? 😉 Wenn ich mich rechte erinnere haben, wir auch OHNE Anleitungen gebaut! Rebuild the world -1.0 gewissermaßen. Und Pferde haben wir „massenhaft“ nachgebaut, das ging! Es war ein Fest! Danke für das Review!

  2. Ein großartiges Set. Hatte es als Kind damals bekommen und gerne damit gespielt. Mir gefallen die alten Sets besser als das was heute auf den Markt geworfen wird.

        1. Das Waffenargument war immer eine Lippenbekenntnis, das je nach Bedarf gebrochen wurde. Ob graue Steine, Musketen, Western-Pistolen, Star Wars Blaster – Krieg wurde immer mehr zum Inhalt von Lego. Bisheriger Höhepunkt ist das Cover des Sets 76143: Eine Strahlenkanone, eine Gatlingkanone und drei Flammenwerfer im Einsatz.

  3. Bei der späteren Version mit beiden Set-Nummern unterscheiden sich übrigens auch die Aufkleber ein klein wenig.
    Ich habe das Glück beide Versionen zu besitzen, nebeneinander gestellt erkennt man den Unterschied 🙂

  4. Danke! : )

    Ich weiß noch, wie ich als Kind die Burg mal bei Bekannten gesehen und mich über die unbekannten Ritter gewundert hatte (da gab es bereits die Falkenritter usw.). ^^

  5. Sorry, aber das ist irgendwie die „rosarote LEGO-Nostalgie-Brille“ Stellen wir uns vor LEGO würde heute so eine Burg rausbringen. Das würde sich dann so anhören: „Endlich eine Burg und dann sowas ???? GELB???? eine BURG???? Stickerbögen??? Nee sorry LEGO wieder mal voll verkackt“
    Das ist dieser „gelbe LEGO Burg Hypetrain“, auf den die Leute irgendwie aufspringen. An der Burg ist nichts tolles, nichts was man unbedingt haben müsste.
    Da gab es wesentlich bessere Burgen im Lauf der LEGOzeit.

    1. Für damalige Verhältnisse war das sicher ein schönes Set.

      Aber Sie sagen es, da ist nichts drin was man unbedingt haben müsste! Nur Hype sonst nichts. Und dann auch noch gelb mit Aufklebern… Es gab nicht nur besser Burgen, es gibt auch heute deutlich coolere Sets! Und wenn ich eine Burg will und Lego sie nicht anbietet, dann bau ich eben selbst eine.

      Genau wie beim Bahnhof – einfach mal selber machen -> Stichwort Kreativität, die von allen ja so gefordert wird…

      1. Ja klar @Nostalgie – das ist doch der schöne Sinn eines solchen Reviews!
        : D

        Und es gab sogar Kritik – sie Stickermassaker. ^^

        Also rosarote Brille aufsetzen und nochmal ran – ist ja sonst wie ein 3D-Film ohne Brille. ; )

        1. Ich hab die Burg letztens gebaut…und es hat großen Spass gemacht, zumal eben das ganze Ding wirklich aus einzelnen Steinen gebaut wird.
          Wer dieses Set als Gerümpel ansieht, hat halt keinen Sinn für klassische Produkte.
          Soll ja auch Leute geben , die bspw. nen goldenen Lambo von heute einem Miura vorziehen. Tja,.jeder nach seiner Facon, auch wenn man natürlich Mitleid haben muss ob solcher Geschmacksverirrungen.

    2. Sorry, Maik L., aber das Review berücksichtigt zu Recht den historischen Hintergrund. Da braucht man gar keine „rosarote LEGO-Nostalgie-Brille“. Und vor dem historischen Hintergrund von 1978 war die Burg ein Meilenstein. Neues Thema, neue Teile und dann so ein Riesen-Set. Über das Gelb hab ich mich übrigens nie aufgeregt, für mich war die Burg wie viele Burgen in Europa aus beigem Kalkstein, und da es Beige damals nicht gab, kam Gelb dem am nächsten.
      Ganz groß fand ich die Klappvisiere, die in den 80er-Rittersets leider abgeschafft wurden und erst wieder in den 90ern ein Revival erlebten.

  6. Das Geheimnis der kurzen Anleitungen war eine bestimmte Logik, die man intuitiv beim Bauen eingehalten hat. Es war irgendwie immer klar, was für Inhalte ein Bauschritt enthalten musste. Und falls etwas ungewöhnlich war, wurde separat darauf hingewiesen. Diese Art der Anleitung erforderte etwas Mitdenken. Etwas, das Lego heutzutage nicht mehr in den Anleitungen haben möchte / kann.

    1. Naja, man muss aber auch sagen, dass das bei einem sowohl von der Steinform als auch der Farbe symmetrischen Bau gut funktioniert, wenn man bei solchen Bauschritten nur drei Seiten aus der leichten Schräge sieht und deshalb den Rest erschließen kann. Heute sind die Sets in den seltensten Fällen symmetrisch. Selbst so etwas kleines wie der Gleiter im Mandalorianer-Battlepack hat unterschiedliche Farben, obwohl das Modell symmetrisch wäre. Bei dem Battlepack mag es jetzt kein Problem sein, wenn man sich das erschließen soll und dann eventuell mal eine Fliese vertauscht, da die Vorlage ja eh ein zusammengerosteter Gleiter mit Farbvariationen und es eine sehr beschränkten Teilezahl ist. Ein Modularhaus würde in 96 Bauschritten eher Frusttoleranz beim Bauen schulen als Spaß machen.

  7. Vielen Dank für das schöne Review. Da ich auch einer von den stolzen Besitzern der gelben Burg bin habe ich mir heute die Anleitung angeschaut. Irgendwie haben hier Anleitung und Karton die ganzen 40 Jahre und mehrere Umzüge überstanden.
    Jedenfalls weicht meine Anleitung geringfügig ab, auf der letzten Seite, wo die Baubeschreibung der Pferde zu finden ist, schaut es bei mit im Heftchen etwas anders aus, da werden alle Figuren gezeigt. Ich hab auch die kleine Figurenpackung mit dem Provianttransport und auch das erste Ritterturnier mit König, Königin und gebauten Pferden mit Satteldecken. Falls promobricks Interesse an Bildern hat, meldet euch einfach.

  8. Schönes Review!
    Als Kind hatten mein Bruder und ich mit so einer gelben Burg jede Menge Abenteuer bestanden.
    Im Laufe der Zeit verschwanden viele Teile. Die Reste habe ich im Sommer 2019 als Basis für einen Wiederaufbau genommen. Jetzt steht sie, nicht original, in einer Vitrine und ich erfreue mich daran. Das teuerste bei der Wiederbeschaffung sind/waren die alt-hellgrauen Rüstungsteile der Ritter!
    Und ja, es ist Nostalgie, heutigen Maßstäben würde sie wohl nicht mehr genügen!

  9. Danke für das schöne Review. Wahnsinn wie sich Lego seither in der Teilevielfalt entwickelt hat.
    Und die Kartons waren damals super, da konnte ich die Sachen auch wieder verstauen. Leider gibts diese Klappschachteln heute nur mehr teilweise bei den Ideas Sets. Habe dzt. immer das Problem mit den neuen Eisenbahnen für die Kinder der Verwandtschaftsbesuche. Wie verstaut ihr euer Lego? Ich hänge halt trotzdem an den Kartons.

  10. Hallo,
    Vielen Dank für das tolle Review.
    Ich will Henry von der Klemmbausteinlyrik nicht zu nahe treten, ich sehe seine Video-Reviews sehr gerne, aber Daniel Haedicke strotzt im Gegensatz zu Henry nur so von Fachwissen über die Teile als auch der LEGO-Geschichte. Alles war mir hätte einfallen können, wurde gesagt (incl. dem Weetabix-Set). Dabei war es nie langweilig zu lesen und ist mit Bildern hoher Qualität untermalt.
    Mir gefällt auch die Erwähnung des Setdesigners.
    Gäbe es ein Fachbuch, könnte der Artikel nicht besser sein. *Schubs*

    Nur ein klitzekleiner Fehler schlich sich ein: Nicht die 1×2-Fliese war neu, sondern das Scharnier 😉

    Weiter so.

    Gruß
    Frank

  11. Auf dem letzten Bild… die Figuren auf der grauen Grundplatte. Hat zufällig jemand eine Nummer für die weißen Steine mit denen die Figuren auf der Platte fest gemacht sind? Sieht toll aus, möchte ich bei mir auch nutzen. habe diese Art von Stein aber noch nie gesehen (oder erkenne sie nicht..)
    Danke

    1. Wieder mal eine GROẞartige Review. Die geschichtlichen Hintergründe finde ich besonders spannend. Ich muss mal schauen, ob ich zu Daniel August Krentz noch mehr erfahren kann. Was für ein Zufall, dass er den gleichen Vornamen hat wie Du. Verrückte Welt

      Wir lesen uns!

      Basti von Steckkastenkrew.de

  12. Ahhh, die hatte ich auch, diese Burg! Die bekam ich damals zu Weihnachten geschenkt. Aus lauter Vorfreude habe ich mich – das werde ich nie vergessen – den ganzen Heiligen Abend lang übergeben. Das gute Stück konnte ich dann also erst am 1. Weihnachtstag aubauen.

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