LEGO 31109 Creator 3in1 Piratenschiff (B- und C-Modell) im Review

Inhaltsverzeichnis

In diesem Review soll es nun ausschließlich um die zwei weiteren Bauvarianten des LEGO 31109 Creator 3in1 Piratenschiffes gehen. Ein ausführliches Review zum Hauptmodell habe ich euch hier bereits präsentiert. Dort findet ihr auch das Unboxing und den gesamten Inhalt des Sets.

Das LEGO 31109 Creator 3in1 Piratenschiff ist ab dem 01.06.2020 im LEGO Online-Shop, sowie ab dem 02.06.2020 in allen LEGO Brand Stores vor Ort erhältlich.

Fakten

  • Set-Nummer: 31109
  • Thema: Creator 3in1
  • Bezeichnung: Piratenschiff
  • Teilezahl: 1264
  • Minifiguren: 3
  • Erhältlich ab: 01.06.2020
  • Empfohlenes Alter: 9+
  • UVP: 99,99 Euro
  • Preis pro Teil: 7,9 Cent

B-Modell (Die Piratentaverne)

Die Anleitung für das B-Modell befindet sich in der dicken Hauptanleitung, in der zuerst auf das Piratenschiff eingegangen wird. Für die Piratentaverne muss auf Seite 201 geblättert werden. In über 177 Bauschritten wird nun der einfache Aufbau der Taverne erklärt.

Bei dem B-Modell handelt es sich in der Regel um das Set, welches von der Schwierigkeit aller drei Modelle in der Mitte liegt und nicht mehr alle Steine des eigentlichen Sets verwendet werden. An sich sind aber alle drei Varianten vom Bauniveau gleich – nur dass abstufend weniger Teile und damit weniger Zeit benötigt wird.

Begonnen wird bei der Taverne mit einer kleinen Pferdekutsche. Auch hier ist das Pferd aus Einzelteilen gebaut. Der Anhänger mit den Platten als Reifen sieht schon fast nostalgisch aus. Man könnte (fast) meinen, die Kutsche gehört zur alten Ritterburg 375 von 1978. Die Minifiguren bleiben bei allen Modellen gleich, lediglich ihr Zubehör ändert sich (laut Anleitung). In diesem Fall hat einer der Piraten ein cooles Akkordeon in den Händen. Die Faszination liegt doch immer wieder im Detail, was aus wenigen Steinen gebaut werden kann.

Doch genug den Klängen der Handharmonika gelauscht, die Taverne wartet auf ihre Errichtung. So wird für das Erdgeschoss ein ordentliches, farbenfrohes Fundament gelegt, welches anschließend durch eine 6×16 Platte abgedeckt wird. Darauf kann jetzt die Fassade samt großer Fensterfront errichtet werden.

Was wäre eine Taverne ohne ein Wasserrad?! Richtig! Eine Taverne ohne Wasserrad! Dieser Bierschuppen hat auf jeden Fall eines dieser urigen Holzräder – sogar ein kleiner Mini-Bachlauf ist angedeutet. Ein kleiner Schankhahn ist ebenso schon verbaut und die hintere Fassade entsteht. Diese ist auf einem Scharnier gelagert, so dass das Bespielen einfacher gestaltet werden kann.

Im oberen Stockwerk finden sich, passend zur Anzahl der Minifiguren, drei Betten wieder. Man erkennt auch sofort, welches wem gehört, denn nicht nur, dass der Kapitän eine andere Farbe des Bezugs hat, sondern dass auch hier wieder ein seinen holzernen Hinkefuß gedacht wurde. In der hinteren Fassade entsteht derweil eine Sitzgelegenheit mit Tisch und Kelch. Ein kleiner Treppenaufgang zum Schlafgemach ist ebenfalls angedeutet.

Damit es den Seeräubern in ihren Betten nicht so windet im Schlaf, wird auch hier eine Außenwand hochgezogen – hierbei kommen wieder die 2x2x1 SNOT-Steine zum Einsatz. Damit kann später noch ein bisschen Deko im Außen-, sowie Innenbereich angebracht werden. So zum Beispiel eine Pistole an die Wand, oder auch eine Schatzkarte – welche in der Anleitung allerdings im versetzten 90° Winkel angebracht werden soll – wie heißt es so schön: it’s not a bug, it’s a feature! Ich war allerdings ein Freigeist und habe die Karte korrekt in meinem Modell aufgehängt.

Das Dachgeschoss mit dem Dachgiebel entsteht. Eine sehr schöne Lösung mit den großen Rundbögen, welche am Piratenschiff noch die Form des Rumpfes gaben. Seitlich wird dagegen etwas Rankelndes gepflanzt – vielleicht eine Weinrebe?! In einer guten und gepflegten Taverne gibt es sicherlich nicht nur Bier vom Fass, sondern auch erlesenen Wein, frisch vom Wasserrad.

Aber genug des Alkohols – zurück zum Dachausbau. Die Dachziegel in Form von Platten und „Flügeln“ werden verlegt. Auch hier dienen einfache Scharniere und Kugelgelenke als Befestigungspunkte. Sicherlich nicht hochkompliziert, aber dafür hocheffizient. Das fertige Dach kann sich sehen lassen, auch wenn die ähnliche Konstruktion am Haunted House (10273) natürlich deutlich aufwendiger war. Man darf nur nicht vergessen, die Designer nutzen lediglich die Teile, die für das Piratenschiff gedacht sind.

Zur Fertigstellung der Taverne fehlen nur noch wenige Details. So entsteht noch ein kleiner Mast mit Krähennest und einer Art Markise für das Fenster – so dachte ich zumindest. Desweiteren wird noch ein kleiner Kran und ein Papagei (?) zusammengesteckt.

In einem Bild in der Anleitung befand sich der Akkordeon-Spieler auf dieser Markise – die Idee fand ich genial – auch wenn ich nicht weiß, wie er dort hingekommen ist, aber ein lauschiges Plätzchen zum Musizieren ist es allemal. Wie vor jeder Taverne hängt auch hier ein Fass neben dem Eingang. Der angedeutete Zapfhahn ist ein Pneumatik-Element aus dem Technic-Baukasten. Der bunte Vogel soll vermutlich ein Papagei darstellen, auch wenn die Form dafür etwas ungewohnt ist, aber vielleicht hat ja einer der Leser eine bessere Idee für den gefiederten Freund.

Der bereits angesprochene Kran ist zwar klein, aber kann durchaus hilfreich sein. Ähnlich wie beim Anker des Piratenschiffes, kann auch hier der Haken angehoben und abgesenkt. Damit lässt sich zum Beispiel die fette Schatztruhe von der Kutsche heben.

Die fertige Piratentaverne im Überblick mit den vorhandenen Protagonisten und den Seitenansichten des Gebäudes.

Wie anfangs schon gesagt, bleibt bei den beiden alternativen Bauvarianten immer etwas am Ende übrig. Allerdings ist es schon beim B-Modell eine ganze Menge, was nicht weiter benötigt wird (laut Anleitung). Wer kreativ genug ist, darf natürlich noch weiteres Zubehör aus den restlichen Steinen bauen.

C-Modell (Die Pirateninsel)

Wer von den Trunkenbolden der Taverne genug hat, kann diese wieder komplett zerlegen und sich das zweite, recht dünne Anleitungsheftchen zur Hand nehmen. Das dritte Modell dieses 3in1 Sets hat nämlich eine separate Bauanleitung mit 98 Seiten und 118 Bauschritten. Es empfiehlt sich die Steine zumindest nach Farbe vorzusortieren, denn bei über 1200 Einzelteilen verliert man doch recht schnell den Überblick.

Nun wurden schon zwei Piratenmodelle gebaut und eines fehlte bisher (und das wurde auch stark von einigen Lesern bei der LEGO Ideas Pirates of Barracuda Bay (21322) bemängelt) – ein Affe! Wie es der Zufall so will, darf bei der Totenkopfinsel tatsächlich solch ein Tierchen gebaut (!) werden. Sicherlich ist es keine Schönheit, aber man erkennt doch, was es sein soll. Dazu gesellt sich ein kleines Floß und ein mit SNOT-Technik gebautes Ruderboot. Auch hier kennen wir alle die großen Formteile, die den Piratensets oft beiliegen und was dem Kind heute die Standard-City-Hubschrauber sind, waren in den 90ern die Ruderboote. Wie dem auch sei, auch hier ein Lob an den Designer, ich finde es durchweg gelungen. Selbst die Paddel sind gebaut.

Damit ist das Beiwerk gebaut und es kann sich der Totenkopfinsel gewidmet werden. Die großen Platten bilden den sandigen Untergrund und die kleine Schatzkammer mit dem vielen Gold wird errichtet. Auch hier darf neben kleinen grauen Felsen, der grüne Bewuchs nicht fehlen.

Ein kleiner Treppeneingang führt später durch das Maul des Skulls (Totenkopf) zur Schatzkammer. Am hinteren Ende wird bereits eine kleine Konstruktion gebaut, die später durch drehen am braunen Steuerrad noch etwas bewirken wird – was das ist?! Seid gespannt …

Nachdem das Gerüst für den Skull fertig gestellt ist, wird dieser nun zum Leben erweckt. Hier kommen zur Formgebung die gebogenen Paneele zum Einsatz, die beim Piratenschiff noch für die Segel zuständig waren. Diese passen hier perfekt zum Schädel.

Nach ein paar Klipsen hier und dort ist der Schädel fertig. Goldene Zähne bilden den Abschluss eines sehr gelungenen Totenschädels.

Die seitliche und hintere Ansicht des Skulls.

Am Hinterkopf ist ein hellgraues Kugelgelenk, hier wird die Vorrichtung aus dem vorherigen Aufbau eingeführt. Durch die gelben Technic-Bricks am Schädel, und den blauen am Aufbau führt eine graue Technic-Stange zur Befestigung. Es bleibt weiterhin spannend, was es nun damit auf sich hat …

… denn zunächst gibt es noch ein bisschen Landerweiterung in Form von Sandaufschüttung vor dem Skull. Zudem gesellt sich eine einsame Palme dazu, die sogar angedeutete Kokosnüsse trägt.

Ok, die Spannung ist zum Greifen nah und ich will euch nicht länger auf die Folter spannen. Wer nun am braunen Steuerrad dreht, bringt den Totenkopf in eine Auf- und Abbewegung. Damit kann dem Skull Leben eingehaucht werden und glaubt mir, jeder der den Kopf bewegt, macht auch seltsame, verstörende oder gruselige Geräusche dazu – jeder! Irgendwie fehlt dabei nur noch eine Beleuchtung der Augen. Sicherlich ist diese Funktion kein Mega-Highlight, aber gerechnet habe ich damit nicht und irgendwie macht es Spaß daran zu drehen und Laute von sich zu geben. Das Kind im Manne eben.

Nach Stunden des Drehens und nerven der Freundin war es dann auch Zeit, das finale Set zu dekorieren. Ich bin begeistert! Doch mehr dazu gleich im Fazit!

Schlussendlich bleibt bei dieser dritten Variante schon sehr viel Material übrig. Man sollte sich daher genau überlegen, ob es sich lohnt dieses Set wirklich drei mal zu kaufen, um alle Modelle bauen zu können – denn ob der kleine Totenkopf wirklich nochmal 99,99 Euro (UVP) wert ist?!

Mein Fazit

Das Fazit fällt mir bei den beiden alternativen Bauvarianten eigentlich ganz leicht. Ich bin der Meinung, dass LEGO hier mit allen drei Modellen ins Schwarze trifft und dieses Set im Gesamten ein toller Wurf ist.

Für mich persönlich ist der heimliche Star die Totenkopfinsel. Der Look, das Design, die kleine Minifunktion – alles passt perfekt zusammen. Wenn LEGO dieses Set als einzelne Variante, mit ein paar mehr Details gebracht hätte, wäre diese sicherlich ein absolutes Must-Have für jeden Piraten-Fan. Aber allein, was sie schon aus den vorhandenen Teilen des Piratenschiffes gezaubert haben – Chapeau!

Die Taverne ist auch gut umgesetzt, auch wenn sie schlussendlich bei mir nur an dritter Stelle landet. Ich glaube, ich würde mir das Set nur maximal zwei mal kaufen – das Piratenschiff und die Toteninsel bauen und aus dem Rest der Steine noch etwas eigenes kreatives dazu stellen.

Was meint ihr zu dem Gesamtpaket des 3in1 Sets – welches Modell ist euer Favorit?! Schreibt es wie immer gern in die Kommentare!

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