LEGO 6615 Doppeldecker „Red Eagle“ von 1996 im Classic Review

LEGO 6615 Doppeldecker

Dieses mal habe ich ein kleines unscheinbares Set für das Classic Review ausgesucht. Der LEGO 6615 Doppeldecker „Red Eagle“ ist mir deshalb aufgefallen, weil er gefühlt in jedem zweiten Konvolut in Teilen enthalten war. Das fällt vor allem wegen der roten Felge mit dem markanten Aufkleber auf. Scheinbar war das Set Mitte der neunziger Jahre bei den Jungs recht beliebt. Wahrscheinlich ein sogenannter Bestseller.

Im Katalog aus dem Jahr 1996 wurde der Red Eagle als Neuheit vorgestellt. Es war die Zeit von LEGO Belville, Paradisa, 8480 Technic Space Shuttle, den sagenhaften Time Cruisers und dem legendärem LEGO Model Team 5571 Black Cat.

Die Verpackung

Natürlich ist die Packung bei einem Einsteigerset nicht besonders groß, ca. 19×9,5×5 cm. Auf der Rückseite sind vier Alternativvorschläge für noch mehr Bauspaß, leider oder zum Glück ohne Bauanleitung. Ab den neunziger Jahren wechselte der dänische Spielwarenhersteller auf der Packung vom LEGOLAND Label zu LEGO System. Das machte die Modelle meiner Meinung nach nicht schöner, aber das ist sicher Geschmacksache. Dieses Flugzeug hier zählt für mich zu eines der besten Entwürfe. Leider ist mir nicht bekannt, welcher Designer dafür verantwortlich war.

Die Bauanleitung

Auf 16 Seiten in 17 Bauschritten wird der Aufbau erklärt. Bei 76 Teilen ist das mehr als ausreichend. Auf der Rückseite sind nur noch die Ideen für drei Alternativmodelle abgebildet. Wie viele andere Anleitungen wurde auch diese in Deutschland gedruckt. Würde mich einmal Interessieren, ob alle Anleitungen dort gedruckt wurden, oder nur die für den europäischen Markt.

Die Teile

Zu den Teilen zähle ich auch den kleinen Aufkleberbogen. Der wurde schon 1994 gedruckt, diese Jahreszahl ist zumindest aufgedruckt.

Schön sind natürlich die verchromten Auspuffteile. Die Form wurde im Laufe der Jahre geändert und der Auspuff bekam dann einen Technik-Pin als Anschluss. Auch die doppelte Slope wurde im Laufe der Zeit geändert. Die erste Version konnte nicht auf eine Platte aufgesteckt werden.

Die Minifigur

Im Set ist eine Minifigur enthalten. Die Drucke sind nicht speziell für dieses Set, laut Katalog heißt die Figur „Himmelsstürmer“

LEGO 6615 Doppeldecker „Red Eagle“

Der Zusammenbau des Hauptmodells ist einfach und auch nicht besonders spannend. Trotzdem hatte ich Freude beim Verhältnis der wenigen Teile zum Resultat.

Das „B“ Modell

Ich habe mir einmal den Spaß gemacht und alle Alternativ-Vorschläge gebaut. Beim Ersten musste ich schon etwas tüfteln, um das Flugzeug mit den vorhandenen Teilen hinzubekommen.

Das „C“ Modell

Das nächste Modell ist ein Segelflieger. Auch hier war ein bisschen Tüfteln bis zum fertigen Ergebnis nötig.

Das „D“ Modell

Sogar ein Raketenauto konnte gebaut werden.

Das „E“ Modell

Zu guter Letzt noch ein kleines Luftkissenboot. Hier wurde übrigens im Anleitungsbild der Aufkleber an der Felge anders herum aufgebracht.

Mein Fazit

Was ein Spaß, alle Modelle aus den Vorschlägen aufzubauen. Ich hatte jedenfalls einen sehr kurzweiligen Abend. Schade, das heute so gut wie keine Alternativen mehr auf den Packungen vorgeschlagen werden. Vielleicht sind die „modernen“ Sets auch schon mit ihren Teilen zu speziell. Habt ihr als Kind auch die Sets damals immer wieder mal zerlegt, um die Alternativen zu bauen?

Der Steckbrief

Artikelnummer: LEGO 6615
Set-Name: Doppeldecker „Red Eagle“
Baureihe: System
Teilezahl: 76
Erscheinungsjahr: 1996
Bauzeit: ca. 0,5 Stunden
Altersfreigabe: 7-12 Jahre
Verkaufspreis: unbekannt

14 Kommentare zu „LEGO 6615 Doppeldecker „Red Eagle“ von 1996 im Classic Review“

  1. The Storytelling Brick

    An das Set kann ich mich noch seeeeehr dunkel erinnern 🙂
    Was das Zerlegen angeht… Habe immer versucht, alle Vorschläge zumindest probehalber aufzubauen, um dann beim für meinen damaligen Geschmack „besten“ Modell zu bleiben – oder die Teile komplett in die Steinekiste zu werfen.
    Finde es extrem schade, dass es heute keine Alternativmodelle „von Haus aus“ gibt und auch sehr spezielle Teile verwendet werden. So spart sich LEGO Zeit und Entwicklungskosten und die Designer dürfen das nächste Set gestalten. Diese hohe akkordverdächtige Schlagzahl an Sets finde ich persönlich nicht so gut.

  2. Es is erstaunlich wie Kinder diese komplexen Sets aufbauen konnten ohne die Hilfe von lavender-, lime green und azure farbenen Steinen.

    Mir gefallen Sets dieser Zeit eigentlich deutlich besser als viele heutige. Es ist einfacher mit den freiliegenden Noppen um etwas zu erweitern und wenn man ein Teil wegnimmt kommen nicht wilde Farben hervor. Insgesamt sind die Sets auch nicht ganz so glatt wie heutige Lego-Modelle, die oftmals so rundgeschliffen sind, dass man eher dazu neigt sie in die Vitrine zu stellen, und gewissermaßen Hemmungen hat sie zu verbessern oder umzubauen wenn man kein erfahrener MOCer ist.

    1. Du trittst bei einem Classic Review eine Duskussion über dieses Thema los??? Lagerkoller???
      Kein aktuelles Set in der Größe hat nur einen Stein, der nicht in Farbbild passt… Unfassbar 🙁

      1. Einem Classic Review mit einem Bild in dem wunderschön alle Teile in rot, grau, dunkelgrau, schwarz und chrom geschlichtet sind. Das lässt einen schon nostalgisch werden, wenn man das seit Ewigkeiten nicht mehr so erlebt hat 🙂

        Kein Set in der größe? Da fallen mir mal von den aktellen kleinen Sets spontan ein:
        60250 eine grüne 2×2 und eine 1×2 plate… Das Flugzeug is gelb und weiß mit etwas grau
        60285 gelber 2×3 Brick, gelbe 2×3 plate, grüne 1×2 plate… Das Auto ist blau
        60251 2×3 plate in tan, 2×2 plate in blau… das Auto ist violett, orange und weiß
        60267 2×3 brick in blau, 2×4 plates in grün… das auto ist schwarz und weiß

        Falls du meintest „keinen Stein der beim fertigen Modell von außen sichtbar ist“, dann sieht es natürlich etwas anders aus…

  3. Der Werbetext wurde auch in eins der Time-Cruisers-Hörspiele übernommen: „Ich sage dir, so einen hätte ich auch gerne. Er hat verchromte Sidepipes und Himmelsstürmer!“ Anscheinend wurde „Himmelsstürmer“ hier für ein technisches Bauteil oder so gehalten. Ich wusste nie was es bedeuten sollte.

  4. Ein schöner, nostalgischer Artikel. Ich habe das Set damals, 1997, im Legoland Billund, im Shop als Geschenk aussuchen dürfen.

    Es ist eines der wenigen aus meiner Kindheit, die ich noch habe.

    Fast noch besser als das Modell find ich die Katalogseite. Wusste gar nicht mehr, dass es 1996 noch so tolle Sets gab. Aber da fing meine Legozeit auch vorerst an zu enden.

    Ich finde auch die Sets von früher besser. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich damals ein Kind war. Klar, heute sind die Sets viel detaillierter und größer. Aber damals hat das Spielen noch mehr Spaß gemacht, weil alles ein bisschen ein einfacher war und man schneller sein Ziel erreicht hat, wenn man was selbst gebaut hat. Heute tritt die Fantasie wohl zugunsten der Detaillierung in den Hintergrund.

    Lego finde fand ich damals einfach nahbarer. Ich kannte teilweise einzelne Steine und hatte quasi eine Beziehung zu denen. Heute ist das beliebiger, da es so wahnsinnig viele verschiedene gibt.

    Auch die Anzahl der Sets ist ganz schön inflationär. Das einzelne Set hat in der Masse nicht mehr so einen Wert wie früher.

  5. Es ist schon der Hammer, kurz nach dem Review habe ich in meine Teilekiste (aus mehreren Konvulten) geschaut und tatsächlich die ersten Teile die mir ins Auge gesprungen sind, waren zwei rote Flùgelspitzen und eine rote Felge! Damit scheint sich die Vermutung zu bestätigen. Das Set war auch wirklich ein schönes, so im Nachhinein betrachtet.

    1. Ja, ich glaube nicht das es hier „falsche“ Nostalgie ist. Die Raketen habe ich noch, die sind in ihrer Einfachheit schlicht elegant. Zum bespielen mindestens genauso gut, aber zum Umbauen meilenweit den heutigen überlegt!

      Der Airport ist der absolute Wahnsinn. Baseplatefreie Flughafen sind mieß.

  6. Das war ein Tag-1-Kauf für mich. Damals gabs ja noch nicht wirklich Internet und man wusste erst wenn der neue Katalog rauskam, was in dem Jahr kommen wird. Die Stadt-Sets kamen gerne mal schon vor dem Katalog in die Regale. Auch dieses Set habe ich im Laden zum ersten Mal gesehen und konnte es nicht stehen lassen. da kann ich mich noch gut dran erinnern.
    Schön, es mal wieder zu sehen. Danke.

  7. Lustig, genau das Set habe ich vor 3 Monaten aus meinem Kindheitskonvulat rausgefischt und mit viel Freude zusammen gebaut.
    Und beim Blick auf die Katalogbilder wusste ich sofort das ich den Heli daneben auch habe, den geh ich gleich mal suchen…

  8. Rolf Stommeln

    Den hatte ich damals auch. Ein Super Modell… genau das wofür LEGO steht bzw. stehen sollte. Ich habe auch den „Kurier“ Jet besessen und nebenbei das Flugzeug mit Shuttle Huckepack. Leider alles verkauft… vielleicht heute ja in euren Händen. Wenn man gewusst hätte… naja… dann hätte man es behalten. Fand LEGO System immer am besten, schon der Schritt zu City und den Formteilen Anfang der 2000er waren nix mehr für mich. Gut… ich wurde ja auch Älter. Aber diese Modelle aus dieser Epoche waren wirklich die BESTEN. Ich erinnere mich noch an ein Polizeiboot, an ein Jet-Boot das Schwimmen konnte – mit großem Rumpf als Fomrteil und an einem „See“-Rettungshubschrauber. Muss alles Mitte der 90er gewesen sein. Was war das schönes Spielzeug…

  9. das war (leider) in den Dark Ages.

    Auf den ersten Blick scheint das ein Vorläufer der Adventurers Bi-Planes gewesen zu sein 😉

    Flügel und Seitenruder kommen mir aus 5928 -Bi-Wing Baron bekannt vor. Das Höhenruder ist hier ein spezielles Teil, genau wie die Flügelstützen.

    Bin ich der einzoge der Chromteile nicht mag – bei mir ist das chrom immer leicht abgeplatzt und darunter war es hässlich grün grau…

    Insgesamt reiht sich das kleine rote mmn gut in die Reihe wirklich guter 10 € Flugzeuge ein (auch wenn der UVP in den 90ern wahrscheinlich geringer war ;))

  10. Eine schöne Wahl fürs Classic Review! Ich habe das Flugzeug immer noch, einer der spätesten Lego-Käufe meiner späten Kindheit. Flugzeuge fand ich immer cool, und die verchromten Auspuffrohre sind klasse.
    Ich habe als Kind sehr häufig die Alternativvorschläge auf der Packung nachgebaut. Nicht immer ist es mir korrekt gelungen, aber als Anregung fand ich diese Alternativmodelle immer toll. Für mich besteht der Sinn von Lego ja immer noch darin, mit den vorhandenen Teilen immer wieder neue Kreationen zu entwerfen. Das scheint heute aus der Mode gekommen zu sein, was in meinem Fall aber vor allem an Zeitmangel liegt. Als Kind hatte ich einfach viel mehr Zeit für sowas.

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