LEGO Paradisa 6416 Poolside Paradise von 1992 im Classic Review

Die Sets mit dem Rosa-Touch haben ihren ganz eigenen Charme und vermitteln auch das Gefühl von Freiheit und Urlaub – eben ein Paradies.

LEGO Paradisa 6416 Poolside Paradise
LEGO Paradisa 6416 Poolside Paradise (Foto: PB)

In den nächsten Minuten möchte ich euch wieder mal auf eine kleine nostalgische Reise in die 90er Jahre zum Thema LEGO Paradisa mitnehmen. Vor einiger Zeit hatte ich euch bereits das Set „Sand Dollar Cafe (6411)“ aus dieser Reihe in einem Review vorgestellt. Aus dem gleichen Erscheinungsjahr (1992) ist nun auch das heutige Set: Poolside Paradise (im Deutschen auch Traum Strand Palast genannt).

Fakten zum LEGO Paradisa 6416

  • Set-Nummer: LEGO 6416
  • Thema: Town / Paradisa
  • Bezeichnung: Poolside Paradise (Traum Strand Palast)
  • Teilezahl: 229
  • Erscheinungsjahr: 1992
  • Empfohlenes Alter: 7-12
  • UVP: 

Die Verpackung

Im Jahr 1992 änderte sich einiges bei dem Verpackungsdesign bei LEGO. Vom einheitlichen gelben Kartons, mit dem blauen LEGOLAND-Schriftzug in der Ecke, wurden die Themen nun farblich „markiert“. Zudem wurde der SYSTEM-Schriftzug eingeführt. Die Paradisa-Reihe erhielt, passenderweise, die Farbe Pink.

Wie bei Classic-Reviews auf PROMOBRICKS üblich, versuchen wir euch die Sets komplett mit Verpackung & Co zu zeigen, so wie sie der Kunde zur damaligen Zeit im Spielwarengeschäft käuflich erworben hat. Deshalb starte ich auch, wie immer mit der Box des Sets. Die Front zeigt das Hauptmodell, sowie das neue SYSTEM-Emblem und ein Paradisa-Logo in der rechten oberen Ecke. Die Rückseite dagegen stellt nicht etwa die Details des Sets dar, sondern bereits einige neue Bauideen, die aus den vorhanden Steinen gebaut werden können.

Das Highlight jedoch für viele Sammler der alten Sets ist der Klappdeckel, der den Blick in das Innere zeigt. Durch Schaufenster konnte ein erster Blick in den Inhalt des Kartons geworfen werden. Dabei waren einige Teile oder Figuren bereits in einer separaten Einlage präsentiert. Auf der Innenseite des Klappdeckels sind nochmal Bauideen, quasi B- bis Z-Modelle. Der Ideenreichtum war schier unbegrenzt.

Doch noch einmal kurz zurück zum speziellen Plastik-Inlay, welche früher achtlos entsorgt wurden, und heute nur noch schwer zu den jeweiligen Sets zu finden sind – diese aber gerade für den Sammler ungemein wichtig sind. Ein kleiner Tipp noch am Rande, falls jemand zufällig mal eine solche Einlage bekommt, aber nicht weiß, ob sie wirklich zu dem Set gehört – die Setnummer ist immer in der Einlage eingestanzt. In meinem Fall als die 6416.

Die Bauanleitung

Für das Hauptmodell liegt selbstverständlich auch eine passende Anleitung dabei. Diese umfasst insgesamt 16 Seiten und 21 Bauschritte für die nur knapp 230 enthaltenen Einzelteile in diesem Set. Wie damals üblich, gibt es weder Vorgaben der benötigten Teile pro Bauschritt, noch farbige Umrandungen für das Einsetzen der Teile. Es darf wie immer selbst erforscht werden, was wo hingesteckt werden darf.

Neben dem kleinen Anleitungsheftchen lag auch ein passendes Poster mit in der Verpackung. Aufgefaltet hat es die Größe von DIN A2 und zeigt die rosarote Welt von Paradisa mit den erschienen Sets.

Die Minifiguren

Nachdem wir nun das Poster mit Klebestreifen oder Reißzwecken an die Wand getackert haben, können wir uns den beigelegten Minifiguren zuwenden. Insgesamt vier Stück liegen dem Set bei. Alle haben bereits verschiedene Gesichter, vom coolen Typen mit der Sonnenbrille, den zarten Sommersprossen, dem spitzen Schnurrbart oder der geschminkten Dame mit Lippenstift und dicken Wimpern. Wendegesichter besaßen die Figuren aber nicht. Die Drucke der Torsos waren der damaligen Zeit angepasst – besonders hervorzuheben ist hier sicherlich die Dame auf der rechten Seite mit dem pinken Oberteil, welches in der Art nur in den Paradisa-Sets zu finden war.

Die Rückseiten dagegen sind nicht bedruckt. Auch die Beine blieben dem Standard treu, auch wenn bei den Damen ein enges (Bade-)Höschen angedeutet ist.

Der Aufbau

Die ersten Teile des Zusammenbaus beschäftigen sich mit dem schnittigen Cabrio des Sets. Aus wenigen Teilen wird der kleine schwarze Flitzer (mit kleinen rosa Akzenten) zusammengesteckt. Damit kann der coole Typ dann am Pool vorfahren und die Mädels beeindrucken, auch wenn es keinen Platz für einen zweiten Mitfahrer gibt. Aber immerhin lassen sich die Türen öffnen und eine Antenne für klangvollen UKW-Genuss ist an Bord.

Das Highlight dieses Sets ist sicherlich die wunderbare und exklusive 3D-Grundplatte in light green. Ein Pool in L-Form ist mit blauem Druck angedeutet und die gepflasterte Einfahrt. Ohne übertreiben zu wollen, aber ich finde diese Grundplatte grandios!

Wie bereits erwähnt, besitzt dieses Set nur knapp 230 Teile. Um schlussendlich die Größe des finalen Sets zu erreichen, werden anstatt vieler kleiner Bricks, große Steine verwendet. Einige kleine Details werden dennoch eingebaut, wie eine Küche mit Kaffeemaschine und Schubfächern. Davor entsteht eine Art Voliere für einen Papagei. Ein bisschen grün bekommt der gefiederte Piratenfreund auch noch dazu gelegt.

Die Abgrenzung des „Käfigs“ ist anschließend aber kein schnödes Gitter, sondern zwei besondere 3x3x6 große Glaselemente. Diese sind insofern besonders, da es sie nur in diesem Set und in dem Sand Dollar Cafe (6411) in Transparent gab – klingt seltsam, aber anscheinend wurden diese Teile in der Art noch nicht wieder benötigt. Weniger seltsam sind dagegen die großen weißen Platten, die eine neue Etage bilden. Darunter ist eine 6×16 Platte und drei 6×6 abgerundete Eckplatten. Darauf wird nun der kleine Speisesaal gebaut. Der Zugang erfolgt über eine große Treppe in passender Optik. Eine kleine Blumenvase (transparenter Minifiguren-Kopf) mit roten Blümchen darf auch nicht fehlen.

Zwei große 6x6x9 Glaselemente bilden den Abschluss der Etage. Anschließend wird noch der Pool dekoriert mit passender Sonnenliege, Sonnenschirm und der obligatorischen Palme. Auch an ein passendes Behältnis für die Postwurfsendungen wurde gedacht

Diese besonders großen Glaselemente tauchten in diesem Set erstmalig auf – den meisten jedoch dürften diese Scheiben wohl aus dem LEGO Ideas Schiff in der Flasche (21313) bekannt sein. Und auch der Briefkasten hat eine kleine Besonderheit. So tauchte er zwar in den 80er Jahren bereits des Öfteren auf – in gelb – aber in Weiß war seine Premiere in diesem Set. Des Weiteren handelt es sich bei dem Brief um einen Druck. Kein Sticker, wie man vermuten könnte. In dem gesamten Set sind übrigens keinerlei Sticker vorhanden.

Was wäre ein Pool ohne ein Sprungbrett? Ein Pool ohne Sprungbrett – richtig, aber ohne Wasser doch nur ein Loch im Boden. Zwar hat LEGO bereits die Seitenwände mit blauer Wasseroptik versehen, aufgrund der geschlossenen Grundplatte kann aber auch echtes Wasser eingefüllt werden. Leider erkennt man es auf meinen Bildern recht schlecht, aber wo die Dame wie im Toten Meer oben schwimmt, ist der Pool randvoll mit klarem H2O. Badespaß pur im heimischen Wohnzimmer.

Das fertige Set

Das fertige Set in all seiner Pracht noch einmal im Überblick von allen Seiten. Durch die 32×32 3D-Grundplatte wirkt das Set schlussendlich größer, als man von der Teileanzahl vermuten kann.

Mein Fazit zum Poolside Paradise Set

Für mich ist Paradisa neben Piraten einer meiner liebsten Serien der 90er Jahre. Die Sets mit dem Rosa-Touch haben ihren ganz eigenen Charme und vermitteln auch das Gefühl von Freiheit und Urlaub – eben ein Paradies. Natürlich kann das Set nicht mit dem Detailreichtum von zum Beispiel der neuen LEGO Harry Potter Winkelgasse (75978) mithalten, wie sollte es auch, aber ich glaube, die Fans der Reihe wissen genau, warum man die Sets mag.

Auch waren damals für die Zielgruppe der Mädchen noch keine speziellen Minifig-Dolls notwendig und auch die Farben zu den heutigen LEGO Friends-Sets sind doch sehr gediegener und passen besser in ein Stadtbild. Aber am Ende des Tages bleibt alles Geschmackssache – und dieses Poolside Paradise Set ist und bleibt mein Favorit von Paradisa, die 1997 bereits wieder aus dem Programm genommen wurden.

Stamm-Autor
  1. Dieses Set steht aktuell in unserer Spielstadt und begeistert einen vierjährigen Jungen. Passt hervorragend in die Strand- und Meereskulisse, die gerade angesagt ist. Nebendran die Garnelenhütte in der zivilen Variante aus Hidden Side und auf dem Meer der Kutter dazu, sowie ein Küstenwachenschiff aus 2013. Das ist es, was Lego ausmacht. Die Sets aus 1992, 2013 und 2020 harmonieren bestens.

  2. Die Paradisa-Sets wurden oft veschmäht, dabe hatten sie großartige und heute sehr gesuchte Teile dabei. Die Palmenteile sind heute irre teuer, genauso wie die transparenten Viertel-Kuppeln. Die 3D-Grundplatte (ja, früher gab’s sowas noch!!!) toppt aber alles.

  3. Allen „geformte Grundplatten Fans“ sei nur gesagt: MIR wären entsprechend mehr Steine um das zu bauen lieber.

    Trotzdem schönes Set wenn man die Zeit bedenkt.

  4. „…und eine Antenne für klangvollen UKW-Genuss ist an Bord.“ 🙂 🙂 🙂
    Tolle Review!!! Diese Paradisia-Sets waren in meiner Lego-Pausen-Phase, daher sind sie mir völlig unbekannt. Die Grundplatte ist genial! Interessant finde ich, dass man bei der Bauanleitung ein bisschen denken musste und es anscheinend doch geschafft hat, das Set aufzubauen. Ohne detaillierte Hinweise, was nun wohin kommt und wie heutzutage, wo man gefühlt 500 Schritte bei 200 Teilen benötigt…

  5. Super Review, danke!

    Tolles Beispiel aus der Zeit Anfang bis Mitte der 90er.

    Aus wenigen Steinen ensteht ein tolles Spielset, mit erstaunlich vielen Details.

    Ich finde ich hatte Glück :-). Meine Lego Zeit in der Kindheit war ungefähr von 1988 bis 1996. Habe die Kinder damals bemittleidet, denen die phantasie- und lieblosen Sets der Jahre um 2000 rum angeboten worden sind. Ich sag nur Autos ohne Dächer, gebaute Lichter, Kühlergrill, Türen wie z.B. in 6325, 6332, 6422, 6426.

    1. Also absoluter Tiefpunkt fehlt in deiner Liste noch 6564. 34 Teile für einen „Müllwagen“ (10 davon entfallen auf Figur und Zubehör); das winzige schwarze Auto hier hat nur zwei weniger!

      Was Paradisa angeht, hat mich vor allem dieses blasse Pink immer abgeschreckt – einerseits schreit die Serie damit „für Mädchen“; andererseits wirkt das ganze dadurch aber auch farbarm.

  6. Preis laut meinem Karton übrigens 69,95 DM.
    Eine tolle Serie von der einige Sets auch schon in meiner Stadt stehen. Das alte Pink kam 1992 auch das erste Mal in Lego Sets vor. Viel früher wurde es nur im Modulex Architekten Lego verwendet und 1991 kam das Duplo Spielhaus Badezimmer 2775 heraus. Rückblickend war dieses ein kleiner Teaser dafür, dass Lego diese Farbe besitzt.
    Und ja auch diese Farbe fiel dem Farbwechsel 2003/2004 zum Opfer.

  7. Das Set habe ich auch – wunderschön.

    Das alte Rosa ist das Hightlight – ich glaube ich könnte mich viel besser mit der Winkelgasse anfreunden, wenn das rosa Gebäude in dieser Farbe wäre. Das aktuelle rosa ist mir für ein Haus einfach zu grell, aber das neue ist ja auch genau genommen eher helles Magenta als rosa (Grünanteil).

    Apropos grün, das Grün der Paradisa-Serie gibt’s aber auch nicht mehr, oder? Das hat mir auch immer sehr gefallen.

    1. Also die Pflanzen in der Serie waren Standard-Grün, welches es noch immer gibt (wird allerdings zunehmend vom etwas helleren „bright green“ verdrängt.
      Die Platte hier drunter nennt sich „light green“, eine Farbe, die praktisch nur für Platten verwendet wurde und 2005 zuletzt aufgetaucht ist. Daneben gibt es vereinzelt noch „medium green“(auch fast nur Platten), welches bis 2015 überlebt hat (bei „Belville“ weitergenutzt).

      1. Ich meinte natürlich das light green. Schade eigentlich, dass es das nur bei Platten gab – denn als Grasgrün eignet es sich eigentlich nur bedingt. Wäre aber eine schöne Farbe für Häuser oder Möbel, jedenfalls als pastellige Akzentfarbe.

    2. Und das schlimme ist man kann nicht einfach mal ein paar altrosa bricks bestellen um diese ganzen Steine bei der Winkelgasse auszutauschen. Denn bricks in altrosa kamen nur ganz selten vor und wenn dann bei Belville.

      Richtig, auch Light Green und Medium Green verschwanden damals wieder von der Bildfläche.

      1. Ja genau, man kann die nicht gut nachbestellen, schon wegen des Preises. Dazu kommt, dass das Paradisa-rosa nochmal anders war als das andere rosa der Zeit (oder kurz davor/danach), was auch unter der Bezeichnung „pink“ läuft. Da gibt es echte Farbunterschiede, die in einem Haus aussehen würde, als wären alte, verblichene Steine dazwischen. D.h. man müsste auch noch drauf achten, dass da Paradisa-Pink dabei steht. (Das hat man bei Bricklink auch oft extra dabeistehen.) Da wird man einfach nicht genügend kriegen, selbst wenn man bereit wäre, einen höheren Preis zu zahlen.
        Können wir das Paradisa-Pink einfach mal als große, einfarbige Steinebox zurückbringen? Quasi eine Sonderedition?

      1. Ähm, Wikipedia lesen hilft. Natürlich schwimmt man in Toten Meer aufgrund des hohen Salzgehalts oben, das Rote Meer ist schlicht eine Bucht des Indischen Ozeans und hat damit den gleichen Salzgehalt wie die Weltmeere.

  8. Als ich mir das Titelbild angesehen habe, musste ich gleich an das Lied ,,Barbie Girl“ der Band Aqua denken. Die ganze Aufmachung vom Set passt super zum Video. Für Mädchen zu der Zeit bestimmt ein tolles Set.

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