LEGO 10295 Porsche 911 im Review

LEGO 10295 Porsche 911

Mit großer Spannung erwarte ich immer die Fahrzeugmodelle aus der LEGO Creator Expert Reihe. So war ich auch dieses Mal sehr aufgeregt als klar wurde, dass es als nächstes „Schmankerl“ den LEGO 10295 Porsche 911 geben wird. Mittlerweile wurde die Creator Expert Reihe in 18+ umgetauft, weil – wie mir in Billund erklärt wurde – das Wort „Expert“ Neukunden abschrecken könnte.

Sehen wir uns als Erstes einmal das Original-Fahrzeug an: Hier ein sogenanntes „G-Modell“ mit dem kleinen 2,7 Liter Motor in der schmalen Karosserie als Targa.

Beim LEGO 10295 Porsche 911 handelt es sich um das G-Modell, dass ab Modelljahr 1974 gebaut wurde. Charakteristisch für diese Modelle, die übrigens bis 1989 so gebaut wurden, sind die den amerikanischen Crash-Anforderungen angepassten Stoßstangen. In den USA wurden zu diesen Stoßstangen vorne noch herumgezogene Blinker und hinten viel größere Gummipuffer verbaut. Da hat LEGO bei ihrem Nachbau etwas vermischt, aber dazu kommen wir später.

Wer die alten 911er im Hollywood-Einsatz sehen möchte, dem empfehle ich den Metro-Goldwyn-Mayer-Film (von 1987) „Tatort 911 – No Man’s Land“ mit Charlie Sheen in der Hauptrolle.

LEGO 10295 Porsche 911

Nun aber zum LEGO Modell: Um es vorweg zu nehmen, für mich ganz persönlich sind beim Modell aus Billund etwas zu viele kleine Fehler im Detail verbaut. Vielleicht bin ich zu pingelig, darüber dürft ihr dann am Ende selbst urteilen. Die Designerin Mel Caddick wünschte sich bei einem Vortrag bei einem Skaerbaek Fan Weekend, dass wir Review-Schreiber nicht nur kritisieren, sondern auch Alternativen aufzeigen sollen. Deshalb fliesen in dieses Review einige Änderungen von mir mit ein, so gut ich es mit meinen bescheidenden Können umsetzen konnte.

Der Steckbrief

Artikelnummer: 10295
Set-Name: Porsche 911
Baureihe: 18+/ Creator Expert
Teilezahl: 1.458
Erscheinungsjahr: 2021
Bauzeit: ca. 4 Stunden
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Verkaufspreis: 129,99 Euro

Die Verpackung

Wie bei der 18+ Serie gewohnt, kommt die Packung in Schwarz und sieht schon sehr ansprechend aus. Sie ist ca. 47 x 28 x 11 cm groß. Leider muss die Box beim Öffnen an den Laschen eingedrückt werden. Das mag ich bei solchen Sets nicht. Ich öffne diese Boxen dann immer mit einem Taschenmesser, um die Schachtel nicht zu zerstören, weil für mich die Box zum Set gehört.

Die Bauanleitung

Auch diese ist in schwarz gehalten. Auf 268 Seiten wird in unzähligen Bauschritten der Aufbau haarklein erklärt. Das ist mit Sicherheit für die vielen Käufer eine große Erleichterung die Dank des Reizes des Modells zum ersten Mal ein großes LEGO Set aufbauen. Was für mich ein großer Murks ist, ist die Tatsache, dass auf dem ganzen Heft nirgends die Setnummer steht. Wer in ein paar Jahren das Modell ohne die Box kauft, der hat es schwer auf die Schnelle die Setnummer herauszufinden, um zum Beispiel die Vollständigkeit des Modells zu prüfen oder um Teile nachzubestellen.

Wenn dann der QR-Code vorne auf der Anleitung noch funktioniert, will ich nichts bemängeln, aber wehe wenn nicht…

Auf den ersten Seiten wird das Auto ausführlich vorgestellt und auch der Designer, Mike Psiaki, kommt zu Wort. Er hat schon unter anderem den LEGO 10265 Mustang gemacht, der für mich immer noch die Spitze der LEGO-Auto-Klassiker- Serie darstellt. Während des Bauens sind immer wieder kleine Erklärungen der Technik eingefügt. Wahrscheinlich, weil der Porsche aus Deutschland kommt, sind alle Texte auch in deutsch abgedruckt.

Nach den ersten 305 Bauschritten müsst ihr euch entscheiden ob ihr den Turbo oder den Targa bauen wollt. Leider sind nicht genug Teile dabei, um beide Umbau-Versionen gleichzeitig bauen zu können.

Die Teile

Wie schnell bei der Vorstellung des neuen Sets klar wurde, kommt dieses Modell ganz ohne Sticker aus. Die Scheiben sind mit den Reifen getrennt verpackt, bei mir gab es dadurch keine Kratzer.

Mit den Tüten eins bis sieben wird das Grundmodell gebaut, danach geht es entweder für den Turbo mit acht und neun weiter oder für den Targa mit acht und zehn. Bemerkenswert finde ich, dass der dänische Spielwarenhersteller zwei Felgen-Sätze beigelegt hat: einmal in schwarz für den 911er Turbo und einmal in silber für den 911er Targa. Die Felgen entsprechen den bekannten Mustang Rädern. Diese wurden extra für die neuen Fahrzeuge designed, um durch ihre Einpresstiefe eine kompakte Lenkung realisieren zu können.

Die einzigen „brandneuen“ Teile sind die Slopes, die gebraucht werden, um die hinteren Kotflügel und die runden Viertelbögen für die hinteren Turbo-Verbreiterungen gut aussehen zu lassen.

Der Zusammenbau

Wie bereits erwähnt, ist der Zusammenbau recht einfach und sehr gut erklärt. Die vielen Farben im Unterbau helfen zusätzlich, dass sich auch der unerfahrene Baumeister nicht verbaut. Prinzipiell stören mich die bunten Bauteile nicht. Wer möchte, kann sie einfach ersetzen und wie einmal jemand aus dem Doctor-Brick Forum geschrieben hat, manchmal ist man froh, die Teile an unwichtiger Stelle in den bunten Farben zu finden, um sie dann zu ersetzen und am eigenen MOC zu verwenden.

Die Bautechniken, die Mike bei diesem Modell anwendet, sind wieder einmal Spitze! Allein die Konstruktion der hinteren Kotflügel ist ein Spaß zum Bauen. Auch bei diesem Modell sind die vorderen Räder lenkbar. Die Konstruktion dafür ist auf kleinstem Raum realisiert.

Bei den Sitzen bin ich leider nicht mehr so begeistert. Die Rücksitzbank wirkt für mich viel zu mächtig und im Original sind die Lehnen einzeln umklappbar, um mehr Stauraum für beispielsweise das Reisegepäck zu haben.

Bei den vorderen Sitzen stört mich das Fehlen der integrierten Kopfstütze. Im LEGO Modell sind sie oben viel zu breit. Auch hier habe ich versucht an meinem Porsche etwas zu ändern. Die Farbgestaltung der Innenausstattung finde ich hingegen wieder Klasse! Bei den Teilen, die ich zu meinem Modell zusätzlich aus einem anderen, älteren Set geholt habe, ist allerdings ein deutlicher Farbunterschied zu sehen. Vielleicht zur LEGO Ehrenrettung, die mitgelieferten Teile haben bei mir farblich sehr gut zueinander gepasst. Vielleicht haben sie ja in Billund unseren Qualitätsaufschrei gehört …

Mit der vorderen Stoßstange war ich auch nicht so glücklich. Hier werden Trans-Orange Teile verbaut, wohingegen hinten für die Blinker Orange Teile verwendet werden. Außerdem stellt der LEGO Bausatz vorne die US-Variante und hinten die europäische Version dar. Mit relativ geringem Aufwand konnte das allerdings geändert werden.

An der hinteren Stoßstange waren für meinen Geschmack zu viele Noppen, mit fünf Stück der modifizierten 2x2er Fliese kann das aber leicht behoben werden.

Die Passung der Türen ist wieder eine Meisterleistung des Designers. Sowohl die Passung als auch die dem original nachempfundene Schräge der B-Säule ist meiner Meinung nach perfekt gelungen. Danach kommen leider wieder zwei Aufreger für mich. Jeder Porsche 911 hatte fünf Instrumente! Die Lösung aus einem 1x2er Slope und zwei runden bedruckten Fliesen, die dann noch in unterschiedlichen Winkeln stehen, ist mehr als unglücklich.

Den zweiten Punkt, den ich hier noch zu bemängeln habe, ist die Fronthaube. Wenn ihr euch Bilder des Original-Modells anseht, seht ihr, das in der Mitte die Haube nach hinten zwei langgezogene Kanten hat. Beim LEGO Modell wurde das mit drei abgerundeten Slopes hinten gelöst, so ist das im Original auf keinen Fall. Meine Lösung enthält zwar illegale Bautechniken, kommt dem Vorbild meiner Meinung nach aber viel näher.

Nach dem das Grundmodell gebaut ist, müsst ihr euch entscheiden: Turbo oder Targa.

Porsche 911 Turbo

Ich habe mich zuerst für den Turbo entschieden. Zum Vergleich hier ein Bild eines original Porsche 911 Turbo. Dieser steht übrigens in Stuttgart im Porsche Museum.

Wie ihr hier gut erkennen könnt, sind auch die vorderen Kotflügel verbreitert. Auch die integrierten Kopfstützen und die Kanten in der Fronthaube sind hier gut zu sehen. Beim LEGO Porsche werden leider nur die hinteren Kotflügel ausgestellt. Das wird dem Turbo überhaupt nicht gerecht. Aber der Reihe nach. Zuerst wird der Motor fertig gebaut. Der Grundmotor bleibt bei beiden Modellen gleich, ja nach Modell werden diverse Anbauten gemacht. Hier der Turbolader und der charakteristische Ladeluftkühler.

Bei den Seitenfenstern werden Drucke zu Hilfe genommen, das kennen wir schon vom LEGO 10262 Aston Martin. Leider passt die gedruckte weiße Farbe so gar nicht zum Rest. Das Problem kenne ich von Drucken beim Steindrucker. Wir haben es immer gelöst, indem wir das Teil zweimal bedruckt haben, dann war die Deckung mit der Farbe viel besser. Die Idee mit der ein-zu-clipsenden Hinterachse finde ich sehr gut, so kann später schnell auf die schmale Version zurückgebaut werden. Der Turbo-Heckflügel ist auch sehr gelungen und kommt dem Original sehr nahe.

Der fertige LEGO Porsche 911 Turbo überzeugt mich leider nicht. Vor allem durch die schmalen vorderen Kotflügel passt er für mich nicht. Auch mit der recht eckigen Frontscheibe entsteht ein viel zu breites Dach. Hier hätte eine neue Frontscheibe wahrscheinlich Wunder gewirkt, die große Szene der LEGO-Fahrzeug-MOCer wartet eh schon lange auf so eine Scheibe aus Dänemark.

Hier eine Übersicht der Bauteile, die zum Umbau als Turbo nötig sind.

Porsche 911 Targa

Mit den Tüten acht und zehn wird der Targa gebaut. Beide Tüten müssen zum Bau geöffnet werden. Viele Teile müssen auch zum Bau des Turbos herhalten. Deshalb können leider nicht alle Baugruppen parallel gemacht werden, um das eine Modell zu bauen, muss das andere leider zerlegt werden.

Die schmale Hinterachse habe ich auf dem Übersichtsbild leider vergessen. Ansonsten sind hier deutlich weniger Teile verbaut als beim Turbo. Der Targa-Schriftzug am Motordeckel ist etwas unpassend. Im Original war dieser Schriftzug nie hinten, sondern an der Seite auf dem Überrollbügel.

Das Targa-Dach kann wie beim Vorbild in den Kofferraum gepackt werden. Für meinen Geschmack ist der Targa-Bügel etwas zu weit nach hinten geneigt. Die Breite der Karosserie passt hier allerdings perfekt zu den 2,7er Einstiegsmodellen aus den Jahren 1974-1977.

Porsche 911 Coupe

Durch die Möglichkeit, beide Varianten zu bauen, kann natürlich auch ein schmales Coupe ohne Heckflügel gebaut werden. Ich habe viel mit eigenen Teilen gemischt, deshalb bin ich mir nicht mehr zu 100 Prozent sicher, aber meiner Meinung nach müssen nur zwei 2x4er Fliesen ersetzt werden. Ich habe das mit den übrig gebliebenen Teilen aus zwei 1x6er und vier 1x1er Fliesen gemacht.

Porsche 911 USA-Coupe

Zum mitgelieferten New Yorker Nummernschild passen die breiten Stoßstangenhörner vielleicht besser. Jetzt stimmt es auch mit der vorderen Stoßstange und den langen US-Blinkern. Auch beim schmalen Coupe ist die Dachform nicht optimal. Runde Formen sind halt mit LEGO schwer zu bauen. Genau wie beim LEGO 10252 Käfer kann eine Cabrio -Variante hier Abhilfe schaffen.

Ab Modelljahr 1978 gab es bei Porsche den 911 mit Saugmotor nur noch in der Carrera-Variante. Das heißt: vorne die schmalen und hinten die leicht breiteren Kotflügel. So habe ich dann mein Cabrio gebaut.

Mein Fazit

Gleich nach der Vorstellung des LEGO Porsche 911 war ich eigentlich enttäuscht. Dadurch, das ich ein großer Fan gerade des „G-Modells“ bin und diese Autos sehr gut kenne, bin ich vielleicht etwas zu streng mit dem LEGO Modell. Für mich passt das Modell leider nicht so gut wie zum Beispiel der Mustang. Manche Modelle können vielleicht aus LEGO Steinen einfach nicht gut gebaut werden.

Der Zusammenbau des Modells mit den genialen Bautechniken, der schönen Farbwahl der Innenausstattung und der Möglichkeit, mit wenig Aufwand drei verschiedene Varianten zu bauen entschädigt etwas. Was meint ihr? Bin ich zu streng mit dem neuesten Set aus der 18+ Serie? Ich freue mich auf euer Feedback in den Kommentaren.

29 Kommentare zu „LEGO 10295 Porsche 911 im Review“

  1. Phantomias 1977

    Ich persönlich finde es nur schade das man nicht einfach zwischen Targa und Turbo wechseln kann wie es beim Mustang möglich ist. Ansonsten finde ich es ein sehr schönes Set

  2. Endlich mal eine Review dieses Sets, in der der Ladeluftkühler auch als solcher erkannt und benannt wird – und nicht bloß als „schwarzer Kasten“ oder ähnliches. Das freut mich sehr!
    Vielen Dank dafür von einem Kfz-Meister und Berufsschullehrer für Fahrzeugtechnik. 😉

  3. Nach dem Mustang ist es eigentlich das einzige Creator Expert Auto der jüngeren Zeit, das mich überhaupt interessieren würde, wenn man mal den grauen Trabant ausklammert. *g* Bin zwar kein Auto-Fan, aber für mich sieht er durchaus stimmig aus und die neuen Teile in diesem Set stimulieren sowieso wieder ganz bestimmte Nervenzellen und bringen Ideen für den Einsatz an eigenen Bauten. So gesehen also alles in Butter. Ich hätte mir lediglich eine andere Farbe gewünscht. Alles andere sollen die PS-Nerds bewerten. Das Vermischen von Versionen kommt übrigens selbst bei teuren Die-Cast-Sammelmodellen oder Plastikmodellbausätzen vor, ist also nicht unbedingt jetzt nur ein LEGO Problem und nicht nur eins bei Automodellen. Ich kann mich da noch gut an Diskussionen aus meinen Modellbauzeiten erinnern, wenn ein Pitotrohr an einem Flugzeug an der falschen Stelle saß und nicht zur Version passte oder irgendwo eine Abdeckklappe falsch graviert war… 😉

    1. Bausätze von Revell usw. kann man teilweise mit Zubehör in andere Varianten umbauen oder verschönern, wenn sie einem ab Werk nicht gut genug sind 😉 Manchmal geht das auch mit Fahrzeugen für die Modelleisenbahn. Man hat da schnell einiges an Geld für Ätz- und Resinteile und passende Abziehbilder ausgegeben.
      Diskussionen über Details kenne ich. Manchmal war es bei einzelnen Exemplaren am Ende doch korrekt.

  4. Ich finde auch, dass der Mustang in den Proportionen noch etwas besser getroffen ist. Die Räder wirken am 911 etwas zu klein, obwohl sie das im Verhältnis zu den Karosserieabmessungen eigentlich nicht sind. Insgesamt gefällt der Porsche mir aber immer noch gut. Ich habe jetzt die Variante 911 Carrera mit breitem Heck ohne Spoiler (z.B. Carrera 3.2) gebaut und bin vor allem angetan von der Dachlinie mit Übergang in die Motorabdeckung.

    1. Große Reifen sind eigentlich eher ein Trend der Neuzeit, vielleicht sind die kleineren Reifen zeitlich sogar korrekt.

      1. Die Reifen bei Lego, speziell die Autos, sind mir schon lange ein Dorn im Auge. Mir fehlt da ein ordentliches Profil. Auch müssen die Reifen unterschiedlich groß sein, vorne „schmal“, hinten breit, sowohl bei Creator, als auch Technic. Und es fehlt mir eine Zwischengröße vom „Arocs“ zum Unimog Reifen, das ist aber ein anderes Thema.

        1. Beim Reifendurchmesser der Corvette gibt es breit und schmal. Wenn ich das richtig gesehen habe, hat man das beim Technic-McLaren 42123 genutzt.
          Ich hätte gerne diese Reifen hier auch etwas schmaler, dann hätte ich bei Lastwagen die Wahl zwischen Einzel-, Doppelbereifung und breiterer Einzelbereifung.

      2. Der Felgendurchmesser ist bei einem angenommenen Maßstab von 1:12,5 mit ~38 cm (= 15 Zoll) ziemlich korrekt. Wenn man sich aber ein Foto vom Porsche 911 (G-Modell) in der Seitenansicht anschaut, wirken die Räder dominanter, es spannt sich weniger Blech über die Radhäuser als beim LEGO-Modell. Das ist aber ein bekanntes Phänomen bei Modellautos, viele Hersteller versehen ihre Modelle mit übergroßen Rädern, damit sie ähnlich dynamisch wirken wie die Vorbilder. Der 10265 Mustang ist eher Maßstab 1:13,5, so dass dieselbe Radgröße im Verhältnis zum Modell etwas wuchtiger rüberkommt.

      3. Ich habe dieses Model vor kurzem zusammen gebaut und bin maßlos enttäuscht. Falsch angefasst, fallen teile ab. Beim Zusammenbau war es nicht viel besser. Die Farbe zieht auch ziemlich viel Schmutz an… Es wird wider verkauft, hatte zwar das Glück den Vorbesteller Bonus zu erhalten. Aber auch das hat es nicht wirklich raus geholt.

  5. Hallo Wolfgang,

    erstmal danke für deinen schönen Artikel. Ich bin selber Porsche Fan und Fahrer und habe in jungen Jahren eine Ausbildung im Kfz Bereich absolviert. Zudem sammle ich Modelle im Maßstab 1:18 der Marke Porsche.

    Warum ich das erzähle! Ich möchte einmal auf deine Frage eingehen und stelle meine Automodelle dem von Lego gegenüber und kurz als Amateur erklären, was bei solchen Modellen und Modellbauern in Massenproduktion möglich ist.
    Im Modellbau auch für den Musterbau werden Formen gefräst und geschnitten und später in der Serie in diesen Formen einfach abgegossen, ob Resin Kunststoff oder Metall Guss spielt keine Rolle. Wobei im Herstellungsprozess Resin günstiger und leichter zu bearbeiten ist. Hier wird also durch die Gussform die Karosserieform bestimmt. Ebenso bei vielen kleinen Anbauteilen.

    Diese Möglichkeiten hat Lego im Klemmbausteinsystem nicht in dem Umfang. Darauf muss man sich auch wieder besinnen! Ein Modell aus Klemmbausteinen zu konstruieren und in Massen zu produzieren in diesem Falle den Porsche, stelle ich mir als komplexe Herausforderung vor und finde, dass er eigentlich unter dem Aspekt Klemmbausteine recht ok geworden ist. Ich denke, dass gerade beim Mustang das Original auch einfach besser umzusetzen war.

    Wenn man detailgetreue Automodelle mit vielen Details erwartet muss man in ein anderes Genre, sich mit anderen Herstellern und Firmen beschäftigen und auch deutlich tiefer in die Tasche greifen.

    Also ja, ich finde es zu kritisch. Für ein Klemmbausteinmodell ist es ok und ich denke bei fallendem Preis im Spielzeughandel wäre er mit 99€ richtig eingepreist.

    1. lego-skeptiker

      Der Preis ist mal wieder der entscheidende Punkt – für 100 würde ich dann schon passende gedruckte Armaturenbrett erwarten und konsistente Blinker (entweder trans oder nicht). Und für ein 18+ möchte ich keine gelben oder blauen Steine.
      Wenn das alles nicht als Set möglich ist, dann würde ich mir zukünftig von Lego nur noch Bauanleitungen mit vorgeschlagen Teilen und riesen Teilelager (ala Bricklink) wünschen. Dann wäre glaubwürdig, das nicht mehr möglich war. Mit diesen Hochglanz Boxen wird immer suggeriert, wie unglaublich toll diese Modelle sein sollen ..

  6. Es ist ein Modell aus Lego Steinen, da muss man bei den Rundungen und Verjüngungen Abstriche machen, dennoch finde ich es sehr gelungen. Ich verstehe auch die Kritik nicht, dass noch Noppen zu sehen sind. Mein Gott, es ist LEGO!
    Das nicht genug Teile dabei sind, die Targa und Turbo Komponenten zeitgleich zu bauen, ist schade, beim Mustang hätte man mit 10 Fliesen mehr aber auch ohne weiteres ein Cabrio bauen können. Von daher keine Überraschung für mich, dass Lego hier bewusst spart. Zur „edlen“ Box möchte ich nicht viel sagen, außer das die Creator Expert Kartons aufwendiger und liebevoller gestaltet waren (vor allem beim Fiat mit dem Kolosseum im Hintergrund).
    Und, lieber Wolfgang, da du dich selbst als großer Fan des G-Modells outest, neige ich bei all deinen Anpassungen dazu, dir die selbe Befangenheit wie beim BlueBrixx „nicht Ferrari“ zu unterstellen.

  7. Nachdem meine Kinder gestern auf wundersame weise um sieben ins Bett sind und meine Frau vor lauter Schreck dann direkt auf der Couch eingeschlafen ist hatte ich Zeit, den Porsche zu bauen… erst einmal als Turbo! Und heute kommt dann direkt das Review dazu 😉 Ich finde ihn persönlich auch recht gelungen. Die Farbe passt perfekt zum Auto. Nur die Räder könnten etwas größer sein; das ist aber jammern auf hohem Niveau. Hoffentlich kommen noch mehr Sets in dieser Art & ohne Aufkleber!

  8. Sehr ausführlich und ja sehr kritisch. Da du aber stets eine Alternative aufzeigst, finde ich das in Ordnung. Die Mischung könnte bewusst gewählt worden sein um einen weltweiten Schnitt zu erzeugen. Wir wohnen unweit von Zuffenhausen und mir gefällt er so, wie er nach Anleitung ist.

  9. Ich stimme Deinem Fazit zu. Auch ich behaupte, das Originalmodell ganz gut zu kennen und finde die Proportionen insgesamt nicht gut gelungen: A-Säulen zu steil, zu flach abfallendes Heck, Rückleuchten sitzen viel zu hoch (3 Plates!), Heckscheibe zu klein, Scheinwerfer zu groß. Dennoch ist es ein schönes Modell, dessen Aufbau sehr viel Spaß gemacht hat.

  10. Es gibt eigentlich immer (kleinere) Verbesserungspotentiale. Aber hier stimmt schon sehr, sehr viel. Ich hab eine Hybrid-Variante aus Targa und Turbo gebaut. Die bunten Liftarme und Plates habe ich relativ konsequent ersetzt. Siehe meine Videos auf YT

  11. Danke für das schöne und fachkundige Review, das endlich auch (fast) alle Schwachstellen beleuchtet. Einzig die Kritik an den roten Noppen im Beifahrer-Fußraum vermisse ich, die hat auch nichts mit der bunten Unterkonstruktion zu tun, die man vielleicht noch verschmerzen kann.

    1. Die roten Noppen? Das soll ein Taschentuch sein mit dem sich der Beifahrer nach der Testfahrt den Schweiß von der Stirn gewischt hat. 😉

  12. Mir war bewusst das der gleich zerpflügt wird hier, der Porsche, nicht Hr. Beuster .
    Ich dachte, es kommt ein Vergleich in den Kommentaren zum CADA “ Classic Sports Car „, das der viel Besser und Billiger ist und und und, es wird gejammert auf sehr hohem Niveau über den Porsche – der sieht einfach super AUS, finde ich ! Ich habe ihn.
    Hier hat Lego gezeigt, das Sie deutlich weiter sind als andere. Ich vergleich den zukünftigen Straßenpreis von 99Euro und dem CADA 69,90 Euro ( 89,98 Euro Amazon ). sehe bei CADA keinen Porsche Schriftzug , keine vernünftigen Sitze, Motor naja , … Lego habt Ihr fein gemacht .
    Zur Kritik von Hr. Beuster – es ist LEGO, es sind in der Hauptsache eckige Steine, da wird das nicht so fein Rund … und es entstehen immer wieder harte kanten .
    Wen jetzt Lego viel Spezialteile gemacht hätte , hätten wieder andere geweint .

    1. Es ergibt keinen Sinn, „Straßenpreise“ zu vergleichen. Einzig die UVP des Herstellers kann man vergleichen. Dann sind wir bei 129,90 zu 69,90.

      1. Pabstat = ok, dann machen wir es ganz genau , wo kann ich je die sachen erhalten im Moment Porsche bei Lego 129,90 incl. Osterhäuschen und Versand und den Cada bei Amazon für 89,98 plus evtl Steuer , da aus China.
        Cada selber in Ihrem Store 92,42 Euro + Steuer ca. 110 Euro – sagen wir mal UVP .
        Straßenpreis 69,90 zu 99,90 ist schon richtig .

        1. Freakware ist der offizielle Importeur fuer CaDa in D. Auf deren Website ist der CaDa 911er fuer 69,90 zu bestellen (sobald er verfuegbar ist).

          Irgendwelche Drittanbieter sind also irrelevant. Ansonsten koennte man auch die Resellerpreise fuer aktuelle, knappe Lego Sets ins Feld führen. Wird ja auch keiner ernsthaft machen.

            1. Mich deucht, dass es einfach daran liegt, dass Dir nicht gefällt, wie schnell deine These zerlegt worden ist und deswegen kommst jetzt mit sowas an….

              Fakt 1: UVP Lego 911 in D: 129,90 €
              Fakt 2: UVP CaDa 911 in D: 69,90

              Das ist keine Frage der Logik, sondern ein ganz simpler Zahlenvergleich. Man muss natürlich bereit sein, die Fakten anzuerkennen, auch wenn sie nicht die eigene Überzeugung bestätigen.

              1. mmh , ich selber habe noch den Eislaufplatz + 5006655 VIP Exklusiv Set dazu bekommen + Kostenlosen Versand + VIP Punkte.
                Freakware wen Lieferbar 69,90Euro + 4,90 Euro Versand = 74,80 Euro.

                In zwei drei Monaten Freakware oder andere Klemmbausteinhändler 69,90 incl. Versand ( weil extrem knapp kalkuliert ,alle anderen Sets werden auch nur zum Freakware Preis verkauft z.B.C61043W ) und Lego Porsche 99,90 bei Galeria oder MyToys mit Rabatt.

                1. Ok, ich lass es jetzt sein…hilft ja nix. Aber es zeugt schon von einer gewissen Chuzpe, vorher was von Logik zu schreiben und dann so einen Kommentar in die Tasten zu hauen. 😉

                  Aber es ist ja St. Patrick´s Day, vielleicht hast du nur Vorsprung 🙂

  13. Ich besitze den Porsche ebenfalls und finde ihn sehr gut so wie er ist. Es ist Lego und gewisse Designmerkmale lassen sich eben nicht immer umsetzten, oder man versucht es eben selbst. Ein kleiner Punkt der nicht ganz richtig ist: Einpresstiefe hat erstmal nichts mit den Reifen zu tun. Die Einpresstiefe hat etwas mit der „Felge“ zu tun. Ist sie (die ET) klein, steht das Komplettrad „weiter raus“, ist sie groß ist das Komplettrad weiter im Radhaus drin. Dann hätte ich mal eine Frage, die mich schon länger beschäftigt: wer hat eigentlich definiert was eine illegale Bautechnik ist? Warum ist sie illegal? Wenn die Steine doch zusammenpassen und ohne Klebstoff halten, mach ich doch nichts illegales? Und wenn es auch noch gut aussieht…

    1. Hallo,
      mit den Reifen hast Du natürlich recht! Es muss logischerweise Felgen heißen. Ich habe es geändert. Danke für den Hinweis.
      LEGO hat mal irgendwann das mit den illegalen Bautechniken erklärt. Ein Gradmesser ist wohl, lässt es sich im LDD bauen ist es OK, wenn nicht dann nicht. Aber beim privaten MOC ist natürlich meiner Meinung nach erlaubt was gefällt.
      Gruß
      Wolfgang

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