LEGO 10274 Ghostbusters ECTO-1 im Review

Ein tolles Modell, welches die Vorstellungen des Autors voll und ganz erfüllt hat.

LEGO 10274 Ghostbusters ECTO-1

Das Lizenzthema zum Ghostbusters Film scheint besonders beliebt bei den Spielwarenherstellern zu sein. Nicht nur LEGO hat hierzu schon einige Sets auf den Markt gebraucht, unter anderem auch Playmobil hat das Lizenzthema mittlerweile für sich entdeckt. Das neue LEGO 10274 Ghostbusters ECTO-1 Modell dürfte aber die Messlatte im Merchandising-Segment wieder eine Stufe höher stellen. Grund genug für uns sich das Set sofort nach Release zu kaufen und hier im ausführlichen Review vorzustellen. Vorher aber noch der Ohrwurm zum Film, wir wollen ja in Geisterstimmung kommen…

Die Verpackung

Mittlerweile erscheinen die Creator Expert Fahrzeuge unter einem neuen Label, sie heißen jetzt 18+, dementsprechend erscheint die Packung auch im neuen „erwachsenen-gerechten-Design“.

Mit den Abmessungen von 57x37cm hat sie die gleiche Fläche wie beispielsweise das Grand Piano (21323). Die Schachtel ist in ihrer Dicke mit 11cm allerdings deutlich dünner. Der ECTO-1 verdient mit seiner Größe allerdings auch eine große Box, er wird am Ende fast einen halben Meter lang!

Die Bauanleitung

Wieder einmal haben die Macher der Anleitung ein tolles Cover geschaffen. Das Titelbild ist den alten Haynes Reparaturanleitungen nachempfunden. Es gibt sogar ein Buch für den originalen ECTO-1. Für mich als Autofan sehr gelungen!

Wie auf der Rückseite zu sehen, brauchte LEGO hier nicht nur die Ghostbusters Lizenz, sondern auch die von GM.

Der Designer

Natürlich ist an so einem Modell nicht nur ein Designer in Billund involviert. Aber wie bei zahlreichen anderen Auto-Modellen ist es hier wieder Mike Psiaki der hauptverantwortlich für den Bau des ECTO-1 war. Aus seiner Ideen-Schmiede kam unter anderem schon der Aston Martin (10262) und vor allem der für mich immer noch geniale Ford Mustang (10265).

Wie bei den neuen Anleitungen üblich, wird auch hier der Designer im Heft kurz vorgestellt, dieses mal in witziger Ghostbusters Montur.

Wie wir aus verschiedenen sozialen Medien wissen, hat er sich einen ECTO-1 gebaut, wie er ursprünglich vor dem Ghostbusters-Umbau war. Man munkelt, unter Zuhilfenahme von diversen Spraydosen, da es nicht alle Teile in den benötigten Farben gibt.

Die Teile

Beim Durchstöbern der Teileliste viel mir zuerst nicht die Gesamtzahl von 2.352 auf, sondern die Anzahl verschiedener Teile. Die Liste erstreckt sich über fünf Seiten am Ende der Bauanleitung. Beim Ausleeren der Box und Sichten des Inhalts entdeckte ich zuerst die separat in Pappe eingepackte Anleitung, dass hatte ich bis jetzt so noch nicht gesehen.

Ich konnte nur zwei neue Formen entdecken, die Windschutzscheibe und ein neues Lenkrad, alles andere sind „alte“ Teile in teils neuen Farben. Auf die Scheibe, die 14 mal 6 Noppen groß und vier Steine hoch ist, haben sicher viele Fahrzeug-Moccer schon gewartet. Sie war nicht extra verpackt und hatte leider dadurch winzige Kratzer.

Außerdem sind mir drei neue Designs auf den Fliesen aufgefallen. Obwohl in der Liste noch die alten Teile angegeben sind, hat LEGO das Design verschiedener alter Fliesen geändert. Bei der Uhr ist mir allerdings der Druck, welcher doch etwas außer der Mitte ist, besonders negativ aufgefallen.

Der Zusammenbau

Nachdem wir nun ordentlich in Stimmung gekommen sind durch den alten Ghostbusters Ohrwurm von Ray Parker Jr., dem Schwelgen in alten Automobilen von Mike Psiaki und uns über das ein oder andere Teileproblem geärgert haben, geht es nun aber endlich mit dem Zusammenbau los. Soviel darf ich vorweg nehmen, er macht natürlich Spaß. Hier wurden Gadgets eingebaut, wie zum Beispiel beim Aston Martin, ohne dabei Abstriche bei der Form des Straßenkreuzers zu machen.

Nach dem Bau des Rahmens könnt ihr schon gut die Ausmaße erkennen. Die Mechanik der Lenkung dürfte euch schon vom Mustang bekannt vorkommen.

Am Boden wird auch gleich das erste Feature angelegt, der ausfahrbare Sitz. Hier wird ein Dämpfer benutzt, der bis jetzt nur in der Ducati verbaut war. Beim drücken auf das weiße Teil an der linken Seitenwand fährt der Sitz heraus und dreht sich zugleich!

Am Heck war ich über eine „illegale“ Bautechnik sehr erstaunt. Ich habe es nicht versucht, aber im LEGO Digital Designer dürfte das so nicht zu bauen sein – das Programm lässt solche Bautechniken nicht zu. Der blaue 1x1er Lampenstein drückt die unteren Teile leicht auseinander sodass ein Spalt entsteht. Dieser Fehler ist allerdings dann beim fertigen Modell nicht mehr zu sehen und stört auch beim weiteren Bau nicht.

Auch schön zu erkennen im oberen Bild – der Unterbau wird sehr bunt, hat mich jetzt aber nicht gestört und ist auch am fertigen ECTO-1 nicht oder kaum zu sehen. Die Bauweise des Rücklichts hat mich fasziniert, einfach und doch so nah am Original.

Als nächstes kommt das zweite Gadget am Wagen. Wenn die Stange nach hinten herausgezogen wird, dann klappt der Kofferraumboden nach unten und der kleine fernsteuerbare Roboter rollt später am fertigen Modell heraus.

Die Lenkung kann sowohl am eigentlichen Lenkrad selbst, als auch später mit einem 2x2er Rundstein (Hand Of God) am Dach gesteuert werden.

Die drei Türen sind solide gebaut, am Anfang fragte ich mich, was der gelbe Halter in der Tür soll?! Später beim Bau kommt die Auflösung – hier werden die Seitenscheiben eingeclipst.

Noch ein paar Impressionen vom Baufortschritt. Ein drittes Feature kommt hier fast zu kurz. Ein Hinterrad treibt das „Radar“ auf dem Dach an und lässt die „SNIFFER“ Kanone schwenken.

Drei Sachen möchte ich aber noch hervorheben, die mir baulich besonders aufgefallen sind. Der Kühlergrill aus 44 Minifigur-Rollschuhen, der Bau der vorderen Innenkotflügel und der leider nicht so schön detaillierte Motor.

Fertig: Der LEGO 10274 Ghostbusters ECTO-1

Was soll ich schreiben, das Teil ist sehr beeindruckend! Toll detailliert mit einigen Funktionen, so stelle ich mir ein Erwachsenen-LEGO-Modell vor. Aber halt, ich habe euch etwas unterschlagen. Es ist ein großer Stickerbogen mit Aufklebern dabei. Der Großteil soll den Rost am Fahrzeug darstellen, der dann wohl auch am ECTO-1 im neuen Film zu sehen ist. Schon aus beruflichen Gründen mag ich keinen Rost, deshalb und weil mir so viele Sticker nicht gefallen, habe ich den künstlichen Rost bei meinem Modell weggelassen. Ich würde euch empfehlen das Modell auch erst mal ohne diese Aufkleber zu bauen, die 38 Roststicker können später immer noch angebracht werden.

Nun aber zum fertigen Modell. Viel Spaß beim Schauen der Bilder. Ich hoffe, sie sprechen für sich.

Zum Schluss noch ein Größenvergleich mit dem LEGO 10262 Aston Martin. Beide haben übrigens die selben Räder!

Mein Fazit

Wie zu erwarten war, ist der ECTO-1 ein tolles Modell, dass zumindest meine Vorstellungen voll und ganz erfüllt hat. Die Idee die Rostflecken mit Aufklebern zu machen kommt mir entgegen, sie können weggelassen werden. Wir dürfen uns bestimmt bald auf zahlreiche andere Varianten des Kombis freuen und der ein oder andere Beleuchtungsfabrikant steht bestimmt schon in den Startlöchern um den 1959er Cadillac anständig in Szene zu setzen. Bis dahin viel Spaß beim Bauen. Schreibt doch gern in die Kommentare, wie ihr es mit den Roststickern haltet!

Der Steckbrief

Artikelnummer: 10274
Set-Name: Ghostbusters ECTO-1
Baureihe: Creator Expert / 18+
Teilezahl: 2.352
Erscheinungsjahr: 2020
Bauzeit: ca. 6 Stunden
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Verkaufspreis: 199,99 Euro

Stamm-Autor
  1. Schade das das Nummernschild auch ein Sticker ist, hätten die ruhig die vom Ideas Set nehmen können. Aber das Auto ist mega gut umgesetzt und wird gekauft.

  2. Sehr schick. Danke fürs Vorstellen. Wär natürlich schon verlockend und bin auch am überlegen, aber mittlerweile sind es zuviele tolle Sets, die aktuell veröffentlicht werden.

    Abgesehen von dem Auto… Den Delorean aus Zurück in die Zukunft im gleichen Maßstab würde ich toll finden. Das damalige Set fand ich etwas „komisch“.

    Markante/spezielle Autos aus der Filmgeschichte wäre sicher auch eine interesse Linie.

    1. Der Ecto stand ohnehin schon auf meiner „Must Have“-Liste, dieses Review macht es nicht besser 😀

      @Gerald; wenn du dich für geklemmte Fahrzeuge aus Film und Fernsehen interessierst; Bluebrixx hat da ein paar Perlen zu bieten. Maßstab in etwa wie der F40 oder der Mini aus der CreatorsExpert-Reihe. Die sind zwar lizenzfrei, weshalb hier keine Hersteller- oder Filmspezifische Embleme zu sehen sind, aber auch ohne dieses eindeutig zu erkennen. Um mal zwei Bespiele zu nennen; ein rot/weißer 1958er Plymouth Fury oder ein grauer 1967er Ford Mustang.

      1. Hallo,
        naja, mit dem Fake-LEGO Händler aus dem Frankfurter Raum habe ich so meine Probleme. Hier werden berechtigte Lizenz-Gelder mit zweifelhaften Methoden umgangen. Muß jeder für sich selber entscheiden ob Geiz ist Geil die oberste Maxime sein soll. Außerdem soll die Qualität der Steine nicht so besonders sein. Hast Du schon mal so ein Set aufgebaut? Außerdem bin ich LEGO und nicht Plagiat Sammler.
        Meine ausführliche Meinung darüber kann gerne im Promobricks Artikel gelesen werden.https://www.promobricks.de/klon-bausteine-china-lizenzen/88328/
        Gruß
        Wolfgang

        1. Ich habe auch so meine Probleme mit dieser unsympathischen Firma, weil sie geklaute MOCs verkaufen und dann noch behaupten, dies nicht zu tun. Aber von „Fake-Lego“, „Plagiaten“ und „berechtigten Lizenz-Geldern“ zu sprechen (moralisch mag das richtig sein, nicht aber juristisch) geht dann doch an der Wahrheit ein ganzes Stück vorbei. Zurück zum Thema: Danke für das Review! Eigentlich wäre der Ecto das erste Fahrzeug der Reihe, welches ich auslassen wollte, aber jetzt…

        2. Bei Legos überzogenen Luxuspreisen müsste dann aber auch deutlich mehr Qualität möglich sein.

          Ich möchte das Set haben, aber bei so Sachen wie der zerkratzten Frontscheide geht der Blutdruck hoch. Nur weil ein paar Cents für bessere Verpackung solch sensibler Teile gespart werden.
          Von den Themen wie Sticker (nicht auf den Rost in diesem Beispiel bezogen), „Farbseuche“ im Inneren oder Farbabweichungen mal abgesehen.

            1. Eine Frabseuche soll heißen: zig unerklärlich bunte Teile im „Innenleben“, welche man nachher nicht mehr sieht. Krass auch z.b. beim großen R2D2.

          1. Das erinnert mich an die Slave I, das große Modell. Hier war auch die einzigartige Frontscheibe lose in diesem riesen schweren Karton, natürlich war sie verkratzt. Ich hab das reklamiert und anstandslos eine neue bekommen.

      2. Danke für die Info. Aber auch wenn die Sets bei anderen Anbietern verlockend sind und auch interessant aussehen, da bleibe ich lieber beim Original.

        Aber manche Sets wären schon interessant, wenn diese auch Lego rausbringen würden:

        Den Van vom A-Team
        Transam von Knight Rider
        GMC Sierra von Ein Colt für alle Fälle.

        Sehr 80er lastig, aber diese drei Fahrzeuge hätten auch genügend Potenzial auch kleine Spielereien und technische Finessen einzubauen, wie sie auch in den Serien vorkommen. Aber leider wohl 30-40 Jahre zu spät.

        Die „Helden“ meiner Kindheit. 🙂

  3. Das mit der Scheibe ist mal wieder ärgerlich. Lego muss es mal hinkriegen kratzfreie Scheiben auszuliefern und vor allem auch vernünftig verpackt. Vor allem bei so einem Sammlermodell muss man das erwarten.

  4. Jetzt das Modell noch mit Sound und Blinklich, dann wären alle glücklich.
    Aber ich glaube da gibt es viiiiiele MOCer die sich was einfallen lassen 🙂

  5. Mich würde bei solchen Bauberichten eher interessieren, wie bestimmte Dinge gelöst wurden, z.B. hier der hintere Kotflügel, der über Tow Balls diagonal am Chassis montiert wird und das offenbar ohne nennenswertes Spaltmaß (!)

  6. Ein wirklich sehr schönes Modell! In meiner Version tatsächlich noch mit den alten Designs der bedruckten Teile (Uhr, „Tacho“ und „Panel“). Scheint also noch Unterschiede in der Produktion zu geben. Dies nur zur Info ;-).

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