LEGO Super Mario auf der Nintendo Switch zocken

Hierbei handelt es sich um keine offizielle Software-Unterstützung. Ein Erfahrungsbericht.

LEGO Super Mario Nintendo Switch
LEGO Super Mario Nintendo Switch (Fotos: Technicmaster0)

Rund um die Ankündigung von LEGO Super Mario hat man Ideen von Fans gelesen, dass man doch das neue Thema und die aktuelle Konsole des Lizenzgebers, die Nintendo Switch, verbinden könne. Um etwas Öl ins Feuer zu gießen, habe ich es mir nicht nehmen lassen zu testen, ob das wirklich funktioniert.

Die Hardware der Switch-Konsole unterstützt BLE (Bluetooth Low Energy). Damit sind sowohl der Mario Hub, als auch die Hubs der LEGO Powered Up Linie grundsätzlich auf der Hardware-Ebene mit der Konsole kompatibel. Mario nutzt übrigens das gleiche, offene Wireless Protocol wie der Rest der Powered Up-Produkte. Damit kommen wir aber schon zu dem Problem.

Vorab noch ein kleiner Disclaimer: Dies ist alles nur inoffiziell und nur für Enthusiasten.

Keine offizielle Software-Unterstützung

Obwohl die Kooperation beider Firmen zumindest nach einer Portierung der LEGO Super Mario App, wenn nicht nach mehr, schreit, so sucht man im eShop der Konsole vergebens danach. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, der wird belohnt: Es gibt eine inoffizielle Portierung von LineageOS 15.1 auf die Konsole. Kurz: Über nicht-offizielle Wege ist es durch die Nutzung einer Sicherheitslücke möglich, auf älteren Switch-Konsolen Android 8.1 Oreo auszuführen. In dem Betriebssystem angekommen, kann man den PlayStore von Google installieren, sich die offizielle App herunterladen und ausführen.

LEGO Super Mario Nintendo Switch

Da der Aufbau der Nintendo Switch sehr stark Geräten ähnelt, die für Android konzipiert sind, konnten die Entwickler der Portierung für viele Probleme auf existierende Lösungen zurückgreifen. Für eine inoffizielle Version läuft es also ziemlich gut, braucht aber manchmal etwas Zeit, um „aufzuwärmen“ und die Performance ist von der Geschwindigkeit der SD-Karte abhängig. Das alternative Betriebssystem befindet sich weiterhin in der Entwicklung: Android 9 Pie wurde bereits angekündigt. Es kann allerdings noch eine ganze Weile dauern, bis es da Neuigkeiten gibt.

Wie geht das?

Im Gegensatz zu Geräten, die primär Android nutzen, wird hier das Betriebssystem auf eine MicroSD-Karte geschrieben. Das eigentliche Problem ist dann nur noch, das Image zu starten.

Hier möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen. Es gibt im Internet mehrere Anleitungen zu dem Thema zu finden. In diesem Beitrag belasse ich es bei einer Auflistung dessen, was benötigt wird.

Was wird benötigt?

Das Wichtigste ist, dass es für die Konsole eine Möglichkeit gibt, fremde Images zu starten. Zu diesem Zeitpunkt (August 2020) sind das fast ausschließlich die Modelle, die ungefähr vor August 2018 gekauft wurden. Um es genau zu wissen, gibt es Seiten, auf denen man den Anfang der Seriennummer der Konsole mit einer bekannten Liste vergleichen kann. Hier muss bedacht werden, dass die Konsole nicht mehr kompatibel sein könnte, falls sie einmal eingeschickt wurde.

Als Nächstes muss die Konsole in den Recovery-Modus gebracht werden. Das geht zum Beispiel mit einer Büroklammer, die genutzt wird, um zwei Kontakte in der Schiene für den rechten, rot-orangen Joy-Con zu verbinden. Da die Kontakte etwas fragil sind und es Kontakte gibt, die man nicht kurzschließen sollte, empfiehlt sich ein dediziertes „Gerät“ dafür zu kaufen: einen sogenannten Jig. Den kann man sich selbst 3D-drucken und zusammenbauen oder fertig bei eBay und ähnlichen Seiten kaufen.

Neben der leeren SD Karte, auf der das Betriebssystem gespeichert wird, benötigt man noch ein Gerät, das über einen USB-Anschluss verfügt. Es „sagt“ sozusagen der Switch, dass sie die Daten auf der SD-Karte ausführen soll. Man kann hier zum Beispiel einen Computer, ein Android-Handy oder einen Raspberry Pi und ein USB-C Kabel nutzen. Auch zu diesem Zweck gibt es dedizierte Geräte, die man sich kaufen kann.

Powered Up App auch kompatibel

Selbst wenn LEGO Super Mario nichts für einen ist, könnte diese Option aus anderen Gründen für Besitzer der Konsole einen Blick wert sein. Man kann zum Beispiel auch die LEGO Powered Up App inklusive des „Erschaffen“-Bereiches und die Control+ App nutzen. Dadurch, dass die Konsole keine integrierte Kamera und kein integriertes Mikrofon hat, kann es allerdings allgemein zu einigen Einschränkungen kommen.

LEGO Super Mario Nintendo Switch

Ist das sicher?

Bleiben noch zwei Fragen über: Ist es für die Konsole sicher und kann man dafür von Nintendo gebannt werden?

Die Portierung existiert seit vielen Monaten und meinem Wissen nach wurde dadurch noch keine Konsole beschädigt. Dementsprechend würde ich es schon als sicher für die Hardware einschätzen.

Auch vor Bans sollte man relativ sicher sein, da Android als alternatives Betriebssystem ausgeführt wird. Es wird während man Android nutzt kein Programm von Nintendo auf der Konsole ausgeführt. Allerdings verstößt man gegen die Nutzungsbedingungen von Nintendo, wodurch die Firma theoretisch das Recht hat, die Konsole von den Online-Services auszuschließen.

Eine Garantie gebe ich an dieser Stelle für nichts!

  1. Mann, das wär doch mal was:
    Eine Powered-Up App zum offiziellen Download auf die Switch aus dem Nintendo-Store.

    Und dann die Möglichkeit, ferngesteuerte Lego-Modelle über die Thumbsticks und Tasten der Switch zu steuern.

    Für so eine App würde ich sogar Geld bezahlen…

    1. Was auch cool wäre, wäre ein offizieller Dualboot zu Android. Damit ist viel mehr möglich (Netflix, Android Spiele, Webbrowser etc). Naja mal schauen, was bei Epic vs Apple so rauskommt. Gewisse Parallelen zu Spielekonsolen gibt es bei der Verschlossenheit von iOS ja.
      Die Powered Up App könnte generell einen „Mit Gamepad steuern“-Modus gebrauchen. Mal schauen, vielleicht gibts den in der Zukunft. Das neue Mindstorms Set soll etwas in die Richtung bekommen.

      1. Einen offizielle Dualboot würde ich da komplett ausschließen.
        Nintendo verdient sein Geld primär mit dem Verkauf von Spielen, an der Hardware verdienen die Konsolenhersteller allgemein nur wenig.

        Da würden die sich selbst ins Bein schießen, wenn sie den Leuten offiziellen Zugang zu Millionen kostenlosen Spielen aus dem Android-Store gewähren würden.

        Mal abgesehen davon, dass es im Android-Store auch Emulatoren für illegale Roms von Nintendo-Spielen gibt, das will sich Nintendo mit Sicherheit nicht auf die Switch holen.

    1. Vermutlich möchte Lego das nicht, weil man dann eine weitere, andere Platform unterstützen müsste. Gerade was alles außerhalb der Education-Sparte angeht, sind sie ja sehr knauserig mit den unterstützten Systemen.
      Nintendo könnte auch etwas dagegen haben. Was genau weiß ich nicht aber Videostreamingapps wollen sie ja auch nur sehr eingeschränkt haben. Vielleicht gibt es auch Sicherheitsbedenken wegen der BLE Verbindung.

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