LEGO Powered Up mit Power Functions nutzen: So geht’s

Steuert eure Power Functions Modelle per App! Unser Tutorial zeigt euch, wie das funktioniert.

LEGO Powered Up App (Screenshot)
LEGO Powered Up App (Screenshot)

Wir haben euch kürzlich das neue Update der LEGO Powered Up App vorgestellt. Dort sind ab Version 3.1 zwei interessante Neuerungen enthalten: Die Integration der neuen Fernbedienungen in die App und eine Möglichkeit, das alte Power Functions System über die App und damit auch über die neuen Fernbedienungen zu steuern.

Leider lässt sich die App nicht wirklich über die neuen Funktionen aus, sondern verweist auf die Homepage und bereitet euch schon mal darauf vor, dass es etwas „techy“ sein könnte. Auf der LEGO Webseite ist wie erwartet nichts zu finden, also muss Google herhalten. Auch unsere Leser haben schon recherchiert und einige gute Hinweise in den Kommentaren gegebe. Danke dafür! Heute zeige ich euch daher, wie ihr eure Infrarot-gesteuerten Modelle mit der Powered Up App automatisieren könnt.

Bluetooth <> Infrarot

Aber wie kommen nun die Befehle der Fernbedienung zu den Power Functions Empfängern, die ja bekannterweise mit Infrarot arbeiten? Viele von euch tippen auf Kabel-Adapter, das schien mir zuerst auch naheliegend. Aber nein, LEGO geht einen anderen Weg. Die Infrarot Empfänger werden direkt angesteuert. Und dazu braucht es nicht einmal ein neues Teil, denn die Hardware ist seit 2017 verfügbar: der Farb- und Abstandssensor 88007.

Dieses Teil kann Farben- und Abstände erkennen und messen und enthält zu diesem Zweck naturgemäß auch einen Sender, in diesem Fall praktischerweise im gleichen Infrarotbereich wie die altbekannten Power Functions Empfänger. Der Stecker passt auf die BOOST und Powered Up Komponenten und damit haben wir schonmal eine Verbindung zwischen der alten und der neuen Welt hergestellt. Steckt also diesen Sensor an euren Powered Up Hub (88009) oder Move Hub (88006) und merkt euch den Anschluss (A,B,C,D), den brauchen wir später noch!

Software

Soviel zur Hardware, kommen wir zur Software, denn hier wird es jetzt ein wenig „techy“, wie das LEGO Powered Up Team so schön geschrieben hat. Ihr solltet euch als erstes die neueste Version der Powered Up App aus dem Store laden. Dabei sollte die Version 3.1 oder höher sein. Die App läuft auf Smartphones und Tablets, ich habe für diesen Artikel ein iPad genutzt. Ein Tablet ist hier zu empfehlen, denn ihr habt dann deutlich mehr Platz für die Programme.

Fangen wir an …

Startet die App auf eurem Gerät. Auf dem Startbildschirm seht ihr die bereits erschienenen Modelle. Wir wählen oben rechts aber „Erschaffen“.

Auf der nächsten Seite drücken wir das große „+“ und legen ein neues Programm an. Gebt ihm einen schönen Namen oder übernehmt den Vorschlag.

Nun müssen wir den Projekttyp wählen. Ihr könnt es euch schon denken, wir wollen den Controller. Also klick auf „Controller“

Bevor es ans Eingemachte geht, noch eine schnelle Entscheidung: Welche Art von Controller möchtet ihr nutzen? Ich habe für dieses Tutorial den rechten mit den Slidern gewählt.

Jetzt seid ihr fast am Ziel. Der gewählte Controller wird nun angezeigt und kann mit einem Powered Up Aufbau (z.B. Boost) direkt verwendet werden. Damit wir unsere guten alten IR-Empfänger ansteuern können, braucht es noch ein wenig Hirnschmalz. Das werden wir jetzt einsetzen, drückt dafür oben rechts auf die Block-Symbole (im Bild gelb markiert).

Blöcke schieben

Jetzt öffnet sich der von LEGO BOOST bekannte Schirm, auf dem ihr die Programmblöcke anordnen könnt. Aktuell ist hier das Programm hinterlegt, welches die Powered Up Motoren ansteuert. Das müssen wir etwas umbauen, hier seht ihr mein erstes Testprogramm, welches den beliebten 42065 Tracked Racer ansteuern kann. Keine Angst, ich erkläre dazu noch ein wenig!

Der entscheidende neue Baustein ist dieser hier. Er sendet ein IR-Telegramm an den Power Functions Empfänger und lässt so das Modell losfahren.

Der Baustein akzeptiert vier Argumente, die ich hier mit 1-4 beschriftet habe:

1Hub-Port, an dem der Sensor angeschlossen ist. Mögliche Werte: A,B,C,D
2Kanal des Infrarot-Empfängers. Hier gilt: 0=A, 1=B, 2=C, 3=D
3Port des Infrarot-Empfängers, der gesteuert werden soll. 4=links, 5=rechts
4Gewünschte Leistungsstufe des Motors. Mögliche Werte: 0-9 und A-F.
Es gelten folgende Regeln:
1-7 Motor vorwärts, dabei ist 1 langsam und 7 schnell.
9-F Motor rückwärts, dabei ist F langsam und 9 schnell.
8: Motor stop (schnell bremsen)

Bei Argument Nr. 4 (Leistungsstufe) werden anscheinend auch negative Werte für „rückwärts“ akzeptiert, denn in meinem Beispiel rechne ich nicht auf A-F um.
Damit ihr wisst, was ich mit links und rechts meine, hier eine Zuordnung der Ports zu den Zahlen für Argument Nr. 3.

Das Kleingedruckte

Im Programm sind noch ein paar Hilfskonstruktionen nötig, damit die beiden Slider auf der Fernbedienung in die korrekten Befehle umgesetzt werden.

Als erstes wird der Farb- und Abstandssensor in den benötigten Modus umgeschaltet, auch hier gilt: Das erste Argument an den von euch benutzten Hub-Port anpassen.

Hier werden die Werte der beiden Slider auf der Fernbedienung (-100 bis +100) durch 13 geteilt, damit die sieben Stufen für die Power Functions rauskommen. Das Ergebnis wird in den Variablen „a“ und „b“ gespeichert. Der zweite Kanal wird übrigens invertiert (mal -1), weil der eine Motor im Tracked Racer umgekehrt eingebaut ist.

Und hier werden die Werte dann gesendet, jeweils für den rechten und den linken Kanal. Dazu werden die Werte der Variablen „a“ und „b“ an den Sendeblock übergeben. Die beiden anderen Blöcke dienen dazu, bei unveränderten Werten nicht dauernd zu senden.

LEGO Powered Up mit Power Functions nutzen

Jetzt seid ihr dran! Meine Beispiele sind bei weitem nicht perfekt, probiert es einfach selber mal aus. Was haltet ihr davon, Power Functions jetzt auch von der Powered Up App aus zu steuern? Was würdet ihr gerne damit „fernbedienen“ oder „automatisieren“? Erzählt es uns gerne in den Kommentaren.

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