In unserer neuen Rubrik „Am Stein der Zeit“ möchten wir euch in loser Reihenfolge Themen vorstellen, die euch oder uns gerade in der LEGO Welt beschäftigen. Das können aktuelle oder auch nur interessante Themen sein. Wenn ihr eine Idee für ein solches Thema habt, schreibt uns am Besten über das Team Postfach an. Aber nun zum eigentlichen Thema.

LEGO als Investment?

In letzter Zeit häufen sich Seiten, Blogs und nicht zuletzt Podcasts mit Ratschlägen, sein Geld in LEGO Sets zu investieren. Ich möchte hier ausdrücklich nicht auf die Qualität solcher Seiten eingehen! Lediglich hier einmal meine Gedanken zu diesem Thema niederschreiben.

Seltene Sets

Immer wieder bringt der dänische Spielwarenhersteller Sets auf den Markt, die entweder in zu kleiner Auflage oder nur an einen begrenzten Käuferkreis ausgegeben werden. Solche Artikel werden ab Erscheinungstag sehr teuer gehandelt.

Hier als ein Beispiel der Bat-Pod, der in begrenzter Auflage (1000 Stück) verlost wurde. Die ersten Bat-Pods wurden dann auch wegen des hohen Seltenheitswert für über 1.500 Euro gehandelt. Im Sommer sind dann bei der Umstellung auf das neue LEGO VIP Programm wie ein Wunder für eine Prämie von umgerechnet 100 Euro wieder solche Sets aufgetaucht. Natürlich waren diese Modelle schnell vergriffen, aber seither ist der Preis dafür im Keller. Der letzte Bat-Pod, der über eine Auktion lief, brachte gerade einmal 196 Euro. Warum dieses ausführliche Beispiel? – Ich möchte damit aufzeigen, dass in den Lagern von LEGO noch unzählige Packungen von alten und seltenen Sets liegen, niemand weiß welche. Ein Zurücklegen von vermeintlich seltenen Sets gleicht einem Lotteriespiel. Außerdem dürften  es immer weniger seltene Sets werden, da seit einiger Zeit regionale Artikel in den LEGO Brand Stores und im Online-Shop gekauft werden können. Bestes Beispiel dafür ist das Drachenbootrennen (80103).

Alle anderen Sets dieser Reihe sind relativ teuer, weil sie nur in Asien und Australien zu bekommen waren. Das Drachenbootrennen, das ein sehr schönes Set ist und mit 15 Minifiguren ein super Preis-Leistungsverhältnis hat, liegt in den Regalen wie Sauerbier. In Zukunft dürften also solche regionale Sets nicht mehr sonderlich im Preis steigen. Ein weiteres Zeichen für ein Überangebot an exklusiven Sets ist die Tatsache, dass die super seltenen LEGO Inside Tour Sets immer häufiger zum Verkauf angeboten werden.

lego lit

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich 2015 auf so einer Tour war, gab es fast keine dieser Sets zu kaufen, weltweit! Mittlerweile tauchen sie überall auf, auf Verkaufsbörsen, in Auktionen und auf Bricklink sind fast alle Modelle zu haben. Natürlich nicht „billig“, aber immerhin es gibt sie, da ist ein Fall des Preises meiner Meinung nach nur noch eine Frage der Zeit. Woher kommt das Angebot? – Ich höre immer wieder von Teilnehmern, dass auf solchen Touren mittlerweile nicht nur Fans sind, sondern auch knallhart kalkulierende „Geschäftemacher“, die so eine Tour mit Gewinn ausschlachten.

Fazit bei seltenen Sets: Vorsicht ist geboten, würde ich nur mit einem persönlichen Bezug zum Modell oder zur Sammlungsvervollständigung kaufen, als Invest nicht geeignet.

Sets neu und ungeöffnet

Am Anfang der LEGO Geschichte kaufte wahrscheinlich niemand Sets, um sie originalverpackt und ungeöffnet in einen trockenen Keller zu legen. Dieses Verhalten dürfte meiner Beobachtung nach erst in den 2000er Jahren begonnen haben und hat in den letzten fünf Jahren durch verschiedene Gründe extrem zugenommen.

lego Flugzeug

Ergo sind Modelle aus den 60iger und 70iger Jahren in „neu“ fast nicht zu bekommen, meist gibt es für solche Packungen keinen Preis, der am Markt beobachtet werden könnte, dementsprechend sind solche Sets immer sehr teuer. Aus den 80iger und 90iger Jahren tauchen mehr OVP Sets auf, allerdings ursprünglich nicht von Sammlern, sondern aus Geschäftsauflösungen oder von Kaufmännern aufgesammelte Sets in alten Spielzeugläden, die diese Artikel einfach ewig liegen liessen. Es soll Anfang der 2000er Jahre Leute gegeben haben, die gezielt wochenlang durch das Land fuhren und solche Spielzeugläden aufsuchten. Diese Goldgräberzeit dürfte mittlerweile aber auch vorbei sein, spätestens seit diese Geschäftsinhaber durch fleißige LEGO Investment Berichte auf den Wert ihrer Ware aufmerksam gemacht wurden. Jetzt erscheinende Packungen vom dänischen Spielwarenhersteller werden in unfassbaren Stückzahlen hergestellt und von sehr vielen Käufern in ebenso unfassbaren Mengen gehortet, originalverpackt, gut gelagert und nie aufgebaut. Gut für uns Fans, auch diese Sets werden lange zu erträglichen Preisen verfügbar bleiben und größtenteils nicht im Preis abheben.

Fazit bei neuen und ungeöffneten Sets: Natürlich wird es immer wieder Ausreißer nach oben geben, aber hier das richtige Set zu finden gleicht auch wieder einer Lotterie.

Rabattschlachten

Da die UVP von LEGO in letzter Zeit fast schon utopische Formen annimmt, kauft fast niemand mehr zum regulären Preis ein. Ausnahmen könnten noch die LEGO exklusiven Sachen sein, aber gerade Technic, City oder Creator 3in1 ist zur unverbindlichen Preisempfehlung eigentlich am Markt nicht mehr an den Mann oder die Frau zu bringen. Da die guten Angebote sehr begrenzt sind und nicht jeder immer dann ein Set braucht (Geburtstag, Weihnachten), wenn es gerade günstig ist, sind hier tatsächlich aus Händlersicht ein paar Euros zu verdienen. Allerdings sollte sich jeder darüber klar sein, das der Einkauf zum Zweck des umgehenden Weiterverkaufs steuerpflichtig ist, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Fazit: Tatsächlich könnt ihr hier durch Schnelligkeit und aufmerksames Lesen von – zum Beispiel unserem Blog – gute Schnäppchen machen, die kurzfristig Gewinn abwerfen, um das Hobby etwas zu refinanzieren.

Kostenlose Beigaben

Bis vor einigen Jahren waren die sogenannten GWPs immer ein gutes Invest für Sammler und Wiederverkäufer. Diese Sets konnten nicht käuflich erworben werden, es gab sie nur als Beigabe zu einem Einkauf bei LEGO direkt. Seit geraumer Zeit tauchen diese Packungen aber im Verkauf bei LEGO direkt wieder auf. Zu sehr guten Preisen und in großen Mengen.

Bestes Beispiel ist der Weihnachtliche Bauspaß (40253) aus dem Jahr 2017. Dieser wurde zum Schluss für unter fünf Euro bei LEGO verramscht. Ein gutes Angebot zum Bauen, da 254 Teile!

Mein Fazit: Das Sammeln dieser Beigaben macht aus Investment Sicht wohl keinen Sinn mehr.

Neuauflagen

Ein weiterer Killer für „Investment-Legoaner“ sind die immer wieder erscheinenden Neuauflagen von LEGO. Diese Neuauflagen-Praxis von LEGO ist durchaus nicht neu, nach der Krise Anfang der 2000er Jahre legte die dänische Firma auf Empfehlung und drängen der damaligen noch kleinen Fangemeinschaft legendäre Sets wieder neu auf.

lego pirates review

Zum Beispiel die Black Seas Barracuda (6285) wurde damals unter der Nummer 10040 dreizehn Jahre nach Ersterscheinung wieder neu aufgelegt. Diese Piratenschiffe sind jetzt günstiger zu haben als das Original von 1989. Ob die Preise damals für das alte Schiff gefallen sind, konnte ich leider nicht recherchieren. Das Vestas Windrad und das Tajmahal sind nach der 1zu1 Neuauflage jedenfalls im Preis gesunken. Aber nicht nur die 1zu1 Kopien haben den Markt in Bewegung gebracht. Auch der zweite UCS Millenium Falken und der neue UCS Star Destroyer sorgten für einen Preisrutsch bei den Klassikern. Prinzipiell ist LEGO bei jedem Set in der Lage, eine Neuauflage auf den Markt zu bringen. Alle Rechte an diesen Sets liegen bei LEGO, das musste zum Beispiel auch Daniel Siskind bei seinem kleinen Blacksmith Shop feststellen. Sein kleines Modell davon durfte er nicht so nennen, obwohl er es damals designte.

Mein Fazit: LEGO wird immer wieder ikonische Sets in lockerer Reihenfolge neu auflegen. Davor dürfte kein großes Modell sicher sein. Welches als nächstes kommt, steht natürlich immer in den Sternen, ihr merkt, ein Lotteriespiel.

Inflationär viele Neuerscheinungen

Jedes Jahr erscheinen unzählige neue Sets von LEGO. Immer mehr davon sind auch ganz klar an den bauenden Erwachsenen gerichtet. Ein Ende dieser Erscheinungspolitik ist nicht abzusehen. Auch werden die Modelle immer größer und mit mehr Teilen versehen. Gefühlt erscheint jedes Jahr das größte LEGO Set aller Zeiten. Die Gründe hierfür dürften vielfältig sein. Einer ist aber bestimmt der Wille, die Kaufkraft der erwachsenen LEGO Fans für neue Produkte abzuschöpfen. So bleibt für EOL Sets immer weniger Geld über, da ja schon wieder ein neues großes „Must Have“ Produkt aus Dänemark im Anmarsch ist.

Mein Fazit

Bei der Recherche zu diesem Artikel bin ich über viele Betrachtungsweisen zu diesem Thema gestolpert. Auch habe ich mit vielen Fans über dieses Thema gesprochen. Ich habe mir viele Preise angesehen und verglichen. In der Fanbase ist der Tenor, dass die Spekulation mit LEGO bald ein Ende haben könnte. Hier könnte aber auch der Wunsch dazu Vater des Gedankens sein. Die Investoren sehen noch lange kein Ende der Blase, zumal der chinesische Markt langsam Gefallen an alten LEGO Sets findet. Ich beobachte, das ikonische alte Sets den Preis noch steigern, aber kleine ältere Modelle immer wieder erstaunlich günstig zu bekommen sind. Ich kann euch nur empfehlen: Kauft, was euch Spaß macht, öffnet die Schachteln und baut!

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58 Kommentare

  1. Guter Artikel und ich freu mich auf mehr zu dem Thema !
    Lego fördert das ganze ja sehr durch ihr regional Sets und limitierte Auflagen !
    Also will es Lego ja wohl auch so ?
    Am besten auf die nächste Wirtschaftskrise warten und dann kaufen !

  2. Ein sehr guter Artikel, ich sehe einige Dinge genauso. Ich investiere selbst einiges in Lego, habe für mich aber festgehalten nur in Sets zu investieren die ich besitze oder gebaut habe. So habe ich beispielsweise die Saturn und das Stadtleben hier noch ein paar mal liegen. Die Blase wird niemals platzen da ich Beispielsweise selbst Förderer bin, ich habe den Ferrari F40 gekauft als er vom Markt war, eben weil ich meine Sammlung vervollständigen wollte.

    • Deine Logik erschließt sich mir nicht ganz. Hört sich so an, als würdest du dir deine eigenen Sets abkaufen. Ob die Blase platzt oder nicht, hängt von ALLEN Marktteilnehmern ab. Angebot und Nachfrage.

  3. Den chinesischen Markt sollte man schlicht einfach mal nicht überbewerten. Da baut sich gerade mächtig eine Blase auf. Wieviel „Luft nach oben“ da ist, da habe ich doch so meine Zweifel, aber das ist ein anderes Thema. Man sollte auch blindes „den Markt Leerkaufen“ vielleicht nicht mit ernsthaftem Sammelinteresse verwechseln. Das ist ja nix anderes wie in der Kunstszene oder beim Horten von Luxusautos und Oldtimern in der Hoffnung, dass sie eines Tages noch wertvoller werden. Ansonsten ist der LEGO-Markt eindeutig übersättigt. Da lässt sich abseits der natürlichen Wertsteigerungen nix mehr reißen. Ich weiß aber trotzdem nicht, ob es nun so sinnvoll ist, sich den Keller mit Exklusivsets vollzustopfen, nur weil man sie zwei, drei Jahre später für 50 Euronen mehr verkaufen kann…

  4. Ich habe auch ein paar Sets zur Refinanzierung gekauft und auch den Eindruck dass sich das seid 2014 / 15 nicht mehr wirklich lohnt. Deshalb kaufe ich nur noch für uns als Familie. 30 – 40% Rabatt erledigen die „Ersparnis“ eben auch.

  5. Es gibt ja immer zwei Seiten, das Angebot und die Nachfrage. Ich bin erst seit ein paar Monaten wieder dabei mit Lego zu bauen und habe dadurch natürlich viele Tolle Sets verpasst. Der Blick auf den Gebrauchtmarkt bzw bei Ebay bringt natürlich schnell Ernüchterung. Da werden dann alte Modulars zu sehr hohen Preisen angeboten. Selbst die nicht mehr Orginal verpackt sind. Dh heißt für mich einfach, ich kaufe es nicht. Ich möchte gerne den Bauspaß haben, aber nicht zu so abgehobenen Preisen. Letztendlich kann natürlich jeder Wiederverkäufer seinen Preis gestalten wie ihm beliebt, aber um so höher der Preis ist, um so kleiner fällt die Käuferschaft aus. In manchen Fällen würde ich mal behaupten geht es auch gegen Null und derjenige hat dann einfach nur totes Kapital zu Hause im Lager liegen. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Angebote die ganz moderat sind und selbst wenn man mal ein Set selbst verkaufen möchte kommt man meist gut damit weg. Abzüglich der Zeit und den Spaß den man vorher damit hatte ist es doch auch vollkommen in Ordnung es etwas unter dem Orginalpreis verkauft zu haben. Manchmal gibt es sicher auch mehr, weil es eben gefragt ist. Letztendlich kaufe ich Lego, weil ich Spaß am bauen habe. Da brauche ich weder die Verpackung oder Mondpreise für manche Sets. Dann gibt es eben auch Alternativen, auch andere Mütter haben schöne Töchter.

  6. Sehr schöner Artikel!- man darf nicht vergessen das es um Spielzeug geht was durch bespielen die beste Freude am Produkt ergibt.
    Ich persönlich könnte mir nicht vorstellen ein Set Jahre lang evtl. gewinnbringend zu lagern.
    Bereits vorhandene geöffnete alte Set s würde ich auch nicht, selbst bei einem gutem Verkaufspreis, verkaufen- da hängt bei mir einfach zu viel Erinnerung und Emotion mit dirn!

  7. Zugegeben, ich seh das anders. Ich stimme dir zu, wenn es um langfristiges Investment geht. Ein Set heute kaufen und hoffen, dass es in 10 Jahren seinen Wert vervielfacht hat, bringt nicht wirklich Erfolg. Dafür sind solche „Ausreißer“ zu selten.

    Allerdings sieht man doch durchaus, das Sets nach ihrem EOL doch recht schnell wieder in Richtung UPE zurückkehren. Wenn man jetzt Set’s bei Angeboten mit 30-50% Rabatt bekommt, dann sehe ich hier durchaus eine mittelfristige Investmentmöglichkeit.

    Nur mal eines von unzähligen Beispielen: Alter Angelladen. Gab es im Angebot vor 2 Jahren für 120€ und wer ihn jetzt haben möchte zahlt ca. 200€. Die 80€ in 24 Monaten entspricht einer Rendite von knapp über 30% p.a.. Welche andere „Geldanlage“ schafft das bei dem überschaubaren Risiko? Ich kenne keine.

    Sicherlich macht es nicht bei jeder Lego-Serie Sinn. Welche Sinn machen könnten, da kann jeder selbst den Kopf anstrengen. Kleiner Tip: Die Chancen stehen nicht schlecht, wenn es eine Lizenz hat, sammelbar ist und nicht nur für Legomenschen interessant ist.

    Weiterhin kann man Lego auch gut nutzen um Kindern erste Grundlagen von Geldanlage beizubringen. Man denke mal an die SpeedChampions. 1 Auto kostete bisher 15€ UVP. Mit Standartrabatt 10,5€. Nach 2 Jahren kann man es für 20€ verkaufen. Kauf dem Kind 2 – eines zum spielen, eines zum sparen.

    Da liegt auch gleich der nächste Vorteil. Man kann bei Lego mit kleinen Beträgen einsteigen.

    Natürlich hat Lego auch Nachteile, die nicht unerheblich sind. Da sehe ich vor allem den zeitlichen Aufwand, das Platzproblem und die Skalierbarkeit bei größeren Investitionssummen. Es ist nicht ganz einfach hier mal eben 100k€ oder so unterzubringen. Weiterhin sollte man sich im Klaren sein, dass man rechtlich mit dem Lego An- & Verkauf ein Gewerbe betreibt. Ich kaufe wiederholt ein mit einer späteren Gewinnerzielungsabsicht – Ergo ich brauch einen Gewerbeschein. Das erzählen die „Investmentblogs“ immer nicht. Wer das nicht macht, begeht schnell Steuerhinterziehung!

    In diesem Sinne: Schönen Feiertag!

  8. Ein guter Artikel, der die Lage treffend beschreibt. Wenn ich überlege, wie ich vor einigen Jahren alte Sets meiner Kinder mindestens zum UVP bei eBay verkaufen konnte, so ist der Markt heute übersättigt und längst nicht alles findet Käufer. Ich persönlich kaufe nur, was mich interessiert und mir gefällt.
    Lego Sammeln als Wertanlage ist heutzutage nicht wirklich sinnvoll, da gebe ich dem Autor vollkommen Recht.

  9. Das Beispiel mit dem Drachenbootrennen irritiert mich. Das Set ist Lego exklusiv, und ich kann mir nicht vorstellen, dass Lego die Verkaufszahlen mitteilt. Woher weiß der Autor, dass es sich nicht verkauft? Dazu hat es tatsächlich ein grandioses Preis-Leistungsverhälniss und wie alle Asia Sets einen sehr kurzen Lebenszyklus. Das Set ist geradezu prädestiniert ordentlich im Wert zu steigen. Alles andere als eine Wertverdopplung innerhalb von 2-3 Jahren wäre für mich eine Überraschung. Das Badpod-Beispiel ist auch nicht so gut. Klar sinkt der Preis kurzfristig, wenn von einem seltenen Set zusätzlich Exemplare in den Umlauf kommen und direkt verkauft werden. Trotzdem wird sich das bei nur 1500 Exemplaren mittelfristig wieder bei 500€+ einpendeln. Wer also VIP Punkte im Wert von 100€ dafür investiert hat, hat einen verdammt guten Deal gemacht. Außerdem ist das Lotterspiel, welche Sets denn im Wert steigen werden, weniger zufällig als gedacht. Es gibt schon Indikationen, ob ein Set im Wert steigen könnte oder nicht. Aber auch da unterscheiden sich Lego-Sets nicht von anderen Wertanlagen, Diversifizieren ist das Stichwort. Ich werde ja auch nicht mein ganzes Geld in die Aktien einer Firma stecken… Wenn ich 10 Sets (im Idealfall mit 20-40% Rabatt) kaufe und dann steigen davon zwei ordentlich im Wert, eines vervielfacht sich und 7 bleiben im Wert etwas über der UVP stehen, dann habe ich ordentliche Rendite im Schnitt. Die Frage ist halt ob ich so eine Imvestment-Form prinzipiell interessant finde, dafür braucht man ja einen großen Keller und hat viel logistischen Overhead. Aber verglichen mit anderen Anlageformen habe ich halt auch nach wie vor recht gute Renditeaussichten und wenig Risiko (OVP Sets bekomme ich immer irgendwie mindestens etwas über UVP verkauft, wenn sie erst mal OOP sind und zur Not kann man es immer noch selbst bauen). Und es stimmt ja: es gibt sehr viele Länder (nicht nur Asien) die sich entwickeln und von Lego noch nicht viel gehört haben… da Schlummert mittelfristig viel Potential, wenn Lego anfängt, diese Märkte richtig zu erschließen, weil da auf einmal Geld da ist.

  10. Sehe ich komplett anders!

    Früher vor ca. 10 Jahren gab es mal eine handvoll Sets die am Markt vom Preis stiegen, aber man bekam über Ebay, Amazon und Bricklink fast ALLES noch jahrelang günstiger als den UVP! Heute ist Bricklink in Deutschland fast leer gefegt und alte Sets fast gar nirgends mehr zu bekommen. Manche, als hochgehandelte „Investments“, haben sich sicher nicht so entwickelt wie das viele vermuteten, was auch gut ist! Solche Mondpreise sind einfach nur krank. Aber schaut man mal 100 zufällige Sets der letzten 5 Jahre auf den gängigen Plattformen an, dann sieht man dass die Masse an Sets fast alle gestiegen sind. Sicher gibt es da nicht immer die „Deckensprenger“, aber heutzutage interessieren sich viel mehr Leute für Lego, als vor 10 Jahren und sind auch bereit entsprechend Geld auszugeben. 2014 haben viele auch gesagt, Lego sei im Rückgang, aber 2015 ham die wieder deutlich mehr Gewinn gemacht. Ich wunder mich oft, wie viele Sets heute in so kurzer Zeit vom Preis steigen, siehe Elves, Friends oder Disney, gerade die Release Sets sind enorm teuer. Das an einigen wenigen Beispielen hier fest zumachen, ist mir zu kurzsichtig.

  11. Ich schüttel über dieses Thema eher den Kopf. Der ,,Wert“ von Lego Sets ist bei uns die Idee, die Konstruktion und der Zusammenbau. Einerseits lese ich – gerade hier auf Promobrick- wie teuer doch Lego angeblich ist, andrerseits ist der Käufer daran interessiert Sets zu horten um sie selber mit staatlichen Gewinn zu verkaufen. Den ,,Gier“ Legos verteufeln sie aber gerne für sich selber in anspruch nehmen.

    • Ähm… das eine schließt das andere ja nicht aus, oder? Es müssen ja nicht die selben Leute sein, die sich über die „Gier“ Lego’s aufregen und dann trotzdem teure Sets horten.

      Das Thema ist nun mal vorhanden und dadurch auf einem solchen Blog durchaus berichtenswert. Und ich finde gerade bei den kleineren Sets, die sammelbar sind, kann man sich die Sammlung auch recht easy re-finanzieren. Beispielweise kauft man sich zwei gleiche Brickheadz mit Rabatt und verkauft einen dann nach EOL zum doppelten oder dreifachen Preis wieder weiter. Klar, man wird nicht reich davon, aber zumindest die eigene Sammlung ist dann „gratis“.
      Und das Risiko ist nicht hoch, falls die Strategie nicht aufgeht. Dann hat man halt mal 100€ in Brickheadz investiert, die dann zuhause rumstehen. Davon wird man auch nicht arm.

      Das finde ich auch nicht verwerflich (im Gegensatz zu diesen Angeboten bei eBay, wo man z.B. den MF am Releasetag schon um 2000€ kaufen kann), das ist einfach ein gewisses Spielen mit den Zahlen und auch ein Hobby im Hobby. Das gehört doch zum Sammeln dazu. Ist ja bei Briefmarken, Autos, Kronkorken, Puppen, etc nicht anders.

      Wie gesagt, Sets bewusst horten um daraus aktiv Geld zu machen finde ich nicht gut.

  12. Das Spekulieren mit „normalen“ Lego Sets lohnt sich schon sehr lange überhaupt nicht mehr.
    Ab und zu kaufe ich auch mal Sets alleine zur Finanzierung der anderen Sets, die ich für mich selbst zum Bauen kaufe.
    Da lohnt sich meiner Meinung nach aber nur die Creator Expert und Ideas Serie. Und selbst da werden einige Sets nie eine große Preissteigerung im Vergleich zur Lego UVP haben, wie z.B. liegt die Preissteigerung beim 10232 Palace Cinema gerade mal bei 40%, obwohl es schon zwei Jahre EOL ist.
    Ob sich das lohnt muss jeder natürlich für sich entscheiden, allerdings stimme ich Wolfgang zu, dass es sich am meisten lohnt, kurzfristig Sets bei starken Rabattaktionen zu kaufen und dann zur Lego UVP schnell weiterzuverkaufen.

    Danke für den Artikel, das ganze Thema war gut zusammengefasst!

  13. Guter Artikel und ich teile die dort durchscheinende Skepsis zu 100 Prozent.
    Lego als Geldanlage hört sich zwar cool an, ist aber eine kreuzgefährliche Sache. Man darf nie vergessen, dass es sich um einen Gegenstand handelt, der einen Materialwert von nahzu 0 hat.
    Daher reden wir über einen absolut unüberschaubaren Liebhabermarkt, der alles bietet außer Sicherheit.

    Weiter oben wurde geschrieben, dass man Kindern dadurch an das Thema Geldanlage heranführen könnte. Das sehe ich komplett anders. Genau diese Art von Anlage ist eine vollkommen spekulative, die nur davon abhängig ist, wie „irre“ die potentiellen Käufer drauf sind.

    Da Lego selbst davon nichts hat, finde ich auch gewagt zu sagen, sie hätten ein Interesse daran. Da sie am Zweitmarkt nichts verdienen, kann man diese Theorie vergessen.

    Und, was auch immer gerne vergessen wird: Meistens werden nur die Beispiele genannt, bei denen es tatsächlich geklappt hat. Die, bei denen nichts passiert fallen unter den Tisch. Wer also mit 50 alten Taj Mahals im Keller seine Rente finanzieren wollte, schaut inzwischen böse in die Röhre.

    Und zu letzt: Wir leben aktuell in politisch äußerst bewegten Zeiten, ob es in 10 Jahren tatsächlich noch einen Legozweitmarkt gibt, wissen wir alle nicht. Vielleicht ist Plastik bis dahin verboten…

  14. Der Artikel ist sehr gut, ich teile die Meinung. Ausreißer gibt es immer, ich habe vor Jahren meine Space Station Classic gebraucht verkauft für 140€. Und letzte Woche zwei Space Classic Figuren als Schlüsselanhänger für 28€.
    Aber das sind Ausnahmen. Dafür mein AT St für 40€, den hatte ich mal für 46€ gekauft.

  15. Auf den Punkt gebracht. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

    Meine Empfehlung:
    Kauf die Sets für Eure Sammlung (aus Leidenschaft) und nicht als Invest.

  16. Classic
    -Piraten
    -Space
    -Castle gehen immer! Da ist es nur wichtig, die original Steine und Farben zu verwenden.
    Dieser “Markt“ orientiert sich weniger am Profit oder an der Kaufkraft, sondern erweckt Emotionen aus frühen, unbeschwerten Kindheitstagen.
    Allerdings ist das der Gewinn eher analog von DM zu € zu erfassen.
    Ne originale, gebrauchte BSB (mit BA, ohne Box) bringt gut 150€+++.
    Das entspricht nach 30Jahren grade mal 100% Gewinn.Neuware ist natürlich etwas teurer 🙂
    Und genau dieser Aspekt wird diesen Markt nie einbrechen lassen.

  17. Bei den Maßen die es an Sets gibt, ist doch eigentlich nicht schwer vorauszusagen was im Wert steigen wird!

    Serien wie Star Wars, (egal welches Set) wird man doch kaum noch über UVP los, es kommen einfach viel zu viele.
    Selbst den Kessel Run hat Lego im Onlineshop mit 40% nur schwer los bekommen.
    Wer sich nun also Star Wars Sets einlagert hat einfach keine Ahnung.

    Besondere Sets wie Ship in the Bottle oder das Pop up Buch werden sich mit Sicherheit ähnlich wie das Maze Set entwickeln, diese Sets sind halt etwas besonderes.

    Normalerweise müsste man auch denken, dass die Apollo Rakete sich sensationell entwickeln wird, wegen dem guten Preis Leistungs Verhältnis, aber kein anderes Set wird wohl häufiger in den Kellern liegen, auch wegen der guten Angeboten bei Galeria für 96€ und Smythstoys für 89€.
    Da muss man schon viele Jahre warten, bis sich da etwas tut.

    Auch das Disney Schloss, Aston Martin, Ninjago City, City Hafen, Flugsegler, Hulkbuster usw. sind sichere Investitionen.
    Man muss halt nur zum richtigen Zeitpunkt kaufen.

    Das Disney Schloss gab es regelmäßig mit 20% beim Disneystore, den Aston Martin ebenfalls mit 20% häufig, Ninjago City für 220 bei Smythstoys, City Hafen für 145 bei Müller, Flugsegler für 79€ bei Müller, Hulkbuster für 129€ inkl. Avengers Tower und Ideas Rocket Ride.

    Was auch wohl gutes Potenzial hat, City 60200 Hauptstadt, gab es letztens für 95€ bei Galeria.

    Ausserdem nicht Zuckergüssen, die Züge.
    Schaut mal auf die Preise von 60051, 60052 und 60098, wie kann man da sagen, dass die Zeit vorbei ist?

    Auch bei Technic hat man mit den richtigen Sets kein Risiko, siehe Claas, oder Arocs.

    Der Mack wird auch ohne Probleme 12 Monate nach eol bei 200€ stehen, jetzt bekommt man ihn ständig für 100€.

    Wenn man aber natürlich ohne Vernunft einfach alles kauft was reduziert ist, dann macht das alles kein Sinn.

  18. Hallo

    Ich habe auf eBay eine Auktion gefunden, wo der BatPod für 196 € rausging und vermutlich beziehst du dich darauf.
    https://www.ebay.de/itm/Lego-Super-Heroes-5004590-Bat-Pod-311-/392377068626?hash=item5b5b7eec52%3Ag%3A1GEAAOSwJ9RdTt4m&nma=true&si=kBVtZH6EHc%252F99EAbgNPTTOl7oAg%253D&orig_cvip=true&nordt=true&rt=nc&_trksid=p2047675.l2557

    Aber:
    Verkäufer hat nur eine Bewertung und die ist mehr als ein Jahr alt.
    Verkäufer akzeptiert keine PayPal nur „Barzahlung bei Abholung“ versendet aber.

    Das riecht für mich und für viele andere Interessenten nach Betrug und schreckt ab. Aus diesen Grund ist auch der Endbetrag so niedrig. Ob der Verkäufer ein Betrüger ist, vermag ich nicht zu sagen.

    Ich selbst habe vor ca. 4 Jahren den BatPod für knapp 500€ neu ersteigert. Der Verkäufer schien seriös. Leider hat er dann behauptet, dass sein Account gehackt wurde. Da hatte ich wohl pech.

    Soviele Auktionen von begehrten Sets habe ich schon erlebt, wo der Endpreis 50% bis 80% niedriger ausfiel. Und immer waren das neue Accounts mit 0 bis 5 Bewertungen, die kein PayPal akzeptieren.

    Von daher finde dieses Preisbeispiel als schlecht recherchiert. Der Rest ist aber gut und ich gebe dir in den meisten Punkten recht. Es wird immer schwieriger ein gutes Pferd zu erkennen.

    Grüße

  19. Der tatsächlich zur Zeit für das Bat Pod erzielbare Preis liegt zwischen 600 und 800 Euro, die hier angeführte Auktion mit dem Ergebnis von 196 Euro habe ich vor einigen Wochen ebenfalls verfolgt, und eher als unseriös eingestuft, folglich von einem Gebot Abstand genommen. Zeitgleich wurde der identische Artikel, Fotos gleich, nur ein anderer Anbietername, für eine vierstellige Summe zum Sofortkauf angeboten, der Artikel steht auch heute noch online. Ich gehe eher davon aus, das der Käufer das Bat Pod nie erhalten hat, und man dieses Beispiel schlecht für eine Diskussion zur Wertentwicklung anführen kann. Insbesondere dann, wenn Verkäufer extrem seltene Artikel anbieten, aber nur eine einzige Bewertung in ihrer Verkäufergeschichte vorweisen können, sollte man Auktionen nicht ganz so ernst nehmen, eher von der Seitenlinie betrachten, und schon mal gar nicht versuchen, darauf basierend eine Wertanalyse zu vorzunehmen.

  20. Ach, und noch etwas, man braucht nicht immer viel Platz, ich habe zb. jede Menge Avengers Bricktober Sets (14,99€) und Silver Centurion (12,50€) hier rum liegen.
    Zusammen bekommt man für die ohne Probleme 100€.

  21. Danke für die nüchterne Betrachtungsweise des Themas. Habe früher Modelautos der Yesteryear Reihe gesammelt und der Markt verhielt sich damals genauso wie der Lego Markt heute. Die Menge der Sammler stieg und dadurch die Preise der Modelle. Als Matchbox die Marke übernahm war noch alles im grünen Bereich. Dann wollten sie die Kuh richtig melken und erhöhten die monatliche Anzahl neuer Modelle. Man gab mehr Geld aus als man wollte und alte Modelle stiegen absurd im Preis. Dazu kamen sogenannte Code 2 Modelle mit Werbeaufdrucken bekannter Marken. Die wurden ebenfalls in Lizenz hergestellt und hatten sehr kleine Auflagen. Die Preise dafür stiegen unglaublich. Dann konnte und wollte irgendwann keiner mehr Mondpreise bezahlen und nur die wenigsten hatten genug Geld die immer höhere Anzahl regulärer Modelle zu kaufen. Der Markt brach ein und regulierte sich selber. Die Preise fielen zum Teil um 90 %. Der Markt hat sich nie richtig erholt.

  22. Zeig mir mal ein Set, das ein Jahr oder vom Markt ist und in OVP regelmäßig mit über 30% unterm UVP über den Ladentisch geht. Ich denke da wirst du sehr wenige finden und damit erklärt sich auch der Sinn des Hortens von bestimmten Sets. Bei manchen macht es mehr und bei anderen weniger Sinn, aber Verlust macht man eigentlich so gut wie nie.
    Anders ist es, wenn man Sets, die bereits einige Zeit vom Markt sind kauft, um sie 5 Jahre später noch teurer weiterzuverkaufen. Das funktioniert nicht, weil die absolute Mehrzahl der Sets die entscheidende Preissteigerung in den ersten beiden Jahren nachdem sie vom Markt gegangen sind durchmachen!

    Und noch was Allgemeines: Käufe zum Zwecke des Weiterverkaufs sind nur dann steuerpflichtig, wenn du es innerhalb von 12 Monaten nach dem Kauf weiterverkaufst. Dann fällt die sogenannte Spekulationssteuer an. Danach sind solche Verkäufe im kleinen Rahmen (also nicht in einem Maß, dass man gewerbliches Handeln annehmen könnte) steuerfrei. Wenn man nach 10 Jahren sein Haus mit fettem Gewinn verkauft, muss man den Gewinn schließlich auch nicht versteuern!

    • Genau so sehe ich das auch. Entscheidend ist der Einkaufspreis und die Sets, die man sich zur Seite legt.
      Ich zum Beispiel kaufe fast ausschließlich „seltene Sets“ wie Creator Expert und Ideas mit 25 bis 35 % Rabatt. Wenn ich dafür im Endeffekt nur den Preis der eigentlichen UVP bekomme, dann hab ich meine eigenen Sets schon etwas querfinanziert.

    • Ich denke, wenn man Lego-Sets kauft, um sie nach EOL wieder zu verkaufen, wird man ohnehin länger als 12 Monate warten müssen, denn es dauert ja noch eine Weile bis gewisse Sets restlos vom freien Handel verschwunden sind – Ausnahme vielleicht die exklusiven Sets, aber auch die sind ja noch eine Weile bei Symths und co …oder bei gewissen Online Shops noch zu bekommen.
      Dabei muss man sicher auch schauen, wieviel andere Käufer auf ebay oder dergleichen hoffen im Jahr kurz nach EOL ihren Reibach zu machen und die Plattformen mit ihren „Angeboten“ überschütten – was bringt es dir dein …Pariser Restaurant in den ersten 12 Monaten des EOL zum Wiederverkauft anzubieten, wenn es 100te andere Lego-Investoren auch tun ^^

      • Das Pariser Restaurant finde ich hier kein gutes Beispiel, da es seit geraumer Zeit nur noch bei Lego zur UVP zu haben ist.
        Ich sagte ja, es ist immer eine Sache des Einkaufspreises.
        Ich habe zum Beispiel das Stadtleben für 160€ und die Achterbahn für 208€ bekommen. Diese würde ich zu diesem Preis locker wieder los werden auch wenn sie noch nicht EOL sind. Also sehe ich da wenig bis gar kein Risiko diese Sets später mit etwas Gewinn zu verkaufen.

        • Ja, das war sicher kein gutes Beispiel, gerade weil es ja so schlang schon auf EOL steht oder spekuliert wird, das es ausläuft und noch immer da ist.
          Ich habe einfach so aus dem Standgreif das erstbeste Set genommen das mir in den Sinn kam, um die grundlegende Problematik bzw. Beispiel zu erläutern.

          Und hier ging es mir nicht darum die Sets wieder loswerden zu können, das tut man für den richtigen Preis immer, sondern mehr darum die Sets mit nennenswerten GEWINN wieder loswerden zu können und da schossen ja die Brickbank und das Detektivbüro gleich nachdem es bei Lego nicht mehr zu bekommen war auf diversen Seiten in die Höhe, aber nicht nur bei Re-Sellern, sondern auch bei der einen oder anderen Online Shoping Seite bei Brick Merge.

        • Das Pariser Restaurant? Das ist eines der am häufigsten gekauften Sets und führt die Owner-Statistiken bei Brickset und Rebrickable mit großem Abstand an. Es wird seit 6 Jahren ohne Unterbrechung verkauft! Es hat bereits faktisch jeder AFOL. Ich glaube nicht, dass dieses Set in naher Zukunft, auch wenn es aus dem LEGO-Store verschwindet, an Wert steigen würden.

          • Wie gesagt, es war ein schlechtes Beispiel und sollte nur allgemein für irgendein Set her halten …..es war einfach das erste X-beliebige Set das mir einfiel.

    • „Und noch was Allgemeines: Käufe zum Zwecke des Weiterverkaufs sind nur dann steuerpflichtig, wenn du es innerhalb von 12 Monaten nach dem Kauf weiterverkaufst. Dann fällt die sogenannte Spekulationssteuer an. Danach sind solche Verkäufe im kleinen Rahmen (also nicht in einem Maß, dass man gewerbliches Handeln annehmen könnte) steuerfrei.“
      Das Finanzamt wird aber trotzdem ein gewerbliches Handeln annehmen (Gewinnerzielungsabsicht etc.), womit du zwar nicht zwingend der Spekulationssteuer unterliegst, sehr wohl aber der Pflicht zur Anmeldung eines Gewerbes und der damit verbundenen Pflicht zur Steuererklärung.

      • Das ist Unsinn…Gewerbliches Handeln setzt noch andere Sachen wie Regelmäßigkeit und ein gewisses Volumen voraus. Außerdem muss sich darüber erstmal jemand beschweren und dein Handeln dem Finanzamt mitteilen und dann muss mir erstmal jemand nachweisen, DASS ich das Set überhaupt zum Zwecke des Wiederverkaufs erworben habe und nicht aus anderen Gründen. Letztendlich gibt es keine klaren Grenzen wann gewerbliches Handeln anfängt und wann es aufhört. Das ist Auslegungssache vom jeweiligen Finanzamt / Richter.
        Wenn man das Ganze in einem Maß macht, dass es nicht groß auffällt, dann ist sowas dem Finanzamt komplett egal und es gibt gegen dich auch keine Handhabe!

        • Im Grunde stimme ich dir zu.
          Bei wenigen unterschiedlichen Sets wird wohl keiner was sagen können: die berühmten „doppelten Geschenke“, „Sammlungsauflösungen“ etc. ;-).
          Aber spätestens wenn es mehrere identische Neuwareprodukte sind, wird es schwer nachzuweisen, dass dies kein gewerbliches Handeln ist. Das FA wird dies erstmal annehmen und du darfst dich dann mit denen auseinandersetzen. Je nach Beamtem ist das dann, wie du schreibst, leider Auslegungssache. Eine klare Abgrenzung (x Artikel oder y Euro pro Jahr etc.) wäre für alle entspannter.
          Es reicht auch einer der dich aufgrund z.B. deiner eBay-Angebote meldet… leider scheinen das dort inzwischen häufiger andere gewerbliche Händler durchzuführen.

          Mir ging es aber eigentlich auch mehr um den Hinweis, dass es nach den 12 Monaten eben keinen Freibrief gibt die Sets auf den Markt zu bringen.

          • Deswegen die Ergänzung „also nicht in einem Maß, dass man gewerbliches Handeln annehmen könnte“.
            Nur weil irgendein Ebay Händler ein anderes Ebay Mitglied dem Finanzamt meldet, werden die auch nicht automatisch aktiv. Ich bezweifel ernsthaft, dass das Finanzamt dafür überhaupt Personal hat, um auf solchen Kleinkram zu reagieren. Die haben ganz andere Interessen. Da muss der Fall schon ziemlich deutlich sein. Wenn du 4-5 Sets im Jahr verkaufst reagiert da niemand, nicht mal wenn das vielleicht einen Händler stört.
            Wer mehrere identische Artikel als Neuware gleichzeitig verkauft ist dann aber auch ein wenig doof. Das macht auch nicht mal Sinn!

  23. Nur eine Kleinigkeit noch:
    Immer Vorsichtig sein mit dem Wort „Wert“. Um dauerhaft einen Wert zu haben, dauert es teilweise Jahrhunderte, bis sich die Menschheit darauf einigt, dass etwas ohne großen praktischen Nutzen als wertvoll angesehen wird. (Gemälde, Briefmarken etc)
    Lego ist dafür noch viel zu neu, als dass man davon ausgehen kann, hier eine dauerhafte Entwicklung absehen zu können.
    Sammlermärkte können sehr volatil sein – vom schnellen Boom hin zum Zusammenbruch.

  24. Ich selbst habe auch eine Zeitlang mit LEGO gedealt und für 10.000 Euro damals (vermutlich ein paar Euro mehr sogar) Sets gekauft, eingelagert und verkauft.
    Bilanz – laut meiner Excell-Tabelle – ca. 3000-5000 Euro gewinn.

    ABER! Einige Sets habe ich auch verschenkt (Kinderheim, vermutlich auch Richtung 500 Euro gehend im Wert).
    Einige Sets leicht unterm Preis verkauft.
    Und mittlerweile habe ich noch ein paar Sets im Keller stehen und will sie eigentlich loswerden, habe aber nicht die Motivation sie reinzustellen.

    Als Investment lohnt es sich m.M.n. schon, aber eben nur in einem gewissen Rahmen. Und nur wenn man Lust hat sich aktiv zu kümmern. Ein Set für 10 Euro, was man für 25 Euro verkauft bekommt ist ein guter Gewinnsatz prozentual, aber real hab eich keine Lust für 15 Euro ein bis zwei oder mehr Stunden meiner Freizeit zu opfern. Bei großen Sets die 200 Euro kosten und die man für 250 Euro verkauft ist es prozentual kleiner, aber die 50 Euro lohnen sich schon eher. Aber der Schuss kann eben auch nach hinten losgehen (immer neue Auflage des Millenium Falcon bspw. oder Setreihen wie Lone Ranger die einfach komplett nach hinten losgehen). Da ist das Risiko entsprechend höher. Also gilt wie überall auch hier die Streuung des Risikos.

    Hätte man eine kostenlose, theoretisch endlose, optimale Lagerfläche zur Verfügung, müsste sich nicht selbst mit Ein- und Verkauf herumplagen (und dem hin und her Transport!) wäre es ein MEGA Investment.
    So ist man aber alleine schon aus Platzgründen auf ein maximal Investment von einigen tausend Euro beschränkt. Jeder Transport birgt Risiken für die Sets. Jeder Kratzer, Fleck, Knick wird vom potentiellen Ebay-Käufer (das sind natürlich alles SAMMLER! und der Karton ist eigentlich DAS Wichtigste am Set!) ob tatsächlich vorhanden oder nicht – in m.M.n. oftmals niederer Absicht – missbraucht um Rabatte herauszuschlagen. Teilweise vermutlich werden Knicke oder Kratzer mutwillig selbst zugefügt. Das Set nach Verkauf zurückzuverlangen – in welchem Zustand es dann auch immer sein mag – lohnt sich meistens weniger als einen Rabatt zu gewähren.

    Als KLEINES Investment am Rande, wenn es einem sowieso Spaß macht und man etwas Platz hat, wenn man die Zeit und Muße hat sich damit auseinanderzusetzen – wer es noch kommerzieller und professioneller macht, muss ebenfalls ein Gewerbe anmelden und Steuern zahlen! – lohnt es sich vermutlich weiterhin.
    Als DAS große Ding, als welches es oft hingestellt wird, lohnt es sich m.M.n. nicht (mehr).
    Ich persönlich bin froh, wenn ich die letzten Sets raus habe. Ob verkauft oder verschenkt. Für manchen Kleinkram ist es mir zu viel Aufwand geworden mich damit rumzuärgern, sollen sich lieber die Kinder der Nachbarn oder in einem Kinderheim über ein paar schöne Sets mit denen sie wirklich spielen freuen, als irgend so ein alter gammliger Sack der einen über den Tisch ziehen will bei ebay, nur damit die Sets dann bei ihm vergammeln. Das bereitet mir mehr Freude, als die 10 Euro Nettogewinn am Ende.

    (Aber ja, wenn ich bei LEGO hauptberuflich arbeiten würde und den Angestellten-Rabatt bekäme, wäre es sicherlich ein perfekter Zuverdienst 😉 ).

    • Respekt, wenn bei einer Investitionssumme von 10k im Optimalfall wie geschildert 5k hängen bleiben. 50% Rendite hättest zb. an der Börse nur mit (hoch)spekulativen Dingen.
      Aber ja, du hast Recht, auch mir war das alles zu viel Aufwand, ich kaufe lieber nur noch für die Familie mit Rabatten, wir öffnen die Sets, spielen damit und GUT IST. Das macht mehr Spaß als ständig den Markt zu beobachten und zu kalkulieren. Das machen Leute wie der „Held“, der ja davon leben muss, aber als AFOL mit Familie ist das auf Dauer nix.

      • Guter Post, Ben. Das mit dem Zeit- und Logistikaufwand ist ein wichtiger Punkt. Ich bin kein Spekulant, hab hier aber auch noch das eine oder andere liegen, was sich über die Jahre so angesammelt hat. Motivation, das abzustoßen, tendiert gegen null. Ich denk immer, irgendwann schlepp ich den Kram einfach mal auf ne Börse und verschleuder ihn für kleines Geld, aber auch das wird wahrscheinlich nie passieren. Müssen sich wohl die Nachkommen damit rumplagen. 🙂

  25. Für mich ist Lego Zeitvertreib, ggf. Kindheitserinnerung, Nostalgie, Entspannung…aber KEIN Investment. Mag ja sein, dass es mit Lego möglich ist Geld zu machen, allerdings auch nur mit bestimmten Sets. Und dann ist die Frage, was man als Investment bezeichnen will. Sein eigenes Set quer zu finanzieren, oder mal zwei- dreihundert Euro Gewinn, als Investment zu bezeichnen, nenne ich allenfalls Kostendeckung.
    Für ein Investment muss was bei rum kommen, und nicht mal hier und da 100 Euro Gewinn. Da gehe ich in den Laden, kaufe 100 UCS Falken, und hoffe, die schnellstmöglich zu verdoppeln, -dreifachen. Gut, der Falke ist kein wirklich gutes Beispiel, aber um von einem Investment zu reden, bedarf es meiner Meinung nach auch einer anderen Größenordnung. Alles andere sind Peanuts. Und wenn man erstmal 80000 Euro investieren kann, stellt sich wieder die Frage, ob Lego dafür das Primäre Objekt ist.
    Ich für meinen Teil bleibe bei meinem ersten Satz, daran habe ich Freude, und deshalb kaufe ich Lego.

    • „Und wenn man erstmal 80000 Euro investieren kann, stellt sich wieder die Frage, ob Lego dafür das Primäre Objekt ist.“
      Neben allen Aspekten, die hier schon diskutiert wurden, stellt sich die Frage nach der Marktliquidität. Versuch mal die Masse an Sets auf Ebay bzw. einer Onlineplattform innerhalb von (z.B.) einem Monat Wochen zu verkaufen.
      ..und wo lagert man 100 MF?

      • Es wäre auch nicht schlau, mehr als einen pro Monat zu verkaufen, sonst macht man sich selbst die Preise kaputt.

        Und am Ende sagt Lego in 6 JAhren „Hey, wir bringen den MF Neu raus (wie das Taj Mahal) – dann ist das Vermögen in Sekunden enorm geschrumpft.

        Es ist eben ein reines Spekulationsgeschäft – und es ist im Prinzip eine Wette: Ich wette darauf, dass mir jemand so wahnsinnig ist und mir für mein 100 EUR Set am Tag X 130 gibt. Der Level des Sammlerwahns ist das Spekulationsobjekt, nicht die Ware an sich, denn die hat keinen Eigenwert.

  26. Ich kann davon nur abraten…Die fetten Gewinne sind vorbei, da es inzwischen zu viele machen…vor 10 Jahren konnte man sich noch eine goldene Nase damit verdienen! Zu viel Angebot macht den Preis halt kaputt…

  27. Schoner Artikel. Vielen Dank dafür!

    Ich selbst kaufe derzeit viele alte Modelle in OVP und ungeöffnet (z.Bsp. 8275, 8043) und auch derzeit viele City Modelle bei Rabattaktionen und lege diese in gut verpackt weg. Aber nur aus einem Grund:

    Mein Sohn ist derzeit 4 Jahre alt und braucht noch ein paar Jahre bis ich die mit ihm aufbauen kann 🙂

  28. Echte Wertanlagen, sind wirklich nur noch Minifiguren ala SDCC oder NYCC Sonder Figuren limitiert (Green Arrow, Schwarzer Turtle Michelangelo (?)) oder sowas in der Art, da zahlt man immer noch mind. den 10 – 15 flachen Preis dessen welchen sie gekostet haben! Da ist auch kein Abschwung in Sicht!

  29. Solange man mehr bekommt als man ausgegeben hat, ist doch alles im Rahmen.
    Ich nehm auch 5€ plus mit. Muss es immer das 10fache und mehr sein?

  30. Ich kaufe meistens einen oder ein paar Sätze mehr, und habe Spaß am Bauen. Und fast alles was ich extra kaufe verkaufe ich mit Gewinn. Das einzige was man tun muss ist sein Verstand benutzen.
    Es geht schließlich um dem Produkt, das einen Legoliebhaber Bauen möchte, und nicht um einer Erwartung auf nog höheren Preisen, was mir z.B. bei Bitcoin die wichtigste Motivation zu sein scheint.

  31. Ein bisher noch nicht genannter Rendite-Aspekt sind Cashback-Portale und Paypal-Punkte. Bei ersterem lassen sich schon beim Kauf ein paar Prozent Rendite erzielen und für Paypal gibt es auch immer mal wieder gute Coupons, oft sogar bis 10fach. Paypal-Punkte kann man sich übrigens auch in bar auszahlen lassen.

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