Nach dem ersten großen Schwung im Jahre 1989 kamen zwei Jahre später die nächsten Sets der beliebten Piraten-Serie in den Handel. Allerdings waren es nur vier Neuerscheinungen in Europa (6234, 6259, 6267 und 6273), ein weiteres kleines Set gab es noch exklusiv für den US-Markt (1481).

Ich möchte euch heute das für mich schönste Set von 1991 vorstellen – das „Lagoon Lock-Up“ oder im Deutschen, die „Hafenschenke“.

Die Verpackung

Zuerst einmal die Maße der Verpackung, bevor wir zur Besonderheit der 1991er Sets kommen. Die Breite beträgt 33,5 cm, die Höhe 24 cm und die Tiefe elegante 5 cm.

Schaut man sich nun die Verpackung etwas genauer an, wird man bei dem Jahr des Copyrights zwei Jahreszahlen finden, aber warum ist das so?! Der Grund ist ganz einfach, die im Jahr 1991 erschienenen Sets wurden zweimal auf den Markt gebracht.

Beim Erscheinen im Jahr 1991 waren alle Verpackungen noch in gelb gehalten, so bei den Sets, die ich euch bereits präsentiert habe aus dem Jahr 1989 (zum Beispiel die Black Seas Barracuda (6285) oder das Eldorado Fortress (6276)). Leider liegt mir persönlich so eine gelbe Box (noch) nicht vor, denn diese sind heute recht selten. Im Jahr 1992 änderte LEGO das Design in einen Lila-Ton und zudem gab es eine weitere Neuerung – erstmals erschien auf den Sets das klassische LEGO SYSTEM Logo.

Auf der Rückseite befinden sich wieder ein paar Bauideen für eine Umgestaltung des Sets. Extra Anleitungen dazu gab es nicht.

Ein Preisetikett ziert eine Seitenwand der Box, welche eine Summe von 47,95 DM zum Vorschein bringt (Preis pro Teil ca. 24,8 Pfennig). Gekauft wurde das Set bei Carl Wilh. Meyer in Oldenburg – die Firma gibt es sogar heute noch.

Auch diese, doch recht kompakte Box, hatte den obligatorischen Klappdeckel, welcher beim Öffnen den Inhalt durch die drei Sichtfenster zum Vorschein brachte.

Der Inhalt

In der Box ist ein stabiler Innenkarton, nun ebenfalls im zarten Lila und nicht mehr in gelb, sowie eine kleine transparente Plastikeinlage, in der ein paar Teile und Minifiguren ihren Platz finden.

Die Bauanleitung ist im A4-Format gehalten, geklammert und umfasst insgesamt zwölf Seiten, in denen in 14 Bauabschnitten das Zusammenstecken der knapp 190 Teile erklärt wird. Ebenfalls in der Box ein kleiner Service-Flyer, mit dem man Einzelteile nachbestellen konnte.

Auch in dieser Bauanleitung wird auf eine Vorsortierung der Teile verzichtet, aber auch für den ungeübten Bauer sollte das kein Problem darstellen.

Die Rückseite zeigt nochmal ein paar Bauideen und den Piraten-Kapitän in Nahaufnahme.

Die Minifiguren

Zur Hafenschenke gehören insgesamt fünf Minifiguren und ein Papagei. Diese unterteilen sich in zwei Piraten …

… und drei Blaurock-Soldaten. Die Torsos sind bei allen Figuren, wie üblich damals, nur auf der Frontseite bedruckt. Ein paar Waffen, Rucksäcke und Epauletten dürfen natürlich nicht fehlen.

Die Hafenschenke

Zum Hafen gehört ein Boot. In diesem Fall ein kleines Segelboot unter Piratenflagge. Dabei hat das Boot bereits das Highlight des Sets an Bord, nämlich das Segel selbst. Das erschien in rot/weiß erstmals in diesem Set und gab es nur noch im historischen Freihafen (6277).

Die knapp 190 Teile werden auf einer blauen 16×32 Grundplatte errichtet. Der Zusammenbau dauert nicht lang und die Schenke ist bereit zur Verköstigung der durstigen Seeräuber und Soldaten.

Die Hafenschenke selbst besticht durch ein kleines Fenster samt blau-roter Markise. Eine angedeutete Fackel bringt auch in der Dämmerung etwas Licht ins Dunkel.

Das Innere zeichnet sich durch Kargheit aus. Hier ist ein rotes Paneel der Tresen, ein gefüllter Kelch wartet bereits auf einen Abnehmer.

Seitlich befindet sich der Eingang mit zwei großen braunen Toren. Immer wieder schön, finde ich die überall eingesetzten Rundbögen.

Was darf auch bei einer Hafenschenke nicht fehlen?! Ein Kerker für die ungehorsamen Trunkenbolde, die sich nicht benehmen können.

Auch hinten gibt es kein Entkommen. Das Fenster ist gut gesichert.

Für die Verteidigung gibt es wieder eine klassische Kanone samt Rückzug und sechs zum Abschuss bereiten Kugeln.

Wer hier Herr im Hause ist, zeigt die große gehisste Fahne – die Blaurock-Soldaten!

Und zu guter Letzt – die Palme – auch die darf nicht fehlen und gehörte zum Standard-Inventar vieler Piratensets.

Mein Fazit

Eine weitere schöne Ergänzung zu den bereits erschienenen Blaurock-Sets. Das kleine Ruderboot samt Segel gefällt mir sehr gut und bietet zumindest eine kleine Abwechslung zu den zahlreichen anderen typischen Ruderbooten. Leider wurde mit diesem Jahrgang auch das Ende der Blauröcke eingeleitet und die komplett neue Serie mit Rotröcken weitergeführt, doch dazu in späteren Reviews mehr.

Und wer sich von den Jüngeren nun fragt, irgendwie kommt mir doch das Design bekannt vor, der wird vielleicht den Piraten Rollercoaster (31084) sein Eigen nennen und die eine oder andere Ähnlichkeit feststellen können (natürlich nicht nur in Bezug auf dieses Set).

Ich hoffe, ihr hattet wieder Spaß beim Lesen und konntet ein wenig in Erinnerungen schwelgen – und eins sei versichert, zumindest bei mir kommt das nächste Piratenschiff bestimmt!

8 KOMMENTARE

  1. Wieder ein klasse Einblick in meine Jugend. Diesmal mit Heimatfeeling, da ich aus Oldenburg stamme. Wobei CWM nie wirklich in Frage kam, da er zu den teuren Geschäfte zählte.
    Aber zurück, die Hafenschänke hat mein Bruder damals sein eigen nennen können und ich habe sie immer noch. Leider ohne OVP und welche es war, ob gelb oder lila, weiß ich nicht mehr. Ist das vielleicht auf der Anleitung zu erkennen?

  2. Dem kann ich mich nur wieder anschließen. Super Review und die Bilder sind echt gut getroffen. Ich hatte und habe ja auch noch alle möglichen Piratenreste aus meiner Kindheit die aber überhaupt nicht mehr irgendwo zugeordnet werden können. Aber der Spielspaß war schon grandios damals. Und auf Piratenschiffe freue ich mich ganz besonders!!! Weiter so 😉

  3. Ich habe vor einigen Wochen meine Legokiste für meinen Sohn aus dem Keller gekramt… Das gute Stück ist auch dabei…Dank, dem gelobten Internet sogar wieder jeder Stein da wo er hingehört. Die Bauanleitung war nämlich kurz nach dem ersten Aufbau verschütt

  4. Das hatte damals ein Freund von mir bekommen, so ca. um `93 rum, als ich mit Lego schon nicht mehr so viel anfangen konnte, von daher kommen bei mir nicht die ganz großen Nostalgiegefühle hoch, wie noch bei der ersten Welle. Schönes Set natürlich, vor allem wegen der Markise mit dem Gitterfenster sowie der Doppeleingangstür. Was mir nicht so gut gefällt, ist das große Gefängnisgitter-Formteil direkt in der Vorderansicht. Ein Übergang zwischen den beiden Gebäudeteilen – anstatt nur dieses Bogens -wäre auch besser gewesen.

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