Es ist noch nicht lange her, da wurde das neue LEGO Creator Expert Modular Gebäude für 2019 vorgestellt und gleichzeitig gibt es hier und dort den Aufschrei nach alten Burgen – aber was hat das Ganze jetzt miteinander zu tun, werdet ihr euch fragen?! Die Erklärung ist im Grunde so einfach, wie auch genial und dazu reisen wir in der Zeit einfach mal 32 Jahre zurück in das Jahr 1986 und schauen uns das Black Falcon’s Fortress mit der Setnummer 6074 an.

Die Verpackung

Starten wir aber erst einmal klassisch mit der Verpackung des Sets. Sie hat die Maße von 31,5 cm in der Breite, 29 cm in der Höhe und 8 cm in der Tiefe.

Wenig überraschend ist die obligatorische Klappe auf der Vorderseite, welche nach dem Öffnen den Blick durch zwei große Sichtfenster in das Innere des Sets freigibt.

In der Umverpackung befindet sich nochmals ein stabiler Pappkarton samt Plastikeinlage – für diverse Einzelteile und Figuren. Hier wurde einem bereits im Geschäft der Mund wässrig gemacht, was alles auf den kleinen Baumeister wartet.

Die Bauanleitung

Ebenso im Karton enthalten – eine Aufbauanleitung, welche aufgrund ihrer Größe mittig gefalzt wurde, um in eine der zwei „Kammern“ im Pappkarton zu passen. Das Heft umfasst nur 16 Seiten, aber insgesamt 36 Bauabschnitte!

Es gibt, wie üblich, keine Vorgabe der benötigten Steine pro Bauabschnitt, aber man merkt schnell, dass es LEGO bei dieser Anleitung recht kompakt mit den Abbildungen hält. Wie immer gilt auch hier – Augen auf beim Bau!

Die Minifiguren

Dem Set wurden insgesamt sechs Minifiguren beigelegt. Vier der sogenannten Falkenritter kommen im klassischen Gewand mit passendem Wappen auf dem Torso.

Die zwei Bogenschützen haben noch den passenden Köcher mit Pfeilen auf den Rücken geschnallt.

Die zwei weiteren Ritter, welche zu Ross daher galoppieren, besitzen neben den Schutzschilden, einen aufgedruckten Schutzpanzer. Die Helme haben angedeutete Visiere, welche sich aber nicht öffnen lassen. Den Abschluss bildet eine farbige Feder. Am Rücken tragen beide einen Umhang.

Die zwei tierischen Begleiter sind in schwarz und weiß gehalten, besitzen jeweils einen Sattel, ein Schwert und eine Lanze in braun.

Die Burg

Kommen wir nun zum Hauptbestandteil unseres mit gut 400 Teilen bestückten Sets – die Falkenburg. Hauptsächlich sieht man eins – grau, grau und grau – eben eine klassische alte, kleine Burg.

Wer jetzt schon genauer hingeschaut hat, dem wird ein kleines Detail aufgefallen sein. Ansonsten werfen wir nochmal einen Blick auf die Seitenansicht. Einige an großen Seitenelementen wurden verbaut, sowie zahlreiche 1×2 Steine, welche als typische Zinnen fungieren. Rundbögen bilden zusätzlich größere Fenster.

Wenn nun das auffällige Detail immer noch nicht gefunden wurde, helfe ich mit einem letzten Bild – richtig, ein Technic-Stein wurde mit eingearbeitet. Das erinnert doch irgendwie an die Modularhäuser aus der LEGO Expert Reihe?! Richtig!

Betrachten wir die Burg nun von der anderen Seite, finden wir diesen Technic-Stein ebenso wieder. Außerdem dürften dem findigen Beobachter die Scharnier-Steine bereits aufgefallen sein.

Werfen wir noch einen Blick auf die Rückseite. Auch hier entdecken wir wieder zahlreiche große Mauerelemente.

Sprechen wir jetzt die magischen Worte – „Falke öffne dich!“, können wir die Mauerwand tatsächlich wie von Zauberhand öffnen! Hier kommen ebenfalls die Technic-Steine samt Technic-Pin zum Vorschein, mit denen die Mauer zusammengehalten wird.

Auf diesem Bild lässt sich nun erahnen, worauf das Burgensystem der 80er Jahre hinaus wollte – ein modulares System, wie wir es heute bei den LEGO Creator Expert Häusern wieder finden – womit sich der Kreis zu meiner Einleitung schließt. Die Burg konnte einerseits zum Spielen geöffnet werden, andererseits aber auch Dank der Technic-Elemente endlos erweitert werden. So war es möglich, eine riesige Burgenlandschaft zu kreieren.

Zur eigentlichen Burgenanlage gehörte natürlich auch ein kleines Fachwerkgebäude, welches durchaus als Schlafgemach gedient haben könnte. Eine Inneneinrichtung gibt es jedoch nicht. Dafür begeistern die vielen verschiedenen Dachelemente, welche ich zum Schluss noch einmal aufführe.

Was wäre eine Burg ohne Zugbrücke?! Richtig, eine Burg ohne Zugbrücke! So besitzt dieses Set als einzige wirkliche Funktion natürlich: eine Zugbrücke, welche manuell bedient werden kann, indem am Seil händisch gezogen wird – und die Brücke ist quasi wie von Geisterhand geschlossen.

Noch ein Blick von oben zeigt, wie kompakt das Set im geschlossenen Zustand ist. Wie man sieht, steht auch die Burg auf keiner typischen Grundplatte, sondern die Rasenelemente sind nur durch grüne Platten angedeutet. Somit ist auch das problemlose Aufklappen und Erweitern gewährleistet.

Wie schon angedeutet, werfen wir noch einen Blick auf die besonderen Teile dieses Sets: unterschiedliche Mauerelemente, Rundbögen sowie die zahlreichen verschiedenen Dachsteine. Im Übrigen, weil ich es noch gar nicht erwähnt habe, alle Teile haben Drucke. Man wird hier keine Aufkleber finden.

Ich möchte abschließend noch zwei kleine Beispiele zeigen, womit man die Burg unter anderem erweitern könnte. Auch der „Siege Tower“ (6061) oder das „Guarded Inn“ (6067) haben die verwendeten Technic-Elemente und können aufgeklappt werden – welch ein Spielspaß!

Mein Fazit

Man sieht, dass LEGO sich bei seiner Ritterserie in den 80er Jahren etwas gedacht hat – modular war schon damals das Zauberwort und brachte den Kindern die Möglichkeit eine immer größere, zusammenhängende Spielwelt zu erschaffen.

Natürlich muss man sagen, dass die Sets nicht die Fülle an Details heutiger Modelle aufweisen können, aber auch hier zählt der Charme, welcher bei Sammlern, wie mir, immer wieder das Herz höher schlagen lässt.

22 KOMMENTARE

  1. Alles da, was Fans sich wünschen. Vor allem konnte die Burg in Gänze bespielt werden, von allen Seiten. Wieso lassen sich die Modular Buidlings nicht genauso aufklappen? Was bringt es, eine Inneneinrichtung in jeder Etage zu haben, diese aber nicht nutzen zu können? Ach, Lego…

    • Ich würde hier aufs Zielpublikum verweisen, um ehrlich zu sein. Die Modularhäuser sind primär Modellbau und weniger Spielpuppenhaus. Was bei Aufklappoptionen für ein Murks rauskommen kann, sieht man z.B. beim (davon abgesehen immer noch grandiosen) Simpsonshaus, bei dem mehrere Zimmer in der Mitte geteilt werden…
      Optimal wären da, denke ich, eher 3 tragende Wände, eine zum abnehmen und die Möglichkeit Stockwerke abzunehmen.

    • Ich würde auch sagen: es liegt an der Zielgruppe. Vielleicht ist es auch eine Frage der Hände, aber ich komme ganz gut an alles heran in den Modulhäusern, wenn ich die Stockwerke abnehme.

  2. Tolles Review. Ich hatte die Burg u d hab sie immer noch. Auch den Angriffsturm und das Gasthaus. Highlight beim Gasthaus wie bei der Burg sind die Fachwerkelemente, die haben mir als Kind schon gefallen. Die unteren Schiessscharten an den Seiten der Türme waren mir immer zu lang, die hab ich mit grauen 1×1 verkleinert.
    Das mit dem aufklappen hat gut funktioniert, beim Angriffsturm war auch ein Mauerelement dabei, welches man integrieren konnte. Oder auch der Waffenhändler, viele kleinere Sets hatten an der Rückseite ein Stück Mauer und so entstand eine schöne Burg.

  3. Oh was liebe ich diese Burg. Auch wenn sie eher schlicht ist, gefällt mir einfach das Gemäuer. Ich hab sie durch puren Zufall vor zehn Jahren aufm Flohmarkt erstanden. Das „alte“ Modell. Komplett. Top Zustand inkl. BA und OVP zusammen mit 6073 ebenfalls Top Zustand, komplett und BA, jedoch ohne OVP. Beides sehr schöne, wenn auch im Vergleich, einfache Modelle.
    Schade, dass ich sie zu meiner Spielzeit nicht hatte…

  4. Hab das Set ebenfalls zu Hause.
    Als Kind war es schon der Wahnsinn.
    Allerdings fehlten mir jetzt beim Wiederaufbau 2 Teile…
    Könnte ausflippen…..

  5. Witzig, diese Burg habe ich gestern über Ebay in einem guten Zustand ersteigert für einen okayen Preis. Ich hatte sie bereits als Kind und sie gefällt mir noch immer sehr gut. Neben der King‘ s castle (6080) für mich eine der schönsten Lego Burgen. War als Kind neben dem Space Cruiser (928) mein Lieblings-lego Set.

  6. Damals wollte ich lieber die große 6080 Burg, heute bin ich froh das ich „wenigstens „diese kleine Burg habe.
    Die habe ich mit 6041 und 6062 verbunden – eben dank modularem System.
    Wieder ein schöner „trip down memory lane“.
    @ Daniel danke und bitte noch mehr Classic Reviews.

  7. Also wirklich, diese Reviews liebe ich. Waren das noch Zeiten. Einfach, auf den Punkt gebracht… Ein paar dieser Figuren hab ich auch noch… 🙂 Und da muss ich echt zustimmen, dass diese Bauten auch von allen Seiten als Bub noch bespielbar waren. @Daniel: Echt ein dankeschön… Die Burgen sollten man echt mal wieder auflegen…

  8. Ich weiß, die Nostalgiker werden mich vielleicht steinigen, aber wenn ich ehrlich bin, bin ich froh, dass sich die Bauweisen bei Lego so weiterentwickelt haben. Farblich und von den Teilen her ist diese Burg leider gar nicht meins. Eine neue Burg mit den Bautechniken und dem Realismus der Modulars wäre mal cool, aber vermutlich nicht zu bezahlen.

  9. Tolles Review,

    Ich hatte damals die 6080.
    Aber was ich damals immer geliebt habe im Spielzeugladen…. Klappe hoch und die Blister mit den besonderen Teilen begutachten…. ich verstehe nicht warum Lego sowas heute nicht mehr macht. Das ist doch ein Kaufanreiz wenn man schon mal einen Blick hineinwerfen kann.
    Umwelttechnisch kann es ja nicht so schlimm sein, bei den Tütenmassen die sich in den Sets heute befinden. Zig Tüten und in den Tüten nochmal Tüten.
    Also ich bin Pro Klappdeckel und Teile Vorschau. Einfach mal wieder machen Fa. Lego , erwachsene und Kinder wären froh.

    Und zu den Classic Reviews… lmmer gerne mehr davon. Daumen hoch

    • Soviel Spezialteile, quasi exklusiv für ein Set, gibt es doch mittlerweile nicht mehr. Man könnte jetzt eigentlich nur noch die Minifiguren präsentieren.

      Genau diese großen Teile waren doch der erste Schritt zum Problem der Ende 90er Jahre. In dieser Zeit bestanden die Sets nicht mehr aus variablen Elementen, sondern aus großen Basissteinen.

  10. Ich habe das ganze Zeug noch original aus den 80er hier, allerdings nicht aufgebaut. Diese zweite Adlerburg hatte ich ebenso und fand sie besser als die erste (mit dem roten Tor), da sie mit dem wuchtigen Bollwerk eine ganz andere Bauform als die große Löwenburg aufwies. Nahm man alle Mauerteile zusammen (Schmiede, Gasthaus, Scharnier, Ausfallpforte mit Turm) plus die beiden Burgen erhielt man eine richtig große rundum geschlossene Festung in der man auch wirklich spielen konnte. Leider wechselte Lego mit dem Auftauchen der Drachenritter im Legoland auf schwarze Mauern, so dass die Kompatibilität nicht mehr gegeben war. Aber da waren die letzten Löwenritter eh schon auf der Flucht und ich in meinen Darkages angelangt.

  11. Bei mir liefen die „Falken“ immer unter Adlerritter, aber egal, die Burg ist auch heute noch ganz nett, auch wenn ich den Vorgänger 6073 wegen der Symmetrie und dem roten Tor immer noch besser finde. Auch finde ich bei diesem Modell hier die Zugbrücke nicht so gut gelungen, weil man sie mit der Schnur hochziehen muss und es keine Kurbel gibt. Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass bei dem Set noch drei (?) halbe graue Bögen extra mit dabei waren, mit denen man den gemauerten Teil links neben dem Fachwerkturm noch umbauen konnte (wie auf dem Foto auf der letzten Seite der Anleitung gezeigt).

  12. Viel zu spät kam ich dazu den Artikel zu lesen. Toll, dass du mal was zu Rittern gemacht hast !

    Für die Zeit ein wirklich cooles Set. Kurze Zeit später habe ich begonnen mit Lego Rittern zu spielen. Ähnliches würde ich sehr gern „modern“ interpretiert sehen.

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