Bald ist es soweit – das neue LEGO Creator Expert 10269 Harley Davidson Fat Boy Set erscheint und wir freuen uns schon alle auf das Zusammenbauen. Vorher möchten wir euch aber in unserem neuesten Classic Review das Set 394, die Harley Davidson 1200 FLH vorstellen. Das Set stammt aus dem Jahr 1976 und ist im Rahmen der LEGO Hobby Serie erschienen. In dieser Serie gab es von 1975 bis 1978 acht verschiedene Sets, wobei für fast alle Modelle ein originales Fahrzeug als Vorlage diente.

Die Verpackung

Meiner Packung seht ihr die Spuren der Jahre leider schon sehr an.

Die Box ist recht klein, sie misst lediglich ca. 20x15cm. Auf der Rückseite ist der Hinweis „Für den LEGO Profi“ in acht verschiedenen Sprachen.

Für mich sieht es so aus, als ob hier LEGO schon in den frühen Jahren versucht hat Erwachsene als Fans zu gewinnen.

Besonders deutlich wird es wenn ihr den Innenkarton betrachtet – er dient als Display für das fertige Modell.

Original lagen noch zwei Pappkarton-Laschen bei, mit denen die Harley auf dem Display festgemacht werden konnte. Bei meinem Set fehlen sie leider.

Die Bauanleitung

Die Bauanleitung ist ein Faltblatt.

Der Zusammenbau wird in zwei Abschnitte aufgeteilt, Vorder- und Hinterteil, das dann zusammengeklickt wird. Außerdem sind noch ein paar technische Daten zu der Harley abgedruckt.

Werbung in eigener Sache durfte natürlich in dem Faltblatt auch nicht fehlen.

Der Formel 1 Renner 392 ist übrigens das einzige Set, das kein reales Vorbild hat.

Die Einzelteile

Insgesamt sind in dem kleinen Modell 143 Teile verbaut. Bemerkenswert finde ich den Einsatz der alten Technik Teile.

Damals waren die Kreuzachsen noch „milch-weiß“. Das rote Zahnrad wurde als Felge benutzt, später gab es dann Felgen mit Loch für die Kreuzachsen.

Der Zusammenbau

Wer glaubt, dass der Bau eines solchen alten Sets anspruchslos ist, der kennt die alten Anleitungen nicht. Als erstes stolperte ich über eine mittlerweile von LEGO offiziell als „illegale“ Bauweise bezeichnete Bauart.

Die blauen 1x1er Fliesen werden zwischen zwei Noppen geklemmt. LEGO möchte das heute nicht mehr, da diese Bauweise die Steine „stresst“ – so die offizielle Aussage des Spielwarenherstellers.

Aus der Bauanleitung ist nicht ersichtlich, dass auf einer Seite des Rades eine Technik Buchse aufgeschoben werden muss – heute wäre so eine Lücke in der Anleitung undenkbar.

Im folgenden Bild seht Ihr das Gelenk, das den vorderen und hinteren Teil verbindet.

Die nächste Aufgabe besteht darin, die Nachbildung der Kühlrippen des Motors zu bauen. Die vier grauen 2x3er Platten werden nur ganz leicht aufeinandergelegt. Durch die bei den alten Steinen mittlerweile unterschiedliche Klemmkraft, ist es nicht so einfach, einen gleichen Abstand hinzubekommen.

Obwohl das Modell nach heutigen Gesichtspunkten mit primitiven Mitteln gebaut wurde, ist es doch als Harley zu erkennen.

Auf dieser Seite sehen die über 40 Jahre alten Sticker noch ganz gut aus – auf der anderen Seite dagegen, hat sich der Erstbesitzer leider etwas „verklebt“.

Bei meinem Modell, hat die Zeit auch deutliche Spuren auf den Steinen hinterlassen. Es wurden wohl nicht alle Harleys nur zum Ausstellen gebaut.

Auf dem Titelbild der Packung und der Bauanleitung ist der Hauptständer noch mit einer 2x2er Fliese gebaut, beim späteren Modell und auch in der Anleitung wird ein 1x2er Stein mit einer 1x2er Platte verwendet.

Auf dem Display präsentiert sich die Harley Davidson ideal für die Vitrine.

Mein Fazit

Die alten Hobby Sets haben für mich einen ganz besonderen Charme. Obwohl recht grob gebaut ist doch immer zu erkennen welches Vorbild Modell gestanden hat. In Verbindung mit dem Sockel der in der Packung enthalten ist, sieht das ganze natürlich noch exklusiver aus. Wenn Ihr so ein Set auf dem Flohmarkt findet, achtet bitte darauf das die Packung komplett vorhanden ist, hier gehört sie einfach dazu.

Der Steckbrief

Artikelnummer: 394
Set-Name: Harley Davidson 1200 FLH
Baureihe: Hobby Set
Teilezahl: 143
Erscheinungsjahr: 1976
Bauzeit: ca. 25 Minuten
Altersfreigabe: ab 9 Jahre
Verkaufspreis: nicht bekannt

 

Werbung

19 Kommentare

  1. Diese illegale Bautechnik nutzt LEGO auch heute noch.
    Ich habe erst gestern das Empire State Building gebaut und dort wird diese Technik im Inneren gleich mehrfach genutzt. (z.B. Bauschritt 43 auf Seite 45 der Anleitung)

    Auch bei der Flagge der Saturn V wurde es noch gemacht.
    Bestimmt gibt es auch noch andere Sets.

      • Genau genommen ist in dem verlinkten Dokument lediglich das Einklemmen von Platten (mit Noppen) zwischen den Noppen als illegal eingestuft, nicht aber das Einklemmen von Fliesen (ohne Noppen).
        Grund ist, dass die Noppen der eingeklemmten Platte mit den Noppen der Basis kollidieren, was aber bei eingeklemmten Fliesen nicht der Fall ist.
        Bei der Harley und der Saturn handelt es sich um (noppenlose) Fliesen, womit die Bautechnik also legal ist.

      • Dass sich die „Vorschriften“ ändern, ist ja sogar Teil der verlinkten Präsentation. Und sehe ich es richtig, dass nur das Einklemmen von Platten zwischen Noppen dort illegal ist, nicht aber explizit von Fliesen wie hier und beim Empire State Building? Ich meine, das auch mal in einer Diskussion gesehen zu haben, auch wegen der Dicken- und Stabilitätsunterschiede durch den „Groove“ bei den Fliesen.

  2. Auf die „illegale“ Bautechnik wollte ich auch eingehen. Denn auch ich bemerkte diese Technik bei der Saturn V. Witzig. 🙂

    Vielen Dank für die Review dieses alten Schmuckstückes.

  3. Beim dem Architecture San Francisco Set ist vor dem braunen Hotel eine braune 1×2 in einen 1×1 Clip gesteckt, meines Wissens auch eine ,,illegale“ Bautechnik

  4. Da soll sich doch mal einer bezüglich des Detaillierungsgrad bei heutigen Modellen beschweren. Und trotzdem: Schön war die Zeit der Grundsteine…

  5. Die so genannten illegalen Bautechniken gibt es schon länger nicht mehr. Das Material ist wohl wiederstandsfähiger als früher.

  6. Wahnsinn was für schöne Modelle es von Lego gibt. Danke für die 5 Minuten voller Entspannung und Freude beim Lesen deines reviews.

  7. Schöne Review.

    Bei der Werbung stechen natürlich der Oldtimer (Hat mein Dad daheim) und der 396 Zug heraus. Das suche ich, hab ihn sogar neulich auf einem Flohmarkt gesehen, aber der sah so abgerockt aus, das ich verzichtet hatte.

  8. Eure Classic-Reviews sind immer wunderbar! Danke! Trotzdem: Ich finds potthässlich und freue mich, heute AFOL zu sein, nicht damals. AFOLs leben heute in wirklich rosigen Zeiten.

  9. Danke für das nette Review – auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob da wirklich ein Motorrad herauskommen sollte…

    Denn das erste Bild des „Zusammenbau“-Teils zeigt doch eindeutig einen stilisierten Katzenkopf – oder doch nur den vorderen Kotflügel? 😉

  10. Bei diesen Reviews merke ich, wie lange ich schon mit Lego baue. Die Harley hatte ich seinerzeit auch – möglicherweise sind die Einzelteile noch irgendwo. Die Lok (Thatcher Perkins) habe ich noch im aufgebauten und, abgesehen von den Aufklebern, kompletten Zustand. Der Oldtimer ist ebenfalls noch irgendwo, nur in zerlegtem und wohl eher schwachem Zustand. Das waren noch Zeiten…

  11. Unglaublich wie sehr sich die Legosets mittlerweile weiterentwickelt haben. Das Set ist ja total hässlich und einfallslos. Es gab jedoch auch schon damals deutlich schönere bzw. detailliertere Sets. Dieses Set wird von mir jedenfalls ganz offiziell für das hässlichste Legoset aller Zeiten nominiert ^^

  12. Ich finde das Set jetzt auch nicht so besonders, das Review aber schon und bin echt verblüfft, dass das Aufeinanderstapeln von losen Platten mal offiziell in einem Modell vorkam. Diese Bauweise kam ja in der jüngeren Vergangenheit bei einigen Vögeln im „Birds from Bricks-Buch“ von Thomas Poulson vor und da fand ich sie schon arg gewöhnungsbedürftig.
    Naja, heiß auf die Harley bin ich nicht, aber cool, mal wieder etwas Älteres zu sehen. Diese Rubrik gefällt mir bei Euch eh mit am besten.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!

Ich stimme zu.

Please enter your name here