Früher war alles besser, lautet ein gängiges Sprichwort. Aber war dies auch bei LEGO Steinen der Fall? Nein, sagt jedenfalls der britische Biochemiker Andrew Turner von der Universität Plymouth in seiner aktuellen Studie „Concentrations and migratabilities of hazardous elements in second-hand children’s plastic toys“. Der Umweltwissenschaftler hat im Rahmen der Studie rund 200 ältere gebrauchte Spielsachen aus Kunststoff von der Größe, die Kinder in den Mund nehmen und womöglich verschlucken können auf Schadstoffe hin untersucht – und wurde prompt fündig. Das ist allerdings keine Überraschung, da hier ja von altem Spielzeug die Rede ist und es keine so strengen Auflagen und Grenzwerte gab wie heute.

Hohe Cadmium-Belastung in gelben und roten LEGO Steinen

Laut Studie sind „vor allem vier Jahrzehnte alte LEGO Steine wegen besonders hoher Schadstoffbelastung“ aufgefallen. Betroffen sei die erste Generation der ABS-Bausteine, die seit Anfang der 1960er Jahre produziert wurde. So seien für gelbe und rote Steine Farbstoffe mit einem Cadmiumanteil verwendet worden, der weit über den heute gültigen EU-Grenzwerten liegt. LEGO Steine anderer Farben sind laut Andrew Turner wohl nicht betroffen.

Of the toys analysed in the present study, the highest levels of total and migratable Cd were encountered in some, but not all, red and yellow studded Lego bricks. Specifically, those in sets that appear to have been purchased in the 1970s yielded migratable Cd concentrations that sometimes exceeded the EU migration limit by an order of magnitude, while those purchased in the 1990s, and that were visually indistinguishable from the older bricks, contained no detectable Cd. The introduction of high quantities of Cd in Lego bricks is likely to have coincided with the introduction of acrylonitrile butadiene styrene (ABS) as a replacement for cellulose acetate as the material of construction in the 1960s (21) since Cd sulphoselenides were favorable colorants for styrenic-based polymers at the time (22); when, precisely, Cd-based chemicals in Lego were subsequently replaced by safer pigments, however, is unclear. Given their popularity, durability, collectability and compatibility with newer products, older, ABS-based Lego sets, and in particular those containing brightly-colored pieces, should be treated with caution.

Statement von LEGO

Laut einem Bericht in der taz hat der dänische Spielwarenhersteller bereits auf die Veröffentlichung der Schadstoff-Studie reagiert. Die fraglichen Farben seien ab 1981 nicht mehr verwendet worden, für Kinder unter drei Jahren sollten LEGO Steine sowieso nicht zugänglich sein, so das Unternehmen. Außerdem habe man schon immer empfohlen, beschädigte, abgeschabte oder angebrochene Klötze wegzuwerfen.

11 KOMMENTARE

  1. Tjaja, die gute alte Zeit…
    Wir hatten giftig lackiertes Spielzeug im Mund, wir hatten Plüschtiere mit spitzen Drahtteilen drin, wir hatten Spielsachen, bei denen niemand den pädagogischen Wert hinterfragte.
    Wir sind mit Stöcken in der Hand gelaufen, ohne uns ein, zwei Augen auszustechen.
    Wir haben im Dreck gespielt, und anschließend mit ungewaschenen Händen Äpfel direkt vom Baum gegessen.
    Wir sind ohne Helm und Knieschoner Rad gefahren, und wenn es einen mal hingeschmissen hat, hat man einfach weitergespielt.
    Wir hatten ständig verschrammte Arme und Beine, und niemand rief deswegen den Jugendschutz.

    Und trotzdem haben wir überlebt.
    Mann, waren das noch tolle Zeiten… *seufz*

    • Ich gebe dir recht, aber damals gab es kein Internet. Jetzt verbreiten sich solche Nachrichten ganz schnell und damals hat man so was kaum mitbekommen.

    • bisweilen neigen wohl vertreter aller generationen dazu, die lebensrealitäten ihrer zeit zu verklären. das war früher so. das wird auch in zukunft so sein.
      die wahrheit sieht aber wohl eher so aus, dass in jeder generation gleich viele dinge schief liefen. nur eben andere dinge.
      und was dieses spezielle thema angeht, kann wohl niemand etwas daran schlecht finden, dass sich heute jemand dafür interessiert, woraus das spielzeug der kids gemacht ist und dafür sorgt das es zumindest nicht giftig ist.
      das hat nicht automatisch was mit überfürsorge zu tun. 😉

    • Na ja, BIS JETZT überlebt … Dass die Generation nach uns älter wird als wir, so wie wir älter wurden als die vor uns, dürfte klar sein. Darf sich jeder selbst Gedanken machen, woran das liegt, Fortschritte in Aufklärung und gesundheitlicher Versorgung dürften aber sicherlich entscheidende Faktoren sein.

  2. @Stud McBrick, nach Contergan konnte man auch immer so gut schlafen, das wirkte echt super. Niemand rief deswegen nach dem Hausarzt.
    Und ja, wir alle haben früher viel Unsinn gebaut, was uns nicht umbrachte, machte uns härter. 1950 waren 5,5 % der geborenen Kinder nicht hart genug. 1970 waren dann nur 2,5 % der Kinder nicht hart genug. Heutzutage sind nur 0,4 % der Kinder zu schwach.

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