Im Rahmen der Jahrespressekonferenz am 6. März 2018 im LEGO House in Billund konnten Michael und ich mit einigen LEGO Designern sprechen. Ganz oben im Haus, in der Masterpiece Gallerie bei den Dinosauriern, warteten Jens Kronvold Frederiksen, der Design Director von LEGO Star Wars, und sein Kollege Nils M. Frederiksen auf uns. In einem lockeren Gespräch haben sie uns einige interessante Fragen beantworten können.

Darum ist der BB-8 (75187) kein UCS-Set

Ein Kriterium für die Vergabe des UCS-Siegels ist der exklusive Verkauf in den LEGO Brand Stores sowie im LEGO online Shop. Jedes Jahr gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Sets, die zum Verkaufsstart nur direkt vertrieben werden. Als der BB-8 auf den Markt kam, war dieses Kontingent schon erschöpft. Weil der Droide zum Verkaufsstart zudem in den freien Handel kam, bekam er keine UCS-Exklusivität. Für mich persönlich ist das ein schwacher Grund, aber so ist es nun einmal bei LEGO geregelt.

Deshalb wurde der Todesstern (10188/75159) erneut aufgelegt

Jens hat uns ausführlich erklärt, warum der alte Todesstern mit nur kleinen Veränderungen neu aufgelegt wurde. Als der bespielbare LEGO Star Wars Todesstern 2008 auf den Markt kam, wurde er von allen Seiten gelobt. Dies hatte sich auch bis zum Ende der Verkaufszeit nicht geändert. Außerdem bekam LEGO immer wieder positives Feedback über das tolle Bauerlebnis der Käufer. Hier wurde meist mit der ganzen Familie gebaut. Es gab also keinen Grund dieses Modell aus dem Programm zu nehmen. Allerdings hatte das Set nach acht Jahren Laufzeit einige Teile, die nur noch in diesem Modell verwendet wurden.

Auf Drängen der Kollegen von der Einzelstein-Fertigung wurde der Todesstern dann schließlich überarbeitet und mit aktuellen Teilen versehen. Da das alte Set sich bis zum Schluss über eine große Beliebtheit erfreut hat, sah man in der Design-Abteilung deswegen auch keinen Grund, große Veränderungen an dem Modell vorzunehmen. Ich finde, das ist ein guter Grund und eine für uns verständliche Erklärung, warum eines der größten LEGO Sets so weiterverkauft wird wie es ist. Leider wurde uns Fans das damals beim Modellwechsel nie so gut erklärt.

Das schlechteste LEGO Star Wars Set aller Zeiten

Für viele Fans ist der First Order AT-ST (75201) das schlechteste LEGO Star Wars Set aller Zeiten. Natürlich haben uns hier die Designer widersprochen. In einem Punkt waren wir uns aber schnell einig: das Set ist viel zu teuer. Beim Preis allerdings hat LEGO nicht das letzte Wort. So erfuhren wir, dass die Lizenzgeber ein entscheidendes Mitspracherecht bei der Preisgestaltung haben, was hier dann wohl zu einer erheblichen Diskrepanz von Preis und Leistung geführt hat.

Jens Kronvold Frederiksen ist seit 20 Jahren bei LEGO als Designer tätig. Er hat praktisch die LEGO Star Wars Linie von Anfang an mit gestaltet und ist unter anderem für zahlreiche schöne UCS Sets verantwortlich.
Niels M. Frederiksen kommt wie Jens auch aus Dänemark und ist seit 2013 bei LEGO im Star Wars Design Team.

11 KOMMENTARE

  1. Wirklich interessante Informationen.

    Vielleicht sollte Lego solche Sets wie den großen BB-8 einfach als Collectors Set bezeichen und die anderen wären dann als UCS immer noch etwas besonderes.

    Das Disney als Lizenz Geber auch beim Preis eine Mitsprache hat finde ich interessant, schade das man seinen Partner dann so ins offene Messer laufen lässt. Zum einen ist die 75201 zu teuer, zum anderen stellt es nur den Rest der Szene im Film dar und ist somit unvollständig, zum krönenden Abschluß gab es aber nur ein Jahr zuvor den AT-ST des Rogue One Films in vollen Umfang und auch noch günstiger. So macht sich Disney doch nur selbst die Lizenz kaputt, indem der Partner unter falschen Infos leidet.

    Das ihr keine Infos zu neuen Sets bekommt ist klar, aber habt ihr vielleicht erfahren können wann die nächsten UCS Sets präsentiert werden?

  2. „Natürlich haben uns hier die Designer widersprochen“
    – gerade das ist doch der spannende Teil der unterhaltung, am liebsten würde ich das wort für wort lesen wollen.
    Mich würde sehr interessieren wieso das set einen miniaufzug und keinen Kopf hat.

    Das mit der Preisgestaltung dacht ich mir fast, dass Disney die Finger im Spiel hat. Deshalb dar Lego auch keine einzelnen Figuren verkaufen.

    • das mit den einzelnen figuren liegt aber wohl hauptsächlich, glaube ich zumindest, am vertrag den hasbro mit disney hat.

      • So in etwa, Hasbro besitzt die Lizentrechte für Star Wars Figuren (wenn ich das noch richtig im Kopf habe Actionfiguren unter die dann scheinbar auch Minifigs fallen). Diese Rechtesituation besteht jedoch schon deutlich länger als nur die Zeit seit Disney die Star Wars Rechte besitzt. Ich vermute aber mal, dass Hasbro sich diese Exklusivrechte ordentlich was kosten lässt und die Verträge einfach noch ein wenig laufen.
        Da Lego und Disney relativ gute Partner sind und stark voneinander profitieren (wie viele Disney Themen sind das eigentlich inzwischen insgesamt? Star Wars, Das Schloss, die Prinzessinen/Filme, Marvel, bald Die Simpsons, Fluch der Karibik und noch mehr?) könnte ich mir aber vorstellen, dass sich die Situation noch einmal ändern wird wenn die Lizenz von Hasbro ausläuft.

        Das mit der Preisgestaltung erklärt allerdings tatsächlich einiges und es ist schön zu hören, dass das nicht nur eine Vermutung, sondern tatsächlich der Fall ist. Neben der normalen Preiserhöhung packt Disney dann auch immer nochmal 2% drauf und schon haben wir unsere Preise.

  3. Naja, beim First Order AT-ST bekommt Lego seine Antwort ja sicherlich beim Absatz. Das Teil dürfte wie Blei in den Regalen liegen, genauso wie der First Order Heavy Scout Walker mit seinen seltsamen Rollkettenbeinen. Da muss Lego wirklich besser mit Disney/Lucasfilm zusammenarbeiten, damit wieder Sets kommen, die auch wirklich in den Filmen vorkommen.

    • Anfangs hatte ich auch gedacht der Heavy Scout Walker wäre extrem überflüssig, aber ich habe den durch Zufall für 30€ kaufen können und der Spaß beim bauen war groß und die Lauftechnik kann überzeugen. Es gab diesen als Konzept für den Film, nur wurde er gestrichen. Als Spielset überzeugt er jedenfalls deutlich mehr als der AT-ST. Wie so oft ist der Preis für das Set einfach entscheidend, ohne Figuren ist der Teilepreis hier einfach zu hoch, und bis auf Captain Phasma hat das Set nicht viel besonders.

  4. Ich glaube der Hauptkritikpunkt ist doch der Preis. Wäre das Ding für 20 Euro auf den Markt gekommen, kein Mensch hätte einen Aufstand gemacht!

  5. Die Antworten zum BB-8 und zum Todesstern finde ich interessant und auch verständlich:
    – Dass der BB-8 nicht als UCS angeboten wird, hat sogar Vorteile – es gibt attraktive Sonderangebote.
    – Und den Todesstern sicherlich nicht jedermanns Sache, findet aber seine Käuferschaft.

    Beim AT-ST 75201 kann ich allerdings nur verständnislos den Kopf schütteln: Der AT-ST sieht nicht nur unfertig, sondern auch noch „grottenschlecht“ aus (mir fällt einfach kein besseres Wort dazu ein) und ist relativ wackelig. Der Miniaufzug ist zu niedrig um hier Sinn zu machen. Und das Set ist vollkommen überteuert.

    Ich hatte den vorigen AT-ST Walker 75153 im Angebot für 45,- EUR plus doppelte VIP Punkte direkt bei LEGO gekauft. Vielleicht kein Schnäppchen, aber ich bin mit dem Set für meine Displayzwecke zufrieden.

    Doch der aktuelle „unfertige“ AT-ST 75201 ist meiner Meinung nach keine 30,- EUR wert. Es müssen nach dem Kauf zu viele Details modifiziert und weitere Teile ergänzt werden, um anschließend ein akzeptables Modell zu erhalten. Da ist meiner Meinung nach nichts schön zu reden. Und Kritik muss erlaubt sein.

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