LEGO Preiserhöhungen um bis zu 25% ab Sommer geplant

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Es gibt mal wieder schlechte Nachrichten für alle Fans der bunten Klemmbausteine aus Dänemark, denn offenbar plant LEGO Preiserhöhungen durchzuführen – und das obwohl Fans dank der „Preisharmonisierung“ zu Jahresbeginn eh schon tiefer in die Tasche greifen müssen. Ab August und September 2022 sollen die Preise von über 100 Sets aus dem aktuellen Sortiment um bis zu 25% angehoben werden. Anfang der Woche wurde dies Händlern mitgeteilt, wir haben nachfolgend alle betroffenen Sets und auch die prozentuale Preissteigerung für euch aufgelistet. Mittlerweile hat sich auch LEGO zum Vorgang geäußert.

LEGO Preiserhöhungen im Überblick

Die oben aufgeführten Sets stammen ausschließlich aus dem Standard- und Fachhandelssortiment, das bedeutet, dass viele der besonders großen und beliebten (Exklusiv-)Sets noch gar nicht berücksichtigt sind. Auch hier kann es theoretisch noch zu LEGO Preiserhöhungen kommen. Einige Sets auf der Liste, wie zum Beispiel die von LEGO Avatar, die wir euch schon bald noch genauer vorstellen werden, sind bisher noch nicht erschienen. Hier bezieht sich die „alte UVP“ auf den Preis, der den Händlern bisher mitgeteilt worden war.

Besonders aufgefallen ist uns, dass sich viele der Sets, die von der LEGO Preiserhöhung betroffen sind, gezielt an Erwachsene richten. So haben wir auf der Liste allein 25 Sets gefunden, die zur LEGO Creator Expert Reihe gehören oder ein 18+ Logo tragen. Und dort sind nicht mal die Sets aus dem „erweiterten Kreis“ einbezogen, die ebenfalls von vielen Erwachsenen gekauft werden, wie die Lizenzsets zu LEGO Star Wars und LEGO Harry Potter oder die LEGO Speed Champions. Hingegen befinden sich nur 6 LEGO City und 2 LEGO Friends Sets auf der Liste der Preiserhöhungen.

The current global economic challenges of increased raw material and operating costs are impacting many businesses.

Putting consumers first is at the heart of what we do as a company, and for some time, we have absorbed these costs to keep pricing stable. However, as these costs have continued to rapidly rise, we have taken the decision to increase the price on some of our sets. This increase will come into effect in August and September.

The increase will differ depending on the set and prices will change on around a quarter of the portfolio. On some sets we will not alter price, on others there will be a single digit increase and on larger, more complex sets the percentage increase will be higher.

We will continue to work to ensure our products offer great value and full recognise how important this is to our fans and everyone who love our products.

LEGO zu den Preiserhöhungen

Dass die Preiserhöhungen bei Produkten, die an Erwachsene gerichtet sind, am höchsten ausfallen, bestätigt auch LEGO in einem heute veröffentlichten Statement. Die Dänen betonen, dass die Kunden für LEGO im Mittelpunkt stehen und man die weltweit steigenden Rohstoff- und Betriebskosten bisher aufgefangen habe. Da die Preise aber weiterhin steigen würden, habe man sich entschlossen, die Preise für etwa ein Viertel des gesamten Sortiments zu erhöhen. Außerdem verspricht man von offizieller Seite auch in Zukunft ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu wahren.

Besonders bitter sind die LEGO Preiserhöhungen vor allem auch bei Sets, die schon im Januar im Zuge der Preisharmonisierungen mit einem höheren UVP versehen worden sind. Der 10265 Ford Mustang und der 10295 Porsche 911 kosteten beide beispielsweise 2021 noch 129,99 Euro, ab September dann 169,99 Euro, was einer Preiserhöhung von rund 31% innerhalb von neun Monaten entspricht. Der 42115 Lamborghini Sian kostete vor einem Jahr 379,99 Euro und ist dann ab September für 449,99 Euro erhältlich, genau wie der jüngst vorgestellte 42143 Ferrari Daytona SP3.

Am stärksten von den LEGO Preiserhöhungen betroffen sind die LEGO Speed Champions. Kostete ein einzelnes Auto bisher 19,99 Euro, so sind ab Release der beiden neuen 76911 007 Aston Martin DB5 und 76912 Fast & Furious 1970 Dodge Charger R/T im August 24,99 Euro pro Set fällig. Das Doppelpack 76910 Aston Martin Valkyrie AMR Pro & Vantage GT3 wird immerhin nur 5 Euro teurer.

LEGO Preiserhöhungen nur eine Frage der Zeit

Für das Jahr 2022 wird eine weltweite Inflationsrate von 7,4% prognostiziert, aktuell liegt sie in der Eurozone bei 8,1%, in Deutschland bei 7,9%. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis auch unser aller Lieblingshobby davon betroffen sein wird. Die Gründe für die Teuerungen sind kein Geheimnis: Die Corona-Krise führte zu Produktionsunterbrechungen, mittlerweile treibt der Krieg gegen die Ukraine die Preise weltweit nach oben. Während das in vielen Bereichen des Lebens seit Monaten eigentlich täglich zu spüren ist, wurden die LEGO Sets (bis auf einige Ausnahmen) bisher preisstabil zum Verkauf angeboten.

Auch wenn einzelne LEGO Preiserhöhungen von 25% oder sogar 31% gegenüber dem Vorjahr erst einmal sehr hoch erscheinen, kann man sie doch auch ins Verhältnis zum Gesamtsortiment setzen. Zwar werden im August und September die Preise für gut 100 LEGO Sets erhöht, allerdings haben die Dänen weit über 500 davon im Angebot. Bezogen auf das Gesamtsortiment liegen die Teuerung bei unter 5% und damit unter der aktuellen Inflationsrate.

Den LEGO Preiserhöhungen gegenüber stehen die in den letzten Jahren eingefahrenen Rekordgewinne. LEGO gehört zu den wenigen Gewinnern der Corona-Krise. Es ist davon auszugehen, dass die meisten Kunden die gestiegenen Preise verständlicherweise deshalb eher ablehnen werden und verschiedene Sets noch gezielter gekauft werden, da nur bei den wenigsten Fans analog zur Preiserhöhung das für LEGO verfügbare Budget steigen dürfte.

Interessant zu beobachten wird es sein, inwieweit sich die LEGO Preiserhöhungen auf die Umsatzzahlen in den verschiedenen Teilbereichen des Sortiments auswirken. Wird es in Zukunft weniger 18+ Sets geben, da diese am stärksten von den Preiserhöhungen betroffen sind und sich AFOLs deshalb weniger Sets leisten können? Wird ein Großteil der Kundschaft, die LEGO für ihre Kinder kauft und sich in der Regel nicht auf LEGO Fanseiten informiert, überhaupt etwas von den Preissteigerungen mitbekommen? Auch wenn nicht damit zu rechnen ist, dass LEGO hier genaue Zahlen veröffentlichen wird, sind wir gespannt, wie sich die LEGO Preiserhöhungen auf das Jahresergebnis auswirken, das im kommenden März bekannt gegeben werden dürfte.

Teilt uns eure Meinung dazu gern in euren Kommentaren mit, bleibt dabei aber bitte sachlich und haltet euch wie immer an unsere Netiquette, auch wenn das Thema den ein oder anderen aufwühlen mag. Danke!

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