LEGO 88015 Batteriebox zerlegt: Wie kommt der Preis zustande?

LEGO Batteriebox 88015 Teardown
Inhaltsverzeichnis

Kürzlich wurde im LEGO Online-Shop die neue LEGO Powered Up 88015 Batteriebox gelistet. Das Produktfoto zeigt lediglich einen Karton. Bei dem Artikel handelt es sich um die Batteriebox mit zwei schaltbaren Ausgängen, die in der LEGO Technic Osprey verwendet wird. Sie hat drei Schalterstellungen pro Ausgang: die Mittlere stoppt den Motor und die beiden Äußeren lassen angeschlossene Verbraucher, also Motoren oder Lichter, mit voller Geschwindigkeit vorwärts oder rückwärts drehen bzw. die Lichter leuchten.

Zwei Aspekte haben allerdings Verwunderung hervorgerufen: der Hinweis in der Beschreibung, dass die Box kompatibel mit der CONTROL+ App sei und der, falls es sich nur um eine „dumme“ Batteriebox handeln sollte, stolze Preis von ungefähr 35 Euro. Als Vergleich: die Power Functions Batteriebox 8881 lag bei unter 10 Euro und den Technic Hub, der Bluetooth kann und vier Anschlüsse hat, gibt es aktuell bei Bricklink schon für unter 20 Euro. Grund genug, die Batteriebox etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Form der Box ist sehr ähnlich zum LEGO Powered Up Technic Hub mit vier Anschlüssen – das neue Produkt hat allerdings zwei Anschlüsse weniger. Da man mit einer Batteriebox keine Sensoren nutzen kann, sind die Anschlüsse A und B nur mit herausgehenden Pfeilen gekennzeichnet.
Das Batteriefach befindet sich an der Unterseite und „Batteriepacks“ lassen sich zwischen beiden Hubs austauschen. Wenn man das Batteriepack herausnimmt und genau hinschaut, offenbart sich ein erster Unterschied. Die kleine runde Taste, mit der der Hub vermutlich zwischen normalen Batterien und Akkus unterscheiden kann, fehlt. Schon seit dem NXT werden in der Mindstorms-Reihe so Akkus von Batterien unterschieden. Es gibt allerdings aktuell keinen Akku für die Hubs.

Der Teardown

Außerdem offenbaren sich die ersten beiden Hindernisse: zwei Schrauben. Mit einem Torx T6- Schraubendreher lasen sich beide Schrauben entfernen. Jetzt müssen nur noch die hellgrauen Plastiklaschen im Batteriefach nach außen gedrückt werden, bis der hellgraue „Deckel“ der Batteriebox abgezogen werden kann. Zum Auseinanderdrücken und -halten kann ich LEGO Teiletrenner empfehlen. Insgesamt müssen alle sechs hellgrauen Laschen lose sein.

Beim Anblick der Leiterplatte kommt etwas die Ernüchterung hoch. Es gibt lediglich sieben elektronische Bauteile. Ich schätze aufgrund der Lage und der Beschriftung, dass es sich um folgendes handelt:

  • R2: Schutzwiderstand für die Batterien (er liegt in der Nähe der Batteriekontakte)
  • D1: LED. Leuchtet, wenn ein Ausgang aktiv ist
  • D2-D5: 4 Dioden, die als Brückengleichrichter fungieren. Sie beugen Verpolung der LED vor
  • R1: Schutzwiderstand für die LED

Um die andere Seite der Leiterplatte freizulegen, müssen zwei Plastikclips, zum Beispiel mit einer Zange, geköpft werden. ACHTUNG! Jetzt sind einige der Schleifkontakte für die Schalter lose! Sie können sehr schnell herausfallen und verloren gehen!

Auf der Rückseite der Leiterplatte gibt es allerdings keine neuen Erkenntnisse. Man sieht die Schleifkontakte SW1 und SW2 für die Schalter, die mit Schmiermittel bestrichen sind und die Kontakte, die zu den Batterien gehen.

Wie kommt also der (hohe) Preis zustande?

Damit bleibt die große Frage, warum die Batteriebox so teuer ist, offen. Die Hardware rechtfertigt den Preis meiner Meinung nach nicht einmal ansatzweise. Mögliche Gründe, die ich mir vorstellen kann sind, dass man entweder die Einzelverkäufe möglichst unattraktiv machen möchte, um zum Beispiel Bricklink zu unterstützen – oder damit die Hubs mit Bluetooth im Verhältnis nicht mehr ganz so teuer wirken.

Da es aktuell kein Set auf dem Markt gibt, das die Batteriebox enthält, wird man bei Bricklink vorerst keine günstigen Preise erwarten können. Vielleicht kommt in der LEGO Technic Sommerwelle ein Set, das die Batteriebox enthält. Eine weitere Alternative wäre, sich den Bluetooth Hub bei Bricklink zu bestellen.

Entweder man nutzt ihn über Bluetooth und hat vier Anschlüsse mit Geschwindigkeitssteuerung zur Verfügung, oder man ist Technikenthusiast und lädt sich mit Pybricks dauerhaft ein Python-Programm auf den Hub, durch das er wie eine Batteriebox funktioniert. Einen Beispiel-Quellcode für ein solches Programm kann man hier finden.

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