LEGO 76387 Harry Potter: Begegnung mit Fluffy im Review

Hagrids Wachhund kehrt zurück auf die LEGO Bühne - für 39,99 Euro ab dem 01. Juni 2021.

LEGO 76387 Harry Potter: Begegnung mit Fluffy im Review (Daniel Haedicke) - 1

Auf das Set LEGO 76387 Harry Potter Hogwarts: Begegnung mit Fluffy habe ich mich schon im Vorfeld sehr gefreut – endlich nach 20 Jahren ein neuer Fluffy! Was das Set aber sonst noch zu bieten hat und was sich nach den zwei Jahrzehnten im Design alles veränderte, das schauen wir uns heute in diesem kleinen Review bzw. am Ende in einem Vergleich mit der Erstauflage aus 2001 genauer an.

Begegnung mit Fluffy

Fluffy ist nicht, wie der Name etwa vermuten lässt, ein kuschliges Haustier, sondern gehört der Rasse der Cerberus an. Ein mehrköpfiger Höllenhund aus der griechischen Mythologie, der den Zugang zur Untwerwelt bewacht. Nur mit musikalischen Klängen wird der riesige Hund beruhigt und zum Schlafen gebracht.

In den Harry Potter Bänden gehört der Hund dem Wildhüter Rubeus Hagrid, der ihn einem Griechen abkaufte und im Verbotenen Wald angesiedelt hat. In Hogwarts soll Fluffy nun etwas Magisches bewachen, was sich unter einer Falltür verborgen hält, so glauben es die drei kleinen Zauberer Harry, Ron und Hermine. Die erste Begegnung mit Fluffy war aber noch eher ungewollt, da sie vor dem Hausmeister Filch durch den verbotenen Korridor geflüchteten und plötzlich vor dem riesigen Wachhund standen. Das zweite Aufeinandertreffen war dann schon geplant und sie kamen dem Ziel – den Stein der Weisen zu finden – ein Stück näher.

Fakten zum LEGO 76387 Set

  • Set-Nummer: 76387
  • Thema: LEGO Harry Potter
  • Bezeichnung: Hogwarts: Begegnung mit Fluffy
  • Designer: Yi-Chien Cheng
  • Teilezahl: 397
  • Minifiguren: 3 + goldene 20 Jahre Jubiläumsfigur: Hermine Granger
  • Aufkleber: 5
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • Empfohlenes Alter: 8+
  • UVP: 39,99 Euro
  • Preis pro Teil: 10,0 Cent

Die Verpackung

Wer meine beiden ersten Reviews zum LEGO 76386 Misslungener Vielsafttrank und dem Set LEGO 76395 Erste Flugstunde schon gelesen hat, wird schon gemerkt haben, dass eigentlich nur das kleine 20 Jahre Jubiläums-Logo in der linken unteren Ecke als Neuerung dazu gekommen ist. Die restliche Aufmachung ähnelt stark den Sets der letzten Jahre. Was aber sofort ins Auge sticht, ist das neue bzw. wieder alte „sandgrüne“ Dach. Doch dazu mehr an gegebener Stelle.

Die Rückseite zeigt die üblichen Playfeatures – sogar, dass man Fluffy um 360° drehen kann – was mir irgendwie seltsam als „Funktion“ erscheint, aber dafür leuchten die Kerzen mit voller Kraft (sie leuchten natürlich nicht im Set). Auch in diesem Set sind wieder zwei zufällige Schokofrosch-Sammelkarten enthalten.

Eine der Seiten der LEGO 76387 Box zeigt die exklusive Minifigur und die Bezeichnung des Sets.

Der Inhalt & die Bauanleitung

Packen wir nun endlich die 28 x 26 x 7,5 cm große Box aus. Dafür müssen wieder zwei Laschen eingedrückt werden. Drei magische Beutel purzeln aus der Hogwarts-Verpackung. Mit der kompletten ersten Baugruppe wird auch gleich Fluffy gebaut.

Eine klebegebundene Bauanleitung mit insgesamt 86 Seiten ist ebenso enthalten, sowie ein Stickerbogen mit fünf verschiedenen Aufklebern. Dieser wurde auf einem transparenten Träger gedruckt (aufgrund der Harfensaiten). An sich ist die Menge absolut ok, allerdings gibt es wieder ein Problem, wie wir später sehen werden.

Der Aufbau mit seinen 98 Schritten stellt auch im LEGO 76387 Set keinerlei Hürden dar. Auch hier gibt es am Ende wieder den Überblick über die 16 verschiedenen Sammelkarten. Den Layout-Fehler mit dem doppelten Ollivander (untere Reihe ganz rechts) wird es übrigens nur in der ersten Charge geben. Wie mir Marcos Bessa (Harry Potter Chef-Designer) mitgeteilt hat, wurde dieses kleine Missgeschick bereits gefixt.

Die Minifiguren

Neben dem neuen, baubaren Fluffy gibt es natürlich noch zwei andere kleine Highlights in dem Set – die exklusive goldene Minifigur in Form von Hermine Granger und die zwei Schokofrosch-Sammelkarten. Die Figur ist in pearl-gold, wodurch sie natürlich recht matt, und nicht wirklich gülden wirkt. Wie ich in den anderen Reviews schon schrieb, bin ich nicht ganz so begeistert, aber den Sammelfreund wird dies sicherlich nicht stören. Bei meinen Sammelkarten hatte ich diesmal Glück, es war kein doppelter Zauberer bzw. Hexe dabei. Es handelt sich um Prof. Minerva McGonagall und Newt Scamander (Fantastic Beasts).

Da die drei Protagonisten auf Fluffy treffen, dürfen genau diese drei nicht fehlen. Es sind eben wieder Harry Potter, Ron Weasley und Hermine Granger. Ron hat dabei ein etwas anderes Oberteil mit geöffnetem Umhang.

Der Aufbau

Wie schon geschrieben, beginnt der Aufbau des LEGO 76387 Sets mit Fluffy. Dieser wird komplett aus Bricks gebaut, bis auf die Köpfe. Durch die Bauweise lässt sich das kleine, flauschige dreiköpfige Hündchen später in verschiedene Positionen bringen, was es damit dem 20 Jahre alten Fluffy voraus hat. Was irgendwie störend ist, sind die grauen Kugelgelenk-Aufnahmen. Diese wird es aber vermutlich in keinem Braunton geben, so dass der Hund wohl schon graues Haar bekommt – oder welche Interpretation man auch immer nehmen möchte.

Sehr gelungen finde ich die drei verschiedenen Drucke der Köpfe.

Beim fertigen Fluffy können nun alle vier Beine einzeln bewegt werden – plus der kleine Schwanz. Dadurch kann er entweder stehen, liegen oder sitzen. Allerdings wirkt der Körper am Ende doch sehr kantig.

Damit der kleine Schoßhund auch in Frieden schlafen kann, wird eine kleine (verzauberte) Harfe gebaut. Durch die sanften Klänge bleibt Fluffy im Land der Träume – erst wenn die Musik aufhört zu spielen, sollte man lieber das Weite suchen. In dem ersten Set aus dem Jahr 2001 verwendeten die Designer noch ein anderes Musikinstrument. Welches das war?! Wir werden sehen.

Doch zuerst sehen wir uns noch den Aufbau der Räumlichkeiten des LEGO 76387 Sets an. Nach wenigen Schritten ist das 8×16 noppengroße Zimmer für Fluffy fertig – inklusive Falltür und einem kleinen Hähnchenschenkel in der Ecke, welchen sich die drei Köpfe teilen müssen, wenn das mal keinen Ärger gibt. Für die Harfe ist erstmal kein Platz.

Damit es später nicht hinein regnen kann, wird sogar noch ein kleines Dach gebaut samt Deckenbeleuchtung. Was fällt auf?! Richtig – das Dach ist grün. Eigentlich nichts besonderes, da die Dächer von 2001 bis zur letzten Welle im Jahr 2010 stets grün waren. Erst 2018 änderte sich diese Farbe in grau. Damals war der Aufschrei genauso groß wie heute – warum plötzlich grau, warum wieder grün?! Ich finde es legitim, dass die Dachfarbe wieder die Alte ist, da das neue Hogwarts sich komplett unterscheiden soll von den letzten drei Jahren bzw. ein neues baubares System darstellt. Marcos Bessa erwähnte im Designer-Interview ebenfalls, dass sie damit auch die neuen Kids erreichen wollen, die die alten Sets noch nicht kennen – und zudem oxidieren die Dächer ja auch. Am Ende bleibt es Geschmackssache.

Das Dach mit seiner Grundfläche von 8×16 Noppen lässt sich später ebenso modular bzw. variabel einsetzen.

Kommen wir nun aber zum größten Kritikpunkt an dem LEGO 76387 Set – meine Meinung. Sicherlich wäre auch hier das Bedrucken des Hogwarts-Wappen eine Wohltat gewesen, aber viel schlimmer sind die (mal wieder) farblich abweichenden Mauersticker. Das sieht einfach nicht schön aus. Auch das Grau beim Wappen hat eine völlig andere Farbe, da könnte es aber ein Effekt im Metall sein. Hier hätte man vielleicht auf die großen Formteile mit den Fenstern verzichten sollen und die Wände lieber gebaut, so dass noch mehr 1×2 Mauer-Elemente in nougat hätten verwendet werden können – oder man lässt diese Sticker einfach weg.

Im nächsten Bauabschnitt des LEGO 76387 Sets werden zwei weitere Räume auf 8×8 Gitterplatten errichtet. Der Raum mit den Teufelsschlingen bildet natürlich den Ort, an dem Harry, Ron und Hermine landen, nachdem sie durch die Falltür bei Fluffy gestiegen sind. Der andere Raum bleibt leer, bis auf zwei Kerzenleuchter, bietet aber später Platz für die Harfe.

Zu guter Letzt noch ein Raum im Dachgeschoss, welcher dort eigentlich nicht hingehört, denn schließlich ist die Falltür ja im dritten Stock. Dieser Raum jedoch beinhaltet die vierte Aufgabe (das Flaschenrätsel) von Severus Snape und ist nur im Buch zu finden.

Damit wäre das LEGO 76387 Set Begegnung mit Fluffy abgeschlossen und die einzelnen Module können zusammengesetzt werden.

Das fertige Set

So, wie im nachfolgendem Bild, wird das Set am Ende der Bauanleitung präsentiert. Wäre aber alles irgendwie ein bisschen unlogisch, was den Sinn des Sets betrifft.

Daher habe ich mal angefangen, das Ganze etwas umzugestalten, wie es schon mehr Sinn macht. Allerdings sieht es nun etwas seltsam aus, doch ich habe ja bereits zwei andere Sets, die ich verwenden kann.

Ich weiß, auch dieses Bild ergibt keinen Sinn, aber man erkennt, dass das LEGO 76386 Misslungener Vielsafttrank perfekt kombiniert werden kann. So kann jetzt der leere kleine Raum samt Harfe auf gleicher Ebene mit Fluffy positioniert werden. Man merkt nun auch langsam, welchen Sinn diese neue modulare Baukastensystem macht. Allerdings fehlen doch noch einige Räume, um das Schauspiel um Fluffy korrekt anzupassen. Dafür wird noch die große Kammer des Schreckens (76389) folgen und ich werde sehen, wie nah wir mit den ersten Sets an das echte Hogwarts kommen. Wobei natürlich noch viele weitere Sets folgen werden und müssen – da bin ich schon sehr gespannt.

Die Rückseiten sollen natürlich nicht vergessen werden, auch wenn ich mir den Anblick der Sticker hier gern ersparen möchte.

Vergleich mit LEGO 4706 aus 2001

Für das LEGO 76387 Set bietet sich natürlich ein direkter Vergleich mit einem fast schon klassischem Set an. Im Jahr 2001 erschienen die ersten LEGO Harry Potter Sets zum Film „Der Stein der Weisen“. Darunter war auch das Set LEGO 4706 Der verbotene Gang. Es stellt im Prinzip das gleiche Szenario dar, wie das 2021er LEGO 76387: die Begegnung mit Fluffy.

Auch vor 20 Jahren waren die drei Zauberfreunde auf Fluffy gestoßen und später durch den Geheimgang ihrem Ziel – das Finden des Steins der Weisen – etwas näher gekommen. Die Verpackungen sind dabei fast identisch groß. Man könnte sogar meinen, dass das alte Set mehr Teile beinhaltet, aber es schaffte es nur auf ca. 230 Einzelsteine – nicht ganz die Hälfte von der Neuauflage. Interessant sind dabei die Unterschiede der Rückseiten. So zeigte die 2001er Box tatsächlich einige alternative Bauideen – die sogar am Ende der Anleitung beschrieben sind!

Die zwei fertig gebauten Sets im direkten Vergleich. Durch die vielen größeren Bauteile schafft es das LEGO 4706 Set fast auf die Größe des LEGO 76387 Sets. Man erkennt auch, dass 2001 noch das alte Dunkel- und Hellgrau verwendet wurde. Das sandgrüne Dach dagegen ist nun wieder da.

Durch die Wendeltreppe gelangt man in einen kleinen Vorraum mit verschlossener Tür. Diese öffnet Hermine mit ihrem Zauberspruch Alohomora und sie stehen vor dem schlafenden Riesen. Die Teufelsschlingen sind in diesem alten Set noch mit grünen Palmenblättern dargestellt. Im Film müssen sich die Drei entspannen, um aus den Schlingen befreit zu werden – im Buch bekämpft sie Hermine mit Feuer. Die Palmenblätter sind hierbei beweglich und können auf und zu schnappen, so dass in meinem Fall der arme Ron gefangen ist.

Der nächste riesige Unterschied sind natürlich die alten Figuren, mit ihren noch gelben Köpfen und Händen. Auch die Zauberstäbe waren noch lange Stangen – dafür trugen sie noch Umhänge aus Stoff. Ein Detail, was zum neuen LEGO 76387 Set unterschiedlich ist, ist das Musikinstrument. im Buch spielt Harry auf einer Flöte um Fluffy zum Schlafen zu bringen – genau diese wunderschön bedruckte Flöte lag dem alten Set bei.

Zum Abschluss noch ein Blick auf Fluffy. Eine große braun/schwarze Figur, welche aber bewegliche Schnauzen hatte, ähnlich wie bei den Krokodilen oder Drachen. An weiteren beweglichen Elementen gab es hier nichts.

Dadurch kann der alte Fluffy natürlich nur stehen. Zudem ist sein Fell noch im alten Braunton gehalten, der mir im direkten Vergleich tatsächlich besser gefällt.

Welche Version einem nun besser gefällt, ist jedem selbst überlassen. Ich hätte mir irgendwie eine Mischung gewünscht, dass die alte Großfigur bewegliche Beine bekommen hätte und zusätzlich zu den öffnenden Schnauzen noch die coolen Drucke. Dann würde das Ganze runder wirken und nicht so ein Mix aus gebautem Körper und Fertig-Kopfteilen.

Mein Fazit

Das Fazit zum LEGO 76387 Begegnung mit Fluffy fällt durchwachsen aus. Angefangen bei Fluffy mit den schönen Köpfen, aber kantigen Körper, über die Farbunterschiede bei den Stickern in Hinblick auf die Farbe der Steine bis hin zu dem Punkt, dass das Set eigentlich einzeln im Aufbau nicht wirklich logisch ist (zumindest für Harry Potter Fans). Man braucht also zwingend noch weitere Sets, wie die Kammer des Schreckens (76389), um das Set zu vervollständigen.

Dabei hilft natürlich die modulare Bauweise, welche ich jetzt schon ein bisschen zu schätzen gelernt habe. Die alten Sets der letzten drei Jahre waren natürlich ebenfalls stets erweiterbar, nahmen aber sehr viel Platz ein – das wird nun etwas kompakter. Ich freue mich also auf weitere Sets aus dieser neuen modularen Reihe und werden diese wohl schlussendlich wirklich aus Platzgründen gegen die alten Sets austauschen in meiner Vitrine.

Was meint ihr zum neuen baubaren Fluffy – oder zu den wiedergekehrten grünen Dächern?! Schreibt es gern in die Kommentare!