LEGO 71374 Nintendo Entertainment System (NES) im Review

Seit dem 01. August 2020 gibt es den Retro-Klassiker bei LEGO - was das Set kann, sage ich euch in diesem ausführlichen Review.

LEGO 71374 Nintendo Entertainment System (NES) im Review (Daniel Haedicke) - 1

Als vor einiger Zeit die Kooperation mit Nintendo bekannt wurde, hatten sicherlich viele LEGO-Fans große Erwartungen auf das, was da kommen würde – leider kam es dann doch etwas anders als erhofft. Doch mit einem großen Knall kam der dänische Spielwarenhersteller noch einmal um die Ecke und zauberte eine Überraschung aus dem Hut, die viele Retro-Fans vom Hocker haute: das LEGO 71374 Nintendo Entertainment System von 1985!

Seit dem 01. August ist die Konsole nun in den LEGO Brand Stores sowie im LEGO Online-Shop mit seinen 2.646 Einzelteilen zum Preis von 229,99 Euro erhältlich (aufgrund der Mehrwertsteuer-Senkung bis 31.12.2020 für 224,19 Euro). Als großer Fan der alten Spielekonsolen und stolzer Besitzer einer originalen NES aus meiner Kindheit musste ich dieses Set unbedingt haben. So ließ ich es mir nicht nehmen, mit dem netten Teamkollegen Robert (und unseren Damen) am Samstag den Store in Leipzig zu besuchen. Der Andrang war riesig! Denn auch andere Sets, wie das grandiose LEGO 21323 Ideas Piano, gingen in den Verkauf. Zum Konzertflügel hat Wolfgang bereits ein ausführliches und ebenso grandioses Review hier im Blog veröffentlicht.

Doch zurück zur NES. Bevor es nun zum eigentlichen Aufbau geht, noch ein paar Worte zur Entstehung des Klassikers.

Die Geschichte der NES Konsole

Die erste Idee zu einer neuartigen Arcade-Konsole mit Cartridges kam im Jahr 1981. Einer der verantwortlichen Ingenieure war Masayuki Uemura. Es entstand die Famicom (Family Computer), welche am 15.07.1983 auf den Markt geworfen wurde. Sie unterscheidet sich optisch sehr von dem, was wir als NES kennen. Ein Jahr später wurde eine veränderte Version mit umfangreichem Zubehör auf dem US-Markt mit dem Namen Nintendo Advanced Video System (AVS) vorgestellt. Zur Marktreife kam aber eine überarbeitete, einfachere Variante im Jahr 1985 – das Nintendo Entertainment System (kurz NES) wie wir es heute kennen.

Das System mit dem wechselbaren Spielen und seiner 8-Bit Grafik war der Zeit voraus und entpuppte sich als wahrer Kassenschlager, nachdem der Spielemarkt Anfang der 80er Jahre am Boden war. Von dem Nintendo Entertainment System wurden ca. 62 Millionen Einheiten weltweit verkauft, was lange Zeit Rekord war. Die Produktionen wurden Mitte der 90er Jahre eingestellt, da die neue 16-Bit Generation, wie des SEGA Mega Drives oder des Super Nintendo Entertainment Systems (SNES) der älteren Konsole den Rang abgelaufen hat.

Im Jahr 2016 ließ Nintendo den Klassiker aber noch einmal neu auferstehen – im Miniformat. Gleiches Design, nur kleiner und mit mehr Power unter der Haube. So gibt es 30 vorinstallierte Spiele und verschiedene Grafik-Modi sowie einen HDMI Anschluss. Die alten Controller waren aber nicht kompatibel – und die neuen Kabel leider doch sehr kurz. Aber immerhin fast vier Millionen Einheiten fanden ihre Abnehmer.

Das soll es zum Thema Historie aber gewesen sein, wer gern mehr wissen möchte, findet auf den einschlägigen Seiten noch mehr Informationen zum 1889 in Japan gegründeten Unternehmen, das anfangs nur Spielkarten produzierte. Jetzt starten wir mit dem dänischen Pendant aus unseren liebsten Klemmbausteinen.

Die Fakten zum LEGO 71374 Set

  • Set-Nummer: 71374
  • Thema: Adults Builders
  • Bezeichnung: Nintendo Entertainment System
  • Teilezahl: 2.646
  • Erhältlich seit: 01.08.2020
  • Empfohlenes Alter: 18+
  • UVP: 229,99 Euro
  • Preis pro Teil: 8,7 Cent

Die Verpackung

Auch dieses Set gehört zur neuen 18+ Reihe und hat das entsprechende Design. Es ist schlicht, aber modern. Ein sattes schwarz beherrscht den Hintergrund. Am unteren Rand steht die Altersangabe, Setnummer und Teileanzahl. Auf der Rückseite gibt es gar nicht viel mehr zu sehen, als auf der Vorderseite. Einige wenige Details und eine schematische Darstellung. Die gesamte Box hat die Ausmaße von 58 x 48 x 12,5 cm. Das Gewicht der geschlossenen Box beläuft sich auf gut 4,1 kg.

In den Details sieht man schon eine der Hauptfunktionen des Fernsehapparats. Auch seitlich ist noch eine nette Super Mario Darstellung aufgedruckt.

Der Inhalt und die Bauanleitung

Nach dem Durchtrennen der drei Siegel purzeln aus der prall gefüllten Box etliche Tüten heraus. Insgesamt sind es für dieses Set 21 Tütengruppen – einige davon sind, wie üblich bei der Kartongröße, in einer separaten weißen Box. Lose bei liegen eine 16×16 Platte in dunkelgrau, sowie ein 41 cm langer Pneumatik-Schlauch und eine stabilere hellgraue Stange. Die Bauanleitung darf natürlich auch nicht fehlen und ein kleiner Stickerbogen mit drei Aufklebern.

Für alle, die jetzt wieder Schnappatmung wegen der Abziehbildchen bekommen, denen sei gesagt: Es gibt unzählige bedruckte Teile in diesem Set! Zwei der Sticker werden auf 6×6 Fliesen angebracht – meine Vermutung ist, warum dies ausgerechnet Sticker sind, weil der Spritzgusspunkt bei diesen Elementen mittendrin, statt nur dabei ist – und das auch sehr groß, sodass ein Druck eine größere Fläche in der Mitte leer lassen würde. Das würde natürlich auch nicht schön aussehen, von daher ist das an dieser Stelle wirklich OK.

Der weiße Sticker, welcher später auf die Rückseite des TV-Geräts kommt, beinhaltet viele Details, wovon sich für den Laien sicherlich nicht alles erschließen lässt. Sicher ist die, dass auch das Datum der Veröffentlichung (15.07.1983) der ersten NES-Konsole mit abgedruckt ist. Außerdem steht DM in der Modellnummer für einen der drei Hauptdesigner des Sets: Daire McCabe.

Apropos Designer – im ersten der zwei Anleitungshefte sind diese nicht nur namentlich, sonderlich auch bildlich in Szene gesetzt wurden. Dazu gibt es einige interessante Informationen (auf Englisch), bevor mit dem Bau der Konsole gestartet wird. Insgesamt 295 Bauschritte sind am Ende nötig, um den ersten Teil des Sets zu schaffen. Seltsamerweise wird in diesem Heft erst am Ende der ersten Bauanleitung erklärt, wie der Teiletrenner korrekt angewendet werden kann – hoffentlich hat man ihn bis dahin nicht gebraucht.

Der Vorteil der zwei getrennten Anleitungen ist in diesem Fall, dass parallel gebaut werden kann – sofern man dies möchte. Beim Röhrenfernseher werden anfangs noch ein paar Spiele gezeigt, und auch das Einsetzen des LEGO Marios, welcher dem neuen LEGO 71360 Abenteuer mit Mario – Starterset beiliegt. Nach 266 Schritten ist auch der Fernseher gebaut – so werden also insgesamt 561 Bauschritte benötigt.

Der Aufbau

Die Konsole

Ich bin der Reihenfolge nachgegangen und habe also mit der Konsole angefangen. Begonnen wird, irgendwie logisch, mit dem Boden. Dazu wird als Ausgangspunkt die große 16×16 Platte genommen. Der Rest wird nach und nach dran gesteckt. Mittig wird bereits die Vorrichtung für den späteren Mechanismus zum Einlegen der Kassette begonnen.

Anschließend wird die Kassetten-Ablage gebaut. Diese hat für die spätere sanfte Drück-Funktion tatsächlich zwei (hellgraue) Federn. Ein enorm wichtiges Element ist die locker gelagerte 3er Achse in braun. Diese gleitet auf zwei dunkelgrauen Achsen hin und her – noch fragt man sich warum, des Rätsels Lösung folgt schon bald.

Eine kleine Halterung mit Gummireifen folgt, damit die Spielkassette auch arretiert wird.

Der Einbau erfolgt wenig unspektakulär mit zwei beigen Pins auf der Unterseite mit den Federn, und seitlich mit zwei braunen 3er Achsen mit Stopper. Damit federt das System schon einmal ganz nett, aber es wird nicht eingehakt beim Runterdrücken, so wie es der geneigte NES-Zocker kennt.

Deshalb wird noch ein buntes Etwas gebaut, was zwar seltsam aussieht, aber eine große Wirkung hat. Dazu brauchen wir wieder die lockere braune 3er Achse von zuvor. Das ganze System ist zwar eigentlich simpel, aber dennoch genial! Die Platte wird nach unten gedrückt, dabei fällt die Achse nach unten und rastet vor dem orangenen Dachstein ein. Drückt man nun wieder darauf, und damit weiter nach unten, löst sich die Achse und rutscht weiter nach vorn. Damit ist die Arretierung gelöst und durch das Hochklappen der Platte gleitet auch die Achse wieder an ihren Ausgangspunkt.

Zum besseren Verständnis habe ich mal versucht, eine kleine Animation einzubauen.

Der Bau des Korpus vom NES ist an sich eher unspektakulär. Viele normale Steine kommen zum Einsatz, sowie zahlreiche inverte Dachsteine. Wären da nicht die Unterbrechungen mit den Anschlüssen oder „Knöpfen“. Es wird hier und da auf dem Kopf gebaut, oder seitlich gedreht. Es gibt einige verrückte Bautechniken, die mir sehr viel Spaß und Staunen bereitet haben.

In den nächsten Schritten werden die Anschlüsse für die Controller gebaut (einer liegt ja zumindest bei), und die dazugehörige Steckplatznummerierung. Auch die zwei großen Tasten für Reset und Power werden angebracht. Ja, auch an die Kontrollleuchte wurde gedacht – leider leuchtet sie nicht rot, aber irgendwas ist ja immer.

Die Cinch-Anschlüsse für die Audio- und Video-Übertragung werden mithilfe von Fenstern gebaut, die mich irgendwie an alte Burgfenster erinnern. Auch hier werden Einbautechniken verwendet, die anfangs kurios wirken, aber schlussendlich ein perfektes Ergebnis bringen. Was mir dabei noch aufgefallen ist, eine neuartige 2×4 Platte mit zwei Jumper-Noppen – gibt es erst seit diesem Jahr vereinzelt in Minecraft-Sets, aber in der Farbe Dunkelgrau bisher noch nicht.

Während ich noch über die Befestigung mit den braunen Steinen staunte, flog mir im nächsten Schritt eine 1×4 Platte mit seitlichem Print entgegen – sensationell. Bisher waren da eher die Klemmbausteine aus Polen die Experten dafür – aber auch LEGO kann das sehr ordentlich.

Die eigentlichen Cinch-Anschlüsse sind, wie das reale Vorbild, in ihren passenden Farben hinterlegt. Neben dem weißen Anschluss für die Antenne gibt es auch den kleinen Schieberegler (angedeutet) für den Kanalwechsel (3/4) und den Anschluss für den Netzadapter. Beim Original sind hier ebenfalls Bezeichnungen angebracht, diese fehlen hier leider. Vermutlich war es bautechnisch hier nicht anders möglich.

Auch beim nächsten Designmerkmal der Konsole haben sich die Dänen nicht lumpen lassen. Die gitterförmige Andeutung für die eigentliche Lüftung haben sie auch gut hinbekommen.

Was sie aber noch viel besser hinbekommen haben, ist das überraschende Easter Egg, welches plötzlich auftaucht, während man sich noch wundert – was soll das denn werden?!

Na, wer erkennt es?

Richtig, hier haben die Designer wohl noch etwas Platz gehabt für einen kleinen, aber genialen Spaß. Das Ende von Stage 1-2 aus dem Super Mario Bros. Spiel ist hier angedeutet. Sogar der kleine Mario ist dabei. Wer immer noch nicht weiß, wovon ich rede, dem sei dieses Bild aus dem Spiel zum Vergleich ans Herz gelegt:

Einfach genial! Mehr kann man dazu gar nicht sagen.

Nachdem das Staunen irgendwann verflogen ist, kann weiter gebaut werden. Eine Abdeckung bekommt die kleine Minitiaur-Mario-Welt auch noch. Diese ist auch nur mit ein paar Noppen festgemacht, ähnlich wie bei den Etagen von Modular-Häusern, sodass sie auch wieder leichter abgenommen werden kann. Der Rest wird ebenfalls verkleidet, was aufgrund der teils großen Steine recht zügig von statten geht. Beim Verlegen der Fliesen, als glatter Abschluss, fallen aber plötzlich ein paar besondere Teile ins Auge: 2×6 Fliesen! Sowas gab es noch nicht – und in diesem Set gleich in mehreren Farben. Hier in Schwarz.

Das letzte große Loch wird nun auch noch mit einem Deckel versiegelt. Auch hier sind die 2×6 Fliesen im Einsatz – jetzt in hellgrau. Der Deckel ist ebenfalls mit wenigen Noppen nur befestigt, so dass er leicht abgenommen und die Technik im Inneren gezeigt werden kann. Wer sich nun wundert, warum an der hinteren Wand der Konsole in der Mitte keine 1×2 Fliese, sondern stattdessen ein „Goldbarren“ genutzt wurde – eben für das leichtere Öffnen des Deckels.

Zu guter Letzt noch die Klappe zum Einlegen der Spiele. Auch hier ist die Bauweise etwas anders – vor allem anfangs ohne wirklichen Halt, da die gebauten Elemente nur ineinander gestellt werden. Erst mit dem Anbringen der Fliesen zur Verkleidung erhält die Konstruktion ihre Stabilität.

Ich denke, bei diesen tollen bedruckten Fliesen bedarf es keinerlei weitere Worte.

Durch ein einfaches Scharniersystem wird die Klappe gehalten. Nun heißt es also: Klappe zu, Affe tot. Die Konsole ist damit vollendet.

Das Spiel – Super Mario Bros.

Zum Set der Konsole gehört auch ein Spiel, was eventuell der eine oder andere Leser schon einmal gehört hat: Super Mario Bros. Es ist natürlich der Klassiker überhaupt! Gebaut wird die Cartridge aus wenigen Teilen, sieht dabei aber nicht nur von außen wie ihr großes Vorbild aus. Denn auch im Inneren wurde an die grüne Platine gedacht! Zwar könnte man jetzt meckern, dass die goldenen Kontakte fehlen – aber man muss es nicht übertreiben. Und wer hier genau hinschaut, entdeckt schon wieder diese ominöse 2×6 Fliese – nun sogar in Dunkelgrau!

Als letztes noch die zwei Sticker aufgeklebt und das Spiel ist einsatzbereit. Die Front ist dabei wirklich gelungen – die Rückseite – naja, es geht nicht wirklich anders.

Das Einlegen des Spiels klappt nun wie beim Vorbild. Auch hier noch mal eine kleine Animation.

Der Controller

Eine Konsole ohne einen Controller wäre wie PROMOBRICKS ohne LEGO – undenkbar! Also darf auch die passende Steuereinheit für den NES zusammengesteckt werden. Die bunten Steine im Inneren gehören hier ebenfalls zum Bauspaß, aber ich denke, wir alle (oder fast alle) haben uns schon daran gewöhnt – und solange von außen nichts sichtbar ist, kann von mir aus die komplette Farbpalette im Inneren sein.

Ich denke, es ist gut sichtbar, wie der Aufbau der Elemente erfolgt. Eine richtige „Drückfunktion“ besitzen aber weder die Knöpfe noch das Steuerkreuz. Der Pneumatikschlauch, der als Kabel dient, ist am Ende mit einem schwarzen Pneumatik-T-Stück verankert.

An diesem Controller kommen allein zwölf bedruckte Fliesen zum Einsatz! Die Genauigkeit des Drucks ist zwar um das Steuerkreuz nicht 100 %, aber noch vertretbar. Beim Nintendo-Schriftzug dagegen blitzt es hier und da weiß hervor. Die Select- und Start-Tasten bestehen aus Elementen, die es bisher nur in transparenter Farbe gab, um zum Beispiel Minifiguren etwas in der Hand halten zu lassen. Hier sind sie erstmalig in Schwarz verbaut. So ganz optimal ist diese Lösung aber nicht, wie der spätere Vergleich noch zeigen wird.

Das Ende des Kabels erhält natürlich noch den Stecker. Auch hier dient ein T-Stück aus der Pneutmatik-Kiste als Befestigung. Der fertige Stecker kann nun butterweich in den dafür vorgesehenen Anschluss geklickt werden. Dafür ist keine Kraft notwendig – und genauso einfach geht er auch wieder raus.

Das Nintendo Entertainment System

Damit ist die Konsole einsatzbereit! Doch was noch fehlt, ist das Ausgabegerät, das folgt jetzt im zweiten Anleitungsheft.

Der Röhrenfernseher

Wir schreiben das Jahr 1985, Marty McFly reist mit einem DeLorean 30 Jahre zurück in die … nein, das war ein anderes Thema. Aber was es auch bei dem jungen Zeitreisenden noch nicht gab, waren Flachbildschirme, wie LCD, LED oder OLED. So wurden damals die Konsolen an dicke, schwere Röhrenfernseher angeschlossen – per Scart oder Cinch Anschluss. Für die Auflösung und Darstellung der damaligen Technik war dies auch absolut ausreichend. Schließt man heute seine alte Konsole an einen modernen TV an, kann einem schon das Grauen kommen, wenn der Abstand nicht stimmt.

Die Designer haben sich etwas Tolles einfallen. Nach der Begeisterung des Baus von der NES wird hier das Ah und Oh nicht weniger – im Gegenteil. Begonnen wird auch hier wieder mit der Grundplatte und den ersten bunten Elementen. Ein Anschluss für ein TV-Kabel wird ebenfalls gelegt – aus einem hellgrauen Fass!

Nur wenige Bauschritte weiter wird bereits die grundlegende Technik für den späteren Mechanismus gelegt. Hierbei werden mehr Zahnräder verlegt als in so manch modernem LEGO Technic Set. Und sogar Zahnräder, die in bösartigen Flugzeugen zu Bruch gegangen sind – ob das hier gut geht?!

Die gebaute Technik ist eigentlich auch hier recht simpel. Über mehrere Zahnräder, ausgehend von der schwarzen Kurbel, wird die Kraft auf die beige Achse mit der grünen Fliese übertragen, wodurch sich diese dreht und später das Super Mario Spiel ablaufen lässt. Eine weitere Verbindung geht zu einem großen grauen Zahnrad, über dem ein Stopper angebracht ist. Die Kurbel lässt sich also nur in eine Richtung drehen, sonst verhakt sich der beige Pin im Zahnrad und die Kraft ist unterbrochen.

Das Hochziehen der Wände geht auch am Fernseher recht zügig dank großer Seitenelemente. Auf der Rückseite folgen weitere Anschlüsse – schließlich muss die Konsole ja auch verbunden werden. Falls kein Antennenkabel zur Hand ist, kann auch mit der angebrachten Antenne (der stabile hellgraue Stab) nach einem passenden Sender gesucht werden.

Es folgen weitere Verkleidungen an der Rückseite. Auch der dritte und letzte Sticker (das Typenschild) wird auf seinen vorgegebenen Platz angebracht. Nun sieht die Rückseite schön klobig aus, so wie man es gewohnt war.

Mit Tütengruppe 13 startet der Bau der „Leinwand“ des Super Mario Spiels. Als Erstes wird dafür das mittige Konstrukt gebaut, um das diese Leinwand später laufen wird. Auch hier findet der aufmerksame Beobachter etwas seltsames – richtig, Pins in Lime-Green. Warum dieser 3er Pin mit Achsaufnahme nun auch noch in diesen Farbtopf fallen musste, verstehe ich zwar nicht, aber bei einem anderen LEGO Set mit Stier-Emblem hätten diese sicherlich ganz gut gepasst.

Wie ihr seht, besteht die folgende Knistertüte aus zahlreichen Kettengliedern – 60 Stück um genau zu sein. Bitte zu jeweils 30 zusammenklippsen, Danke! Und weiter gehts …

… so hofft man, mit spannenden Bauerlebnissen, aber der Schein trügt. Auch Tüte 15 bringt nicht viel Gutes, dafür 15x einheitliches Zusammenstecken. Dafür bringt es aber wieder ein neues Element – die hellgraue 1×4 Platte mit zwei Pins auf der Rückseite – davon liegen sogar 30 Stück bei!

Wer nun denkt, die Odyssee ist vorbei, der irrt, aber ein wenig Abwechslung kommt dank bunter Farben wenigstens ins Spiel. Damit ist nun die Basis für die Spielgrafik gelegt.

Diese alte Spielgrafik, und auch das Spieldesign, soll natürlich so realitätsnah wie möglich an den freudigen LEGO-Bauer weitergegeben werden. Deshalb dürfen nun fleissig 1×1 Fliesen verlegt werden. Diese kommen auch nicht einfach auf die grauen und schwarzen Platten, sondern erhalten eine extra Erhöhung durch extra Platten.

Während man zum professionellen Fliesenleger wird, falls der Beruf nicht eh schon im Gesellenbrief eingetragen ist, entdeckt man voller Freude die vielen bedruckten Mario-Charaktere und Mario selbst natürlich (auch wenn der erst in der letzten Tüte 21 enthalten ist, aber solange konnte ich nicht mehr warten). Da gibt es Münzen, Sterne, die ?-Boxen, Gumbas, Pilze und Koopas. Das Beste, am Ende bleibt von jedem Steinchen noch einer übrig!

Diese kleinen Charaktere werden nach und nach mit in die hellblaue Welt integriert. Hierbei haben die Hindernisse ebenfalls zwei Lagen und sind erhöht. Das muss sein, damit der kleine Mario später auch springen kann. Ganz zum Schluss kam noch eine Überraschung, die ich so gar nicht auf dem Schirm hatte – eine grüne (bedruckte) Röhre bildet den Abschluss des Bauens.

Nun kann diese Leinwand über das anfangs gebaute Konstrukt gelegt werden – ähnlich wie bei einem Kettenfahrzeug. Die bunten Fliesen dienen übrigens später für die digitale Mario Figur aus dem oben bereits erwähnten Starterset. Die komplette Leinwand kann nun mittig auf die rote Stange gesteckt werden. Zwei zusätzlichen beigen Verbinder werden auf die kleinen Achsen der anfänglichen Konstruktion am Boden gesteckt. Nun kann an der Kurbel der erste Test gemacht werden, ob sich wirklich alles so bewegt, wie es soll.

War der Test erfolgreich, wird oben weitergebaut. Eine Fliese mit einem speziellen Strichcode wird angebracht – auch diese dient wieder für den dicken, digitalen Mario aus dem Starterset.

Aber genug digital, wir werden wieder analog mit unserem schicken Retro-TV. Die Mattscheibe und die Bedienelemente werden noch benötigt. Natürlich ist keine echte Scheibe enthalten, dafür weitere schöne bedruckte Fliesen. Vor allem der LO-TECH Gag gefällt mir hier sehr gut.

Ein kleines Gimmick versteckt sich noch hinter dem Drehregler für das Umschalten des Kanals (auch diese 2×2 Rundfliese ist übrigens ein Print). Mithilfe eines Technic-Soft-Axles und einem Zahnrad werden „Klack-Geräusche“ erzeugt und gleichzeitig rastet der Schalter bei jedem Zahn ein, wieder einfach, aber genial. Natürlich schaltet sich der TV-Kanal nicht wirklich dabei um.

Damit wäre die Blende des Fernsehers auch fast fertig, aber der wichtige Protagonist fehlt ja noch – Super Mario! Dieser ist mit einer transparenten Stange lose gelagert am linken Rand des TVs und nutzt eine kleine Parabol-Scheibe zum Überwinden der Hindernisse. Diese ist so groß, dass Mario in diesem Spiel niemals sterben wird, da er alle Hindernisse und Löcher problemlos überspringen kann. Aber dank der erhabenen Steine funktioniert das Prinzip sehr gut.

Nun, da Mario hüpft und hüpft und hüpft … kann die Mattscheibe vollendet und angebracht werden. Auch hier sind es nur wenige Noppen für die Befestigung, sodass auch die Blende problemlos wieder entfernt werden kann.

Was neben den Drehreglern auf der rechten Seite für Lautstärke, Helligkeit, Kontrast oder der ON/OFF Schalter noch fehlt, ist natürlich ein Lautsprecher. Natürlich in Mono, wie es sich gehört. Hierbei dürfen wieder zahlreiche 1×1 Plättchen zu einem Ganzen zusammengefügt werden – aber es gibt diesmal einen coolen Tipp in der Bauanleitung, damit nicht alles krumm und schief wird. Als Abschluss dürfen braune 6×6 Fliesen den Kasten verschließen. Zwar hätte ich mir die schicken 2×6 Fliesen nun auch in braun gewünscht, da es die großen Platten auch noch nicht in dieser Farbe gab, ist das auch akzeptiert.

An sich ist der Fernseher schon fertig und einsatzbereit, allerdings darf ein eleganter Standfuß nicht fehlen. In heller Holzoptik (medium-nougat) werden vier Stützbeine gebaut. Das TV-Gerät wird nun einfach nur auf den Fuß gestellt. Es gibt keine Befestigung, nur graue Platten am Boden, die die Position vorgeben.

Sieht das Endprodukt nicht fantastisch, nostalgisch aus?! Ich muss sagen, am Ende ist der Fernseher fast noch spannender als die Konsole selber. Ein tolles Design.

Das fertige Set

Was soll ich sagen, das Bild spricht für sich. Aber halt, wie kommt eigentlich das Super Mario Bros. Spiel von der Konsole auf den Fernseher – ohne Verbindungskabel? Ich weiß es nicht. Aber Strom bekommen beide Geräte ja auch nicht.

Da neben zahlreichen großen Steinen auch viel Kleines verbaut wurde, bleibt auch ein bisschen was übrig – neben den bereits erwähnten bedruckten Sonderelementen.

Der Vergleich mit der original NES-Konsole von 1985

Für den direkten Vergleich habe ich meine alte Konsole aus der Kindheit hervorgeholt – ich hatte es bereits angedeutet. Natürlich ist die Konsole 30 Jahre alt und hat hier und da ihre Abnutzungen und die typischen Verfärbungen – aber für den Vergleich sollte es genügen.

Was natürlich auffällt, das Produkt aus Dänemark ist kleiner als sein Vorbild. Dafür haben die Designer aber (fast) alles ausgeschöpft, was man an Details mit den Steinen nachbauen kann. Vielleicht hätte am Boden noch das ein oder andere gemacht werden können, wie die kleinen Standfüße, aber das ist dann noch Meckern auf sehr hohem Niveau.

Der Controller ist gegenüber der Konsole tatsächlich fast exakt so groß, wie das Original. Das Grunddesign ist dabei sehr gut getroffen, nur wie man nun im direkten Duell der Tasten sieht, hätten die Select- und Start-Taste vielleicht etwas anders gestaltet werden können.

Die Spielkassette ist dagegen wieder deutlich kleiner und der Konsole angepasst. Ansonsten lässt sich auch hier sagen – die Optik ist absolut gelungen und klar als das erkennbar, was es sein soll.

Mein Fazit

Mein persönliches Fazit ist, dass ich absolut begeistert bin von diesem Set. Das sage ich aber als Retro-Fan. Ob die jüngere Generation mit dem Set was anfangen kann, weiß ich nicht. Wer damit nicht aufgewachsen ist, wird dieses Set auch gekonnt ignorieren können, aber jeder der in seiner Kindheit auf dieser Konsole gezockt hat, wird sehr viel Spaß beim Bauen und mit dem finalen Ergebnis haben.

Sicherlich wäre eine 1:1 Variante (wie es ja der Controller fast ist) noch das i-Tüpfelchen gewesen, oder noch ein Cinch-Kabel zu kreieren, damit auch die Verbindung zwischen den Geräten gewährleistet wäre. Und vom Stromanschluss fange ich gar nicht erst an… aber das sind Punkte, die kaum ins Gewicht fallen und ich einfach glücklich mit dem bin, was ich nun vor mir zu stehen habe. Viele, sehr viele bedruckte Elemente – tolle, verschiedene Bautechniken und 6,5 Stunden schöner Bauspaß.

Wie schon geschrieben, gefällt mir der alte Fernseher fast noch besser als die Konsole. Die einfache aber geniale Technik hinter dieser Leinwand ist grandios. Den zusätzlichen Spielspaß mit dem digitalen Mario habe ich noch nicht getestet, werde ich aber irgendwann mit Sicherheit auch mal ausprobieren.

Meine abschließende Frage wäre, ob ihr die Idee eines wechselnden Spiels für gut erachten würdet?! So wie LEGO es nun in seiner Super Mario Welt mit vielen Erweiterungssets anbietet, wäre dies doch auch eine Option für die Konsole. Extra-Packs mit Spielkassetten zum Beispiel von Zelda, Excitebike oder ähnliches – inkl. den passenden Steinen für die Leinwand zum Bauen einer kleinen Welt. So kann wie bei den neuen LEGO Arts Bildern immer nach Belieben das Motiv gewechselt werden. Aber ich weiß, man darf ja mal träumen… oder wie sagte es Nintendo Anfang der 90er?! I want it all!

Stamm-Autor
  1. Erweiterungssets fände ich auch sehr spannend und hoffe da auf Ideen. Auch aus der AFOL Szene kommt bestimmt was.
    Schöne Review, auch wenn der Fernseher für mich eher 60er oder 70er ist, statt 80er. Gekauft wird es.

  2. Im Falle der NES finde ich sogar das die Aufkleber die Authentizität noch erhöhen. Beim Original sind das ja auch Aufkleber, die sich je nach Pflege und Alter ebenfalls lösen.

  3. Klasse Review!

    Die Console ist nix für mich, obwohl ich das mit dem „Auswerfer der Cartridge“ top ist. Da wäre das 2014 Angebot eher etwas, wegen der tatsächlichen Spiele. Es liegt auch daran, das Consolen all gegenwärtig sind. Deshalb ist mir das in Lego-Form egal (gleicht einem Prototyp). (Anders verhält es sich bei Autos und Eisenbahnen. Die werden geschrumpft (gleicht einem Model) und man kann sich alle leisten 🙂

    Den Fernseher dagegen finde ich toll.
    Allerdings ging mir erst jetzt ein Licht aufgegangen, warum das Ideas Aquarium nicht nominiert wurde. Im Prinzip hat es die gleiche „Leinwand“ Mechanik. ^^

  4. Hattet ihr auch Probleme mit Farbabweichung? Brickstory hat in seinem Review extreme Unterschiede bei Light Bluish Gray Teilen festgestellt. Unfassbar wie schlechte die Qualitätskontrolle bei Lego mittlerweile ist.

    1. Ich muss sagen, bei meinem Set war alles im Rahmen. Ein paar Brauntöne waren nicht 100%ig, aber im grau habe ich keine Abweichungen feststellen können.

  5. Nix für mich, ich brauche keine miniaturisierten Haushaltsgeräte aus LEGO, aber als Teilespender wegen der vielen großen Bricks und Tiles nicht schlecht.

  6. Sehr schönes Review. Echt verblüffend wie ähnlich Original und LEGO-Bausatz sind. Ich stimme dir aber zu. Wäre es in der Größe 1:1, wäre es der Hammer.

  7. Offtopic: Warum habt ihr denn am Ende der Seite den Bereich „Die 5 letzten Kommentare“ entfernt? Ich habe diese Funktion immer sehr oft benutzt. Jetzt muss man doch immer alle Berichte und Kommentare durchsuchen, um neue Kommentare zu finden. Und mal ein User einen Bericht kommentiert, der Monate oder Jahre (oder nur ein paar Tage) alt ist, bekommt man das doch niemals mit?!

  8. Ich finde die Idee echt lustig und die Umsetzung fantastisch. Aber ist das Konzept nicht irgendwie lächerlich und ein wenig seltsam? Für den Preis auch noch! Mega Review btw

  9. Farbabweichungen?? Hab den Fiat 500, der besteht aus mindestens 7 Gelbtönen!! Erschreckend, hat schon beim UCS Snowspeeder angefangen, wo die weißtöne nicht übereinstimmen….aber es wird immer schlimmer. Premium ist meiner Meinung nach nur noch der Preis, die Qualität leider nicht mehr

    1. Solange fleißig weiter gekauft wird, gibt es auch keinen Grund bei Lego, das zu ändern. Gerade beim Fiat war doch sehr schnell bekannt, womit man für sein Geld rechnen darf.
      Inzwischen verzichte ich auf solche Sets und kaufe nur noch, was mbMn von den Dänen wirklich gelungen ist wie zB Yoda. Oder hm… schwierig bei vielen neueren Sets. Piraten sind nicht meins und das Krokodil wird wohl lange auf sich warten lassen.

      Bei Technik baue ich gerade den Jeep von Cada und bin angenehm überrascht. Der Rotton gefällt mir bei Lego zwar besser und wirkt für mich wertiger, aber davon ab passt hier alles, inklusive neuer Teile, die ich bei Lego vermisse und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Vor allem mit der Anzahl an Elektrik.

      Mal sehen, wohin für mich auf Dauer die Reise geht. Insbesondere, wenn es um Displaysets geht, ist am Ende entscheidend, wie gut die Qualität ist und nicht der Hersteller.

  10. Was ich noch nicht verstanden habe: Warum ein Fernseher im 50er Jahre Stil mit denen für die Zeit typisch spitz zulaufenden Beinen? Das NES ist doch 80er…

    1. Laut Lego-Anleitung: „The TV, while not 1:1, actually matches the instructional drawings in the original booklet that came with the NES when it launched.“

      Hm, mal bei archive.org gewühlt… Wenn man das „booklet“ als die Anleitung zum Control Deck versteht, finde ich da in der 1986-Version zwar die Zeichnungen der Konsole und des Controllers aus der Lego-Anleitung. In der 1988-Version sogar 1:1. Der in beiden Versionen abgebildete Fernseher hat aber rein gar nichts mit der Lego-Variante gemein, sondern wirkt, welch Überraschung, deutlich moderner.

  11. Ich habe mir das neu aufgelegte Mini Classic vom SNES gegönnt. Bei eBay für 90 Euro. Ohne das Lego-Set wäre das wohl nicht passiert, aber jetzt feier ich grad die Reise in meine Kindheit mit Mario Kart, Mario World, Zelda usw. War für mich irgendwie hinsichtlich Preis-Leistung lohnenswerte als eine Display-Lego-Set für über 200 Euro.

  12. Ist vermutlich das erste Set, bei dem man das Original billiger haben kann als die LEGO-Kopie selber. Ich verspüre als Fan des NES immer noch keinerlei Kaufanreiz. Das Ding ist lediglich ein graues Gehäuse ohne weitere Funktion oder überschwinglicher Ästhetik, das man früher irgendwo im Fernsehschrank versteckt hat…

  13. Es ist ’nett‘.
    Mir ist Legos Preisstruktur bekannt, aber wenn ich das funktionale Original für ein Drittel bekomme, wirkt das trotzdem etwas skurril an.
    Schön gemacht aber nichts für mich.

  14. Ein tolles Review zu einem tollen Set. Klasse!
    Als Erweiterungen würden sich ja wohl nur solche Jump & Runs wie Mario anbieten.
    Die Bewegung von Link in Hyrule würde man mit der Technik ja wahrscheinlich nicht so gut hinbekommen wie das Rennen und Springen.

  15. Ich finde das Set und natürlich das Review super. Da hat der liebe Daniel wieder für eine Menge Umsatz bei Lego gesorgt. Gehe morgen noch einkaufen. Liebe Grüße an das ganze Team.

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