LEGO 6054 Forestmen’s Hideout von 1988 im Classic Review

LEGO 6054 Forestmens Hideout
Inhaltsverzeichnis

Dieses Jahr feiert LEGO seinen 90. Geburtstag ganz groß und es scheint so, dass wir etwas älteren AfOLs großzügig mit Retro-angehauchten Sets bedient werden. Ein heiß erwartetes Exemplar ist sicherlich das 40567 Forest Hideout, das es ab 15. Juni bei einem Einkauf im LEGO Online Shop oder in den LEGO Stores ab 150 Euro gratis dazu gibt. Aus diesem Anlass möchte ich euch heute noch einmal das alte LEGO 6054 Forestmen’s Hideout im neuesten Classic Review vorstellen.

Der Steckbrief

Artikelnummer: LEGO 6054
Set-Name: Forestmen´s Hideout
Baureihe: LEGOLAND
Teilezahl: 201
Erscheinungsjahr: 1988
Bauzeit: ca. 0,5 Stunden
Altersfreigabe: ab 7 Jahre
Verkaufspreis: 24,95DM (abgelesen)

LEGO 6054 Forestmen’s Hideout

In den Jahren 1987 bis 1990 entstanden insgesamt sechs verschiedene Forestmen Sets. Die ersten beiden, 6066 Camouflaged Outpost und eben das LEGO 6054 Forestmen’s Hideout wurden von Niels Milan Pedersen erschaffen. Er ist ein Urgestein in der LEGO Designer-Welt und wir verdanken ihm so einige ikonische Modelle.

Ich habe in alten LEGO Katalogen gestöbert, das Set war von 1988 bis 1992 im Programm. Wer noch mehr digital in alten Katalogen stöbern möchte, der kann das sehr bequem auf Brickset. 1992 waren die Sets eigentlich schon mit „System“ gelabelt, aber die alten „LEGOLAND“ Modelle sind noch in der gelben Schachtel abverkauft worden.

Die Verpackung

Wie immer gefallen mir die alten Schachteln von LEGO meist besser als die neuen Einheitsverpackungen. Wie hier, bei dem relativ kleinen Set ohne aufklappbaren Deckel und ohne Klarsichtfenster, aber mit stabilem Schuber. Wie in den 80er Jahren üblich ist der Karton gelb mit großer LEGOLAND Aufschrift. Auf der Rückseite sind einige Bauideen abgebildet, die aber später in der Anleitung nicht weiter thematisiert werden. Auf meiner Schachtel ist noch ein Preisaufkleber drauf, mit 24,95 DM bei 201 Teilen kamen wir auch damals schon auf über 10 Pfennige pro Teil.

Die Bauanleitung

Das dünne DIN A5 Heftchen mit 16 Seiten beschreibt den Zusammenbau sehr anspruchsvoll. Keine Vorschau darauf, welche Teile beim Bauschritt gebraucht werden und es sind auch nicht besonders kleine Schritte bis zum fertigen Modell. Auf 23 Abschnitte verteilen sich die über 200 Teile und es ist fast alles mit schwarzen Teilen zu bauen. Prompt habe ich mich verbaut und die Teile gingen am Schluss nicht auf.

Heutzutage ein Fall für den LEGO Kundendienst um das vermeintlich fehlende Teil nachzuordern, damals ohne die heutigen elektronischen Möglichkeiten begann die Suche nach dem Fehler, oder es kam Frust bei den jungen Baumeistern auf, was natürlich auch nicht im Sinne des dänischen Spielwarenherstellers war. In einem sehr guten Vortrag im Rahmen der LEGO Fan Media Days wurde genau diese Problematik ausführlich erklärt, vielleicht denkt der ein oder andere das nächste mal daran, ehe er sich über bunte Unterbau-Steine und über ausführliche Bauanleitungen aufregt.

Die Teile

Natürlich sind nicht nur schwarze Steine im Set dabei. Ich vermute, der doch etwas unwirkliche schwarze Baum ist dem fehlenden Steine-Repertoire der damaligen Zeit in der Farbe braun geschuldet. Das war übrigens, laut Kjeld Kristiansen, auch der Grund, warum die erste LEGO Burg gelb war, es gab damals einfach nicht genug verschiedene Steine in grau. Ein paar mittlerweile teure Teile sind auch dabei, so müssen für die Zielscheibe mittlerweile ca. fünf Euro hingelegt werden. Die Federn in gelb und weiß sind bezahlbar, aber schaut doch mal bei Bricklink nach schwarzen, dafür werden dann mittlerweile schon unwirkliche Beträge hingeblättert.

Auch das Forestmen Schild in braun ist nicht gerade günstig, es wird wohl beim Remake auch dabei sein, aber selbst wenn es bedruckt sein sollte, in der alten Farbe braun wird es das Teil nie mehr geben.

Kleine Steinekunde am Rande: Die alten Teile haben noch unten volle Stege, die neueren kommen dann meist mit kleinen Löchlein. Auch der Anguss war früher meist seitlich am Teil. Bei den ganz frühen Steinen, so bis Ende der 70er Jahre war innen noch „Pat. pend.“ eingegossen und es war keine Teilenummer auf dem Stein zu finden. Das nur so am Rande, ich versuche immer darauf zu achten die „richtigen“ Steine in die Sets einzubauen. Aber diese Erklärung hier ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus der Steinekunde, da haben sich schon unzählige AFOLs den Kopf darüber zerbrochen, welcher Stein welcher Zeit zuzuordnen ist.

Die Minifiguren

Zu dieser Zeit hatten die Minifiguren noch den Charme der „guten alten Zeit“. Gelbe Köpfe mit Einheitsgesicht, keine bedruckten Beine und der Oberkörper war auch nur auf der Vorderseite bedruckt. Den Forestmen Hut gab es nur in zwei Farben.

Der Zusammenbau

Auch hier alles noch oldscool. Keine Snot Bautechniken, alle Noppen oben, nichts was es hier besonders hervorzuheben gäbe.

Das fertige Set

Angenehm überrascht war ich davon, dass das fertige Modell fast 20cm hoch ist. Besonders schön ist die Aufklapp-Funktion. So lässt es sich toll bespielen und zusammengeklappt macht es auch in der Vitrine eine schöne Figur.

Mein Fazit

Die Castle und Forestmen Sets sind nach meiner Kindheit auf den Markt gekommen, so habe ich doch schon das eine oder andere Mal über die hohen Preise dieser Sets gestaunt. Die Piraten und Burgen Themen sind halt bei den AFOLs sehr beliebt. Mich wundert aber der Erfolg dieser Serien nicht, wuchsen wir im letzten Jahrhundert doch mit Western, Piraten und Degen Filmen auf. Welches Kind hätte das nicht gerne im Kinderzimmer nachgespielt? Ob die heutige Jugend an diesen Themen noch Freude hat, wage ich etwas zu bezweifeln. Übrigens, wen das Set an einen edlen Ritter aus England erinnert, die Forestmen Serie ist auch unter dem Namen Robin Hood bekannt. Auf Brickset steht als zweiter Name „Robin Hood’s Tree Hideaway“.

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