LEGO 42126 Ford F-150 Raptor im Review: Eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Nachdem wir im Unboxing bereits einen ersten Blick auf den neuen LEGO 42126 Ford F-150 Raptor geworfen haben, schauen wir uns heute im Review das Modell im Detail an. Der Raptor besteht aus 1379 Teilen und kommt am 1. Oktober zu einer UVP von 139,99 Euro auf den Markt. Obwohl er gemessen an der Teileanzahl kein klassisches Einsteiger-Set ist, kann man es auch als Beginner problemlos bauen. Wie hängt das mit LEGOs „18+“ Strategie zusammen? Und für wen eignet sich das Set insgesamt am besten? Das und mehr erfahrt ihr im Laufe des Reviews.

https://www.youtube.com/watch?v=GMStOviCYCw

LEGO 42126 Ford F-150 Raptor

Bereits im Unboxing haben wir die Verpackung und die Anleitung genauer unter die Lupe genommen. Obwohl das Modell vor dem schwarzen Hintergrund optisch sehr ansprechend wirkt und auch die Rückseite der OVP mit Bildern zum realen Vorbild glänzen kann, fehlt mir vor allem eines: eine Auflistung der Funktionen des LEGO-Modells. Die erwartet uns nämlich erst auf der vierten Seite der Anleitung. Auch das zeigt, dass LEGO nicht die Funktionen, sondern die Optik des Sets in den Vordergrund stellt.

  • Set-Nummer: 42126
  • Thema: LEGO Technic
  • Bezeichnung: Ford Raptor F-150
  • Teilezahl: 1379
  • Figuren: –
  • Veröffentlichungsdatum: Oktober 2021
  • Verfügbarkeit: LEGO
  • Empfohlenes Alter: 18+
  • UVP: 139,99 Euro

Für eingefleischte Technic-Enthusiasten, die unter „Technic“ richtige, meist zahnradgetriebene Funktionen verstehen, und nicht nur aus Technic-Elementen gebaute Modelle, ist das natürlich enttäuschend. Nichtsdestotrotz sind die in diesem Fall auch gar nicht die erklärte Ziel- und Käufergruppe von LEGO, sondern neben Fans des realen Pickups hauptsächlich Kunden, die sich schon lange nicht mehr mit LEGO beschäftigt haben.

Das „18+“ Label steht nicht für die benötigte Bauerfahrung, sondern soll zeigen, dass auch Erwachsene ihre Freizeit mit LEGO-Produkten verbringen und genießen können. Und damit man das entspannt tun kann, wenn man schon seit Jahren oder Jahrzehnten kein Set mehr gebaut hat, muss die Anleitung freilich so einfach wie möglich gestaltet sein. Somit ist es kein Wunder, dass die rund 1380 Teile auf über 250 Seiten Bauanleitung verteilt werden.

Dennoch soll auch Positives hervorgehoben werden: Auf den ersten 10 Seiten findet man neben Detailbildern des realen Ford Raptors auch eine Zeitleiste über die Geschichte der Pickups aus dem Hause Ford. Hier hat sich LEGO gegenüber dem 42096 Porsche und dem 42110 Landrover Defender definitiv verbessert, da man damals keinerlei Hintergrundinformationen zu den Lizenzmodellen abdruckte. Ab Seite 13 darf dann übrigens auch gebaut werden.

Kleine Schönheitsfehler

Wie einem die Optik eines Modells gefällt, ist natürlich immer subjektiv. Ich persönlich finde, dass der LEGO 42126 Ford F-150 Raptor im Großen und Ganzen gut umgesetzt wurde. Dennoch gibt es ein paar Kleinigkeiten, die mich stören, wie zum Beispiel die „Löcher“ in der Motorhaube, dem Dach und unter den Türen oder die Tatsache, dass sowohl Kühlergrill als auch Lichter nur mit Stickern gelöst wurden. Einzig der Raptor-Schriftzug auf den hinteren beiden Kotflügeln ist ein Print. Auch Reifen und Felgen entsprechen nicht ganz dem realen Vorbild. Wenn ich daran denke, dass neue Räder das Modell wohl nochmal teurer gemacht hätten, kann ich allerdings ganz gut mit der getroffenen Auswahl leben.

Da ich die Aufkleber erst im Nachhinein angebracht habe, könnt ihr hier anhand der folgenden Bilder gut vergleichen, wie das Modell mit und ohne Sticker aussieht.

Wenige Funktionen

Wie es für Technic-Lizenzfahrzeuge in diesem Maßstab üblich ist, verfügt das Set zwar nicht über ein funktionierendes Getriebe oder eine Motorisierung, aber immerhin über ein paar nette Features: Alle vier Türen lassen sich öffnen (und sind im Gegensatz zu jenen im Ferrari auch sehr stabil gebaut), auch die Motorhaube ist aufklappbar. Darunter verbirgt sich ein mitlaufender Sechszylinder-Kolbenmotor, der mit der Hinterachse verbunden ist. Traurige Randnotiz: In der Anleitung wird mitten im Bauprozess(!) auf das spannende Getriebe und den Allrad-Antrieb im richtigen Ford Raptor hingewiesen, während das LEGO-Modell auf beides verzichten muss…

Die Federung des Pickups funktioniert gut und auch die völlig geschlossene Ladefläche (ja, sowas gibt es tatsächlich!) mit aufklappbarer Pritsche zählt zu den positiven Aspekten des Sets. Die Lenkung wird über ein Zahnrad am Dach des Fahrzeugs betätigt. Vorteil: Das Zahnrad lässt sich auch problemlos abnehmen, wenn man sich das Modell in die Vitrine stellen möchte. Nachteil: Im Gegensatz zum bereits erwähnten Porsche dreht sich das Lenkrad im Inneren nicht mehr mit, das ist beim Landrover deutlich besser gelöst. 

Meine Meinung

Den LEGO 42126 Ford F-150 Raptor zu beschreiben, ist eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Vieles, wie die zusätzlichen Infos in der Anleitung, die stabile Bauweise oder die Federung, gefällt mir sehr gut. Anderes, wie die vielen Aufkleber, der hohe Preis oder die Werbung während der einzelnen Bauabschnitte für ein nicht vorhandenes Getriebe, löst bei mir bestenfalls ein leichtes Kopfschütteln aus. Wie schon beim 42096 Porsche und beim 42125 Ferrari stellt sich die Frage, für wen das Modell – eigentlich ein bunter Mix zwischen Vitrinenmodell, Technic-Set mit absoluten Basis-Funktionen und dem Gefühl, dass viele den Ford am liebsten in der Creator-Expert-Sparte gesehen hätten – am besten geeignet ist.

Fans des Originals werden aufgrund des fehlenden Allradantriebs und eines ebensolchen Getriebes recht schnell enttäuscht sein. Technic-Experten werden sich eher nach Sets mit mehr Funktionen umsehen. Bleiben also wirklich nur Erwachsene, die schon lange nichts mehr mit LEGO (Technic) zu tun hatten? Meiner Meinung nach nicht! Trotz allen Schwächen kann man das Modell mit den nötigen Rabatten auch älteren Kindern und Jugendlichen empfehlen, die gerade in die Technic-Welt einsteigen.

Anhand des Pickups kann man die Basisfunktionen (Wie funktioniert eine Lenkung? Wie werden Achsaufhängungen inklusive Federung gebaut? Und wie wird der Motor mit der Antriebsachse verbunden?) sehr gut nachvollziehen. Die Lizenz ist in diesem Fall eher ein nettes Add-on. Außerdem werden sich auch die Leute freuen, die allgemein ein Faible für Lizenzfahrzeuge haben und bereits den Porsche oder andere Supercars ihr Eigen nennen. 

Was sagt ihr zum neuen LEGO 42126 Ford F-150 Raptor? Steht er schon auf eurer Wunschliste? Oder fliegt das Modell bei euch durch? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!

12 Kommentare zu „LEGO 42126 Ford F-150 Raptor im Review: Eine Achterbahnfahrt der Gefühle“

  1. Bei mir steht der Ford sicher nicht auf der Wunschliste. Ich hätte es auch super gefunden wenn das Set in der Creator Expert Serie rausbekommen wäre.
    Ich muss aber auch zugeben das ich auch kein Fan des Originals bin.
    Aber es gibt genügend in der Technik Reihe für mich ^^

    1. das teil ist von LEGO. und das ist schlimm genug. solange LEGO gegen die anderen klembausteinhersteller vorgeht ist LEGO tabu. das modell ist überteuert.

    1. Ich finde es lustig, das orange immer so in der Kritik steht, gleichzeitig ist das aber auch die Farbe des teuersten Technik Modells das Brickset so listet. Der große Porsche.

      Generell zu dem Modell: Für mich jetzt auch nichts. Preis/Leistung stimmt bei dem nicht. Für 140 € kriegt man gebraucht da echt viel mehr. Hab für 150 nen Bugatti in der Nachbarschaft bekommen, dessen einziger Makel es war, das der Karton im Keller feucht wurde und ich den ganzen Wagen erst auseinander nehmen musste. 3 Stunden mehr Bauspaß.

  2. Kein Technic, kein Creator Expert, irgendwas dazwischen. Wieder einer der vielen Versuchsballons, die LEGO zur Zeit startet (Hidden Side, Super Mario, DOTS, Mosaic, Vidiyo, Pflanzen, Haushaltsgegenstände…, etc).
    Wenn ich Technik haben will, kaufe ich Technic, und wenn ich mir was in die Vitrine stellen will, kaufe ich Creator Expert o.ä. Für mich ist das Teil nix halbes und nix ganzes. Können sie gerne behalten.

  3. Meiner Meinung nach passen die beiden Elemente vorne links und rechts über den Scheinwerfern nicht. An dieser Stelle müsste eine Rundung sein, nicht jedoch diese starr nach vorne stehenden Überhänge. Sollte ich das Set kaufen, werde ich das baulich irgendwie anders lösen.

  4. Hallo!
    Bitte häng doch noch ein Foto mit Blick in den Motorraum an den Bericht an. Du schreibst zwar von einem Kolbenmotor, zeigst ihn aber nicht 😉
    Von außen gefällt mir der Truck ganz gut, aber die Technik-Funktionen sind wohl nur Beiwerk zur Lizenz. Ohne Lizenz wäre vielleicht auch das Getriebe/Allradantrieb bzw. ein „ordentlicher“ Kolbenblock (wie im 9395 Pickup) verbaut worden, ohne merklichen Aufpreis zu verursachen.

  5. The Storytelling Brick

    Vielen Dank für die Einblicke in dieses Stück Automobilgeschichte aus Plastik. Als das Set vor Monaten angekündigt wurde, dachte ich, der kann etwas werden. Um nicht zu sehr auszuufern, ganz kurz: wie jemand vor mir gepostet hat, ist der Raptor nichts Halbes und nichts Ganzes. Weiterhin verstehe ich nicht, wieso der Aufdruck „Raptor“ als Print daherkommt (auf einem Köttelflügelchen wohlgemerkt), aber der Automarkenname „Ford“ nur als Sticker. Auch unverständlich, wieso der Raptor hier um einiges höher in der UVP bepreist ist als auf dem US-Markt. Zusammengefasst: Nein, wird nicht geholt.

  6. In den USA kostet das Ding 99$ (also 81€ zurzeit). Was die da mit dem Preis im Europäischen Markt getrieben haben ist irrsinnig dreist und Geldgeil, aber wenn’s Leute trotzdem kaufen können die nicht mehr geholfen werden… Aber dadurch wird halt TLG ermuntert, weiter so zu machen.

  7. Ich kann es nicht besser sagen, wie schon andere hier: „Nicht Fisch, nicht Fleisch“ und „nix halbes und nix ganzes“. Dass LEGO das besser kann, wurde schon öfters bewiesen, hier nur exemplarisch genannt der Unimog 8110 und der Land Rover Defender 42110.

    Mein nächster LEGO Pickup Truck wird das Set 10290, aber ganz bestimmt nicht der hier…

    Um wem es dennoch gefällt, dem sei es von Herzen gegönnt. Über Geschmack sollte man nämlich nicht streiten.

    Doch der Preis vom 42126 Ford F-150 Raptor ist meiner Meinung nach viel zu hoch, zumindest die deutsche UVP – und auch nicht verständlich, wenn ich mir den amerikanischen US Dollar Preis anschaue.

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