Nun ist er endlich da! Der mit Spannung erwartete LEGO Technic Bugatti Chiron (42083). Der inoffizielle Nachfolger vom Porsche 911 GT3 RS (42056) kommt mit stolzen 3.599 Teilen daher, kostet 369,99 Euro und bringt neben der speziellen Farbe noch die eine oder andere Überraschung mit sich.

Beim Anblick der Verpackung fällt schnell auf, dass diese ziemlich gleich aufgebaut ist wie vom Porsche. Ein hochwertiger Karton, der von allen Seiten bedruckt ist und sowohl von außen als auch von innen eine super Figur macht.

Die Tüten sind wieder in durchnummerierten Einzelkartons verpackt, welche den Chiron von vorne im gesamt Karton darstellen, wenn sie richtig drin liegen. Neu ist, dass wenn man alle Kartons umdreht, man ein Bild von der Rückseite des Fahrzeugs erhält. Des weiteren fällt auf, dass wir diesmal gleich zwei Anleitungen haben für den Aufbau. Beim ersten Auspacken kam zu meiner Überraschung ein Stickerbogen zum Vorschein. So etwas ist natürlich ernüchternd, wenn man bedenkt, dass man für solch ein Modell 370 Euro hinlegt. Das kam schon beim Porsche in der Community nicht gut an.

Nun aber zum eigentlichen Modell. Beim Durchblättern der Bauanleitung wurde schnell klar, dass wir wieder ein großes Getriebe mit mehr als genug Gängen bauen werden, aber dazu später mehr.

Wir beginnen mit dem Bau der Hinterachse, weiter geht es mit dem Getriebe und dem 16 Zylinder Motor, welche jeweils Modular verbaut werden. Dann folgt die Vorderachse und schließlich der Innenraum sowie zum Schluss die Außenhülle des Bugatti Chiron.

Beim Bauen wird es teilweise ziemlich bunt. LEGO hat für das Modell ungewöhnlich viele „neue“ Teile entworfen, wie beispielsweise blaue Zahnräder oder orangene Schnecken. Wenn man die Teile dann mit den farblich überarbeiteten Kreuzstangen in rot und gelb verbaut, kann man das Gefühl, am Ende eines Regenbogens zu sitzen.

Das Getriebe ist in der Bauanleitung übersichtlich dargestellt, wenn auch etwas knifflig in der richtigen Stellung zu montieren. Was sehr positiv auffällt, ist das wir ein komplett anders funktionierendes und konstruiertes Getriebe haben, welches man mit dem vom Porsche 911 GT3 RS nicht vergleichen kann.

Nachdem das Getriebe im Fahrzeug sitzt,  kommt der sehr mächtig wirkende 16 Zylinder Motor in das Fahrzeug. Er ist recht einfach gehalten ohne großen Schnick-Schnack und ist diesmal sogar einsehbar. Die Kolben können während der Fahrt beim „Arbeiten“ beobachtet werden.

Die Lenkachse ist robust gebaut, läuft bei der Fahrt flüssig und hat wenig Spielraum. Im Stand ist das Lenken des Modells nicht so einfach möglich. Dafür ist das Gewicht, welches auf der Lenkachse lastet, zu hoch.

Beim Bau des Innenraums kommt das Dark Tan der Sportsitze und des Armaturenbrettes gut zur Geltung und sticht auch nicht zu sehr heraus.

Die Verkleidung ist im Vergleich zum Rest schnell zusammengebaut und macht auch gut was her. Alles sitzt stabil an seinem Platz, nichts wackelt oder springt irgendwo herum. Schön zu sehen ist, dass beim Bugatti wesentlich mehr Basic-Steine verbaut wurden, um so möglichst nah an das Original zu kommen, was meiner Meinung nach auch gelungen ist.

Zum Abschluss wird noch eine kleine Reisetasche gebaut, die im Kofferraum verstaut wird. Ebenso der Schlüssel, mit dem der Heckspoiler ein- und ausgefahren werden kann. An dieser Stelle hätte ich mir gewünscht, dass der Designer Power Functions verbaut hätte, was sicherlich den „Spielwert“ steigern würde.

Abschließend kann man sagen, dass wir hier wieder ein Liebhaberstück für Sammler vor uns haben. Für den überaus stolzen Preis von knapp 370 Euro bekommt ihr eine Menge Bauspaß mit einigen netten Spielereien.

Eine Motorisierung des Modells mit Hilfe von Power Functions ist seitens LEGO wie schon beim Porsche 911 GT3 RS nicht vorgesehen. Ein Umbau wird hier auch nicht so einfach sein, da der Chiron nicht nur sehr massiv gebaut ist, sondern auch ordentlich Gewicht auf die Waage bringt. Das würden die Zahnräder wahrscheinlich nicht lange mitmachen.

11 KOMMENTARE

  1. Wieso zerreißen? Sieht zusammengesetzt gar nicht so schlecht aus. Als ich im Lego Laden fragte : „der Preis war 240 Euro?“ , haben die mich jedoch entsetzt angesehen… 🙂

  2. Wie ich schon einmal schrieb, eben ein nettes Technik-Modell, über das viel zu viel Wirbel gemacht wurde.

    Ein schönes Modell! Vielleicht sollte man die Rubrik „Modell Team“ wieder ins Leben rufen!!

    Nichts an dem Aufbau ist so außergewöhnlich, dass es diesen medialen Aufputsch nötig gehabt hätte.

    Gähn!

    • Das ist halt Marketing, da wurden halt alle Register gezogen, sind ja schließlich zwei große Unternehmen, die da zusammengearbeitet haben … deswegen hab ich jetzt aber auch nicht mehr wie beim Porsche erwartet und was soll man auch erwarten? Was wäre denn außergewöhnlich beim Aufbau? Mir fällt da so wirklich nichts ein was das sein könnte, gut es gibt schöne Bautechniken, wobei ich da eher bei den „normalen“ Steinen fasziniert bin auf was für Ideen man kommen kann, siehe Ninjago City und City Docks, das hat richtig Spaß gemacht, aber letzten Endes drücke ich 2 Plastikklötzle zam, wie man das jetzt überhaupt „außergewöhnlich“ gestalten könnte, bleibt mir ein Rätsel 🙂

    • Sind halt „Flagschiff“ Modelle. Beim Falken hat man auch so einen Wirbel gemacht, nur dass der Bugatti erhältlich ist, und der hat bekanntermaßen mehr als das doppelte gekostet.
      Btw. bietet dieses Bugatti Tam,Tam eine schöne Ablenkung zum schwarzen VIP Karten Desaster. 🙂

  3. Danke für das ausgewogene sachliche Review! So macht das Lesen Spaß und man kann sich seine eigene Meinung ja ohnehin bilden. Ich warte mal auf so 30% Rabatt, dann paßt das Preis/Leistungsverhältnis für mich 🙂

    Wegen den bunten Teilen, ich hab so das Gefühl das wird auch deswegen gemacht, dass ein exakter Nachbau also mit exakt den selben Teilen in den selben Farben nicht so einfach bzw. nicht so billig möglich ist, das würde zumindest erklären, warum man eine neue Farbe bei einem Zahnrad macht, gibt ja äh schon genügend Farben, das hätte für eine übersichtliche/einfache Bauanleitung sicher auch gereicht.

  4. Aber was ich nicht verstehe ist. Wenn die Lenkung und der mit Laufende Motor ausseracht gelassen wird, weil das fast jedes Modell hat und kann. was bleibt? Außer Getriebe und Spoiler.

  5. btw: Lithium Ionen Akku der könnte locker in einem 2×4 brick passen für Beleuchtung Lego… 🙂 meine Bluetooth in ears haben einen noch kleineren Akku für 7h Laufzeit 😉

  6. Das bunte getriebe wird wohl der zielgruppe dienen: legotechnic- fremde, die eine möglichst gute übersicht beim Bauen brauchen.

  7. Der Chiron ist ganz Schick. Das Heck ist Optisch an dem Original auch die umsetzung mit der futuristischen Bremsleuchtleiste ist gut gelöst. Die Front ist da nicht wirklich ansprechend und schon gewöhnungsbedürftig, weil das Vorbild wie aus einem Guss wirkt. Ich selber bin Fan vom Chiron weil der einfach Makellos und beeindruckend ist. Für das gesamt Paket was der Lego Chiron bietet sind 370€ zu teuer. Hier zahlt man mehr für den Markennamen. Wenn der Preis fällt, dann wird das Lego Modell interessant. Bei 200-230€, also auf dem Preislevel des Porsche könnte man sagen, der Preis passt, dafür dass man keine besonderen Funktionen bekommt, die die Technik Reihe von Lego auszeichnet. Deswegen werde ich warten bis der Preis ein faires Niveau erreicht hat und dann werde ich mir das den Bugatti Chiron als Lego Set zu legen.

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