LEGO 10278 Modular Buildings Collection Polizeistation im Review

LEGO 10278 Polizeistation (Foto: PROMOBRICKS)

Seit dem 01. Januar 2021 ist die neue LEGO 10278 Polizeistation (vorerst) exklusiv im LEGO Online-Shop für 179,99 Euro bestellbar. Sobald die LEGO Brand Stores vor Ort wieder öffnen dürfen, natürlich auch dort.

Nachdem ich euch bereits im letzten Jahr die LEGO 10270 Buchhandlung zeigen konnte, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, auch das 16. modulare Gebäude in einem Review zu präsentieren. Ab der Bestellung am Release-Tag, um kurz nach Mitternacht, bis zum Erhalt des Pakets, hat es leider viel Zeit und Nerven in Anspruch genommen, aber nun ist es endlich da und es kann losgehen.

Der Designer: Chris McVeigh

Vorab ein kurzes Wort zum Designer des Sets – Chris McVeigh. Er war zuvor acht Jahre lang selbstständig mit dem Bauen von LEGO MOC’s (My Own Creation). Auf seiner Homepage zeigt der Kanadier eindrucksvoll, welche tollen Kreationen er im Laufe der Zeit entworfen hat. Im März 2019 zog er schlussendlich nach Billund, um für den dänischen Spielwarenhersteller neue Sets zu designen und Geschichten zum Nachspielen zu erstellen – wie den mysteriösen Donut-Raub bei der Polizeistation.

McVeigh durfte sich zuerst bei den LEGO Sketches ausprobieren, bevor er das aktuelle Winterset (LEGO 10275 Elfen-Klubhaus) entwarf. Nun also der nächste große Schritt zu einer der beliebtesten LEGO-Serien. Man darf gespannt sein, was noch alles kommt.

Fakten zur LEGO 10278 Polizeistation

  • Set-Nummer: 10278
  • Thema: LEGO Creator Expert / Adult Builders (18+)
  • Bezeichnung: Police Station (Polizeistation)
  • Teilezahl: 2.923
  • Minifiguren: 5
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • Empfohlenes Alter: 18+
  • UVP: 179,99 Euro
  • Preis pro Teil: 6,2 Cent

Die Verpackung

Was zuerst auffällt – auch die Modular Buildings haben das neue schwarze Design der 18+ Serie erhalten. Während das alte Design mit buntem Hintergrund und dem CREATOR Expert Logo bestückt war, ist nun alles minimalistisch. Ich persönlich empfand das alte Design als freundlicher, jetzt wirkt es recht kühl und irgendwie „nackig“. Aber es wird auch die Fans dieser Art der Boxen geben – diese ist übrigens 58 x 47,5 x 12cm groß. Die Rückseite zeigt die einzelnen Etagenelemente, sowie das Zusammenstecken mit der Buchhandlung (10270) und einigen Details.

Neben dem 18+ Logo an der Unterseite wurde nun auch ein neuer Name für die Serie ins Leben gerufen – Modular Buildings Collection. Darüber sind schemenhaft einige andere Gebäude der letzten Jahre abgebildet (Eckgarage 10264, Stadtleben 10255, American Diner 10260, Buchladen 10270 und die Polizeistation selbst).

An den Seiten der Verpackung gibt es noch einmal ein größeres Detail des Sets, der Name in mehreren Sprachen und die enthaltenen fünf Minifiguren.

Der Inhalt

Die gut gefüllte Box ist seitlich mit jeweils drei Klebesiegeln verschlossen, die einfach durchgeschnitten werden können. Darin enthalten ist die obligatorische weiße große Extra-Box und die ersten Tütengruppen, die aber wieder durcheinander sind, was die Nummerierung angeht. In der weißen Box gibt es die große dunkelgraue 32×32 Grundplatte (Baseplate), weitere Einzel-Platten und den Rest der insgesamt 14 Tütengruppen.

Die Bauanleitung

Auch eine gedruckte Bauanleitung ist enthalten. Wer lieber auf die digitale Version steht, kann sie natürlich als PDF direkt bei LEGO herunterladen. Das neue Design ist an die Box angelehnt. Was auffällt – die Anleitung hat keine Setnummer mehr. Auf der Vorderseite ist (passend) die Vorderseite des Gebäudes abgedruckt, auf der Rückseite (Überraschung!) die Rückseite.

Der komplett schwarze Stil erinnert an die LEGO Architecture Reihe. Kann man mögen, muss man nicht. Auf jeden Fall sind Fingerabdrücke schnell zu sehen, und die Umschlags-Seiten leiden schnell beim Hin- und Herschieben. Eine Lackierung wäre bei diesem edlen Versuch vielleicht ganz ratsam.

Auf der ersten Seite ist kurz der Designer dargestellt mit roter Jacke, schwarzer Schirmmütze und einer Tasche in beige. Dies sollten wir uns für später kurz merken. Interessant ist auch die Abbildung aller 16 modularen Gebäude am unteren Rand – inklusive der Market Street 10190. Ansonsten gibt es nicht viel überraschendes – die Aufteilung der Tütengruppen und das hin und wieder, eben ähnlich wie bei Architecture, ein paar Informationen am Rand stehen. Insgesamt 419 Bauschritte werden für die knapp 3.000 Teile benötigt.

Neue Elemente

Im LEGO Designer-Video auf YouTube erklärt McVeigh kurz, welche neuen, bzw. neu eingefärbten Elemente es in diesem Set gibt – neben den zahlreich Bedruckten natürlich. Am Auffälligsten dürften hierbei die neuen (invert) geschwungenen Dachelemente sein, die es gleich in beige (tan) und hellgrau gibt.

Die Minifiguren

Auch bei den fünf Minifiguren gibt es ein neues Torso-Element – nämlich welches die beiden Herren der Schöpfung tragen. Der junge Absolvent und der alt eingesessene Chief dürfen ein neu bedrucktes Oberteil tragen – beim Torso der Chefin wurde dagegen zur aktuellen LEGO City Polizeistation 60246 gegriffen. Die Beine sind allesamt unbedruckt und auch die Polizeimützen sind nichts Neues.

Ebenso verhält es sich bei den zwei einzigen zivilen Minifiguren – der Donut-Fachverkäuferin und dem Kiosk-Besitzer. Dagegen ist das bedruckte Zeitungselement neu. Ach ja, kurz zurück erinnert, das Outfit des Herren mit der Donut-Angel kommt uns doch irgendwie bekannt vor, oder – und ich meine nicht Jack aus Hidden Side! Absicht?! Man weiß es nicht.

Der Aufbau

Das Erdgeschoss

Nun aber beiseite mit den Minifiguren und ran an die eigentliche LEGO 10278 Polizeistation mit ihrer dunkelgrauen Grundplatte. Schon in den ersten Bauschritten wird ein sehr gelungenes Detail gebaut. Dafür wird sogar die komplette Station etwas erhöht gebaut (man beachte die bunten Steine in der Mitte), um einen kleinen Fluchttunnel zu kreieren – sogar das kleine (mühselige) Hilfsmittel zum Tunnelbau liegt bei – ein Löffel! Links entsteht bereits (ebenerdig) der kleine Donut-Shop.

Das Bunte verschwindet aber relativ schnell und dient lediglich als Innenfutter für die darauf liegenden Platten. Und hier wird gefliest, was das Zeug hält. Aber nicht nur Fliesen kommen zum Einsatz, sondern diesmal sogar einiges an Jumper-Plates (die Fliesen mit der mittigen Noppe). Dadurch können nun endlich auch Figuren stabil für eine Szenerie positioniert werden. Rechts entsteht der minimalistische Zeitungs-Kiosk. Auch hier kommt die neue weiße Zeitung wieder vor. Ein paar verdächtige Donuts stehen in der Ecke – und zwei hellblaue Gefäße mit Deckel. Diese Art der Gefäße wiederholen sich im Laufe des Aufbaus. Einen Zusammenhang erkenne ich leider nicht, aber vielleicht einer der Leser?!

Beim Bau der Innenreinrichtung für den Donut-Shop bekommt man irgendwie automatisch Heißhunger auf etwas Süßes. Ich weiß gar nicht warum. Aber auch Freunde des wässrigen, schwarzen koffeinhaltigen Frühstücksgetränks kommen hier auf ihre Kosten. Ein paar angedeutete Pappbecher in der Ecke runden das Innere des Ladens ab. Die Regale wurden übrigens mit den „Actionelementen“ aus der Super Heroes Minifiguren-Serie (71026) in Schräglage gebracht.

Wer nicht so der Kaffee-Freund ist, darf sich gern am Wasserspender im Eingangsbereich der Polizeistation bedienen. Auch hier kommen wieder die weißen typischen Pappbecher zum Einsatz. Ein genialer, simpler, aber effektiver Bau. Aber was macht diese goldene Krone dort?! Des Rätsels Lösung ist eigentlich recht simpel – wenn man es weiß und kennt. Dies ist ein kleines Easter-Egg in Anspielung auf die Comedy-Serie Brooklyn Nine-Nine, in der es um Detektive des fiktiven 99. Bezirks von New York City geht. Jedes Jahr an Halloween wird dabei der beste Detektiv vom Halloween-Raub mit einer goldenen Krone geehrt.

So, zurück zur LEGO 10278 Polizeistation. Hier entstehen bereits die Außenwände und als zusätzlicher Gag zum Tunnelbau, ein kleiner Spalt im Mauerwerk – das Licht in die Freiheit. Das Pflänzchen daneben erinnert mich – in Kombination mit dem Riss – irgendwie an die Sendung Löwenzahn.

Bei der Markise vom Donut-Shop kommen neu eingefärbte Elemente zum Einsatz. Außerdem werden für die Innenwände auch die ersten neuen gebogenen Dachsteine verwendet. Der Abschluss eines solchen Steins entspricht dabei genau der Höhe einer normalen Fliese.

Bei den bisherigen Modulars wurden oft große Standard Elemente für den Treppenbau benutzt. Bei der LEGO 10278 Polizeistation ist dies anders. Hier hat sich Chris McVeigh etwas originelles einfallen lassen – aus 3er und 4er Facetten Steinen entsteht eine Treppe, welche dann nur seitlich an die Mauer gesteckt wird. Ohne Geländer wirkt diese Treppe leicht schwebend im Raum. Auf jeden Fall eine kreative Idee.

Kreativ geht es mit dem Schreibtisch im Empfangsbereich weiter. Hier kommt eine 1×2 Slope mit aufgedruckter Wählscheibe zum Einsatz. Man merkt also auch im Detail, in welchem Zeitalter wir uns befinden.

Vom Empfang direkt in die (noch offene) Gefängniszelle. Sie ist eng, hat ein bewegliches Bett, dessen Aufklappen den Fluchttunnel freilegt und eine Toilette! Und das ist nicht nur ein einfaches Plumpsklo, sondern hat sogar einen Spülkasten. Dafür kann es durch die offenen Gitterstäbe doch etwas zugig werden.

So ergibt sich schon die Aufteilung der verschiedenen Räume unserer LEGO 10278 Polizeistation. An dem nächsten Wandelement hängt nicht nur ein Funkgerät, sondern auch eine Uhr – soweit so langweilig, wäre da nicht der neue Druck. In der Anleitung ist noch die alte klassische Uhr dargestellt – aber hier muss sich wohl jemand spontan ein neues Design überlegt haben. Die Passgenauigkeit des Prints lässt aber leider zu wünschen übrig.

Anschließend wird der große Eingangsbereich mit der Außenfassade fertig gestellt. Ein bedrucktes Police-Schild darf dabei nicht fehlen. Auch das Ansetzen der schrägen Giebel ist hier recht simpel gelöst und zwar mit einem Stein mit Clip und einer der zahlreichen kleinen Kellen, die im gesamten Set sehr oft vorhanden sind – so auch als Türgriffe oder später als Halterungen für die Kletterpflanze. Auch der kleine Kiosk erhält nun die restlichen Außenwände und sein Dach. Am Interior kam aber nichts weiter dazu.

Was dazu kam, ist die Tür der Gefängniszelle (in pearl dark gray, eine wunderschöne Farbe). Diese steht auf einer 6×6 Platte und wird einfach in die offene Stelle eingesetzt. Nun ist der Boden über dem Loch fast abgeschlossen – und nur beim Anklappen des Bettes, wird der gegrabene Tunnel sichtbar.

Damit ist das Erdgeschoss der LEGO 10278 Polizeistation abgeschlossen.

Ein Blick von oben zeigt nochmal die Räumlichkeiten. Interessant ist hierbei, dass nicht alle Wände gleich hoch sind. Die Wand zwischen dem Donut-Shop und der Polizeistation ist etwas abgeflacht worden. Ebenfalls ein kleines, aber feines Detail – der Kiosk steht eine Noppenbreite vor der Gefängniszelle. Damit ist er fast ein eigenständiges kleinen Mini-Modular. Die sandgrüne Außenfassade gefällt mir übrigens sehr gut. Sie bietet auch die optimale Möglichkeit ein anderes sandgrünes Gebäude anzuschließen – doch dazu am Ende mehr.

Das 1. Obergeschoss

Weiter geht es in der ersten Etage. Der Boden wird aus verschiedenen großen Platten zusammengesetzt. Es wird eine kleine Wohnung über dem Donut-Shop gebaut und ein kleines Fotostudio, womit die Verbrecher-Bilder aufgenommen werden, sogenannte Mugshots in den USA. In der kleinen Wohnung steckt aber ein weiteres nettes Gimmick, doch dazu gleich mehr.

Vorab noch eine Sache, die mir beim Bau des alten Plattenspielers aufgefallen ist. An sich wieder ein super Mini-Build, wenn da nicht ein kleiner Fehler im Detail stecken würde. Laut Anleitung wird der Tonarm links und nach unten gerichtet angesetzt – da sich aber die Schallplatten seit je her im Uhrzeigersinn bewegen, würde es hier zu leichten Komplikationen kommen. Ich habe den Tonarm deshalb nach rechts verlegt und den Plattenteller einfach versetzt. Nun kann die Schallplatte problemlos abgespielt werden.

Warum sie aber nicht das bedruckte Schallplattenelement mit beigefügt haben, verstehe ich nicht. Aber man erkennt auch so ganz gut, was gemeint sein soll. Nun aber zum angekündigten Gimmick. Das Bett ist klappbar und darunter ist ein Loch. Dieses Loch führt – wie sollte es anders sein – direkt in den Donut-Shop. Nun kann man sich fragen: Wer hatte nochmal bei der Minifiguren-Vorstellung diese selbstgebaute Angel mit dem Donut am Haken?! Dementsprechend könnte man sich vorstellen, wer hier eventuell wohnt.

Zur Wohnung, welche nur über den hinteren Aufgang betreten werden kann, gehört zumindest noch eine kleine Kochnische mit Spülbecken und Schrank. Der Wasserhahn ist hier ein Technic-Pneumatik Element – wieder eine neue Idee.

Nun wird das zentrale Büro der Polizei mit Utensilien gefüllt. Zwei Schreibtische, jeweils mit dekorativer Stehtischlampe und einem Telefon, welches schon eine Etage tiefer zum Einsatz kam und einer wirklich coolen Mini-Schreibmaschine. Natürlich auch ein Druck. Dazu gibt es eine typische Pinnwand, mit Notizen und Hinweisen, die durch ein rotes Gummiband die Verbindung untereinander darstellen. Wer ist nur dieser verflixte Donut-Dieb?

Wie bei allen modularen Gebäuden wird auch bei der LEGO 10278 Polizeistation Wert auf die Außenfassade gelegt. Immer wieder kommen dabei interessante Bautechniken zum Einsatz. Auch in diesem Fall. Am Ende werden die Innenseiten der 1×2 Jumper-Plates die Fassade schmücken.

Mit dunkelblauen Markisen an den Fenstern und einer Pflanze, die sich ihren Weg nach oben rankt, ist auch das erste Obergeschoss vollendet. Auch hier fällt wieder auf, dass die Trennwand der Wohnung nicht bis oben gebaut wird. Ebenfalls finden sich wieder zwei Gefäße (diesmal in gelb), die im Fensterbrett des Fotostudios stehen.

Das Erdgeschoss und die erste Etage der LEGO 10278 Polizeistation im Zusammenspiel.

Das 2. Obergeschoss

Während das lavendel-farbene Seitenhaus seinen Dachabschluss bekommt, kommen bei der Polizei noch interessante Räumlichkeiten dazu. Ein weiteres (gebautes) Highlight ist hierbei das alte Tonbandgerät mit einer bedruckten 1×1 Fliese, die bisher nur im Tokyo Architecture Set (21051) enthalten war.

Das zweite Highlight in dieser Etage ist – die Asservatenkammer bzw. verzeiht mir meinen Hang zu wunderschönen Eisenbahntüren – die weiße Tür. In dieser Kammer sollen einige Utensilien als Easter Eggs versteckt sein. Klar sind zum Beispiel die Kekse aus dem Detektivbüro (10246) oder der rote Juwel als Diebesgut aus dem Grand Emperium (10211), aber warum sollte eine Pfanne entwendet werden aus dem Pariser Restaurant (10243)? Und auch hier wieder diese seltsamen Gefäße – vielleicht hat ja jemand einen Hinweis, der zur Lösung der Mysterien beiträgt.

Kein Mysterium dagegen ist der kleine Gang mit den braunen Türen, was mich an die 70er oder 80er Jahre US-Krimiserien erinnert. Hinter der einen Tür ist der Vernehmungsraum, mit dem Tonbandgerät – daneben eine zweite (!) Toilette. Also wenn bei diesem Set der geneigte Klo-Fetischist nicht auf seine Kosten kommt, wo dann?! Aber etwas, was mir beim Bauen auffiel, es gibt keine Möglichkeit der Handdesinfektion in dieser Örtlichkeit – schnell merkte ich aber, dass dies aus Platzgründen nicht möglich ist, da sich sonst die Tür nicht mehr öffnen lässt.

Die Fassade wird hier genauso gehandhabt, wie schon die Etagen zuvor. Allerdings kommt noch ein weiterer möglicher Donut-Dieb zum Einsatz. Ein blaues Vögelchen samt dem leckeren Gebäck, welches hier so unschuldig auf der Fensterbank sitzt. Oder kam es von der Buchhandlung vorbei geflogen? Witzig ist die Lüftungsanlage direkt von der Toilette nach außen.

Ein weiteres nettes Detail ist – nein, nicht die Klopapierrolle, sondern die angedeuteten Jalousien durch die alten weißen Leitern an den Fenstern.

Das Dach

Das abschließende Dach ist schnell zusammengesteckt. Hier dürfen nun die nagelneuen Slopes auch in grau zum Einsatz kommen – und auch unbedruckte LEGO Minecraft Tierköpfe finden hier Verwendung. Ich bleib dabei, wieder sehr kreativ!

Ein kleiner Wasserspeicher wird aus übereinander gestapelten Sat-Schüsseln gebaut und anschließend auf das weiße Dach des Seitenhauses gestellt. Das Polizei-Dach bekommt noch eine Funkantenne und eine Abluftanlage – welche wieder genau über der Toilette sitzt. Seltsam.

Als letztes noch zwei bedruckte 6×6 Fliesen, die zusammen einen großen Werbebanner ergeben. Hier ist es eigentlich erstaunlich, dass LEGO diese Fliesen tatsächlich bedruckt hat, denn normalerweise darf bei diesen Elementen ein Sticker aufgebracht werden. Warum? Durch den Anspritzpunkt in der Mitte der Platten, ist es sonst nicht möglich, diese sauber und großflächig zu bedrucken. Diesmal war der verantwortliche Grafikdesigner aber clever und hat diese unschönen Anspritzpunkte elegant in das Bild eingebaut. Allerdings geht dadurch ein kleines Detail verloren, wie wir gleich noch im Vergleich sehen werden.

Das fertige Modell

Doch zuerst schauen wir uns das fertige Modell in seiner vollen Pracht an. In der Höhe misst es 37 cm (einschließlich der Antenne, die Breite und Tiefe (25×25 cm) ergibt sich durch die Grundplatte.

Wie immer von hinten keine Augenweide – aber zumindest ist alles klar strukturiert und keine seltsamen Farbausreißer dazwischen, weil es den ein oder anderen Stein nicht in der Farbe gibt.

Von allen Seiten betrachtet sieht es wirklich so aus, als wären es drei Gebäude auf einer Grundplatte. So ein Design gab es bisher auch noch nie. Man kennt diese zweigeteilten Häuser auf zwei Grundplatten, aber hier ging der Designer einen neuen Weg. Und wer ganz genau hinschaut wird feststellen – es gibt keine schwarzen Technic-Verbinder mehr, um weitere Gebäude anzubauen. Sicherlich hat jeder LEGO-Fan davon hunderte irgendwo rumliegen, aber dennoch stellt sich die Frage: Warum diese zwei Elemente eingespart wurden?! Man weiß es nicht.

Nun noch ein kleiner Vergleich mit dem doch recht groß verstecktem Easter Egg – dem Werbeplakat zum Waschsalon. Dieser befindet sich in der Steine Bank (10251), wo das Geld bekannterweise „gewaschen“ wird und nicht jede Waschmaschine das ist, was sie zu sein scheint. Dieser kleine Laden heißt im Originalen „Soap ’n Suds“.

Beim Werbeplakat musste nun dieses „n“ aufgrund des Anspritzpunktes weggespart bzw. durch eine Seifenblase ersetzt werden. Zumindest ist die Waschsalon-Besitzerin davon überzeugt, dass die Polizei sie niemals schnappen wird, wenn sie den Tresorraum der Bank erstmal leer geräumt hat. Oder vielleicht wäscht sie auch die Donuts?

Die kleinen, schmalen Gebäude fügen sich super ins Bild und lassen die Stadt lebendiger und nicht so symmetrisch wirken. Zu dem sandgrünen Anbau mit der Gefängniszelle passt – auch vom schwarzen Dach – perfekt der alte Green Grocer (10185).

Ersatzteile

Bei vielen Details werden auch viele kleine Teile benötigt – daher bleibt auch dementsprechend das ein oder andere Steinchen übrig. Zum neuen schwarzen Design der Box und der Anleitung hätte LEGO durchaus auch ihren einfachen Steinetrenner farblich anpassen können – in schwarz.

Mein Fazit

Rundum ein sehr gelungenes Modular. Hier gibt es wirklich kaum was auszusetzen. Was ich persönlich schade finde, dass es kein passenden Polizeiwagen gibt, äquivalent zur modularen Feuerwehr (10197) aus dem Jahre 2009. Aber das hätte vermutlich die (vorgegebene?) Teileanzahl gesprengt und auch den Preis nochmals höher getrieben – obwohl dieser bei dem Set absolut in Ordnung ist. Viele bedruckte Teile und ein guter Mix aus größeren Basic-Steinen und Kleinteilen.

Auch das neue Design der Box ist nicht ganz mein Geschmack, da waren mir die letzten klassischen Creator Expert-Boxen doch etwas freundlicher gestimmt. Ansonsten finde ich das Gebäude bzw. die Räume gut und passend mit vielen Details ausgefüllt, zudem ein gefliestes Erdgeschoss mit einigen Jumper-Plates, um endlich die Figuren auch platzieren zu können. Das Bauen wurde nie langweilig und Wiederholungen gab es kaum (bis auf die seitlichen Eck-Elemente der hervorstehenden Polizeistation), ein wirklich tolles Set.

Dazu eine Story, die zwar in den Zügen etwas an das Detektivbüro (10246) mit seinen Keksen erinnert, aber neben einer tollen Optik auch ein schönes Spielerlebnis bietet, wo jeder sich selbst seine Geschichte ausdenken kann …

… und wer weiß, wer am Ende der wahre Donut-Dieb ist!

40 Kommentare zu „LEGO 10278 Modular Buildings Collection Polizeistation im Review“

    1. Daniel Haedicke

      Legal, illagl, völlig egal 😉 Es scheint, als würden jetzt vermehrt diese alten „verbotenen“ Techniken angewandt zu werden.

    2. Bei Tiles im Gegensatz zu Plates ist es keine illegale Bautechnik, da es keine Noppe gibt, die gegen die C-Clamp drückt und Spannung aufbaut. Sonst könnte Lego auch seinen Minifiguren keine Tiles in die Hände drücken.

  1. Ich finde, Jangbricks bringt es ganz gut auf den Punkt: „Expert design, a little lacking in soul“. Es gibt wenig auszusetzen, und trotzdem lässt es mich kalt.

    Es ist ein bisschen wie bei der Garage, für die ich auch eher stiefmütterliche Gefühle hege. Ich hoffe, das gibt sich noch.

  2. Freisingbrick

    Danke für das schöne Review, dem ich mich voll und ganz anschließen kann. Ich habe auch noch in der Neujahrsnacht bestellt, was diesmal problemlos ging. Es wurde dann auch noch das Auto beigelegt, womit sich der frühe Kauf gleich noch mehr gelohnt hat. Am 5.1. War das Paket dann da. Das Aufbauen hat viel Spaß gemacht und die Polizeistation ist ein echtes Schmuckstück in der Sammlung. Ich habe sie neben das Diner gestellt, aufgrund des Rücksprungs vom Diner kann man so das Werbeplakat gut sehen. Schön wäre es, wenn noch ein Polizeiauto käme (wobei ich nicht wüsste in welcher Themenwelt), das ist das einzige Manko. Aber das Haus und die Figuren sind sehr schön, die Anspielungen auf frühere Modulares sehr gelungen. Auch die kleine Story mit dem Donutdieb ist eine nette Kleinigkeit.

    1. Daniel Haedicke

      Ja, ich habe zuletzt die Corner Garage angefangen zu bauen, aber nach der 1. Ebene erstmal aufgehört .. hier hat es mir deutlich mehr Spaß gemacht!

  3. Vielen Dank für das tolle Review!
    In der Teileliste der digitalen Anleitung sind zwei schwarze Technic-Verbinder aufgeführt. Werden diese denn woanders verbaut, wenn sie nicht zum Verbinden mit einem anderen Modular Building gedacht sein sollen? Oder sind sie aufgeführt, aber fehlen?

      1. Danke für die prompte Antwort. Schon komisch, dass Lego hier die zwei Teile nicht mitliefert. So lange es das einzige Modular ohne mitgelieferte Pins bleibt, kann man ja trotzdem alle verbinden ;-).

  4. Ich kann mir gut vorstellen. dass die Technic-Pins deshalb weggelassen wurden, weil man im nächsten Jahr die Modular Buildings eventuell auf die passende Höhe zu den neuen Straßen aufbocken möchte, also eine festere Grundplatte. Ich weiß, sehr weit hergeholt, aber vielleicht möchte man sich bei Lego diese Option offen halten. Das würde jedoch auch wie Stand jetzt zu einem riesigen Aufschrei führen.

  5. Eine neue Uhr? Also manchmal frag ich mich wirklich, was die Dänen rauchen…
    Aber sonst ein schönes Review zu einem guten Set.

    1. ich habe extra ein Foto gemacht, weil ich mich über den neuen Zeiger gewundert habe und das mit den alten Uhren vergleichen wollte. Was spricht gegen die Uhr, dass du so einen negativen Kommentar raus haust?

  6. Tolles Set!

    Auch Seele hat es. Das saubere Donut-Lädchen triff, vergleichbar mit solchen Cupcake Lädchen oder Konditoreien. Den Tresen vom Donut-Lädchen hätte schwenkbar sein müssen, damit die Verkäuferin heraus kann.
    Solche Wache sind in Wirklichkeit auch sehr schlicht. Und was soll Lego machen, wenn man keine überfüllten Aschenbecher zeigen will.
    Beim Zeitungsstand hätte mir eine Tür, die nur einen Spalt nach hinten zu öffnen wäre, gefallen. Und richtig voll gepackt mit Zeitung-Stapel (Zigaretten gehen hier nun auch wieder nicht), solche Buden sind immer rammelvoll.

    Das bei der Teileanzahl kein Auto mehr drin war, ist klar. Aber eine sechste Figur (wie beim Preis der Garage, oder für die 199$ wie beim Rathaus). Mir fehlt Inspektor Columbo (ja ich weiß, Mordkommission, aber mit ein bisschen Namensverdrehung – Bolum co, Donutkommission).

  7. Lieber Daniel, bist Du Dir sicher, dass das eine Krone sein soll? Sieht für mich gar nicht so aus, und es gibt ja schließlich richtige Kronen-Teile bei Lego, warum hätte man die nicht verwenden sollen? Und warum sollte eine Krone achtlos auf dem Boden liegen? Und schließlich erscheint mir die Serie doch noch als etwas zu obskur für ein solches „Easter Egg“. Aber vielleicht wird es ja auch im Designervideo angesprochen, das habe ich noch nicht gesehen.

    1. Daniel Haedicke

      Lieber Steiner,
      du spielst sicherlich auf die schicke Krone der Ritterwelt an (die in der Regel in schönem güldenen Glanze strahlte), die gibt es seit 2016 nicht mehr. Viel mehr Alternativen gibt es leider aktuell nicht.
      Sie liegt auch nicht achtlos auf dem Boden, sondern unter der Treppe. Vermutlich als Lager – da sie schließlich nur einmal im Jahr gebraucht wird. Im Designer-Video wird eine Serie ins Spiel gebracht – aber nicht verraten. Für mich und auch das Team von PROMOBRICKS ist aber klar, dass es genau so gemeint sein wird (zu 99%) 😉

      1. Ah, okay, ich wusste nicht, dass die Krone nicht mehr produziert wird. Na ja, bei uns hat sie eh nie sehr gut gehalten.
        Die Serie hat mir ein Freund vor Jahren mal empfohlen, vielleicht muss ich sie mir wirklich mal ansehen.

  8. Sehr geehrter Herr Haedicke,

    wieder einmal haben Sie uns mit diesem formidablen Review beglückt und damit zumindest bei meiner Wenigkeit den Kaufanreiz durchaus noch erhöht.
    Auch die Bilder dieses wunderbaren Sets kommen aufgrund eines hevorragenden Hintergrunds sehr gut zur Geltung.
    Ich muss auch sagen, dass der dänische Premium-Steinchenhersteller hier wieder einmal seinem Designer einen Freifahrtschein erteilt hat, sich auszutoben und viele liebevolle Details einzubauen.
    Nun, warum die schwarzen Pins fehlen? Man weiß es tatsächlich nicht, aber ich denke auch, dass man dem Kommentar von Stefan2803 folgen kann, auch wenn man denken könnte, dass das fast zu logisch wäre, aber wie Sie sicher wissen, hat ja jeder seine lichten Momente.
    In diesem Sinne danke ich Ihnen für dieses – wenn auch Blister-freie – Review und freue mich auf weitere schriftliche Ergüsse Ihrerseits… man munkelt ja, es könne demnächst wieder auf die Schiene gehen 🙂
    Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen und sage Ciao,
    Ein aufmerksamer Leser

  9. Was ist mit dem Laternenfest? Alle fanden es toll und kein deutscher LEGO-Blog oder Youtube-Kanal macht eine Review dazu…

  10. Danke für das gute und ausführliche Review! Ich finde das Set auch gelungen, die Bautechniken und die Farbwahl sind meine Highlights. Vielleicht hätte mir ein Kleineres und ein großes Gebäude noch besser gefallen, als zwei ziemlich Kleine und ein Großes. Eine Frage hätte ich jedoch, welches Gebäude man auf die rechte Seite stellt, damit die Werbetafel nicht so fehlplaziert wirkt, wenn sie gegen eine Wand zeigt?

  11. Wirklich ein tolles und vor allem interessantes Review!
    Besten Dank dafür!
    Meine „Station“ steht schon am Schreibtisch und wartet darauf endlich gebaut zu werden.
    SG!

  12. Sehr schönes Review, danke.
    Was mich wundert ist, dass kein Rezensent bisher auf die Schreibmaschine und das Telefon eingegangen ist. Der Druck ist ja eine Minikopie von Set 295.
    Viele Grüße

  13. Zwei Dinge stören mich bei der Polizeistation die ich so bisher von keinem Modular kenne:
    1. Einmal hinter der Theke des Donut Shops und es gibt kein Entkommen
    2. In den Kiosk gibt es keinen Eingang

  14. Ich kann mich nach wie vor nicht mit den beiden halbgaren Gebäudeanrissen rechts und links der Station anfreunden. Ein Donutshop als Mieter in der Polizeistation wäre sicherlich ein passender Gag gewesen, aber soviel Platz und Steine zum Darstellen einer Polizeistation für so belanglose Anbauten zu verschwenden, gefällt mir gar nicht. Die Feuerwehr hat auch nen Soloauftritt bekommen und es sieht gut aus. So geht die Station in dem ganzen Farbmischmasch ziemlich unter. Bevor man sich dann daranmacht und das selbst den eigenen Wünschen entsprechend ändert, kann man auch ne eigene Station moccen. Dafür braucht man beim Ausgangsprodukt einfach zu viele Steine, die in der benötigten Farbe nicht vorhanden sind. Das Mischen von verschiedenen Gebäuden fand ich schon bei der Steinebank nicht gut. Mir hat sich zumindest nicht erschlossen, warum das Büro des Bankdirektors in einem separat anmutenden Gebäude über dem Waschsalon war, anstatt vollständig im imposanten Bankgebäude. Hier wurde das nun auf die Spitze getrieben, wie ich finde unnötigerweise.

    Danke für das gute Review, etwas was man ja eigentlich zu Anfang sagen sollte, wenn man sich an gewisse Feedbackregeln halten möchte. Aber das Gemurre musste einfach direkt raus.

    Bzgl. der eingesparten Pins muss man sich nicht wundern, die kosten Lego schließlich Geld, sind bei vielen von uns mehr oder weniger in Massen vorhanden und werden oftmals auch gar nicht verwendet. Zumindest ich habe mir abgewöhnt, meine Häuser zu verbinden, da es das Herausnehmen einzelner Gebäude, um sie z.B. mal zu zeigen oder zu reinigen, unnötig erschwert.

  15. Die Anbauten finde ich unpassend. Es ist einfach zu viel für eine 32er Grundplatte. Das führt dann dazu das man in das Apartment über dem Donutladen nur über eine Leiter kommt. Weniger wäre da mehr gewesen.

  16. Sehr schönes Review, das ändert meine Meinung über das Set aber nicht. Die Wache ist im Vergleich zur Feuerwehr zu klein und die 8 16 8 Steine Aufteilung finde ich misslungen, da so alles zu kurz kommt.

  17. Ich sehe das ähnlich wie „Keks“, das Gebäude ist nicht schlecht aber diese beiden kleinen Anbauten auf den Seiten sind völlig unnötig. Die Polizeistation alleine wäre schön gewesenk, aber durch die kleinen Anbauten wirkt die Polizeistation einfach zu klein und lieblos. Ich verstehe ja den Gag mit dem Donutladen neben einer Polizeistation, aber so wie es umgesetzt worden ist gefällt es mir nicht.
    Ähnlich sehe ich das schon bei der Brick Bank. Die Bank selber ist eigentlich ein schönes Gebäude, aber schöner wäre es gewesen wenn es kein Eckhaus gewesen wäre und schon garnicht mit dem Waschsalon dahinter. Für mich auch zu viel verschwendeter Raum. Schon garnicht verstehe ich die utopischen Preise die auf dem Zweitmarkt für das Gebäude aufgerufen werden.
    Was mir aber garnicht gefällt an der Polizeistation ist das Packungsdesign. Hier wird mit aller Macht versucht die Sets an Erwachsene zu verkaufen durch „+18“. Für mich völlig unnötig.
    Gerade die Gebäude waren immer in einer tollen farbenfrohen Verpackung die gerade dadurch noch mehr Lust auf die Gebäude gemacht hat. Aber nun diese schwarze langweilige Verpackung die einfach nur trist und langweilig wirkt. Das hat nichts damit zu tun, was diese Serie der Modular Buildings ausmacht.

  18. Ich bin selber aktuell beim Aufbau der Polizeistation.
    Bisher gefallen mir das Gebäude und die kleinen Details ganz gut.

    Das die Figur einmal hinter dem DonutshopTresen gefangen, nur noch
    heraus kommt, wenn diese über den Tresen klettert ist mir auch aufgefallen.
    Habe dann in der Wand zum Hintereingang der Polizeiwache relativ einfach eine 5Steine hohe Tür eingebaut und brauchte nur wenige Teile aus der eigenen Sammlung.
    Ebenso die Trennwand zwischen Donutshop und Polizeiwache habe ich bis oben hin gebaut und gefliest.
    Und den kleinen Zeitungskiosk habe ich eine Steinreihe nach vorne gesetzt (die 8er Fliese weg gelassen) und somit gibt es zwischen Kiosk und Gefängnis einen 2 Reihen breiten Gang. Und den Kisok habe ich hinten offen gelassen, zum Glück noch 2 dunkelgrüne 1er gefunden. Somit kann der Verkäufer zumindet halbwegs von hinten in den Kiosk kommen.
    Mal schauen was die nächste Etage bringt 😉

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top