Habt ihr euch schon mal gefragt, was der vierstellige Code auf den LEGO Sets zu bedeuten hat? Der Code befindet sich entweder deutlich sichtbar auf einem oder mehreren Klebestreifen auf der Set-Verpackung oder zusammen mit einer anderen Nummer gedruckt auf einem weißen Feld an der Seite. Ich habe auch Sets in meiner Sammlung, wo der vierstellige Code in den Karton gestanzt wurde. Doch was bedeutet er?

Verrät er etwa die Auflagenhöhe eines LEGO Sets? Leider nein, die Antwort ist aber trotzdem interessant, denn anhand dieses Codes lässt sich herauslesen, wann und wo das Set hergestellt wurde.

Woche – Fabrik – Produktionsjahr

So geben die ersten beiden Zahlen des Codes darüber Aufschluss, in welcher Woche im Jahr das Set produziert wurde. An der dritten Stelle steht ein Buchstabe, der darüber informiert, in welcher Fabrik das Set verpackt wurde. Das „B“ steht für die LEGO Fabrik in China, das „R“ für Mexiko, das „S“ für Tschechische Republik, das „M“ für Dänemark und das „H“ für Ungarn. Auf einigen Sets gibt es auch ein „O“ als Ortsangabe. Wie ich erfahren habe, steht das „O“ für Billund. Für Dänemark gibt also zwei Buchstaben: das „M“ für normale Sets, das „O“ für besondere Sets wie Store Promotions und Exclusives. Die vierte und letzte Stelle des Codes ist wieder eine Zahl – und zwar das Jahr der Produktion.

Ein besonderer Dank an dieser Stelle an Kevin Downard aus der LEGO Star War Collectors Gruppe auf Facebook, der mich hier mit seinem enormen Wissen unterstützt hat.

Ein paar Beispiele:

24S8 – Hergestellt in der 24. Woche, verpackt in der Tschechien, produziert in 2018. (Foto: PROMOBRICKS)
46H7 – Hergestellt in der 46. Woche, verpackt in Ungarn, produziert im Jahr 2017. (Foto: PROMOBRICKS)
06O8: Herstellt in der 6. Woche, verpackt in Billund/Dänemark, produziert im Jahr 2018. (Foto: PROMOBRICKS)
Bei einigen Sets gibt es neuerdings einen fünfstelligen Code: 322S8. Die Recherche läuft. (Foto: PROMOBRICKS)

Update: Bei fünfstelligen Produktionscodes ist die Entschlüsselung wie folgt: Die erste Zahl gibt den Wochentag an (Montag=1, Dienstag=2, Mittwoch=3, Donnerstag=4, Freitag=5, Samstag=6). Da Sonntags keine Sets verpackt werden, dürfte die erste Zahl niemals eine 7 sein. Die zweite und dritte Zahl geben die Woche im Jahr an. Der Buchstabe benennt die LEGO Fabrik, wo das Set verpackt wurde. Die fünfte und letzte Zahl ist das Produktionsjahr, zum Beispiel eine 7 für 2017 oder eine 8 für 2018.

Der obige Code 322S8 bedeutet, dass das Set am dritten Tag der 22. Woche hergestellt, in Tschechien verpackt und im Jahr 2018 produziert wurde. Dieses Rätsel wäre damit gelöst. Vielen Dank noch einmal an Kevin für die Unterstützung!

31 KOMMENTARE

  1. „Da Sonntags keine Sets verpackt werden, dürfte die erste Zahl niemals eine 7 sein.“

    Mein Darth Vader Brickhead (lässt man das Z beim Singular eigentlich weg? :D) hat die Nummer 721S8 – Und die Nummer darunter ist die 004945 – ist das ggf. eine Fortlaufende Nummer? Vllt. auf Jahr oder Woche gesehen.

    Zu ergänzen wäre noch: Auf dem Polybags stehen sie oben, wo es zusammengeschweißt ist 🙂

    Ansonsten: Danke für den Artikel, werde mal verstärkt darauf achten – finde sowas tatsächlich sehr spannend.

  2. Danke, ich finde den Beitrag interessant. Ich habe mir das Set 4000026 (LegoHouse-Baum) in Billund gekauft, hat die Nummer 350S7. Wurde demzufolge in der Tschechische Republik verpackt (?) und dann wieder nach Billund transportiert? Da es dieses Set nur in Billund zu kaufen gibt – ist das nicht idiotisch, zumal gerade Lego von Umweltschutz redet? Auch sonst ist es schon interessant, wo Lego überall produzieren und verpacken lässt, wie z.B. in China (etwa bei Lepin?) oder Mexiko…
    Aber der Beitrag ist trotzdem sehr gut und interessant.

    • Ist die Frage ob Lepin für Lego produziert ernst gemeint?
      Lego hat eigene Fabriken. Es mach Sinn Sets für den amerikanischen bzw. asiatischen Markt nicht in Dänemark sondern in kürzerer Distanz zu den Kunden zu produzieren.

      • Das stimmt so nicht, den vierstelligen Code gibt es schon mindestens seit Ende der 1980-er in der hier beschriebenen Art. Allerdings sind nur extrem wenige Sets tatsächlich über zehn Jahre hinweg in unveränderter Packung hergestellt worden, weshalb der Code in der Regel trotzdem eindeutig ist. Die 9V-Schienen (4515, 4520 und 4531) im System-Design sind beispielsweise so ein seltener Fall, hier kann z.B. eine 2 sowohl 1992 als auch 2002 bedeuten.

        Übrigens gibt es den Code nicht nur auf Verpackungen, sondern auch auf einzelnen, besonders „komplexen“ Elementen wie etwa Motoren, Fernbedienungen, Pneumatikelementen und Aktuatoren.

    • Darüber hinaus muss man immer nach der jeweiligen Dekade separieren, innerhalb der das Set zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Aber natürlich werden Sets, die 2018 und 2028 produziert werden, dieselbe Jahrescodierung aufweisen, sollte sich bis dahin die Art der Codierung nicht geändert haben. Da jedoch die Sets in der Regel nur ein paar Jahre produziert werden, stellt die Jahrescodierung mit nur einer Stelle kein Problem dar. Bei Sets, die über einen Dekadenwechsel hinaus produziert werden, ist es ebenso unproblematisch. Die Referenz bleibt immer das Jahr der Erst-VÖ, welche sich durch Online-Datenbanken leicht und schnell herausfinden lässt.

  3. Was noch wichtig zu erwähnen wäre ist, dass innerhalb eines Sets mehrere Einzeltüten aus unterschiedlichen Fabriken stammen kömnen. Gutes Beispiel ist das Mack Anthem Set wo ich deswegen auch unterschiedliche Farben bei schwarzen und dunkelgrauen Teilen gefunden habe. Das stört mich mehr und mehr weil es leicht auffällt. Genauso wie die Fließlinien an Technic Liftarmen oder Paneelen.

    • Das kommt tatsächlich vor? Ich hatte bislang den Eindruck das man keinen Unterschied bei den gleichen Farbtönen auch aus unterschiedlichen Sets feststellen kann.

    • Farbschwankungen wird es immer geben. Ich arbeite seit 36 Jahren in einem kunststoffproduzierenden Betrieb. Obwohl jede Farbe eine eigene Farbnummer hat, gleichbedeutend ein eigenes Farbrezept, ist es sehr schwer immer den gleichen Farbton zu treffen. Bei jedem Chargenwechsel und während der Produktion muss die Farbe „neu eingestellt“ bzw. korrigiert werden. Das liegt auch an den verschiedenen Einsatzstoffen die immer etwas unterschiedlich sind. Die Farbe „Blau“ wird von den Kollegen immer als „Zustand“ und nicht als Farbe bezeichnet, weil blau sehr schwer einzustellen ist. „Light bluish grey“ tendiert zur Gelbfärbung. Sollte LEGO das Kunststoffgranulat selbst einfärben (ungefärbtes Granulat mit einem bestimmten Farbbatch extrudieren), und das noch an verschiedenen Standorten, ist es erst recht logisch, dass es zu Farbschwankungen kommt. Da ich dbzgl. vorbelastet bin schaue ich auch immer auf die Farbe wenn ich ein neues Modell zusammen baue. Was die Fließlinien betrifft ist ein möglicher Grund dafür, dass das Granulat vor dem Spritzguss nicht ausreichend vorgetrocknet wurde und es somit zur Schlierenbildung kommen kann. Zu hohe Restfeuchte im Granulat kann zu Schlierenbildung führen.

  4. Meine 500358 Brick Factory hat einen Code, der nicht zu den obn genannten Dekodierungen zu passen scheint (eingeprägt auf einem Klebesiegel): 49GH7

    • Mein Exemplar auch. Dazu hab ich noch Geburtstagsgeschenkchen 5004931 zu bieten mit 45GH6. Vielleicht eine spezielle Abteilung in Ungarn? G wie Geschenk? (passt auch auf englisch und dänisch)

  5. Weiss jemand ob man von der Nummerierung auf den Tütenverpackungen in den Sets auf die Set-Nummer schließen kann, wenn der Karton nicht mehr vorhanden ist?? Danke im voraus für eurre Hilfe

  6. Moin
    als Ergänzung
    Auf den Polybag Tüten die im dänischen LEGO HOUSE produziert werden(die 6 roten 2×4 Steine) ist der Code 6 Stellig!

    332LH8
    sprich Mittwoch 32 KW, LEGO HOUSE 2018

  7. Mir ist aufgefallen, das der Schwerlast-Gabelstapler (42079) den Code 726S8 hat.
    Aber laut dieses Artikel dürfte es doch die 7 am Anfang nicht geben ?
    Oder fängt die Woche da auch am Sonntag=1 an und die 7 steht dann für Samstag.
    Dann dürfte es die 1 am Anfang nicht geben.

  8. Ich hatte Lego wegen der Farbschwankungen sogar schon angeschrieben. Ist mir zum ersten Mal beim Maersk Containerschiff aufgefallen, mit krass unterschiedlich blauen Bausteinen. Da kann man von Toleranz teilweise nicht mehr reden. Gerade bei hochwertigen Sets finde ich es schon sehr schlecht, hier so große Toleranzen zuzulassen. Man kauft ja keine Baukästen eines Billigheimers. Im Gespräch beim Lego Store in München zu diesem Thema meinte dann ein Herr von Bricking Bavaria, dass Lego früher die Granulate fertig gemischt von BASF bekam, es aber seit vielen Jahren selbst mischt und seither gibt es eben größere Farbtoleranzen….
    Es ist immer eine Frage der Qualitätssicherung und der zulässigen Toleranz. Auch andere Fabriken fertigen weltweit und können sich keine Toleranzen leisten.
    Und nebenbei: schon mal eine Wand aus Uralt-Legos der 70er gebaut und dann eine aus Legos von heute? Einfach mal gegen das Licht halten und die Spaltmaße vergleichen!
    Ein Verwandter von mir ist Spritzgussformengeber-Meister und meinte, Lego ist so teuer wegen der hohen Genauigkeit. Doch sogar Lepin kriegt das inzwischen fast genausogut hin.

  9. Es gibt die 7 !
    habe gerade das neue Lego Set 60202 ausgepackt. Der Pappkarton hat eine bekannte Codierung. Innen sind 2 Tüten. Eine beginnt mit 6, also Samstag.
    Die Zweite hat den Code 723S8.
    Also zumindest in der Tschechischen Republik laufen die Maschinen durchgängig.
    Habe auch ein Bild gemacht. lässt sich ja aber hier nicht einfügen.

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