Auch wenn das jetzt ein wenig böse klingt, in meiner Branche gibt es ein Sprichwort: Wenn Du als Unternehmen nichts positives zu berichten hast, dann sprich über Nachhaltigkeit. Und genau das macht der dänische Spielwarenhersteller heute Morgen im Rahmen einer Pressemitteilung. „2018 kommen die ersten nachhaltigen LEGO Steine auf den Markt“, so die Ankündigung, gerade rechtzeitig vor der großen Jahres-Pressekonferenz in Billund Anfang nächster Woche, wo LEGO seine aktuellen Geschäftszahlen von 2017 vorstellen wird.

PROMOBRICKS wird wieder vor Ort sein und über die Entwicklungen ausführlich hier im Blog und auf unseren Social Media Kanälen berichten.

Plant to Plant: Erste nachhaltige LEGO Steine in 2018

Die Produktion einer Reihe von nachhaltigen LEGO Elementen mit aus Zuckerrohr gewonnenem pflanzlichem Kunststoff hat bereits begonnen. Die neuen, nachhaltigen „botanischen“ LEGO Elemente werden in verschiedenen Varianten erhältlich sein, darunter Blätter, Sträucher und Bäume.

„Als LEGO Gruppe wollen wir einen positiven Einfluss auf die Welt um uns herum nehmen und arbeiten hart daran, großartige Spielprodukte für Kinder aus nachhaltigen Materialien herzustellen. Wir sind stolz darauf, dass die ersten LEGO Elemente aus nachhaltig hergestellten Kunststoffen in die Produktion gehen und schon in diesem Jahr Einzug in LEGO Packungen halten werden. Dies ist ein großer erster Schritt in unserem ehrgeizigen Vorhaben, alle LEGO Steine aus nachhaltigen Materialien zu produzieren“, so Tim Brooks, Vice President für Environmental Responsibility in der LEGO Gruppe.

Sicherheit und Qualität

Die neuen, nachhaltigen LEGO Elemente bestehen aus Polyethylen, einem weichen, langlebigen und flexiblen Kunststoff auf Zuckerrohrbasis. Technisch sind sie identisch mit LEGO Elementen aus konventionellem Kunststoff. Die Elemente wurden getestet, um sicherzustellen, dass der auf pflanzlicher Basis hergestellte Kunststoff den hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards entspricht, welche die LEGO Gruppe selbst hat und die Verbraucher von LEGO Produkten erwarten dürfen.

„Das Spiel mit LEGO Produkten steht für qualitativ hochwertige Spielerfahrungen, die jedem Kind die Möglichkeit geben, seine eigene Welt mit viel Fantasie zu gestalten. Kinder und Eltern werden keinen Unterschied in der Qualität oder dem Aussehen der neuen Elemente bemerken, weil pflanzliches Polyethylen die gleichen Eigenschaften wie konventionelles Polyethylen hat“, so Tim Brooks.

Das einzigartige LEGO Design und der kompromisslose Fokus der LEGO Gruppe auf Qualität und Sicherheit während der letzten sechs Jahrzehnte sorgen dafür, dass zwei LEGO Steine, die im Abstand von 60 Jahren hergestellt wurden, noch heute zusammenpassen. Während die LEGO Gruppe auf die Verwendung nachhaltiger Materialien in Kernprodukten und Verpackungen hinarbeitet, bleibt sie gleichzeitig ihrem kompromisslosen Anspruch auf hohe Produktqualität und -sicherheit treu.

Über LEGO Elemente aus Pflanzen

Polyethylen-Elemente stellen 1–2 Prozent der Gesamtmenge an von der LEGO Gruppe produzierten Kunststoffelementen dar. Die nachhaltige Produktpalette, die ausschließlich aus pflanzlichen Kunststoffen gefertigt wird, umfasst derzeit botanische LEGO® Elemente wie Blätter, Büsche und Bäume. Die für LEGO Elemente verwendeten pflanzlichen Polyethylene werden mit aus Zuckerrohr gewonnenem Ethanol hergestellt. Das verwendete Zuckerrohr wird nach den Richtlinien der Bioplastic Feedstock Alliance (BFA) nachhaltig erzeugt und ist nach dem Bonsucro-Produktkettenstandard für verantwortungsvoll gewonnenes Zuckerrohr zertifiziert. Alle Zulieferer müssen den „Code of Conduct“ der LEGO Gruppe einhalten. Dieser basiert auf weltweit strengen Anforderungen und Richtlinien für ethische, ökologische, gesundheitliche und sicherheitstechnische Standards.

Die LEGO Gruppe arbeitet eng mit ihren Zulieferern zusammen, um sicherzustellen, dass mithilfe von Ökobilanzen die Umweltauswirkungen der Produktion von biobasiertem Material erfasst werden.

Was sind nachhaltige Materialien?

Es gibt keine gemeinsame Definition für nachhaltige Materialien. Mehrere Aspekte haben Einfluss auf die Nachhaltigkeit eines Materials. Diese wird zu einem hohen Grad von der Quelle, der chemischen Zusammensetzung, der Verwendung (in einem Produkt), der Verwertung (am Ende des Lebenszyklus) und den Auswirkungen bestimmt, die das Material sowohl auf die Umwelt als auch auf die Gesellschaft haben kann.

Die LEGO Gruppe ist der Auffassung, dass ein neues, nachhaltiges Material immer einen kleineren ökologischen und sozialen Fußabdruck haben muss als das Material, das es ersetzt. So beispielsweise bei der Nutzung fossiler Ressourcen, den Menschenrechten und dem Klimawandel.

19 KOMMENTARE

    • Wohl wahr.
      Ein grundsätzlich richtiger und wichtiger Schritt, der aber entweder nur bis zur Hälfte gedacht wurde oder dem Kunden besser verkauft wird als er letztendlich ist.

      Das wäre übrigens ne schöne Frage auf einer PK.

      • Wenn das neue nun etwas weicher ist merkt man das sehr wohl. Ich bezweifle aber, dass Lego die normalen Steine in Bälde umstellen wird sondern dort noch wartet, bis das „nachhaltige“ Plastik tatsächlich keinen Unterschied aufweist. Die genannten Teile sind ja auch bisher immer etwas weicher gewesen.

        • ABS – woraus bei Lego nun mal das Gros der Elemente besteht – lässt sich definitiv nicht mal eben durch PE ersetzen. Mal schauen, was das Forschen zum Weizenprotein bringen kann.

  1. Einfach den Verpackungsmüll reduzieren und eventuell auf Pappschächtelchen oder Papiertüten statt Plastikbeutel umsteigen, würde mehr bringen. Die willkommenste Einsparung wären bedruckte Steine, die nicht auf Extraplastikstickern kommen xD

  2. So ein dämlicher Quatsch! Wer weiß wie sich die Struktur der Steine ändert?! Gibt es Langzeitstudien? Mein 30 Jahre altes Lego ist qualitativ einwandfrei – das aus Zuckerrohr wäre wahrscheinlich schon von Mäusen aufgefressen?! Freut euch schon mal auf die UCS Sets die nach 10 Jahren „VERROTTET“ sind…
    Somit kauft man sich nur mehr noch ein Spielzeug auf Zeit, welches ein Ablaufdatum hat.
    Das Wort „Nachhaltigkeit“ kann ich nicht mehr hören! Damit solche Felder erzeugt werden um Zuckerrohr anzupflanzen wird im Amazonas z.B. der Regenwald gerodet und abgebrannt. Baut lieber Getreide an und verschickt es an die hungernden Länder, als lächerliches Spielzeug daraus zu machen! Kotzt mich sowas an, echt. Davon hat keiner was! Weder Sammler, Investoren und schon gar nicht die Kinder!
    Zum Schluss: man denke an das alte ABS-Weiß. Das war so schlecht dass es viel leichter als die neue ABS Zusammensetzung ist. Weiß vergilbte und brach schnell. Wollen wir das eventuell wieder haben?! Also ich nicht… zumal Lego seine Preispolitik so überzogen hat und mir dann billige „Zuckersteine“ verkaufen will… 🙁

    • Aber wenn ich das richtig verstehe wird am Kunststofftyp und seinen chemischen Eigenschaften in diesem Fall doch nichts geändert – nur am eingesetzten Ausgangsmaterial. Von biologisch abbaubar oder so steht da schließlich nichts.

      • An Biologisch abbaubaren Plastik arbeitet Lego aber schon, frag dich mal warum.
        @Dejan
        Volle Zustimmung.
        Was ich nur immer gerne erwähne ist, das es nichts Umweltschonenderes gibt als Erdöl in Plastik umzuwandeln … dann wird es wenigstens nicht in die Umwelt geblasen!

  3. Hmmm, dafür dass man gerade einmal „1–2 Prozent der Gesamtmenge an […] produzierten Kunststoffelementen“ nachhaltig herstellt, wirkt es schon etwas sonderbar, dies derartig als großen Wurf zu präsentieren. Der Erdölverbrauch von Lego wird sich damit ja kaum ändern. Somit bleibt der Beigeschmack, das Ganze sei nur eine bessere Werbeaktion. Insbesondere der Umstand, dass man nun ganz demonstrativ Pflanzenteile daraus herstellt, ist an gewollten Symbolismus kaum zu überbieten. (Wobei es immerhin lustig ist, man macht aus Pflanzen Plastik und aus dem Plastik dann Pflanzen…)
    So gesehen, es ist Werbung! Aber wie gesagt, eine „bessere“ Werbeaktion. Als Werbung gefällt es mir. Es hat Stil, es ist originell und man hat Kosten und Mühen investiert. Dennoch bleibt es Werbung. Wir retten so nicht die Welt und für den Umweltschutz ist es allenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein. Immerhin aber auch kein Schritt zurück.
    Ich fürchte nur, diese neue Produktpalette wird zumindest in den ersten Jahren furchtbar überteuert sein. Aber mindestens eines dieser Sets werde ich mir kaufen, um die Aktion zu honorieren.

  4. Ansich finde ich geht das schon in die richtige Richtung, jetzt kommt aber dann das aber. Zum einen betrifft das ja nur einen sehr kleinen Teil der produzierten Steine, zum anderen fehlen die Bio Flächen dann für die Nahrungsproduktion. Spannender finde ich dann Infos darüber wie es mit der Energiebilanz zwischen alten und neuen Steinen aussieht und ob bei der Produktion mehr, weniger oder andere Schadstoffe entstehen.

    Aber Grundsätzlich ist es nicht verkehrt sich um dieses Thema zu kümmern bevor einem der Rohstoff ausgeht oder schlimmeres mit der Umwelt passiert. Ohne diese Forschung würde sich ja auch nichts bessern, also weiter so Lego.

  5. Möglicherweise sind neue Materialien eine Verbesserung.
    Nachhaltig wäre es aber ebenso, Lego hätte auf all die Remakes verzichtet. Dann würden wohl weniger Leute die Originale hergeben (profitieren, verhunzen, ausschlachten) und diese noch länger erhalten. Klar, das setzt vorraus, das man stetig Neues erdenkt, und hätte die Folge, das man insgesamt weniger produziert.

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