1991 war alles neu, zumindest für LEGO Eisenbahn Fans. Adieu 12 Volt System, adieu Batterie- und Schiebezüge. Abfahrt mit 9 Volt, so hieß zukünftig die Devise. Da zuvor auch schon die elektrischen Bauteile aller anderen Systeme auf 9 Volt umgestellt worden waren, war dieser Schritt aber zwangsläufig und logisch. Schließlich ergaben sich dadurch deutlich mehr Möglichkeiten, bis hin zur einfachen Kombination mit dem Technic Control-Center.
Die Umstellung war insgesamt sehr tiefgreifend, diverse damals getroffene Entscheidungen und Änderungen haben in ihren Grundzügen bis heute Bestand. So wurden die Gleise einteilig, und die Weichen bekamen eine neue Geometrie. Beides gilt heute noch, auch wenn die Gleise im Zuge der RC-Umstellung ihre metallenen Stromleiter verloren haben. Für die Motoren wurden dekorative Seitenwangen entwickelt, und die Radsätze wurden optisch deutlich realistischer gestaltet.
Die Originalverpackung
Zurück zum Güterzug-Set 4563. Es ist verpackt in einem relativ kompakten Karton, der aufklappbar ist und mittels Sichtfenstern Einblick auf den Inhalt gewährt. Neben Detailbildern des Sets sind auch alternative Modelle abgebildet, wie es seinerzeit noch üblich war.
Die untere Hälfte der Box besteht aus zwei Sortiereinsätzen. Einer davon enthält den Geschwindigkeitsregler, was ebenfalls ein Novum darstellte: zuvor musste der Trafo immer separat gekauft werden, hier war er erstmalig mit im Set enthalten. Dadurch erscheint auch der damalige Preis von 159 DM zwar nicht unbedingt als Schnäppchen, aber durchaus als fair.
Die (laut Bricklink) 455 Bauteile verteilen sich auf 6 Beutel, eine Nummerierung gab es damals noch nicht.
Der Aufbau
Die Bauanleitung umfasst 32 Seiten, worin sogar die Anleitung eines Alternativmodells enthalten ist. Zunächst entsteht ein kleiner gelber Gabelstapler, sowie ein Motorrad als potentielles Ladegut sowie eine Sackkarre. Die Lok entsteht in 17 Bauschritten und enthält einige – damals neue – Teile, die bis heute Verwendung in unzähligen Sets finden: die 1×2 Steine mit seitlicher Riffelung, sowie die 1×1 Steine mit Haltegriff. Deutlich seltener zum Einsatz kam das Formteil mit den Scheiben sowie das Dach. Weiterhin ist die Lok auch bereits für den Einbau einer Beleuchtung vorbereitet.
Da – im Gegensatz zu den LEGO Zügen mit Infrarot- bzw. Bluetooth-Fernsteuerung – weder ein Batteriekasten noch ein Empfänger verbaut werden müssen, ist die Konstruktion einer derart kompakten Lok überhaupt erst problemlos möglich. Es ist sogar ausreichend Platz für ein Motor-Imitat, welches nach dem öffnen einer der vier Wartungs-Türen in der Schnauze sichtbar wird.
Die Waggons
Das Set enthält einen offenen Niederbordwaggon, einen Rungenwagen sowie einen geschlossenen Güterwagen. Speziell der Niederbordwaggon bietet durch die speziell gestalteten Seitenteile eine sehr realistische Optik. Damals ebenfalls neu waren die Schiebetüren des geschlossenen Waggons, diese sind dünner als ihre Vorgänger und können daher platzsparend „ineinander“ verschoben werden.
Abgerundet wird die Sache durch das Ladegut, zum einen eine Palette mit Fässern, zum anderen ein kleiner Traktor der in einer Transportbox fixiert ist.
Und los geht’s
Beim Aufbau des Gleisovals zeigt das 9V-System seine große Stärke, denn die Schienenteile sind ruckzuck zusammengesteckt. Es ist überhaupt kein Vergleich zum komplizierten und fummligen Aufbau des Vorgängersystems.
Die Einspeisung vom Netzteil kann beliebig an jedes Gleisteil angeschlossen werden, bei meinem Set waren sogar noch die Kabel einwandfrei und unbeschädigt. Auch der Motor hat die mehr als 25-jährige Lagerzeit gut überstanden, der Zug flitzt sofort los.
Fazit
Insgesamt ist dieser kleine Güterzug sicherlich nicht so „ikonisch“ wie manch anderes Eisenbahn-Set. Inhaltlich und preislich war es allerdings das perfekte Einsteiger-Set, demzufolge ist es heute immer noch recht häufig zu finden. Nach nur drei Jahren Laufzeit wurde es bereits 1994 durch Set 4564 abgelöst, welches sich ähnlicher Beliebtheit erfreute.
























