In den 90er Jahren hatte der dänische Spielwarenhersteller die eine oder andere „gute“ Idee. Einige davon hätten das Familienunternehmen fast in die Pleite getrieben. Und meiner Meinung nach gehört LEGO Znap zu genau den Produktlinien, die damals so richtig gefloppt sind.

Anfang der 90er Jahre brachte die amerikanische Firma K´nex ein Konstruktionsspielzeug auf den Markt, das scheinbar recht gute Verkaufszahlen aufwies. LEGO wollte anscheinend an dieser Idee mitverdienen und so kamen von 1998 bis 1999 zwanzig verschiedene Sets der Znap-Reihe auf den Markt. Ich habe mir ein original verpacktes, noch nicht geöffnetes Set „gegönnt“ und im Rahmen unserer Classic Review Reihe einmal näher eingesehen.

Das Set umfasst eine Bauanleitung sowie eine überschaubare Anzahl an bekannten und unbekannten Bauteilen.

Zum Teil sind es LEGO Technic Elemente, der Rest war mir völlig unbekannt. Auf der Packung wird darauf hingewiesen, dass mit dem Inhalt des Sets über 13 verschiedene Modelle gebaut werden können. Das erste Modell entzieht sich allerdings meinem Verständnis:

Ein zweidimensionaler Kran, der per Hand festgehalten werden muss, damit er nicht umfällt?! Ja, ihr habt richtig gelesen. Das ist ein Modell aus der mitgelieferten Bauanleitung. Das „A- Modell“ soll ein Abschleppwagen werden.

Dieser kann wenigstens alleine stehen, zudem kann man mit gutem Willen erkennen, um was es sich hierbei handeln soll. Mit wenigen Handgriffen lässt sich daraus ein Flugzeug bauen.

Natürlich handelt es sich bei dem Set mit der Nummer 3504 um ein Einsteiger-Set mit nur 30 Teilen. Die größeren LEGO Znap Sets umfassten über 250 Teile und waren zum Teil sogar mit einem Elektromotor erhältlich. Dieser ist heute sogar bei Sammlern begehrt. Mit den klassischen LEGO Sets konnte Znap allerdings nie mithalten. Mich wundert es nicht, dass diese Reihe heute in der Versenkung verschwunden ist und kaum noch bekannt ist.

Wer von euch kennt LEGO Znap noch? Ich freue wie immer über eure Kommentare dazu …

13 KOMMENTARE

  1. Mir sagt das nichts mehr. Schön einfach zum Zusammenbauen. Optisch sagt mir das Set überhaupt nicht zu, aber pädagogisch ist es wohl sinnvoll.

  2. Die Klemmbausteinlyrik hat mal ein Video gemacht wo diese Lego Serie drin vorkam (weiß leider nicht mehr den Namen des Videos…)

  3. Snap war eine super Gelegenheit sich zusätzliche LEGO kompatible Motoren zu kaufen – insb. als die Sets dann abverkauft wurden…

    • Das mit den Motoren stimmt.
      Bei TRU wurde Snap damals zu absoluten Ramschpreisen rausgehauen und man kam billig an 9V-Motoren.

      Aber was anderes:
      Bist Du der Pommes aus Kassel ?

      Gruß
      Frank

  4. Ich hatte das kleine Set selbst einmal geschenkt bekommen von meinen Eltern im Urlaub, war damals im Kloppenburg runter gesetzt auf 4 DM. Dabei gabs dann noch den System Krankenwagen 6666 für 8 DM.
    Das ZNAP Ding habe ich selbst nur 1x zusammen gebaut, als Auto.
    Andere Sets haben mich dann weiter nicht interessiert und zum Glück auch keines mehr bekommen.

  5. Ich erinnere mich noch gut daran, zumal das neue System damals intensiv beworben wurde (z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=pN46P0iRvHI )

    Die Besonderheit war, dass die Verbindungen der einzelnen Teile beweglich waren und man so (wie im o.g. Beispiel Abschleppwagen vs. Flugzeug) durch einfaches „Umklappen“ bestimmter Partien das gebaute Modell in etwas völlig anderes verwandeln konnte.

    Ich war damals zarte 11 Jahre alt und hätte somit voll in die Zielgruppe fallen sollen, fand das Ganze allerdings höchstens befremdlich. Ging anscheinend noch mehr Leuten so. Wenn man bedenkt, dass LEGO zu jener Zeit für jede neue Spritzgussform einen 6-stelligen Betrag (!) investieren musste, verwundern die damaligen wirtschaftlichen Probleme nicht…

  6. Ich hatte ein recht großes Set von Znap und zwar den Heli-Transporter. Recht schön an dem Modell ist eigentlich nur die recht dicke DinA4 Anleitung.
    Ansonsten frage ich mich bis heute was ich mit dem Zeug machen soll. Lässt dich ja bis auf ein paar LEGO Technikteile kaum für way andres nutzen.

  7. Wir nutzen das Inder Agentur heute nicht echt intensiv als Kreativtool um Ideen zu sammeln und so schnell mal zwischendurch auch etwas „Greifbares“ zu haben. Für uns ideal, da nicht do komplex wie Technik und von den Elementen her sehr übersichtlich.

  8. … vermutlich war es sogar ein gewollter Flop, aber das Ziel war erreicht: das bisher aufstrebende K’Nex war danach in den Spielwarenregalen gefühlt erfolgreich zurückgedrängt. Für uns AFOLs waren die Sets eine günstige Motorquelle und ein paar auch heute noch überaus nützliche und exklusive Teile gab es dort auch, wie z.B. die flexible Technikwelle x334c01.

  9. Ich habe damals noch mit so einem Set gespielt, dass sich mein Vater (wegen der genannten Motoren) gekauft hatte. Es war ein größeres Set dessen A-Modell ein V22-Ospray-ähnliches Flugzeug mit motorisierten Rotoren war. Zum Spielen gehörte viel Fantasie und ich erinnere mich noch, dass ein kreatives Bauen fast unmöglich war, da die Kombinationsmöglichkeiten der Teile recht beschränkt waren. Generell konnte man bei vielen Sets und modellen kaum erkennen was sie darstellten sollten.

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