Nachdem das 40 Jahre LEGO Technic Jubiläum für mich eher durchwachsen war, versprechen die Neuheiten im zweiten Halbjahr diesen Jahres wieder mehr Highlights parat zu halten. Bis dahin dauert es aber noch ein paar Tage, wenn man nicht gerade im LEGOLAND unterwegs ist, also habe ich mich mal, für die Überbrückung der Zeit, an einen weiteren Klassiker aus meinem LEGO Archiv gesetzt und möchte euch heute den Pneumatik-Kranwagen aus dem Jahre 1992 präsentieren.

Die Verpackung

Starten wir also wie immer mit der Verpackung, welche wir ja auch zuerst im Geschäft in den Händen halten. Die Box kommt in den Maßen 54 cm in der Breite, 35 cm in der Höhe und 8 cm in der Tiefe daher.

Viele größere Technic Sets haben heutzutage auch den ominösen Klappdeckel, aber man kann nicht hineinschauen, sondern muss sich mit weiteren Prints des Sets zufrieden geben. Die 26 Jahre alte Box dagegen hatte, wie damals üblich, große Sichtfenster welche den ersten Blick auf das Innere gaben.

Im Inneren befand sich eine große gelbe Plastikeinlage mit vielen, verschieden großen Sortierfächern, dazu eine extra transparente Einlage, welche noch einmal die speziellen Teile in den Vordergrund stellte. In diesem Set sind dies natürlich die Pneumatik und 9V Technik.

Die Rückseite zeigt ausschließlich das B-Modell, welches ebenfalls mit den vorhanden Teilen gebaut werden kann – leider kann ich mich bis heute nicht mit dieser Modellvariante anfreunden.

Die Bauanleitung und Beilagen

Die Bauanleitung in diesem Set ist für damalige Verhältnisse schon fast ein fetter Wälzer! Stattliche 60 Seiten umfasst die klebegebundene Ausgabe dieses Exemplars! Natürlich sind die Bauanleitungen für beide Modelle enthalten! Des weiteren enthielt die Box noch ein klassischen Service-Flyer, eine übliche Werbebroschüre sowie eine Kurzanleitung zur Handhabung der Batteriebox bzw. des 9V Motors.

Gleich am Anfang der Bauanleitung gibt es die ersten Hinweise zur Pneumatik und ein ganz wichtiger Schritt, das Zuschneiden der Pneumatik-Schläuche! Man bekam zwei lange Schläuche mitgeliefert (in grau und schwarz), welche selbst zurecht geschnitten werden mussten. Dazu dient als Hilfe das gedruckte Lineal, was aber aufgrund der Klebebindung recht nutzlos ist, so dass man lieber ein normales Lineal zur Hand nehmen sollte. Dazu ein paar starre Verbindungsstücke in dunkelgrau, die bereits auf die benötigte Länge geschnitten sind.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann es nun mit dem Bauen losgehen. Dies erfolgt in dem Heft im Querformat.

Als Hilfe gibt es hier auch schon die angezeigten Teile, die man für den jeweiligen Schritt braucht. Nach 32 Bauschritten hat man es dann endlich geschafft.

Bauphasen

Die ersten sieben Bauabschnitte sind eigentlich noch recht human gestaltet. Man baut das Grundgestell, die Differenziale an den zwei Hinterachsen und die Lenkung. Standardschritte. Ab Schritt acht beginnt dann der spaßige Teil des Sets – es kommen die Schläuche zum Einsatz, und das sind bei diesem Modell eine Menge.

Die Schläuche bekommen in der Anleitung eine virtuelle Farbe, die sie natürlich nicht auf den echten Schläuchen drauf gedruckt sind. Sie sollen für die weitere Verarbeitung in den nächsten Schritten dienen. Anschließend kommen nun auch die grauen Schläuche zum Einsatz und die ersten zwei Pneumatik-Zylinder. Diese zwei Zylinder sorgen später für eine interessante Antriebstechnik zum Drehen des gelben Kranaufliegers.

Sie werden in entgegengesetzter Richtung gepumpt, so dass sie das Zahnrad in der Mitte mit Hilfe von Zahnstangen (gear racks) hin und her bewegen und später damit der Auflieger gedreht wird. Dafür wird dann eine große Drehscheibe verbaut, wo auch all die schönen Schläuche hindurch verlegt werden dürfen, und man darf nicht durcheinander kommen.

Hat man sich dann mit den Schläuchen nicht verknotet geht es in den nächsten Schritten recht entspannt weiter. Die nächste Hürde kommt in Schritt 18, wenn man anfängt den gelben Auflieger zu bauen, und man wieder die Schläuche durch fummeln darf. Man muss wirklich gut aufpassen, dass man die richtigen Schläuche auch an die späteren Pneumatik-Zylinder setzt.

Im 22. Schritt darf man dann den 9V Motor verbauen. Dieser treibt mit Hilfe eines Gummis ein Rad an, welches wiederum einen kleinen Pneumatik-Zylinder in Bewegung setzt und die Luft in die Schläuche pumpt.

In den weiteren Bauabschnitten folgen dann der 6-Zylinder-Motor, die Fahrerkabine und der finale Kran des Aufliegers. Als letztes verlangt das Bauheft die Anbringung von vier kleinen Aufklebern, die bei den Pneumatik-Schaltern zeigen sollen, welche Funktionen ausgeübt werden können. Leider ist es bei diesem Modell so, dass die Aufkleber über verschiedene Steine geklebt werden, so dass ich sie nie verklebt habe.

Das Modell

Nach den besagten 32 Bauabschnitten auf 30 Seiten und den gut 950 verbauten Teilen, steht der große Pneumatik-Kranwagen vor uns. Er misst ungefähr – je nachdem wie man den Kran ausgerichtet hat, 45cm in der Länge, 15cm in der Breite und 22cm in der Höhe.

Die Front wird geprägt durch einen weißen „Bullenfänger“ und 4 bedruckten Scheinwerfern.

Der Motorraum liegt offen und man kann dem 6-Zylinder Motor beim Arbeiten zuschauen. Auch hier wurde ein Gummi als Antrieb verwendet, welches nicht nur die Kolben bewegt sondern auch den Lüfter in Wallung bringt.

Rechts und links unter der Fahrerkabine befindet sich die je zwei Pneumatik-Schalter, welche folgende Funktionen am Kran auslösen: Drehen des Aufliegers, Heben und Senken des gesamten Arms, Heben und Senken des vorderen Teils des Arms und Öffnen und Schließen des Greifers.

Das Fahrerhaus selbst ist recht karg, es haben sich nur zwei rote Sitze verirrt. Ein Lenkrad sucht man vergebens. Die Lenkung erfolgt über die Signalleuchte auf dem Dach. Direkt dahinter ist die große Batteriebox verbaut (6x AA batteries not included).

Das Heck schmückt ein einfacher 1×16 Technic-Brick in weiß. Ein paar rote Steinchen als Rückleuchten könnte man selbst noch ergänzen, aber ich habe es als Original gelassen.

Der Boden zeigt nochmal das Geflecht aus Schläuchen. Man sollte beim Verlegen wirklich penibel arbeiten, dass auch kein Schlauch geknickt oder abgeklemmt wird, und dafür lauern überall die Tücken.

Zum Schluss noch einmal all das im Überblick, was besonderes verbaut und verlegt werden darf. Dazu zählen natürlich auch die Vollgummireifen, die elektrischen Teile, wozu auch eine 2×4 Platte gehört, oder ein Gewicht, welches man zum Beispiel auch in Schiffsrümpfen verbaut hat.

Mein Fazit

Wer an Pneumatik Spaß hat, kommt an diesem Set nicht vorbei. Der Aufbau macht wirklich Spaß, auch wenn das Gewirr aus Schläuchen manchmal schon eine kleine Verzweiflung hervor rufen kann, ob man auch alles richtig verbaut hat. Für die Preisfüchse unter uns sei noch gesagt, dass das Set noch recht preiswert zu haben ist. Also keine Scheu vor einer kleinen LEGO Herausforderung.

Nachdem erneuten Beleben meines Sets freue ich mich nun schon auf den neuen Technic-Sommer und diesmal wird das ein oder andere Set sicher mehr Freude machen, als letztes Jahr.

14 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für das schöne Review.
    Beim Mercedes Arocs (42043) war das glaub ich auch eine ziemliche Fummelei mit den Schläuchen.
    Aber zumindest sind da dann die Schläuche schon fertig geschnitten.
    Ich bin ja jetzt nicht so ein Fan von der Lego Pneumatik. Die reagiert mir zu ungenau.

  2. Vielen Dank für das tolle und ausführliche Review! Das Modell war mein allererstes Legomodell, selbst ausgesucht zum 9. Geburtstag und ich habe es geliebt!

  3. Das Modell habe ich auch noch. Die Bauanleitungen von früher fand ich besser, als die von heute. Ein Teil, eine Seite!

  4. Gute Review. War mein erstes und einziges Technik Set. Ich habe es geliebt und war Stolz wie Bolle. Habe damals alle paar Wochen des Modell „gewechselt“.
    Nach Jahren auf dem Dachboden meiner Eltern, habe ich des Set zu mir genommen um es mit meinem Sohn aufzubauen. Leider sind einige wichtige Teile verloren gegangen, die ich bis jetzt noch nicht alle wieder ran bekommen habe. is gar nicht so einfach. Hat jemand Tipps?

    • Schon mal das Modell bei bricklink gesucht und dann einen Blick auf die Teileliste geworfen und entsprechend nachgekauft?

        • Nein kannst du leider nicht. Wenn dir das auf BL zu kompliziert erscheint, kannst du doch alternativ auch bei eBay oder auf Kleinanzeigen gucken, ob du da ein Set zum Ausschlachten findest, was evtl günstig zu bekommen ist, aber die wichtigen Teile noch vorhanden sind, die dir fehlen.

  5. Was mal wieder beweist, er kann nicht nur Piraten;) ! Sehr schönes und ausführliches Review was mir zeigt wie toll die Technik Modelle waren und das sie genau durch diese komplizierte Technik nichts für mich sind! Danke Daniel

  6. Ha, das waren noch Zeiten… Das Modell war mit Abstand mein Favorit! Die Schläuche zu verlegen war beim ersten Mal echt ne Katastrophe, aber dann ging’s eigentlich ganz gut. Der ließ sich auch ganz gut zweckentfremden… In meinem Fall, ein Tieflader- Sattelauflieger mit pneumatischen Auffahrrampen und dann das Dragster B- Modell vom damaligen Trike Baukasten oben drauf… Was haben wir da Zeiten verbracht… Schön wars! Manches würde ich heute mit fast 40 nochmal bauen! Schöner Bericht über die „gute alte Zeit“… Danke!

  7. Sehr schön, da kann ich Tom nur recht geben. Toller Bericht, war auch für mich damals ein Highlight der Kindheit. Weiter so PB Team.

  8. Mein vorletztes Set vor den Dark Ages (2 Jahre später habe ich mir noch den 8880 gegönnt). Ich habe es geliebt, auch wenn die Pneumatik immer etwas ruckelig war. Danke für die nostalgische Erinnerung!

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