Vorsicht an der Bahnsteigkante – der Hogwarts Express rollt ein! Leider noch nicht überall, denn man sieht diesen Zug seit Verkaufsstart aktuell nur sehr selten – die Nachfrage ist groß und die Regale in den Läden sind meist leer. Ich hatte anlässlich der Bricktober Wochen in den ToysRUs Filialen aber noch Glück und konnte einen der begehrten Zauberzüge ergattern.

Heute möchte ich also mit euch ein wenig in die Welt von Harry, Ron und Hermine eintauchen und zumindest die Fahrt ab King’s Cross bis zum Hogwarts Castle begleiten.

Eckdaten:

  • Set-Nummer: 75955
  • Bezeichnung: Hogwarts Express
  • Teilezahl: 801
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Empfohlenes Alter: 8 bis 14 Jahre
  • UVP: 79,99 Euro
  • Preis pro Teil: 9,9 Cent

Die Verpackung

Die Maße der Box belaufen sich auf 53,5 cm in der Breite, 28 cm in der Höhe und 8 cm in der Tiefe. Die Aufmachung ist sehr Photoshop lastig, wie ich finde schon etwas zu viel des Guten. Vor allem die stark leuchtenden Scheinwerfer des Zuges, oder die Laternen des Bahnsteigs könnten dem ein oder anderem jungen Zauberfan irritieren, geschweige denn, dass der Zug wirklich dampft! Hier wäre vielleicht etwas weniger mehr gewesen.

Auf der Rückseite der Verpackung ist das Szenario dann doch wieder ganz „trocken“ und ohne viel Schnick-Schnack dargestellt. Da dampft und leuchtet nichts mehr. Dafür wird gezeigt, was die wahren Funktionen unseres roten Zuges samt Bahnsteig sind.

Ebenso abgebildet sind die 6 verschiedenen Minifiguren die dem Set beigelegt sind.

Der Inhalt

Nach dem wir nun die magische Box von außen betrachtet haben, drücken wir die zwei vorgesehenen Laschen ein und zum Vorschein kommen sieben nummerierte Tüten. Es sind alles Einzeltüten.

Außerdem gibt es ein Anleitungsbuch (Klebebindung) und einen Stickerbogen mit insgesamt 18 Stickern. Hier hätte ich mir durchaus das ein oder andere Teil noch bedruckt gewünscht, wie zum Beispiel das „King’s Cross“ Schild auf der schwarzen 1×4 Fliese, was bei einem Architecture Set bedruckt wäre, oder auch das schicke 9¾ Gleisschild.

In dem Anleitungsheft gibt es keine Informationen zum Hogwarts Express selbst, sondern es wird gleich gezeigt, wie funktioniert der Steinetrenner und welche Tütennummer für welchen Bauabschnitt zuständig ist. So werden Tüte eins und zwei für den Bahnsteig benötigt, Tüte drei und vier für die Lok, die fünfte beinhaltet den kleinen Tenderwagen und schließlich mit den letzten beiden Nummern wird der Personenwaggon zusammengezaubert.

Insgesamt wird in 143 Schritten auf 117 Seiten gebaut, bis man endlich nach Hogwarts Castle fahren kann.

Die Bauphasen

Starten wir nun also mit den ersten beiden Bauabschnitten für den Bahnhof bzw. dem angedeutetem Bahnsteig „King’s Cross“ mit seinen Gleisen 9, 10 und dem versteckten magischen Gleis 9¾. Der Boden besteht aus schönen 4×6 Platten und unter anderem langen Basic-Steinen in 1x16er Länge. Dazu ein paar nette Rundbögen und ein diverse angedeutete Mauersteine.

Der besagte Aufkleber zeigt uns, wo wir sind und daneben ist auch schon die „magische Wand“, welche Harry und Co. zum Bahngleis 9¾ bringt. Einfach hindurch rennen – es passiert schon nichts, außer du bist ein Muggel, das könnte dann weh tun! Der Mechanismus ist einfach mit zwei Technic-Pins gelöst, so dass die Wand wie eine Katzenklappe funktioniert. Einfach – aber jeder versteht, was dahinter steckt.

Nicht nur an Remus Lupin erkennt man, dass es sich bei der Setgestaltung um den dritten Harry Potter Film (Der Gefangene von Askaban) handelt, sondern auch, dass das berühmte „Wanted“ Plakat von Sirius Black (natürlich im LEGO Design) ein Detail des Bahnsteigs bildet.

Die zweite Tütengruppe vervollständigt nun den Bahnsteig mit einer Brücke und einer Uhr, denn was wäre ein Bahnhof ohne Uhr?! Die aufgebauten Maße sind ca. 31 cm lang, 17 cm breit und 13 cm hoch.

Ein weiteres Detail ist die Zeitung „Der Tagesprophet“ mit dem Titel des ersten Kapitels vom ersten Harry Potter Band – „Ein Junge überlebt“.

Der Bahnsteig ist geschafft, nun brauchen wir nur noch den passenden Zug und damit wird ab Tüte drei begonnen. Angefangen mit der wunderschönen roten Lokomotive und dessen Fahrgestell. Sehr schön sind hierbei die großen Räder samt Pleuelstange die sich beim Fahren bewegt – Technik (fast) wie in Wirklichkeit.

Ebenfalls schöne Details kommen mit Tüte vier – bedruckte Elemente. Zwei viertel Rundbogen-Fliesen mit dem Schriftzug „Hogwarts Castle“ sowie die Frontabdeckung des Kessels mit „Hogwarts Express“ und der Nummer 5972 – welche im übrigen ein Indiz für den kompletten Originalnamen der Lokomotive ist – „GWR 4900 Class 5972 Olton Hall“. Sie wurde im Jahr 1937 gebaut und später für die Harry Potter Filme neu lackiert.

Der Bau des Kessels erinnerte mich ein wenig an Brickheadz.

Anschließend noch das Führerhaus und ein paar goldene Details – und fertig ist die Lok. Und ich muss sagen, sie gefällt mir außerordentlich gut im Design.

Ein kleiner negativer Punkt ist hierbei nur, dass hinter dem bedruckten „Teller“ die hellgrauen Snot Elemente hervorschauen und somit die schöne schwarze Front unterbrechen. Aber das soll nur eine minimale Kritik am Rande sein.

Macht auch von der Seite eine schöne Figur.

Einige goldene Akzente – leider in zwei verschiedenen Farbtönen: metallic-gold und pearl-gold.

Die Führerkabine mit gedruckten Elementen für den Druck im Kessel und angedeuteten Hebeln, sowie Flammen die aus dem Ofen schlagen.

Die fünfte Tüte hat nicht viele Teile und man ist schnell fertig mit dem Tender. Zwei großflächige Aufkleber mit dem „Hogwarts Railways“ Schriftzug zieren die Seiten. Die Befestigung an die Lok erfolgt nicht etwa mit Magneten, wie in anderen Sets, sondern mit einem einfachen 3er Liftarm und zwei Technic-Pins.

Zusammen sieht es noch besser aus.

Was mich etwas wunderte, warum die zwei überstehenden Noppen nicht noch mit Fliesen abgedeckt worden?! Und der Griff zum Öffnen der Klappe am Tender ist in Pearl Dark Gray, man sieht es zwar kaum, aber nett. Im Tender selbst befindet sich übrigens – nichts. Keine Kohle, aber es gibt ja auch keinen Lokführer, also gibt es auch niemanden, der die Kohle bräuchte.

Machen wir nun weiter mit dem Personenwaggon – immerhin ist einer im Set enthalten. Die sechste Tüte bildet das halbe Grundgerüst. Die Sitzeinheiten werden gebaut, sowie die ersten Fenster eingesetzt, die man auch aufklappen kann.

Der magische Bauspaß findet mit dem Abschluss des Waggons sein Ende. Zur Fertigstellung werden noch die fehlende Seitenwand, das Dach und die Räder gebaut.

Zum Bespielen lässt sich nicht nur das obligatorische Dach abnehmen, sondern auch eine Seitenwand, die nur mit vier Noppen gehalten wird. Damit lassen sich die Figuren deutlich einfacher im engen Abteil handhaben.

Und dann wird alles zusammengefügt – und der Hogwarts Express kann einrollen – allerdings sind die Schienen nicht (!) im Originalset enthalten. Da ich aber der Meinung bin, dass sich ein Zug auf Schienen fortbewegen muss, habe ich meinem Set vorerst ein paar gerade Schienen spendiert. Die Maße des Zuges sind im Zusammenspiel nun ca. 46 cm in der Länge, 9 cm in der Höhe und 5 cm in der Breite.

Die Minifiguren

Enthalten sind natürlich unsere drei Protagonisten Hermine Granger, Ron Weasley and Harry Potter. Sie tragen ebenfalls die passenden detaillierten Outfits zum Film „Der Gefangene von Askaban“.

Die Torso-Rückseiten sind ebenso bedruckt, und jede Figur erhielt ein zweites, ängstliches Gesicht.

Als drei Sonderfiguren für dieses Set enthalten sind Remus Lupin, Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, die Süßigkeitenverkäuferin (natürlich ebenfalls eine Hexe) und ein Dementor, den Lupin im Zug verjagt.

Auch hier sind die Rückseiten von Torsos und der Köpfe bedruckt. Remus Lupin bekommt sein spezielles Werwolf-Gesicht, in welchen er sich bei jeder Vollmondnacht verwandelt.

Und zu guter Letzt noch die zwei Zubehör-Wägelchen. Der Eine gehört Ron Weasley, mit zwei Koffern und seiner Ratte Krätze – die sich in diesem Set aber durch ein kleines Detail mit der Ratte aus der Minifiguren Sammelserie unterscheidet, diese hat nicht das Haarbüschel auf den Kopf gedruckt. Der zweite Wagen gehört der Süßigkeitenverkäuferin und beinhaltet u.a. den Schokofrosch, der sich in der Schachtel der Sammelkarten berühmter Persönlichkeiten befindet.

Mein Fazit

Züge sind klasse. Alte Züge sind noch besser. Darum gefiel mir der alte Hogwarts Express auf Anhieb und ich wollte ihn auf jeden Fall haben. Der Bahnsteig ist zwar recht einfach dargestellt, aber alles Wichtige ist dabei. Schön war auch, dass viele einfache und auch große Steine enthalten sind, was zwar das Bauen zeitlich schneller macht, aber es ist auch mal schön, nicht nur kleines Gefutzel zusammenzuklemmen. Das größte Manko an dem Set ist wohl, dass keine Schienen von Beginn an im Karton sind. Auch eine schnelle Motorisierung ist nicht so einfach, aber ein paar Anleitungen sind dazu bereits im Internet zu finden. Was bleibt am Ende zu sagen – Reducio! Und das bleibt übrig…

18 KOMMENTARE

  1. ich finde es ein schönes Set, auch wenn ich sagen muss, dass mir die proportionen nicht ganz gefallen. Irgendwie sind mir die einzelnen Segmente zu kurz.

  2. Sehr unterhaltsame Besprechung, danke dafür!
    Bei der geshoppten Mogel-Abbildung wurde wirklich eine Grenze überschritten, da gehört zumindest ein entsprechender Disclaimer drunter.

  3. #Rundbogen-Fliesen mit dem Schriftzug „Hogwarts Castle“ sowie die Frontabdeckung des Kessels, ebenfalls mit „Hogwarts Castle“ und der Nummer 5972#
    Kleine Anmerkung am Rande, vorne drauf steht Hogwarts Express.

    Schönes Review und bestärkt mich darin mir den Zug zuzulegen . Weiter so und Danke für eure Arbeit.

  4. Sehr schönes Set. Ja mit den Sticker ist es wie immer bedauerlich, aber wenigstens gibt es ein paar bedruckt Teile die sonst echt schwer zu kleben wären.

  5. Ein wirklich schönes Review! Hmm, jetzt werde ich vermutlich doch wieder schwach und werde es mir zulegen müssen… Einen Wunsch hätte ich noch: wäre es möglich, die Bilder so in den Artikel einzubinden, dass diese in der iPhone-App angeklickt werden können und dann auch gezoomt werden können? Bei den Artikeln anderer Autoren klappt dies immer. Ansonsten: weiter so!! Ganz große Klasse!!!

  6. Schönes Set, alte Züge gehn immer, Harry Potter sowieso.
    Man sieht aber, dass man hier und da gespart hat oder sparen musste. Keine Schienen, nur ein Waggon, simpler Bahnhof, Kein Lokführer, keine Magnetkupplung usw.
    Ich kanns halbwegs verstehen, denn ich vermute Lego wollte ein erschwingliches Spielset für Kinder.
    Daher wäre mein Wunsch für die Zukunft an Lego gerichtet immer ein Spielset für Kinder und vielleicht mit einem halben Jahr Abstand ein AFOL Set rauszubringen das anderen Ansprüchen gerecht wird. Nicht bei jedem aber schon bei einer gewissen Auswahl an Sets die einen entsprechenden Käuferkreis (Fanbase) erreicht.

    Wie aufregend wäre es, wenn sich die Fangemeinde jetzt schon auf das Erscheinen einer „Extended Version“ dieses Sets freuen dürfte, und hier für die nächsten Monate schonmal den Appetiser hätte. Da kriege ich jetzt schon Gänsehaut wenn ich drüber nachdenke. Für mich ganz klar eine Marktlücke die sich Lego entgehen lässt.

    • Ich wüsste gern wie viel Prozent die AFOLs ausmachen. Wenn es sehr wenige sind, würde sich sowas in keinem Fall lohnen – zumal nicht bei sowas wie Harry Potter, was ja immer noch als Kinderfranchise gehandelt wird. Bei Star Wars lohnt es sich vielleicht eher, da das eher noch als all-age-Franchise gilt.

    • @ neo
      Überlege doch mal: Lego wird sich kaum solche „Doppel-VÖ“ antun, sonst käme man bei allen anderen Produktlinien nicht mehr hinterher. Es sind nur begrenzte Kapazitäten vorhanden und es müssen stetig gut nachgefragte Teillinien nachproduziert werden, wie jetzt hier der Hogwarts-Express. Er ist aktuell überall ausverkauft, sowohl bei Lego selbst (online und in den Stores) als auch beim einzigen exklusiven Vertriebspartner Toys’r’us (auch hier online und in den Stores).

      @ dora
      Harry Potter ist schon lange kein Kinderfranchise mehr. Schau dich mal in den Läden um, wer das alles kauft. Gerade bei dieser Produktlinie ist der AFOL-Anteil ziemlich hoch. Das liegt auch daran, dass viele Kinder und Jugendliche, die damals durch die Bücher und Filme „infiziert“ wurden, nun erwachsen und immer noch Fans sind. Lego macht hier also mit der Wiederbelebung dieses Franchises alles richtig.

      • Ganz einfach, Prioritäten setzen, den ganzen unnützen Müll in der aktuellen Palette raus und die Extended Sets deutlich zeitversetzt zu den Kinder-Sets rausbringen und nur die Sets auch als Extended wo die Nachfrage auch riesig ist. Dies bedarf natürlich einem gewissen Gespür für das Klientel und wie sich die Standard-Sets vorab verkaufen. Zusätzlich sollte man auch einfach mal die Kundenwünsche durch Foren und Umfragen mit einbeziehen.

        Ich weiß dass das Konzept funktioniert, weil es in einer anderen Branche, auf die ich jetzt nicht weiter eingehe, bereits funktioniert hat.

  7. Einfach Großartig ach was sag ich einfach fantastisch! Schönes Set und ein sehr unterhaltsames Review (wie immer) Danke und immer weiter so!

  8. Ich finde es beeindruckend welch einen tollen Job Ihr hier nebenberuflich auf die Beine stellt. Vor allem die super strukturierten Reviews und die begleitende Fotodokumentation ist echt klasse. Freu mich täglich über eure unaufgeregten Berichte.

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