LEGO ändert IP-Richtlinien für BrickLink Stud.io

LEGO ändert IP-Richtlinien für BrickLink Stud.io (Michael Friedrichs) - 1

Das Unheil nach der Übernahme von BrickLink durch die LEGO Gruppe nimmt seinen Lauf. BrickLink bzw. LEGO hat heute in einer E-Mail an registrierte Nutzer der hauseigenen Designer-Software Stud.io über eine Änderung der IP-Richtlinien informiert. Demnach haben die Nutzer auf die Plattform (Studio Gallery) über 17.000 Entwürfe hochgeladen. Viele dieser Ideen sind tolle Eigenkreationen, aber eine ganze Reihe von Ideen kollidieren mit den geistigen Rechten (Intellectual Property) von Dritten, insbesondere von diversen Lizenzen wie Star Wars oder Harry Potter.

Damit alle mit der Stud.io Software erstellen Modelle weiterhin in der Gallery angezeigt werden können, werden die Entwürfe, die gegen die IP-Richtlinien verstoßen, zwar weiterhin angezeigt, allerdings ist es ab sofort nicht mehr möglich, Bauanleitungen und Teilelisten für diese Modelle herunterzuladen.

BrickLink Studio Gallery IP Conflict
BrickLink Studio Gallery: Diese LEGO Harry Pottter Fan-Idee verstößt gegen die neue IP-Richtlinie. (Screenshot)

Eigentlich hatte LEGO nach der Übernahme angekündigt, von schnellen Eingriffen erst einmal Abstand zu nehmen. Doch nun liegt mit der Änderung der IP-Richtlinie eine erste konkrete Maßnahme auf dem Tisch. ich bin gespannt, was als Nächstes kommt.

Diese E-Mail haben BrickLink Stud.io Designer bekommen:

Dear Designer,

We love the creativity that the Studio Gallery fosters amongst all of our designers. There have been over 17,000 creations uploaded by all of you! Many of these designs are incredible original creations; however, we have noticed a number of submissions  in the Studio Gallery that are Intellectual Property (IP) related subjects.

In order to allow you to continue to show off all of your creations in the Studio Gallery, we will be setting designs that are IP infringing to Display Only. This means that all of your images and description will be visible, but the Studio file cannot be downloaded, and the parts list will not be available.

If any of your designs in the Studio Gallery are related to IP subjects, we ask that you please go ahead and switch them to Display Only.

How to switch your design to Display Only

Navigate to My Studio and click the name of your design. Uncheck the “Allow downloads” checkbox, and then click Save at the bottom of the page.

Thank you for understanding, and we hope to continue to see your wonderful designs in the Studio Gallery!

The BrickLink Team

  1. Ich hab mich mal durch die Militärsparte geklickt….da finden sich zahlreiche Entwürfe, welche ebenfalls nur noch als „Display only“ gekennzeichnet sind. Das lass ich mir ja noch beim nem aktuellen Fahrzeug gefallen…aber bei einem Panzer aus dem 1. Weltkrieg? Oder übersehe ich da was?

  2. Ich kann ja verstehen, dass gerade Lego in Punkto Verletzung geistigen Eigentums überempfindlich reagiert. Allerdings leuchtet mir – explizit juristisch gesehen – nicht ein, wie diese dadurch geschützt werden können, wenn man den Download von Teilelisten unterbindet. Nehmen wir das im Beitrag gezeigte Beispiel.
    Schritt 1: Ein Legofan baut das Hogwartsgewächshaus – erlaubt, scheint nicht zu einem Schaden der Lizenzinhaber zu führen
    Schritt 2: Der Fan macht Fotos davon und stellt diese online – dies ist weiterhin erlaubt, scheint nicht zu einem Schaden der Lizenzinhaber zu führen
    Schritt 3: Der Fan bietet die Möglichkeit an, eine Teileliste des Modells gratis herunterzuladen – wird verboten wegen möglicher Verletzung der Rechte der Lizenzinhaber. Wie soll dieser Schaden aussehen?

    Ich will jetzt nicht gleich sagen, dass es Unsinn sei. Ich verstehe es nur nicht. Vielleicht liefert Lego da noch eine plausible Argumentation nach, aber nach dem bisherigen Infostand ist es höchst sonderbar.

    1. PS: Nach einigem Überlegen kam mir der Gedanke, dass es eventuell um Lizenzen geht, die Lego nicht (mehr) besitzt. Wenn z.B. jemand die Pläne für ein Star-Trek-MOC, das einem Mega-Construx-Modell ähnelt, auf einer Internetseite hochlädt, die ab sofort offiziell Lego gehört, könnte Mega-Construx eventuell eine Urheberrechtsklage einleiten. Eine Klage mit faktisch wenig Aussicht auf Erfolg. Allerdings würde die Klage an sich schon einen Image-Schaden für Lego darstellen.
      Das ist möglicherweise der Hintergrund dieser Maßnahme. Und in einem übervorsichtigen Ansatz, zu 1000% sicher zu sein sperrt Lego dann einfach direkt alles, worauf eine Lizenz liegen könnte.

    2. Wenn Lego nicht die Lizenz für das Gewächshaus besitzt, weil es die (noch) nicht erworben hat, darf es damit auch kein Geld machen – noch nicht mal dadurch, dass der Download potentielle Kunden auf die Seite lockt. Wie sich das mit den reinen Bildern verhält, müsste man mal klären. Schwerwiegender wird aber sein, dass solche MOCs das Potential für eigene Sets in dieser Richtung vorwegnimmt. Wenn jetzt einer Anleitung und Teileliste für so ein Gewächshaus hochlädt und Lego später die Lizenz erwirbt und eins rausbringt, dann kann der MOCcer vieleicht sogar gegen Lego klagen wegen Diebstahl geistigen Eigentums, denn er hat es ja vorher schon in die Öffentlichkeit gebracht – sogar auf einer offiziellen Legoseite und nicht nur privat. Als Lego (oder Rechteinhaber, der die Lizenz für das Gewächshaus noch gewinnbringend verkaufen will) würde ich das auch unterbinden. Machen sie bei Ideas ja auch – da muss man Lego die Rechte abtreten, damit das nicht passiert.

  3. Mal ganz ehrlich, was soll so ein Artikel? Es wird geistiges Eigentum verletzt, warum nimmt dann das Unheil seinen Lauf, wenn man diese Sachen nicht mehr verkaufen darf? So ist das nun mal. Wer (geistiges) Eigentum verletzt muss nun mal damit rechnen dass es irgendwann Konsequenzen hat.

    1. Es war aber vorher eben anders und ist dager absolut berichtenswert. Viele freuen sich sicher über die Information und laden noch schnell ihre Lieblingsentwürfe runter, bevor diese auf „Display only“ gesetzt werden.

      1. War auch vorher vermutlich schon illegal, aber wenn die Firma in irgendeinem Land sitzt, in dem ein Gerichtsprozess langwierig und müßig ist, oder die Gerichte sogar eher selten zugunsten ausländischer Kläger entscheiden, klagt man vielleicht nicht. Anders sieht es aus, wenn die Firma Lego heißt und in Dänemark sitzt. Da kann sich das lohnen.

    2. ist halt wieder eine weitere Gelegenheit um auf lego rumzuhacken.
      auf diesen blog mitzulesen, egal ob bericht oder kommentar-bereich, macht schon lange keinen spaß mehr, echt schade…

    3. Aber die Entwürfe wurden doch nicht verkauft. Die waren doch frei verfügbar. Da haben Leute was in Lego nachgebaut was sie in Filmen gesehen haben.
      Wie schon unten gesagt. Dann wird das halt woanders stattfinden. In Zukunft hoffentlich auch mit Steinen von anderen Anbietern. Da gibt es auch langsam Steinepakete. Ich werde in Zukunft auch lieber zu anderen Anbietern wechseln. Das Geschäftsgebaren und die Kommunikation von Lego mit der die das dann „erklären“ wirkt zunehmend abstoßend auf mich.

      1. Jedem das seine. Ich finde es nachvollziehbar dass eine Firma wie LEGO sich rechtlich absichert. Wenn ich Rechteinhaber bin, gehe ich vielleicht nicht gegen eine Firma in Südostasien und auch nicht gegen Privatpersonen vor, die mal eine Anleitung ins Netz stellen, wohl aber gegen einen Spielzeug-Marktführer, der in Europa sitzt. Wenn Lego jetzt also Clicks und Werbeeinnahmen generiert, indem sie Anleitungen auf ihrer offiziellen Seite haben, mit denen man sich Merch für etwas bauen kann, wofür ich die Rechte sonst teuer verkaufe, dann stört mich das. Denen kann ich – im Gegensatz zu Bricklink – Lizenzen nämlich für viel Geld verkaufen, und ich kann ihnen Lizenzen verweigern – d.h. ich habe ein Druckmittel, das ich gegen Bricklink nicht hatte.

  4. Also bei mir geht Bricklink nun garnicht mehr.

    Erst kam eine Meldung neue Richtlinien Akzeptieren und dann komplett offline „404 Not Found“

    Hat LEGO ja schnell hinbekommen Bricklink kaputt zu machen.

  5. @ „Das Unheil … nimmt seinen Lauf.“:
    Zur Zeit scheint Bricklink auch down zu sein. – Das Formular zur Umstellung des Accounts auf die neuen Nutzungsbedinungen (kilometerlang, keine Ahnung, was anders ist als vorher…) ging noch, aber nichts anderes… dabei wollte ich gerade einen Warenkorb auschecken, den ich gestern vorbereitet hatte…
    – Am besten alles sichern, was man über Wunschlisten mal erfasst hat, das kann ja nicht mehr lange dauern bis zum Tag des Untergangs -.-

    1. Doch, denn die Anleitung betrifft ein Set für etwas, an dessen Design jemand anders die Rechte hat. Die Steinezusammensetzung ist vielleicht deine Idee, das Design des Gegenstands aber nicht. Wenn du eine Anleitung für den neuen Tesla kostenlos online stellst (auch wenn er nur so aussieht und ganz andere Technik hat, und dann irgendeine Firma in China ein Fake auf den Markt bringt, der dann Tesla eventuell die Kundschaft abgräbt, ohne Gebühren an Tesla zu zahlen), wäre das auch illegal.

  6. Wenn BL sich unter neuer Lego-Ägide derart anstellt, werden die MOCer zu rebrickable oder sonstwohin abwandern.
    Wie hieß es bei Jurassic Park so schön: „Das Leben findet einen Weg.“ Ironie des Schicksals, dass Lego Lizenznehmer ist.

  7. Seit heute ist übrigens die „Suchfunktion“ in BL komplett tot. Bei jeder Suchanfrage kommt „General Error“.

    Glückwunsch TLG – ihr habt euch wirklich beeilt, um BL sogar noch vor Weihnachten platt zu machen!

  8. Ich liebe Lego – viele offizielle Sets wie auch viele MOCs. Aber TLG hat irgendwie den Drang zur Selbstkastrierung. Das Image von Lego lebt doch auch gerade durch die große AFOL Szene. Diese Gemeinde zu reglementieren ist selbstzerstörerisch. Das man gegen Plagiate vorgeht finde ich gut. Aber das man jetzt auch die nicht-kommerziell agierende Fangemeinde gängelt, ist traurig und dumm. TLG wird weiter an Sympathie verlieren und das nun auch bei Hardcore-Fans. Das ist nicht gerade schlau um nicht zu sagen…ausgesprochen dumm…(ich hätte auch andere Begriffe dafür, aber die gehören sich hier nicht). Mal sehen was mit der Plattform Bricklink passiert…wenn die das runterwirtschaften sind sies selber Schuld. Ich weiß nicht was in den Köpfen des Managements vorgeht.

    1. Lego hätte sich also anklagbar machen sollen? Nur weil es vorher keiner gemerkt hat, heißt es ja nicht, dass es vorher rechtens war?! Lego macht das doch nicht um Leute zu ärgern.

  9. Das ist ungefähr so als wenn wir im Wirtschafts-LK die Aufgabe bekommen eine virtuelle Firma zu gründen und dann nach Benotung damit herumwitzeln und Müll damit machen, nur das Lego Marktführer ist und über echte liquide Mittel und Risiko verfügt, einfach nur peinlich

  10. Ich finde es echt krass, wie viele Menschen hier Lego verurteilen, ohne die rechtlichen Hintergründe zu kennen. Kaum einer zieht auch nur in Erwägung, dass Lego hier juristischen Zwängen unterliegt oder Druck von Rechteinhabern bekommt. Es ist doch logisch, dass z.B. Lucasfilm/Disney mit dem Entzug der Rechte droht, wenn Lego auf seinen eigenen Seiten Werbeeinnahmen und Clicks (und damit Einkünfte) mit Lucasfilm-eigenen Designs generiert, für die es die Lizenzen nicht erworben hat.

    1. Und ich finde es völlig OK wenn sich die Leute über das Gebaren von LEGO aufregen. LEGO hat vorher gewusst was Bricklink ist und wie es von der Fantasie genutzt wird. Angeblich wollte man ja durch den Erwerb besseren Kontakt herstellen und verstehen was die Fans wollen.

      Und zum Auftakt grätscht man gleich mal in das rein, was die Leute so machen weil es da leider, leider rechtliche Zwänge gibt…

      Wirkt auf mich jetzt nicht wie „wir wollen da eine Beziehung aufbauen“. Eher wie „wir wollen das kontrollieren und so regulieren wie wir das wünschen“.

      Gibt dann halt Gegenwind und Ausweichbewegungen. Zu Recht.

    2. bitte vollumfänglich über die neuen Nutzungsbedingungen für Bricklink Seller informieren. U.a. untersagt: modifizierte Legoteile, wie verchromte Teile und modifizierte Sets, Custom-Sticker sowie sämtliche non-Lego Teile wie Beleuchtungskits. Wie gesagt, ich finde es richtig und wichtig dass ein Hersteller (sei es gewerblich oder Privat) seine Rechte am geistigen Eigentum verteidigt, aber die Ristriktionen gehen m-E. weit darüber hinaus. Es ist doch ein Himmel weiter Unterschied ob ein feröstlicher Billigproduzent 1:1 Plagiate vermarktet, oder ob jemand die PDF Anleitung für ein selbsrkreiiertes Modell für 10-15 Euro verkauft. Ich finde es echt krass wie manch einer mit wehenden Fahnen die Monopolisierung und Unterbindung des freien Austauschs eigener Ideen verteidigt. Schön zurück ins Glied und im Gleichmarsch zur Kasse.

    3. Ein weiterer Gedanke:
      Viele Leute bauen mit den Steinen als Hobby und teilen dies mit anderen aus Spass an der Freude. Bei LEGO dreht sich nur noch alles um Lizenzen und Geld und Marktkontrolle. Die verstehen gar nicht mehr was ein wahrscheinlich grosser Teil der Fans die sich Auf Bricklink tummelten wollen und machen. Und wenn man sich die Richtung ansieht die Bricklink geht, ist denen das auch weiter egal.

      Der ganze Lizenz und Rechtsprechkram ist genau das, womit Leute sich im (nichtgewerblichen) HobbyBereich eben nicht rumärgern wollen.

      Rebuild the World…. but please check for licensed content first….

  11. Naja, Bricklink ist eine gewerbliche Seite, somit ist LEGO hier verpflichtet zu handeln, aber sie könnten mit Disney und co. ja auch aushandeln, dass MOCs samt Teilelisten weiterhin erlaubt sind hochzuladen. Das wäre der gescheite Ansatz. Nur dann müsste LEGO wahrscheinlich mehr Lizenzgebühren zahlen und der Gewinn durch die Zweitvermarktung von Teilen über Bricklink wäre dahin.

    Immerhin wird man „noch“ nicht von Stud.io und Bricklink ausgeschlossen, wenn man seine Teilelisten bei Rebrickable einstellt. Wer weiß, was uns da noch erwartet.

  12. Auch auf die Gefahr hin hier als Kommunist gebrandmarkt zu werden: Geistiges Eigentum ist die Geißel unserer Epoche und gehört zu Gunsten eines uneingeschränkten Allgemeingutes abgeschafft!

    Nicht die Findigkeit der Rechtsabteilung eines Unternehmens sondern ausschließlich dessen Leistungsfähigkeit, das Gesamtwissen der Menschheit sinnvoll zu nutzen und Qualitativ hochwertige, dauerhafte und Nachhaltige Produkte herzustellen darf dessen Erfolg definieren.

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