Die Fledermäuse knacken es bereits in ihrer Ultraschallfrequenz aus den Höhlen – ein neues Batvehicle (76139) soll noch in diesem Jahr als D2C-Set auf den Markt gerollt kommen. Doch bevor es soweit ist, stimmen wir uns etwas ein und blicken einmal 13 Jahre zurück – in das Jahr 2006.

Dort kam eines der besten LEGO Batmobile aller Zeiten heraus – wenn nicht sogar das Beste! Es bestand zwar aus knackigen 1045 Einzelteilen, aufgrund der massiven Bauweise erreicht es dennoch eine stattliche Größe mit einem markanten Design, welches ganz stark an das 1989er Batmobil von Tim Burton erinnert. Doch der Reihe nach…

Die Verpackung

Die Stabilität der 47,5 x 38 x 9,5 cm großen Verpackung ist eher suboptimal. Es fühlt sich alles etwas labbrig an. So waren aber leider alle größeren Kartons zu der Zeit. Eine kleine Besonderheit gibt es aber, die zumindest ein bisschen Hochwertigkeit vermitteln lässt…

… eine Prägung. Leider lässt es sich nicht richtig einfangen, aber das Batmobil ist leicht erhaben wenn man über den Karton streichelt.

Warum diese Umverpackungen nicht die stabilsten waren bzw. sind, erkennt man auch wenn man den Klappdeckel öffnet. Auch das Material war nicht das Stärkste. Aber drehen wir die Schachtel nun einmal auf die Rückseite.

Denn dort ist noch einmal das ganze Modell in seiner vollen Pracht dargestellt, sowie die Funktionen kurz angedeutet. Etwas Werbung für weitere Sets zur Batman-Reihe durfte natürlich nicht fehlen.

Die Bauanleitung

Zwei recht dünne Hefte liegen dem Set bei. Auf insgesamt 108 Seiten wird wie gewohnt, in 86 Schritten, gut bebildert der Aufbau dargestellt.

Das Set besteht aus vielen schwarzen Elementen – wer hätte es gedacht – aber man erkennt schon, aus welchen doch recht normalen Steinen das Set zusammengesteckt wird. Auch im Inneren gibt es eigentlich fast nur eine Farbe – grau. Ein paar Farbtupfer dürfen aber dennoch nicht fehlen.

Interessant ist auch, dass zum Schluss noch ein weiteres Set gezeigt wird, welches aus den vorhandenen Steinen gebaut werden kann – der ebenfalls beliebte Tumbler aus dem 2005er Kinofilm Batman Begins. Ist natürlich nicht so gut umgesetzt, wie das LEGO Set 76023 aus dem Jahre 2014 – aber immerhin besteht die Möglichkeit. Eine extra Bauanleitung dafür habe ich aber bisher nicht gefunden.

Ebenso auf den letzten Seiten, Werbung für die damals aktuellen Batman-Sets.

Und ganz zum Schluss wartet noch eine hübsche Bauidee – ein Bat-Trike.

Der Aufbau

Wie schon anfangs erwähnt, besteht das Set aus vielen klassischen Elementen, vor allem Dachsteinen und Rundbögen. Die Farbfreunde unter euch werden mit Erschrecken feststellen müssen, dass es tatsächlich mal Zahnräder in hellgrau oder sogar 3er Pins in schwarz gab. Im gesamten Set gibt es übrigens keinen Sticker – und nur ein bedrucktes Element – die güldenen Parabol-Elemente mit dem Bat-Logo, die später als Radkappen dienen.

Gestartet wird natürlich am Unterbau des Fahrzeugs. Wie unschwer zu erkennen, werden dafür viele Platten benutzt. Vorder- und Heckteil werden getrennt gebaut und anschließend zusammengefügt. Anfangs wirkt das Gebilde noch nicht sehr stabil, was im Laufe des Bauens aber immer besser wird.

Für die erste Stabilität sorgt eine doppelte Konstruktion aus Technic-Bricks im Inneren. Auch der Fahrersitz wird angefangen mit Elementen in dark-red zu bauen, die 2006 noch nicht so weit verbreitet waren und dementsprechend seltener vorkamen. Heute ist dark-red eine doch recht beliebte Farbe geworden.

Weiter geht es mit dem Einbau des Lenkrads, welches aber nicht zum Lenken dienen wird, sondern eine andere Funktion später übernimmt. Ebenso kommen die Turbinen am Heck zum Einsatz, samt wilder Flammen. Diese werden später beim Fahren des Modells mit Hilfe von Zahnrädern zum Drehen gebracht.

So langsam entstehen die Radkästen und ebenso wird die Form immer deutlicher. Weitere graue Zahnräder werden im Motorraum verbaut, welche wiederum mit zwei Turbinen an der Front verbunden sind. Durch späterem Drehen der Vorderräder bewegen sich all diese Zahnräder und die Rotorblätter in den Turbinen.

Mittig verläuft eine lange schwarze Kreuzachse, die beim gelben Achsstopper zwischen den Turbinen endet. Diese kommt vom Lenkrad und dient, wie gesagt nicht zum Lenken, sondern zum Auf- und Zuklappen des großen Batman-Kopfes, welcher ganz zum Schluss gebaut wird.

Nicht nur der schicke rote Fahrersitz ist nun fertig – auch die Verkleidung nimmt immer mehr zu.

Ein Blick auf das eckige Hinterteil zeigt nicht nur noch einmal den Turboantrieb, sondern auch die normalen Rückleuchten, vier kleine Auspuffelemente und so einiges an Dachsteinen.

Das Ultimate Collectors Batmobil ist fast fertig. Es fehlen noch die markanten Flügel am Heck, eine kleine Überdachung der Fahrerkabine, sowie der Bat-Kopf an der Front und natürlich die Reifen. Die Zahnräder werden nicht weiter bedeckt – sonst würde man das grandiose Drehen nicht mehr sehen.

Auch dieser Kopf des Batman wird aus vielen Dachsteinen gebaut – und anschließend montiert. Wenn man nun am Lenkrad dreht, klappt der Kopf auf und der Blick auf die Turbinen wird frei. Genauso einfach kann der Kopf auch wieder nach vorn geklappt werden.

Die Reifen auf goldenen Felgen mit den Radkappen werden ebenfalls noch montiert und schon ist dieses bullige Batmobil fertig. Ein Traum in schwarz!

Auf der Unterseite sieht man noch einmal die massive Bauweise aus möglichst vielen Platten – da ist wirklich keine Luft verbaut.

Und nicht nur am Boden ist keine Luft verbaut, auch die Radkästen sind gut gefüllt und Bodenfreiheit ist ein Fremdwort für das Fahrzeug – Schlaglöcher sind wohl das einzige Hindernis für Batman, um Gotham City vom Bösen zu befreien. Das Modell ist in seiner Größe von gut 48 cm Länge und 17 cm Breite natürlich nicht im Minifiguren-Scale gebaut, sondern im eigenen Maßstab.

Für Fans des Minifig-Scales gibt es aber seit diesem Jahr ein fast identisches Fahrzeug – eben passend für den kleinen Batman – das LEGO 76119 Batmobile: Verfolgungsjagd mit dem Joker. Großer Bruder, kleiner Bruder – aber ich bleibe doch Fan des großen Bruders.

Mein Fazit

Das etwas in die Jahre gekommene, kantige Batmobil kann nach heutigen Maßstäben sicherlich besser designt werden – und wer weiß, mit welchem Batvehicle uns LEGO noch beglücken wird, aber das Set bleibt Kult. Mir persönlich gefallen einfach die vielen klassischen Elemente und das daraus entstandene Design – es ist schwarz, es ist breit, es ist groß!

In diesem Sinne – keep calm and call Batman.

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8 Kommentare

  1. Ja das war schon ein tolles Geschoss! Die goldenen Radkappen sind heute noch ein Gesuchtes Element und kosten, auf Grund ihrer Einzigartigkeit, einiges. An den Tumbler als „alternativ Modell“ kann ich mich nicht mehr erinnern. Sollte mal wieder die Bauanleitung zur Hand nehmen. Ach ja am aktuellem Modell habe ich, das einfache Batschild, vor den Turbinen, gegen ein massiveres MOC Teil ausgetauscht, sieht dem großen jetzt noch ähnlicher!

  2. Klasse Review zu einem tollen Modell. Leider damals verpasst. Ich hoffe nur dass das neue Modell kein „Hier habt ihr 5000 Teile her mit eurem Geld“ Set wird. Große Sets schön und gut aber manchmal ist weniger mehr und dieses Set beweist dass es geht.

  3. Besten Dank für Dein gutes Review.
    Selber besitze ich dieses Batmobile auch und kann Deinen Ausführungen nur beipflichten.
    Bin ebenfalls gespannt, was uns die Zukunft bringt. Jedoch warte ich das Design ab. Ich würde mich auch über ein grosses Batmobile freuen, das in der TV-Serie lief. Analog jenem aus dem Set 76052.
    Schauen wir mal was kommt.

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