LEGO 76391 Harry Potter: Hogwarts Ikonen – Sammler-Edition im Review

Seit dem 02. September 2021 setzt der dänische Spielwarenhersteller mit der LEGO 76391 Hogwarts Ikonen – Sammler Edition seine 20-jährige Jubiläumsfeier von Harry Potter fort. Im Jahr 2001 erschienen bei LEGO die ersten Sets zum kleinen Zauberer und seinen Freunden. Mit diesem großen Sammler-Set, welches über 3.000 Einzelsteine enthält und 249,99 Euro (UVP) kostet, ist dieser feierliche Anlass auf seinem Höhepunkt angekommen. Was sich die LEGO Designer rund um Marcos Bessa haben dafür einfallen lassen, wollen wir uns in diesem ausführlichen Review etwas näher anschauen. Ich nehme euch damit gern auf meine magische Reise durch die bunten Steine mit …

Fakten zum LEGO 76391 Set

  • Set-Nummer: 76391
  • Thema: LEGO Harry Potter
  • Bezeichnung: Hogwarts Ikonen – Sammler-Edition
  • Designer: Marcos Bessa
  • Teilezahl: 3010
  • Minifiguren: 3
  • Aufkleber: 8
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • Empfohlenes Alter: 18+
  • UVP: 249,99 Euro
  • Preis pro Teil: 8,3 Cent

Die Verpackung

Wie bei LEGO mittlerweile üblich, werden die 18+ Sets bzw. Kartons im schlichten Schwarz gehalten. Dabei gibt es auf der Vorderseite keine großen Schnörkeleien, sondern es wird sich auf das Wesentliche konzentriert. Am unteren Rand ist ein kleiner Balken mit den Hauptinformationen. Erst auf der Rückseite gibt es ein paar mehr Details, unter anderem wird hier erst auf die enthalten besonderen Minifiguren hingewiesen.

Neben den drei goldenen Jubiläums-Minifiguren und ihrem passenden Ständer wird auch die Größe des fertigen Sets gezeigt – damit wissen wir – das Modell wird mit 50cm Flügelspannweite und fast 45cm Höhe groß! Seitlich sind noch einmal die drei Hauptdarsteller abgebildet.

Der Inhalt und die Bauanleitung

Insgesamt drei Siegel auf jeder Seite des LEGO 76391 Kartons halten den Inhalt gut geschützt im Verborgenen. Nach dem Durchtrennen erblicken wir die ersten unsortierten Tüten und einen weißen Karton. In jenem extra Karton sind weitere Tüten, die Bauanleitung mit Stickerbogen und drei bedruckte 8×16 „Fliesen“, die die spätere Einladung nach Hogwarts ergeben. Dabei gibt es bei diesen Fliesen eine kleine Besonderheit, auf die ich später noch eingehen werde. Insgesamt 22 nummerierte Einzeltüten enthält das Set. Es bleibt also übersichtlich beim Bauen, da pro Bauabschnitt stets nur eine Tüte gebraucht wird.

Neben der 412 Seiten umfassenden Anleitung ist auch ein kleiner Stickerbogen enthalten, mit acht verschiedenen Aufklebern. Diese werden lediglich für die kleinen Zaubertrank-Fläschchen benötigt und sind alle konturgeschnitten, d.h. es gibt keine transparente Trägerfolie, die später auf den durchsichtigen Elementen Bläschen oder ähnliches hinterlässt.

Beim Aufblättern des schon fast dicken Buches, erblickt man zuerst einen Zeitstrahl, der die 20 Jahre Harry Potter in der LEGO Welt ein wenig dokumentiert.

Auch die zwei Hauptdesigner Marcos Bessa (Modell) und Djordje Djordjevic (Grafik) und einige weitere Mitwirkende werden auf den nächsten Seiten präsentiert. Wer übrigens genau hinschaut, wird feststellen, dass die kleinen Fläschchen auf dem Bild mit Harry Brille noch ein etwas anderes Design am Flaschenhals haben, als die späteren enthalten finalen Flaschen.

Insgesamt finde ich den ersten Teil der Bauanleitung vom LEGO 76391 Set sehr gelungen, denn nun wird auch das Set selbst erklärt, welche Elemente aus den Filmen bzw. Büchern verbaut wurden.

Anschließend geht es zu den Bauschritten über und hierbei gibt es eine kleine Besonderheit, gegenüber anderen exklusiveren Sets. Denn wo LEGO die Anleitungen im Normalfall mit schwarzem Hintergrund durchgezogen hat, wird hier auf ein Grau gesetzt. Dies soll sicherlich der Kritik entgegenwirken, dass auf den schwarzen Hintergründen einige Farben der Steine schlecht zu erkennen waren und sind. Bestes Beispiel dafür dürfte das Dunkelbraun sein. Aber auch mit diesem doch recht unruhigem grauen Hintergrund hatte ich teilweise so meine Probleme – ebenfalls mit diesem ominösen Dunkelbraun, aber das liegt wohl auch mehr an der Farbe selbst. Was dafür wieder positiv auffiel, nach jedem fertigen Objekt, gab es nochmal eine kleine extra Erklärung dazu.

Die Minifiguren

Was wäre ein Jubiläum ohne eine Besonderheit?! Wie ein Fußballspiel ohne Zuschauer – genau! So hat LEGO (fast) allen Sets im Jahr 2021 eine spezielle goldene Minifigur beigelegt – welche ich euch in meinen anderen Harry Potter Reviews bereits gezeigt habe. Lag bisher jedem Set nur eine Figur bei, so darf sich das LEGO 76391 Hogwarts-Ikonen Modell gleich mit drei exklusiven Minifiguren rühmen. Diese erhalten zudem noch einen besonderen Ständer – der wiederum noch ein zusätzliches Extra bereithält – doch dazu wie immer später mehr.

Ganz in (pearl) gold erstrahlen: Minerva McGonagall, Albus Dumbledore und Rubeus Hagrid.

Während die Vorderseiten die detailreichen Drucke der Kleidung aufweisen, zieren die Rückseiten das 20 years LEGO Harry Potter Logo. Bei Professor Dumbledore wird dies natürlich durch seine üppige Haarpracht etwas verdeckt.

Der Aufbau

Erste Utensilien

Wie in der Regel üblich, wird auch zuerst mit dem Zubehör beim LEGO 76391 Set begonnen. So entstehen aus wenigen Teilen die Brille von Harry Potter und ein Fläschchen „Flüssiges Glück“ (Felix Felicis). Die Brille ist sehr einfach gebaut und wirkt auch recht instabil. Sie ist eigentlich nur als „Show-Objekt“ zu betrachten, auch wenn sie die passende Größe hat, um sie selbst aufzusetzen. Leider fiel sie dabei immer mal wieder auseinander, so dass öfters der Zauberspruch Oculus Reparo verwendet werden musste.

Die kleine Ampulle besitzt die Eigenschaft im Dunkeln leuchten zu können. Diese sogenannten glow-in-the-dark Elemente verwendet LEGO in letzter Zeit wieder häufiger. So zum Beispiel in LEGO Friends Sets, oder auch bei Monkie Kid. Ich sag es auch in diesem Fall gern wieder – ich liebe diese Elemente.

Felix Felicis ist ein Zaubertrank, welchen Harry Potter in einer Unterrichtsstunde bei Prof. Slughorn gewonnen hat, als er es schaffte, den „Trank der lebenden Toten“ in Perfektion zu brauen. Hierbei half ihm natürlich das spezielle Schulbuch des Halbblutprinzen (Prof. Snape), in dem einige Korrekturen zum normalen Rezept enthalten waren. Den besonderen Trank setzt Harry später u.a. bei sich selbst ein, um nähere Informationen von Prof. Slughorn zu Tom Riddles Vergangenheit zu erfahren, denn wer den besonderen Trank zu sich nimmt, dem gelingt das, was er sich vornimmt.

Weiter geht der Aufbau mit Harry Potters Zauberstab. Die Bautechniken sind in diesem Fall kein Hexenwerk, sondern es wird – wie im gesamten Set, auf SNOT-Technik gesetzt. Damit wird ein Mittelkonstrukt gebaut und anschließend seitlich verkleidet.

Insgesamt besteht die LEGO Variante des Zauberstabs aus drei Elementen, die dann nur noch zusammengesteckt werden. Am Griff wurde versucht, ein bisschen von der umfangreichen geschnitzten Dekoration umzusetzen – aber so richtig will sich bei mir kein WOW-Effekt einstellen. Ein wenig wirkt das Gebilde wie ein brauner Burj Khalifa aus der LEGO Architecture Reihe. Mittig ist zudem noch ein schwarzes Kugelgelenk integriert, welches später zur Befestigung am finalen Modell dienen soll.

Tom Riddles Tagebuch

Nachdem wir nun die Brille von Harry aufgesetzt und sie mit ein paar Zaubersprüchen wieder repariert haben und auch das flüssige Glück die Kehle runtergelaufen ist, kann dem Aufbau des großen Hauptmodells nichts im Wege stehen. Das komplette Konstrukt, inklusive Hedwig, basiert am Ende auf diesem farbenfrohen Technic-Aufbau – ein Mix aus Bricks und Liftarmen. Die Farbgestaltung erinnerte mich dabei irgendwie sofort an den aktuellen LEGO Schwerlast-Abschleppwagen (42128), vielleicht mag der Designer ja dieses Technic-Set.

Um dieses Konstrukt wird nun zuerst das Tagebuch von Tom Riddle (aka Lord Voldemort) gebaut. Die weißen Drehteller-Elemente dienen später als Aufnahme für das darauffolgende Buch.

Um die dünnen, aufgeschlagenen Seiten darzustellen, wurden kleine Paneele verwendet, die einfach nur lose ineinander gelegt sind. Während die vierte Lage per SNOT noch fest verbaut ist, werden die restlichen drei Seiten nur hineingeschoben.

Der seitliche Anblick verdeutlich noch einmal die einfache aber interessante Bautechnik. Zum Schluss wird die Außenseite verkleidet, so dass die Elemente nicht mehr herausrutschen können. Der finale Effekt ist wirklich toll.

Da die Buchseiten im Original ebenfalls leer sind bzw. zu sein scheinen, bedarf es hier auch keinerlei zusätzlicher Sticker oder Drucke, auch wenn ich mir einen Druck vielleicht doch gewünscht hätte: Do you know anything about the Chamber of Secrets? Das wäre noch ein nettes Detail gewesen, auch wenn dieser Satz später eventuell durch die zusätzlichen Bücher etwas verdeckt geworden wäre.

In diesem Tagebuch hat Tom Riddle sein 16jähriges Ich festgehalten. Wer in das offensichtlich leere Tagebuch schreibt, erhält darauf eine schriftliche Antwort. Somit konnte Tom, der später zu Lord Voldemort wurde, das Vertrauen von Leuten (u.a. Ginny Weasley) erlangen, um sie in seinen Bann zu ziehen. Ein weiteres Geheimnis dieses Buches war, dass es einer der Horkruxe von Voldemort war. Man musste es also zerstören, um später auch den dunklen Lord zu vernichten.

Blaues & rotes Buch

Im weiteren Aufbau folgen zwei generische Bücher, zuerst ein dunkelblaues, anschließend ein dunkelrotes Buch. Dies können Schulbücher oder auch Zauberbücher sein. Auf 2×4 Jumper-Plates werden die Buchseiten mit Hilfe von geriffelten 1×2 Steinen in zwei Reihen aufeinander gesetzt. Für den Buchrücken wird wieder SNOT-Technik angewandt. Mittig wird eine Konstruktion zur Stabilität errichtet.

Im Buchdeckel bleibt eine Öffnung, durch die das Technic-Konstrukt anschließend seinen Platz findet. Dass das Innere leer bleibt, war natürlich zu erwarten.

Die zwei runden Platten werden nun auf die passenden weißen Drehteller geklickt. Damit erhält das blaue Buch seine finale, feste Position.

Die Konstruktion des zweiten, roten Buches ist fast identisch. Im Inneren wird etwas abweichend für Stabilität gesorgt und das Loch im Cover ist etwas kleiner gestaltet. Es sind übrigens nur die äußeren Steine in dunkelrot, die zweite Lage an Platten ist in braun gehalten. Auch hier wurden wieder die geriffelten 1×2 Steine eingesetzt, um Buchseiten im geschlossenen Zustand gut zu symbolisieren.

Die Befestigung erfolgt äquivalent zum blauen Buch. Der Buchrücken zeigt nur diesmal nach hinten. Wie schon beschrieben, bilden die zwei Bücher generische Exemplare und jeder kann sich aussuchen, was wohl darin geschrieben steht. Vielleicht wäre hier noch das ein oder andere spezielle Buch ganz nett gewesen für das LEGO 76391 Hogwarts Ikonen Set – zum Beispiel das passende Buch zum Felix Felicis: Zaubertränke für Fortgeschrittene.

Hermines Tablett

Doch nun genug von so viel Lesestoff – widmen wir uns dem nächsten kleinen Bauerlebnis, es wird als Hermines Tablett bezeichnet. Darauf werden später die kleinen Fläschchen gestellt. Der Boden besteht aus zahlreichen schwarzen Fliesen. Die Seitenwände werden quasi umzäunt. Dabei gibt es ein besonderes Element, welches tatsächlich bedruckt ist. Das war eine kleine Überraschung in dem Moment. Die Bedruckung ist an die anderen Zaunelemente angelehnt und mittig sind die Initialen von Hermine Granger.

Die Unterkonstruktion ist wieder mit einigen Technic-Bricks gelöst, um genug Stabilität zu erhalten. Zum Schluss ist das kleine schwarze Tablett so gut wie noppenfrei gestaltet und hat ein Loch im Boden …

… durch welches nun die anfängliche Technic-Konstruktion passgenau geschoben werden kann. Schlussendlich liegt das Tablett nur lose auf dem roten Buch auf. Bis zu diesem Zeitpunkt ist das komplette Konstrukt auch tatsächlich noch recht stabil. Das ändert sich aber später noch etwas, wenn Hedwig in kompletter Montur auf den restlichen Sockel ihr Gewicht verteilt.

Hedwig

Und damit sind wir auch beim Highlight dieses Sets. Der Bau war bisher zwar ganz nett (insbesondere Tom Riddles Tagebuch), aber der wirkliche Spaß begann (für mich) erst jetzt. Als erstes werden die zwei Füße zusammengesteckt und auch so gleich an der vorangegangenen Konstruktion montiert. Beim gesamten Federvieh wird mit vielen Kugelgelenken gearbeitet, sei es wie jetzt für die Krallen oder später für die einzelnen Flügelelemente.

Das Innenteil des Körpers ist wieder etwas bunter gestaltet, stört aber nicht weiter. Die zwei schwarzen Technic-Knick-Elemente am Ende werden den gesamten Oberkörper mit Flügel tragen müssen. In den Füßen sind die zwei passenden Gegenstücke. Zur Verkleidung – wie sollte es anders sein – SNOT, SNOT und nochmals SNOT. Der schwarze Drehteller wird später den Kopf tragen und ihn beweglich machen.

Der Aufbau der Federn wird jetzt immer mehr zur Hauptaufgabe, denn Hedwig hat viele Federn.

Der Federschwanz wird vorbereitet. Ich denke, die Bautechniken dürften mittlerweile bekannt sein.

Aus den zwei Teilen (Rumpf und Federschwanz) wird nun eine Einheit gebildet. Dazu dienen zwei spezielle graue 6×6 Platten mit vier Technic-Aufnahmen in der Mitte.

Damit wird das Ganze schon zu einem schicken Körperteil. Jetzt fehlen nur noch weitere Federn. Davon werden vier Stück im gleichen System gebaut und anschließend am passenden Clip angesteckt.

Das fertige Bild vom Rumpf samt Schwanz sieht jetzt schon fantastisch aus.

Da so ein Unterteil etwas verloren als Eule aussehen würde, wird alsgleich mit dem Flügelaufbau weitergemacht. Ein rechter und linker Flügelansatz wird zusammengebaut und an den schwarzen Kugelgelenken am Rumpf befestigt. An den fünf dunkelgrauen Kugelgelenken werden später die weiteren Federn befestigt. Mit vielen gebogenen Fliesen werden die Konturen sehr gut dargestellt.

Bevor es jedoch weitergeht mit den großen Flügeln, darf der Kopf von Hedwig zusammengesteckt werden. Als Grundplatte für den Hinterkopf dient eine 10×10 achteckige Platte, auf dem das Gesicht dann in Scharniere gesteckt wird. Die Befestigung der Augen (welche übrigens die gleichen bedruckten Elemente wie bei der kleinen Hedwig (75979) sind), werden auf interessante Weise befestigt.

Der Kopf mit den großen Augen und dem kleinen Schnabel passen sich mit seiner Form perfekt an den Rest des Unterbaus an. Wie bereits angedeutet, lässt sich das Kopfelement bewegen und Hedwig somit in unterschiedliche Richtungen gucken.

Nun folgen noch insgesamt 14 weitere einzelne Federn die gebaut und befestigt werden wollen, damit Hedwig nicht weiter wie ein Brathähnchen ausschaut. Beginnend mit den kleinen unteren Elementen, danach die größten Federn, welche ganz oben befestigt werden. Die restlichen zehn Federn werden nun nach und nach abwechselnd rechts und links zur Vollendung gebracht.

Und mit Vollendung meine ich auch das Abschließen von Hedwig – welche nun in voller Pracht mit ausgebreiteten Flügeln vor uns steht – ist sie nicht wunderschön?! Das Bewegen der Flügel ist aber nicht weiter möglich, auch das Verstellen der einzelnen Federelemente ist nur sehr bedingt machbar, so dass Hedwig eigentlich immer in dieser Position verharren muss bzw. darf.

Der goldene Schnatz

Für den Bau des runden Schnatzes musste etwas getrickst werden, um auch diese Kugelform herzustellen. Als Basis dient im Inneren ein lose zusammengestecktes Konstrukt, welche nur durch die seitlichen Platten zusammengehalten werden. Die Parabole und kleinen Viertelfliesen sind aus Metallic-Gold und glänzen schön.

Leider lässt es sich nicht vermeiden, dass schlussendlich doch ein paar Ecken in Beige und Grau durchschimmern. Die Flügelelemente wird man schon aus verschiedenen Sets kennen, zum Beispiel beim Einsatz von Heißluftballons. Die Teile sind in diesem Fall in Pearl-Gold gehalten – was an sich nicht weiter schlimm ist, obwohl die original Flügel eigentlich silbrig sein müssten, im Film aber auch golden schimmern. Die Technic-Kreuzachse dient zur Befestigung am Modell, so dass der Eindruck erweckt werden soll, dass das kleine Bällchen tatsächlich fliegt. Warum allerdings keine transparente Stange, wie auch schon in anderen Harry Potter Sets genommen wurde, um das Fliegen auf den Besen zu simulieren, bleibt mir ein Rätsel.

Der fertige Schnatz wird unterhalb von Hedwig angebracht.

Der goldene Schnatz kommt beim beliebten Quidditch Spiel zum Einsatz. Die sogenannten Sucher eines jeden Teams probieren den Schnatz zu fangen. Dieser ist jedoch sehr schnell und unberechenbar. Nur ein guter Sucher schafft es ihn zu fangen und seinem Team damit 150 Punkte und so meist das Spielende zu bescheren.

In diesem Fall hat der goldene Schnatz aber noch eine weitere Funktion. Professor Dumbledore versteckte in ihm den Stein der Auferstehung. Harry Potter wird diesen im späteren Verlauf noch dringend brauchen, bevor er sich von Lord Voldemort augenscheinlich töten lässt. Das Geheimnis im Schnatz lüftet aber auch Harry erst recht spät.

Die Zaubertrank-Zutaten

So langsam nähert sich der Aufbauspaß dem Ende. Doch ein paar Kleinigkeiten fehlen noch. So dürfen magische Tränke bzw. die Zutaten dafür nicht fehlen. Hier haben sich die Designer auch in sogenannten „Easter Eggs“ selbst verewigt. Das Zusammenstecken der einzelnen Flaschen ist immer fast identisch und schnell gemacht – wäre da nicht die Vorarbeit des Sortierens der einzelnen 1×1 Round Plates. In einer Tüte befanden sich die grünen und braunen Elemente gemischt, so dass diese zwei Sorten zunächst voneinander getrennt werden durften. Im Inneren der Flaschen ist ein kleiner Kegel, um etwas Masse von den einzelnen kleinen Steinchen wegzunehmen und optisch für mehr Füllung zu sorgen. Hier sieht man auch, dass ein neues 4×4 großes Element entworfen wurde, um den Flaschenhals besser gestalten zu können, als es noch am Anfang in der Bauanleitung zu sehen war.

Die Sticker sind, wie schon angedeutet, alle konturgeschnitten. In diesem Fall sind sie ja sogar sehr angebracht, denn schließlich wirken sie wie Etiketten auf den einzelnen Flaschen. Doch was ist in den Flaschen eigentlich enthalten? Von links: Polyjuice Potion (Vielsafttrank), Powdered root of Asphodel (geriebene Affodillwurzel), Wormwood infusion (Wermutaufguss) und Gillyweed (Kiemenkraut). Diese Zutaten bzw. der Trank wurden natürlich nicht zufällig ausgewählt und jeder Harry Potter-Fan wird wissen, wofür diese stehen. So ist auch der berühmte Satz von Snape: Potter! What would I get if I added powdered root of asphodel to an infusion of wormwood? mit seiner Zweideutigkeit (Blumensprache Selamlik) in diesem Set gut mit eingeflossen.

Zu den kleinen Easter Eggs der Designer: Es handelt sich in der Regel um verschiedene Geburtstage, so hat Marcos Bessa am 25.03.89 Geburtstag, ein weiterer Grafikdesigner (Peter Kjaergaard) am 08.02.1993, oder die Kinder von Djordje Djordjevic am 14.06.2010 und 30.10.20. Die Zahl 4701 steht für eines der ersten LEGO Harry Potter Sets (Der sprechende Hut) aus dem Jahr 2001. Die Nummer 28 ist wohl eine Art Glückszahl für Marcos Bessa und die 394 ist eine Anspielung auf Severus Snape, als er die Schüler aufforderte ihr Schulbuch auf die Seite 394 aufzuschlagen.

Fanschal der Häuser

Als weiteres kleines Detail zum Set lässt sich sein eigener Fanschal in den Farben seines Lieblingshauses (Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw oder Slytherin) bauen. Es sind alle Steine für die jeweiligen Farben vorhanden, vollständig bauen lassen sich gleichzeitig aber immer nur zwei Schals, zum Beispiel Gryffindor und Slytherin.

Ich weiß aber nicht so recht, was ich davon halten soll. Der Gryffindor-Schal erinnert mich eher an ein Produkt einer Fastfood-Kette und irgendwie will das nicht so recht zum restlichen Modell für mich passen. Es sieht fast so aus, als wollte man noch irgendwie was „dran klatschen“. Ich habe aber noch eine andere Idee für den Platz gehabt, dazu gleich mehr.

Der Schokofrosch

Doch vorher wird noch schnell ein Schokofrosch zusammengesteckt – wie es der Zufall so will, steckt auch in ihm ein kleines Easter-Egg. In der Mitte werden mint-farbende Platten verbaute, die an eine Minze-Füllung erinnern sollen. Denn wie Marcos Bessa verriet, mag er Schokolade mit Minzfüllung – aber nur nach Acht. Wie auch immer, der Frosch ist an sich ganz nett gestaltet, die großen Augen sind mit Hilfe der immernoch recht neuen transparenten „Action-Elemente“ fixiert. Die Beine lassen sich aber nicht wirklich zum Sprung ausrichten, dafür kann er sich platt machen, wie eine Flunder.

Einladung nach Hogwarts

Als letzter Bauspaß wird der Brief aus Hogwarts zusammengebaut. Hierfür werden die drei 8×16 großen Fliesen benötigt – die alle bedruckt sind! Für die gefalzte Optik dienen wieder einmal Kugelelemente auf der Rückseite. Zusammenfalten und in einen Umschlag packen lässt sich der Brief aber nicht.

Was mich bei diesen bedruckten Fliesen doch sehr verwundert hat und was irgendwie immer als „Ausrede“ bei (zum Beispiel) Star Wars UCS Plaketten galt, das eben diese bedruckt sind – und das direkt über dem Anspritzpunkt (beim H). Es geht also doch!

Der Minifiguren-Stand

Nun werdet ihr euch wundern – warum kommt jetzt noch ein Bauspaß?! Der war doch als beendet erklärt – nun, dieser Stand wird zwar schon vorher gebaut, aber ich wollte ihn euch erst zum Schluss präsentieren, da es am Ende noch zwei Extras dazu gibt. Grundsätzlich bietet der Ständer Platz für die drei Minifiguren. Mittig ziert eine bedruckte Fliese das Gebilde.

Als besondere Präsentierung für Professor Dumbledore wird eine Sammelkarte berühmter Hexen und Zauberer, die mit in jeder „Schokofrosch-Verpackung“ zu finden ist, gebaut. Die Karte vom Schulleiter erhält zusätzlich noch einen bedruckten Stein! Was aber leider in diesem Set fehlt, sind die kleinen 2×2 Schokofrosch-Sammelfliesen, die sonst in (fast) jedem Set enthalten waren.

Die Optik finde ich sehr gelungen. Auch die goldenen Minifiguren passen super dazu. War ich bei meinen ersten Harry Potter Reviews in diesem Jahr noch etwas skeptisch, was diese besonderen Figuren angeht, gefallen sie mir mittlerweile immer besser.

Und das immer besser bezieht sich nun auch auf die Erweiterung, die hier noch spendiert wurde. So wird zusätzlicher Platz für die sechs weiteren Figuren geschaffen, die in den anderen Jubiläumssets enthalten sind. Wie man aber leider bei mir sieht, fehlen mir noch Ron Weasley und Severus Snape. Damit wäre das Podest vollständig gefüllt – das heißt aber auch, dass es (vermutlich) keine weiteren goldenen Minifiguren geben wird. Oder es folgt irgendwann eine separate Erweiterung… man weiß es nicht!

Da mir der Schal am Modell nicht wirklich gefällt, hatte ich mir eine kleine Alternative überlegt und einfach die Präsentation der Minifiguren dort befestigt. Dies birgt zwar den Nachteil, dass der Brief nicht mehr vollständig zu lesen ist und der Zauberstab nicht in seine vorgesehene Position gesteckt werden kann – aber dieses Opfer würde ich in Kauf nehmen, damit die Optik doch sehr gut gefällt.

Der letzte Rest

Am Ende bleiben immer ein paar Teile übrig, so natürlich auch beim LEGO 76391 Hogwarts-Ikonen Set. Allerdings sind es nicht so viele, wie ich bei über 3000 Teilen erwartet hätte.

Das fertige Set und Vergleich mit Hedwig 75979

Das fertige Modell noch einmal in seiner originalen Schönheit. Zu Maßen von 50 cm Flügelspannweite und 45 cm Gesamthöhe, kommt noch eine Tiefe (mit Fransenschal) von ca. 35 cm dazu, welche man einplanen sollte, um das Set zu präsentieren.

Was LEGO kann, kann ich zwar nicht so gut, aber mein „Lifestyle Bild“ neben dem schönen LEGO Blumenstrauß (10280) kann sich doch auch sehen lassen.

Was nicht ausbleibt, ist noch ein kurzer Blick auf das kleinere Schwestermodell aus dem Jahr 2020. In einem Review vom lieben Robert wurde die LEGO Hedwig 75979 bereits ausführlich gezeigt. Ich stelle mein Modell (ohne Sticker) nochmals kurz neben die große Hedwig.

Das kleine Modell war schon klasse, gerade auch die Funktion mit dem beweglichen Flügeln und dem schönen Ständer mit den Gryffindor Hausfarben, aber neben dem nun aktuellen Modell wirkt sie fast verloren. Ein kleines Podest mit Harry gibt es aber auch bei dem Modell.

Mein Fazit

Was soll ich groß noch schreiben – es gibt wenige Dinge dir mir nicht gefallen (Zauberstab, Schal, schwarze Technic-Stange beim Schnatz), aber Hedwig als Modell begeistert mich absolut. Im Zusammenspiel mit den Büchern, den Fläschchen, dem Brief und dem Schnatz wirkt das ganze Set total stimmig und ist ein absoluter Hingucker.

Der Aufbau ist zu keinem Zeitpunkt kompliziert, aber auch nicht groß herausfordernd. Kleinere Überraschungen wie mit den Seiten in Tom Riddles Tagebuch oder den Augen von Hedwig ließen ein bisschen Abwechslung zur SNOT Technik aufkommen. Was mir dazu noch sehr gefallen hat, dass alle wichtigen Elemente bedruckt sind – die wenigen Sticker für die Flaschen finde ich absolut ok. Wer das Haar in der Suppe suchen möchte, weil er es eh immer tut und sein Hobby sonst nichts zu lässt, darf das Modell gern auf den Kopf stellen und in das Innere von Tom Riddles Tagebuch blicken und sich an den bunten Farben ergötzen.

Man merkt aber beim Bewegen des Modells, wenn man zB den Standort gerne verändern will, dass Hedwig doch eine recht wacklige Angelegenheit auf den Büchern darstellt. Das innere Konstrukt ist zwar stabil und man kann auch gut am unteren Buchrand anfassen, um es zu tragen, aber so wirklich geheuer war es mir nicht.

Ein wirklich tolles Set, an dem vieles stimmt, auch der Preis ist für die Teileanzahl und für die tollen exklusiven Minifiguren und bedruckten Teile absolut ok. Aber was meint ihr zu dem Set?! Wäre dieses reine Vitrinenmodell etwas für euch, oder reicht dann doch die kleine Hedwig?! Schreibt es gern in die Kommentare!

19 Kommentare zu „LEGO 76391 Harry Potter: Hogwarts Ikonen – Sammler-Edition im Review“

  1. Jetzt bin ich ganz und gar hin und hergerissen, ob ich mir als nächstes dieses Set oder aber den daily bugle hole. Ist das set hier denn exklusiv oder kommt es auch in den Einzelhandel? Und wie sieht es da mit dem daily bugle aus?

  2. „Fakten zum LEGO 76389 Set“ – Schreibfehler richtig 76391…..
    Ansonsten tolles Review. Überlege schon lange, aber 250€ ist auch wieder viel Geld. Mir gefällt das Set und das Review macht die Entscheidung nicht leichter. Aber es sind dieses Jahr schon viele sehr schöne (und leider hochpreisige) Sets rausgekommen und das Jahr ist noch lange nicht zu Ende.

  3. Der Herr Bessa und sein Design Team sollten sich lieber Mal an ein paar Sets zum 7 und 8 Film ranmachen. Dies würde garantiert mehr Abnehmer finden als sowas.

    1. Daniel Haedicke

      Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Mich würde aber mal interessieren, woher Sie bereit jetzt die Absatzzahlen für dieses Set kurz nach der Veröffentlichung haben?! Fände ich tatsächlich mal sehr spannend.

        1. Das hat eher wenig zu sagen. Wenn die Absätze immer nur dann gut wären, wenn Sets ausverkauft sind, hätte LEGO wahrscheinlich große Probleme. Das Set wurde sicherlich in ausreichender Stückzahl produziert und in Kombination mit dem hohen Preis und der „Konkurrenz“ an absurd vielen höherpreisigen Sets aktuell ist es sicherlich bei vielen etwas weiter hinten auf der Liste.

  4. Danke für den tollen Artikel! Bisher sagte mir das Set nicht so zu, aber nach lesen vom Artikel und den Vergleich der beiden Hedwigs (die kleine steht auch bei mir) habe ich doch Lust auf das Set bekommen. Mal schauen.

    1. Daniel Haedicke

      Das ist sicherlich möglich, mit ein bisschen Umbauen, da die Füße ja nur mit Technic-Bricks fixiert sind. Allerdings weiss ich dann nicht, ob der Schwerpunkt dann noch ok ist. Vielleicht müsste man noch einen extra Ständer (grössere Platte) bauen.

  5. Also ich weiß ehrlicherweise nicht, woher ihr immer die Zeit für eure tollen und humoristischen Reviews nehmt, aber dies ist mal wieder ein absolutes Glanzstück. 🙂 Und dank euch ist aus einem definitiven „Nein“ zu diesem Set nun ein „Vielleicht“ geworden. 😉 Es macht wirklich Spaß, euren Blog zu verfolgen. Danke für eure großartige Arbeit und die vielen Schmunzler auf dem Weg zur Arbeit. 🙂

  6. Vielen Dank für das sehr gute und Ausführliche Update.

    Falls ich das Set kaufe, dann insbesondere wegen der vielen tollen Details und Objekte, welche man bauen kann.
    Würde es aber eher wieder weiter verkaufen, da ich nicht so viel Platz in der Vitrine für ein solches Thema frei machen möchte.

    Was ich sehr unschön finde ist der unnötige Seitenhieb beim Fazit.
    „Wer das Haar in der Suppe suchen möchte, weil er es eh immer tut und sein Hobby sonst nichts zu lässt, darf das Modell…“
    Solche Kommentare spalten die Community nur weiter. Schade.

  7. Vielen Dank für das aufwändige und ausführliche Review!!

    Ich habe eine Frage zum Verständnis dieser Präsentationsleiste bzw der von Dir gezeigten Erweiterung: befinden sich im Set tatsächlich die erforderlichen Steine, das Teil so herzurichten, dass alle 9 Figuren passen? Ich bin mir sicher, ob ich es richtig verstanden habe, weil ich das zum ersten Mal erfahre und positiv überrascht bin
    Danke vorab!

  8. Wir haben auch schon so eine Hedwig stehen, sie ist wirklich beeindruckend. Die kleinen „Mängel“, wie zum Beispiel die schwarze Technic-Stange aus der Review sind gut nachvollziehbar. Insgesamt ein tolles Set.
    Übrigens, sollte das Modell aufgrund der Tiefe nicht in/ auf den Schrank passen, kann man den Schal ohne Probleme an die Seite bauen. Haben wir auch so gemacht, man spart mindestens 5cm.

  9. Danke dieses tollen Reviews bin ich nun doch wieder am Überlegen, ob ich mir das Set hole. Das Flüssige Glück in klointhedark find ich super! *husthust*

  10. Gute Review.
    Ich habe das Set auch erworben und bin im großen und Ganzen sehr zufrieden. Die häßlichen Schals habe ich allerdings weggelassen.
    Was mich aber wirklich gestört hat waren die darktan und grauen Tiles und Slopes an den Zauberbüchern. Hier habe ich mir für eine Menge Geld goldenen und silbernen Ersatz bestellt und dies hat die Optik deutlich aufgewertet. Ich hätte mir gewünscht das Lego das von alleine hinkriegt.

  11. Habe das Set live in Billund betrachten dürfen und ich musste es mir sofort holen. Ein absoluter Traum für jeden LEGO und Harr Potter Fan.
    Hier stimmt wirklich alles, selbst über den Preis kann man nicht murren. Da bekommt man bei LEGO häufig weniger für mehr Geld (Stichwort USC Star Wars).

    Kann ich nur empfehlen, besonders jetzt mit 2 fach VIP Punkte!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top