Beim letzten PROMOBRICKS Gewinnspiel wurdet ihr gefragt, was fehlt euch, was könne den Blog noch besser machen. Dabei wurden immer wieder Stichwörter wie Classic Sets oder Piraten genannt. Wolfgang veröffentlicht seit geraumer Zeit immer wieder Reviews von Classic Sets, das Thema Piraten war bisher jedoch noch nicht dabei. Mit dieser neuen, kleinen Serie möchte ich euch die klassischen Piratensets der 80er und 90er Jahre etwas näher bringen.

1989 – eine neue Ära beginnt!

Schon seit 1978 konnten die kleinen oder großen Baumeister in die Welt der Ritter eintauchen und die tapferen Männer in ihren Rüstungen in die ein oder andere Schlacht zur Eroberung der Burgen schicken. Gut zehn Jahre später folgte ein komplett neues Thema, welches die LEGO Welt auf den Kopf stellen sollte – die Piraten waren los!

Gleich zehn Sets und ein passendes Comic-Heft brachte der dänische Spielwarenhersteller 1989 auf den Markt und löste damit nicht nur Begeisterung bei mir aus. Das größte Set, der ersten Piratenserie, war die „Black Seas Barracuda“ mit der Nummer 6285. Heute ist dieses Set legendär und gehört zu den Meilensteinen der LEGO Geschichte, doch dazu später mehr. Um dieses Piratenschiff soll es sich nun auch in meiner ersten Review drehen.

Die Verpackung:

Wie schon in den Classic-Reviews von Wolfgang gehört auch zu meinem Review als erstes die löbliche Erwähnung der aufwendig gestalteten Umverpackung (mit den Maßen 58x46x10cm). Die Front hat einen Deckel zum Aufklappen, danach kann man durch vier „Fenster“ in das Innere der Box schauen.

Damit nicht genug, mehrere Einlagen sorgen dafür, dass die Steine gut sortiert sind und nicht lose in den Plastikbeuteln umherirren. Gleich drei spezielle transparente Inlays spendierte man diesem Set. Das Größte war für die fünf Rumpfteile vorgesehen. Dazu zwei kleinere Einlagen, welche Platz für Figuren, Piratenfahnen, Schätze oder den Kanonen bot. Des weiteren kamen hier noch zwei weiße Boxen und eine gelbe Pappbox zum Einsatz.




Ein perfektes Zusammenspiel, welches das Auspacken schon zu einem tollen Erlebnis machte. Auf der Rückseite befinden sich noch mehrere Bauideen, zu denen es aber keine separate Anleitung gibt.

Die Bauanleitung:


Die Bauanleitung des Sets unterscheidet sich vom Design nicht vom Karton. Es ist eine einfache Rückstichheftung und beinhaltet 28 Bauschritte auf 31 Seiten.


Man fragt sich, wie soll man in so wenigen Schritten die knapp 900 Teile denn zusammenbekommen?! Es klappte! Dazu kommt außerdem, dass es in der Bauanleitung keine Teilevorschau gibt, welche man zum jeweiligen Bauabschnitt benötigt. Man muss also immer genau schauen, ob man auch wirklich jedes Teil gefunden und verbaut hat. Aber spätestens ein, zwei Schritte später merkt man dann meistens, dass ein Teil fehlen könnte. Eine Nummerierung der Tüten gab es 1989 noch nicht, aber dazu vielleicht mehr in einem anderen Review.

Die Minifiguren – mit einer Neuerung!

Ein großes Piratenschiff ist natürlich nichts ohne seine Besatzung! LEGO spendierte dem Set acht Minifiguren – oder eigentlich sind es 8,5 – wenn man die Galionsfigur mitrechnet. Dazu gab es einen Affen, welcher zum ersten Mal in diesen Piratensets enthalten war und ein treuer Begleiter des Kapitäns, ein roter Papagei, welcher ebenfalls neu für die Piratenserie erschaffen wurde.

Doch eine ganz besondere Neuerung sollten alle Figuren haben – sie trugen plötzlich verschiedene Gesichter mit Bärten, Augenklappen oder vollen roten Lippen. Der klassische, lächelnde Gesichtsausdruck war verschwunden! Damals eine Weltneuheit, heute gar nicht mehr wegzudenken!

Das Piratenschiff:

Wenn man die 28 Bauabschnitte geschafft hat, steht es dann endlich vor einem. Das große Piratenschiff mit seinen wunderschönen rot/weiß gestreiften Segeln und einer Eleganz in schwarz mit gelben Akzenten, die heute seines gleichen sucht. Das Schiff ist aufgebaut ca. 62cm lang, 48cm hoch und hat eine maximale Breite von ca. 28cm! Das kleine Beiboot nicht mit eingerechnet.


In dem Set sind viele klassische Steine und Platten verbaut, aber auch diverse Steine die erstmalig in den Piratensets zum Einsatz kamen, angefangen von den Rumpfteilen, oder den insgesamt vier Kanonen mit Rückstoß zum Abfeuern von Kanonenkugeln (in den USA wurden Kanonen ohne Rückstoß verkauft, wer weiß, wer da sonst alles LEGO verklagt hätte), die Pistolen, Säbel, Takelagen, bedruckte Schatzkarten, bedruckte Piratenflaggen oder auch das bekannte „Palm Tree Top“ (2566) wurde hier zum ersten Mal verbaut – als Laterne in schwarz. Andere Teile gab es nur in diesem Set, entweder als Teil oder in der Farbe, so z.B. der Mast 2538a oder der 4088 Stein in gelb.

Die Segel sind hier alle beidseitig bedruckt und aus einem angenehmen weichen Stoff. Nach einer Weile kann es passieren, dass die Stoffe schlaff werden und dann sieht das nicht mehr so schön aus, dagegen hilft ein Dampfbügeleisen. Etwas heißen Wasserdampf auf den Stoff geben und danach vorsichtig (!) mit dem Bügeleisen über die Segel streichen. Danach trocknen lassen und die Segel haben wieder ihre alte Steifigkeit!

Zum Spielen konnte man auch die Kapitäns-Kajüte auf zwei verschiedene Arten öffnen, von oben oder durch eine Klappe von hinten. Dort ist auch eine Schatzkiste versteckt. Insgesamt befinden sich zwei Schatzkisten an Bord mit insgesamt 16 Goldmünzen.
Es kamen außerdem drei verschiedene Seiltypen zum Einsatz, die sich auch in Dicke und Länge unterschieden. Bei einigen passierte es, dass diese durch Muttis Ersatzstricke aus dem Nähkästchen ersetzt wurden mussten, wenn die Kämpfe auf hoher See zu wild wurden.
Nicht zu vergessen, dass Piratenschiff konnte natürlich nicht schwimmen, aber auch das hat wahrscheinlich jeder mal probiert und war dann enttäuscht, als es ohne Treffer auf den Grund der Badewanne sank.

Neuauflagen:

Zwischen 2001 und 2004 brachte LEGO die sogenannte „Legends“ Serie auf den Markt, welche insgesamt zehn Sets umfasste. Im Jahre 2002 kam mit der Nummer 10040 die „Black Seas Barracuda“ erneut auf den Markt, denn sie war damals schon eine Legende. Das Cover der Box war zwar noch das Gleiche wie 1989, aber ohne Aufklapp-Funktion und Inlays. Vermutlich aus Sparzwang.

2018 schließlich gab es etwas zu feiern – 60 Jahre LEGO Stein Patent und dazu gab es ein passendes Jubiläums-Set mit der Nummer 40290. Darin enthalten waren vier Meilensteine (Legenden) der LEGO Geschichte – und was darf da natürlich nicht fehlen?! Das schönste Piratenschiff aller Zeiten…

Mein Fazit:

Die harmonische Eleganz der Black Seas Barracuda spricht für sich. Das Schiff ist und bleibt, wie schon mehrfach erwähnt, eine Legende! Für mich als großer Fan der LEGO Piratenserie ist es eines meiner Lieblingssets. Dazu kommt eine wunderbar gestaltete Verpackung, die man sich zumindest bei so manch hochpreisigem Set heute wünschen würde.

Wenn ihr Wünsche habt, welche Piratensets ihr noch sehen wollt, oder was eure Meinung zur „Black Seas Barracuda“ ist, oder ich bei einem der nächsten Reviews noch besser machen kann, dann schreibt es in die Kommentare! Ich freu mich!

26 KOMMENTARE

  1. Ein sehr guter Beitrag und super geschrieben! Freue mich das endlich die Piraten auch einen Platz gefunden haben!! Da sage ich Danke und ein lautes AARRRR

  2. Die Barracuda – eine absolute Legende! Nachdem für mich als Kind der Skull’s Eye Schooner (6286) der Oberknaller war, musste irgendwann natürlich auch die Barracuda her. Und zugegeben, das Farbschema gefällt mir sogar noch einen Tick besser als bei ersterem, die Anbringung des hinteren Flaggen-/Laternen-Mastes könnte aber definitiv verbessert werden… 😉

    • Du meinst sicherlich die mittlere Laterne – das soll sogar so sein, da dies extra auf einem Scharnier gebaut ist, darum wirkt es etwas komisch, da es schief ist 🙂

      • Das Scharnier ist nicht das Problem, der Halt des schwarzen Ärmchens auf dem gelben Jumper ist schlicht „suboptimal“, sodass der ganze Aufbau gerne mal abfällt…aber hey, die meiste Zeit steht das Modell ja ruhig im Regal und dann passt’s schon 😉

  3. Ist bei Eurem Mini-Set ein Print mit dem Namen und der Set-Nummer des Originalmodells dabei?
    Die Fliesse fehlt bei mir.

  4. Das schönste Set der Piraten-Serie bis jetzt, für mich. In meiner Kindheit hab ich etliche schöne Stunden mit dem Ding verbracht! Wirklich schönes Set.
    Das Schiff liegt schön verpackt bei meinen Eltern im Keller auf Grund. Hätte mal wieder Lust das Ding zu bergen und aufzubauen! 🙂
    Damals fand ich auch die Masten irgendwie besser, als diese neuen mit den Technik-Löchern.

  5. Herrlich, war 1989 zu Weihnachten mein erstes richtiges Lego-Set. Papa musste beim bauen aber etwas helfen, wenn ich mich recht erinnere. Vorher hatte ich nur irgendwelche alten Steine von irgendjemanden aus der Familie bekommen. War immer mein Lieblingsset und es steht heute noch bei mir. Leider ist die originale Verpackung weggeschmissen worden, aber das war ja einem als Kind damals egal. Mir fehlen jedoch tatsächlich zwei der drei Laternen.

  6. Ich bin Fan der ersten Stunde. Ich weiß noch damals…unterm Baum lag für mich die Pirateninsel und mein Bruder hat die Gouverneurskogge bekommen. Das Schiff war leider zu groß für den Weihnachtsmann. Das hat mich aber nicht davon abgehalten die sieben Weltmeere zu erobern. Mein erstes richtiges Schiff hab ich mir dann mit erscheinen der dritten Welle gegönnt. Damals, von meinem Ferienjob…die Dreimast Piratenbark…auch ein tolles Schiff…die Bleak Seas Baracudas hab ich mir erst vor ein paar Jahren gegönnt. Aber leider ohne OVP. Da möchte ich anmerken, dass ich es fast schlimmer finde, dass die Heute so „billig“ daherkommen, als dass es mittlerweile so wenig bedruckte Steine gibt.
    Mittlerweile besitze ich auch fast alle bisher erschienenen Sets. Bis auf wenige Ausnahmen bei den kleinen bzw. Kleinstsets, welche nur auf dem US Markt erschienen sind. Favoriten sind neben den erwähnten Schiffen noch der Freihafen, das Piratennest, das Gouverneurskastell, die Hafenschänke, der Wachturm und die große Insel der Insulaner (bezogen auf die 90iger).
    Zur Review möcht ich sagen, ENDLICH! ENDLICH mein Thema (nichts gegen die anderen Themen, die lese ich mit gleicher Begeisterung, aber da fehlt mir der praktische und emotionale Bezug). Review Klasse. Gerne mehr. Vielleicht auch zu einem späteren Zeitpunkt ein Vergleich zu weiteren Schiffen. Aber klasse Review, gelungene Aufteilung der Topics und schöne Bilder!

  7. Ich habe noch das grosse Piratenschiff was danach kam.Es gab farbliche Unterschiede und die Segel waren schwarz.Ansonsten fast dasselbe.

  8. Das Schiff kostete unglaubliche 178 D-Mark.
    Die Verkäuferin – im damals schönsten Spielzeugladen einer großen süddeutschen Kleinstadt – fragte mich ungläubig, ob ich denn so viel Geld hätte?!
    Ja hatte ich, hatte wie ein Weltmeister gespart. Nachdem mehrere Geldscheinen und zwei Türme D Mark-Münzen den Besitzer gewechselt hatten,
    hielt ich den Kassenzettel und die riesige Verpackung samt Inhalt in den Händen.
    Die Verkäuferin bastelte mir noch eine Schnur samt Tragegriff an die Packung, dann brachte ich das Schiff stolz nach Hause.
    Mein erster richtig teurer Legokauf 🙂
    Das Schiff ruht mittlerweile auf dem Grund eines Umzugskarton mit den ganz alten Legos (Ritter, City und Piraten) und hat so manchen Umbau hinter sich.
    Vielen Dank für die Review.
    Das weckt Kindheitserinnerungen, auch an den Spielzeugladen den es heute leider gar nicht mehr gibt.
    Würde mich über weitere Reviews z.B über 6271 (habe ich leider verpasst) und 6276 (ist in der selbe Kiste wie das Piratenschiff) freuen.

  9. Schönes Review, schöne Bilder, aber das schrieben ja schon meine Vorredner.

    Was mich bei solchen Reviews sofort immer stört, ist das Schwärmen für die Verpackung ohne weiteren Hinweis. Dazu noch Kommentare, die es schade finden, dass es heute keine Klappkartons mehr gibt. Ich bin froh darum! Hej, es ist lediglich eine Verpackung! Da finde ich es gut und sinnvoll, dass man möglichst ressourcen- und damit umweltschonend vorgeht. Alles andere fände ich heutzutage nicht mehr angemessen!

  10. Ich hatte letztens Glück, ich habe über Kleinanzeigen das Schiff für 20€ bekommen (ohne Worte…). Es war zwar total dreckig und verstaubt, aber bis auf die eine große Piratenflagge und eine hintere Laterne komplett. Nach der Komplettzerlegung und intensiven Handreinigung aller Teile konnte ich sie wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen. Alle Teile in absolut neuwertigen Zustand und auch die Segel waren nach einer Reinigung und Bügeln absolut in top Zustand. Man muss auch mal Glück haben im Leben… wie schon alle vor mir gesagt haben, einfach ein (Traum-)Schiff.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.