Das Jahr 1989 brachte uns nicht nur ein großes Piratenschiff mit der Black Seas Barracuda, sondern sogar noch ein zweites, kleineres, aber ebenso schnuckliges Schiff – den Carribbean Clipper – oder im Deutschen die Gouverneurskogge der Blaurock-Soldaten. Um diesen kleinen Zweimaster mit seinen blau-weißen Segeln soll es heute in diesem Review gehen.

Die Verpackung:

Die große Verpackung weißt eine Besonderheit auf – sie ist (fast!) quadratisch – mir persönlich gefällt dies sehr gut, da sie sich dadurch von den anderen Sets abhebt. Die Maße belaufen sich auf 40cm in der Höhe, 42cm in der Breite und 8cm in der Tiefe.

Natürlich wurde auch dieser Karton mit Sichtfenstern (4 an der Zahl) ausgestattet, welche sich hinter der typischen Klappe befinden. Diese boten wie immer den ersten Blick auf die bunten Klemmbausteine. Hinter der Folie befand sich dann ein gelber, stabiler Innenkarton sowie eine große und kleine transparente Plastikeinlage.

So war auch bei diesem Set schon das Auspacken Dank der wunderbaren Umverpackung mit viel Freude verbunden.

Die Bauanleitung:

Dem Set liegt, wie sollte es auch anders sein, natürlich auch ein dünnes Heft als Bauanleitung bei. Insgesamt beinhaltet die Anleitung – inklusive Titel und Rückseite – stolze 20 Seiten, auf denen in 20 langen Schritten erklärt wird, wie man die knapp 370 Teile zusammenstecken soll.

Auf der Rückseite befinden sich, wie üblich, ein paar Bauideen für die kreativen Blaurock-Fans. Zudem findet man in der unteren rechten Ecke den Hinweis, wo das Heft gedruckt wurde (Printed in Germany by Frank Druck, Preetz /Holst.). Die Druckerei existiert sogar heute noch. Da gibt es doch bestimmt noch alte Hefte als Muster?!

Wie dem auch sei, auch in diesem Heft gibt es keine Tütengruppen sowie Steinevorgaben zu den einzelnen Bauabschnitten.

Die Minifiguren:

Was wäre eine Gouverneurskogge ohne Besatzung? Eine einfache Nussschale auf dem offenen Meer. Darum hat dieses Set vier Minifiguren, wovon drei klassische Blaurocksoldaten samt roter Epaulette sind und der Gouverneur mit gelber Epaulette sowie gelber Feder auf dem Bicorne. Dieser hat einen speziellen Print auf dem Oberkörper und auf dem Kopf. Beides gibt es nur in zwei Sets.

Als Galionsfigur wird für dieses Set ein einfarbiger, gelber Papagei genutzt. Weitere Tiere befinden sich nicht an Bord.

Die Gouverneurskogge:

Kommen wir nun zum Hauptteil des Sets – das Schiff. Im aufgebauten Zustand hat es die Maße von ca. 45cm in der Länge, 43cm in der Höhe und 23cm in der Breite. Was zuerst ins Auge fällt, sind die großen blau-weiß gestreiften Segel. Wie auch schon bei der Black Seas Barracuda sind die Segel hier beidseitig bedruckt.

Aufgebaut wird das Schiff auf einem Bug-, Heck- und Mittelteil. Im Mittelteil befinden sich die zwei hauseigenen Kanonen samt jeweils sechs Kanonenkugeln. Ebenso der Zugang zum Ausguck über die einzige Takelage in diesem Set.

Im Heck befindet sich die Kajüte des Gouverneurs – obwohl diese hier eigentlich sehr spartanisch ausgestattet ist. Er muss sich mit der Schatztruhe, einem Kelch und einer Schatzkarte begnügen. Aber zwei schöne Fenster sind ihm zumindest gegeben.

Darüber befindet sich das Steuerrad – welches ohne Funktion ist. Das Heckruder lässt sich aber manuell per Hand hin und her bewegen. Darüber ist bereits ein Haken montiert, wo man ein Ruderboot befestigen könnte, aber dieses liegt dem Set nicht dabei.

Im Bug befindet sich dann noch eine kleine Kammer mit Klappe zum Öffnen, so wie der besondere Papagei, den es in der Farbe nur 1998 noch einmal in zwei Adventure Sets gab. Damit das Schiff auch ankern kann, hat es auch – richtig – einen Anker, den man mit Hilfe einer Spule hoch und runter drehen kann.

Viele besondere Teile hat dieses Set nicht zu bieten, aber das muss es auch nicht. Natürlich gehören die einmaligen Segel dazu, aber auch zum Beispiel die „wedge plate“ in gelb gab es nur noch bei der Black Seas Barracuda. Ansonsten beinhaltet das Set die typischen, bereits gezeigten, neuen Schiffselemente. Und wie es sich für ein Blaurock-Soldaten-Schiff gehört – die schönen blau-weißen Flaggen.

Mein Fazit:

Zwei schöne Schiffe in einer Serie, das gibt es nicht so oft. Zwar wirkt der „Caribbean Clipper“ auf den ersten Blick etwas dünn und spartanisch, aber im Zusammenspiel mit der Besatzung und anderen passenden Sets fügt es sich harmonisch in die Blaurock-Serie ein. Ein insgesamt tolles Set, mit kurzweiligem Aufbau, der dennoch anspruchsvoller ist als so manches größere Set heute. Damit neigt sich das Jahr 1989 auch schon fast dem Ende, aber ein kleines Set würde ich euch gern noch aus dem Jahr beim nächsten Piraten-Classic-Review präsentieren, bevor wir dann in die Lila-Phase ab 1992 springen.

13 KOMMENTARE

  1. Hach den hätt ich damals gern gehabt. Aber irgendwie immer fies gewesen, dass es etwas kleiner ist als das Piratenschiff 🙂

    Muss dringend das Piratenschiff mal wieder aufbauen…

  2. Ich finde das Set einfach super! Habe es im letzten Jahr auf einem Schulbasar für meinen Sohn gekauft und mühsam alle noch fehlenden Teile zusammengekauft…aber es hat sich echt gelohnt, auch wenn nicht ganz billig!

    Wieso wird teilweise auf manchen Seiten angezeigt, dass zu dem Set noch zwei weitere Federn in anderen Größen (gelb) zum Gouverneur gehören?
    In der Bauanleitung findet man nichts darüber.

  3. Hay! Und wieder ein Dankeschön für die Zeitreise! Auch dieses Set gehört zu den Sets, wo ich mit Lego angefangen habe. Speziell Piraten. Was mich damals nicht gestört hat, war die nicht vorhandene Kajüte. Die hat man selbst gebaut. Bei den zwei „fehlenden“ Kanonen wars kniffliger. Leider hat meine Anleitung über die Jahre viel miterleben müssen. Aber noch vorhanden. Aber dieses Set gefällt mir mehr, als der Nachfolger und wirkt „kräftiger“/ „gefährlicher“, als das letzte (Serien) Schiff auf Seiten der Soldaten. Vielen Dank!

  4. Auch wenn ich keine Piraten Sets und ähnliches hatte, somit müsste ich frei von Nostalgie sein, aber mir gefallen diese Sets deutlich besser als aktuelle eigene Lego Themen Sets. Ninjago ist hier noch teilweise eine Ausnahme aber das mag auch an dem asiatischen Stil liegen. Manchmal frag ich mich wie solche Sets heute aussehen würde.

    Tolles Review, vielen Dank dafür.

  5. Ein wirklich schnuckeliges kleines Ding! Super Review wie immer weiter so! Ich hoffe sehr auf eine neue Piratenserie in der Zukunft! Vielleicht auch mal was großes für uns Erwachsene!?

  6. Neben dem Renegade Runner (6268) mein Lieblingsschiff, trotz aller Schwächen die diese beiden Schiffe mitbringen. Schönes Review auf jedenfall, danke dafür. 🙂

  7. Lol, das Schiff steht immer noch bei mir. Mittlerweile schön im Regal. Leider habe ich weder die Anleitung noch die Verpackung.

  8. Das Schiff habe ich damals auch mit neun oder zehn Jahren entweder zu Weihnachten oder zum Geburtstag bekommen und später dann das Piratenschiff, das ich auch heute noch habe. Es war deutlich günstiger als die Piratenbrigantine, weswegen es bei meinen Spielfreunden und mir damals immer einen deutlichen Gouverneurskoggenüberschuss gab, weil die Eltern meist nicht soviel Geld für das große Piratenschiff ausgeben wollten. Das größte Manko war damals natürlich für uns, dass hier statt vier nur zwei Kanonen enthalten waren und dass es vor der Kajüte keine Wand mit Tür gab. Trotzdem war man stolz, das Schiff zu besitzen, weil es ja als großes Set durchging und mit dem Papagei und den blauen Segeln war es auch schon etwas Besonderes.

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