Aus der LEGO Adventure Reihe haben wir euch schon einmal ein Set vorgestellt – Das Geheinmis der Sphinx (5978). Heute ist ein weiteres interessantes Modell dieser Abenteuer Serie an der Reihe – Das Grabmal des Anubis. Interessant: nur in Deutschland lag diesem Set eine Hörspielkassette bei. Die Firma Karussell hatte damals einige Hörspiele für Kinder im Programm. Vielleicht kann sich der ein oder andere noch an das Hörspiel erinnern, hier ein kleiner Auszug, der Anfang der Geschichte:

Ein weiterer Grund für dieses Review sind einige Anekdoten, die uns der Erfinder und Designer der Abenteuer Reihe, Niels Milan Pedersen, auf dem „Grand Old Designer Evening“ im LEGO House am 11.10.2019 erzählt hat. Dreimal dürft ihr raten, welcher der Herren die Figur Johnny Thunder erfunden hat…

Von links nach rechts: Steen Sig Andersen, Olav Kroigaard, Niels Milan Pedersen und der Moderator Are Heisedal

Niels hat einige Meilensteine bei LEGO erschaffen. Er ist seit Anfang der 80er Jahre bei LEGO, beworben hat er sich damals bei LEGO auf drängen seiner Mutter, von Beruf war er Fischer.

Die Verpackung

In der relativ kleinen Schachtel, die ja auch nur Platz für 77 Teile brauchte, war (wie bereits erwähnt) lediglich in Deutschland auch eine Hörspielkassette enthalten.

Bei meinem Set war ein Aufkleber mit dem Hinweis auf die Kassette an der Seite der Schachtel. Außerdem noch ein alte Preissticker, der mich einigermaßen erstaunen ließ, wo es damals überall LEGO zu kaufen gab.

Auf der Rückseite sind, wie damals immer üblich, einige Anregungen zu anderen Bau-Möglichkeiten, um mit den wenigen Steinen mehr Freude zu haben.

Auf beiden Stirnseiten ist das gleiche Bild mit den Protagonisten der Geschichte.

Der Inhalt

Nach dem Leeren der Packung kommen zwei Gewinnspielkarten, ein kleines Prospekt, die Anleitung, die Hörspielkassette und natürlich viele tolle Steine zum Vorschein.

Zwei Fliesen waren bedruckt, für die zwei Paneele waren Sticker dabei. Diese Sticker sehen heute noch wie neu aus!

Fan-Fakt am Rande: Wer kennt noch die 1x2x5er Steine mit den Hieroglyphen, die in dieser Serie bei den größeren Sets verbaut waren? In diesen Hieroglyphen haben die Designer damals ihre Namen versteckt!

Die Bauanleitung

Das 16 seitige Heftchen erklärt den Zusammenbau natürlich kindgerecht und stellt niemanden vor Probleme. Auf der Rückseite sind noch einmal die Alternativen zum Bauen abgebildet.

Die Minifiguren

Drei Minifiguren waren dem Set damals beigelegt worden: Lord Sam Sinister, Johnny Thunder, im deutschen Joe Freeman und das Skelett mit Pharaonen Maske.

Zum Skelett hat Niels zwei witzige Geschichten erzählt. Als er das Skelett in den 80iger Jahren das erste mal in einem Set Vorentwurf zeigte, zitierte ihn der damalige LEGO Chef Godtfred Kirk Christiansen am nächsten Tag in sein Büro. Sinngemäß sagte er damals zu seinem jungen Designer: Wenn er noch einmal eine „tote“ Minifigur sehe, würde er gefeuert!

Aus den Erzählungen der drei Designer-Urgesteinen hörten wir heraus, das der Sohn des Firmengründers wohl eine Respektsperson war und nicht jeden Spaß des Designteams verstand.

Die zweite Geschichte ereignete sich dann rund zehn Jahre später. Jetzt gab es endlich grünes Licht für die Skelett Minifigur. Unter einer Voraussetzung: Die Arme der Figur mussten lose sein, um keine verstörenden Szenen von Untoten oder ähnlichem nachstellen zu können. Damals begleiteten die Designer noch fast den ganzen Entstehungsprozess eines Sets. Sie waren normalerweise auch dabei wenn die Bilder für die Verpackung gemacht wurden, um „ihr“ Set ins rechte Licht rücken zu können. Bei unserem heutigen Set Das Grabmal des Anubis, oder wie es im englischen hieß: Oasis Ambush, konnte Niels nicht dabei sein – prompt war auf der Packung das Skelett genau so in Szene gestellt, wie es eigentlich die Geschäftsleitung nicht wollte!

Das Modell

Der Zusammenbau ist hier eigentlich fast schon Nebensache. Die etwas weniger als 80 Teile sind ruckzuck zusammengesteckt.

Trotzdem hat auch dieses kleine Set seinen Reiz. Wer an dem Speer zieht öffnet die Grabkammer. Diese Funktion wird auch im Hörspiel erzählt. Die Kassette ist die perfekte Ergänzung zu den Abenteuern von Johnny Thunder und seinen Freunden.

Insgesamt kamen 1998 zehn Sets zu diesem Thema auf den Markt.

Wer die Truhe oben auf dem Sarkophag öffnet findet noch ein paar Goldmünzen. Die Truhe in der Farbe Schwarz ist übrigens nicht häufig eingesetzt worden. Auch der Skorpion wurde 1998 das erste mal in ein Set gepackt.

 

Mein Fazit

Beim Erstellen dieses Reviews hörte ich mir im Hintergrund das Hörspiel an. Selbst im hohen Alter hatte die Geschichte noch Charme und war schön spannend, natürlich mit einem Happyend, damit man Nachts gut schlafen kann. Mit den frischen Eindrücken aus dem Abend mit den Designern der alten LEGO Sets, machte das schreiben doppelt Spaß. Weitere spannende Geschichten aus diesem einmaligen Abend werden folgen!

Der Steckbrief

Artikelnummer: 5938
Set-Name: Das Grabmal des Anubis
Baureihe: System
Teilezahl: 77
Erscheinungsjahr: 1998
Bauzeit: ca. 25 Minuten
Altersfreigabe: 6-10 Jahre
Verkaufspreis: 26,50 DM

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29 Kommentare

  1. Sehr schönes Set. Das hab damals von meinen Patenonkel zu Weihnachten bekommen. Da werden Erinnerungen wach. Schönes Spielset und Hörbuch.

  2. Ach ja, ein lustiger und spannender Abend war es…
    Klasse, das du das Set in deinem Bestand hast.
    Und siehe da, schon ein Review fertig.
    Sehr schöne Serie und ichbezogen immer noch dabei, die Namen auf den 2×5 zu entziffern.

  3. LOL – genau so eine Serie würde heute wahrscheinlich sehr gut laufen.

    Spielsets für Kinder, und tolle Steine für AFOLS 😉

    Wenn ich mich richtig erinnere gab es verschiedene „Abenteuerlocations“ vom Dschungel Südamerikas über Ägypten bis Indien, China – Ich glaube ich habe damals 4-5 kleinere bis mittlere Sets gekauft…

    Ich müsste die sogar noch zusammenkriegen (Ein Doppeldecker und ein Expedition Car stehen auf jeden fall noch in meiner LEGO-Stadt herum 😉

    Ein chinesisches Schiff dümpelt in Ninjago City Hafen, ich hatte noch irgendwas mit Tiger und eine Dschungelfigur.

    Das war ein lizenzfreier „Indiana Jones“ 😉

    • Ja der Tiger (Tygris hieß der) das war eine von 3 Großfiguren aus der Abenteuer Serie. Die anderen waren ein Yeti und ein asiatisch anmutender Drache (oder sowas). Waren Region bezogene, kleine Sets, habe ich alle Drei.

  4. Die Reihe habe ich neben Western geliebt. Die original MC habe ich sogar noch mit Cover – früher rauf und runter gehört. Danke fürs Zeigen

  5. Sehr schönes Review, Wolfgang!
    Niels trug an dem Abend übrigens auch so einen Hut wie Jonny Thunder 🙂
    Es war eine wunderbare Veranstaltung und eine Ehre diese Designer treffen zu dürfen!

    Niels hat nach eigenen Angaben seit 12Jahren nichts mehr designt, allerdings steht jetzt wieder ein Set mit seinem Anstrich kurz vor der Veröffentlichung, es gab in Billund keinen anderen Designer der passender für dieses Set hätte sein können …

  6. Ich kann mich noch gut an das Skelett erinnern, nicht an die Abenteuerserie, die ging 1998 bereits an mir vorbei, da war ich ….17 aber aus dem Ritter Burgverließ (6036) von 1995.
    Jetzt weiß ich auch endlich warum die Skelette damals diese fürchterliche Aufhängung für die Arme hatten, was über all die Jahre dafür sorgte, das das heute Skelett noch da ist ………die Arme jedoch nicht mehr, da die nur frickelig hielten :/

  7. Ich liebe diese Reviews von alten Sets – vielen Dank! ^^

    Die Hintergrundinfos sind super und das Skelett mal wieder ein schönes Beispiel wie recht fantasielose Leute innerhalb einer Firma andere ausbremsen.

    Ich würde sagen: mehr Fischer zu Lego! ; )

    • Niels war letzten Endes doch glücklich mit den baumelnden Arme, weil diese so wunderbar hin und her wackelten wenn man sie anstupste :-; Die neuste Version des Skelettes hat heute dann ja auch wieder fixierbare Arme …

      > mehr Fischer zu Lego! ; )

      Traf in der Designer-Runde sogar zu 🙂 Olaf war gerade kurz vor Abschluss seiner Schlosserlehre als auch seine Mutter auf seine Bewerbung bei LEGO bestand …

  8. Toller Bericht und ein schönes Set!

    Meine weiterführenden Gedanken:

    – Waffen! Alle Lego-Kinder der damaligen Zeit wurden gewaltbereit erzogen!
    – Personalisierte Minifiguren (Johnny Thunder) … ich lese in der letzten Zeit immer von diesem ‚unseligen City-Trend, Minifiguren zu personalisieren…
    – Zugabe für den deutschen Markt: Ja, es gab eine Zeit, da lag der Fokus der Lego-Gruppe auf Europa. 😉

  9. Waaas? Das Set ist 20 Jahre alt und die Sticker sehen noch aus wie neu? Kann doch gar nicht sein. Schließlich wissen wir alle, dass Sticker sich grundsätzlich nach kürzester Zeit in ihre Bestandteile auflösen und man sie deshalb gar nicht erst aufklebt 😉

    • Hallo,
      das war zu dieser Zeit tatsächlich von Jahr zu Jahr verschieden. Ich habe Sets, die aus einer ähnlichen Zeit stammen, da sehen die Sticker richtig schlecht aus und sind total abgebrösselt. Zum Beispiel beim Model Team Ferrari.
      Gruß
      Wolfgang

  10. Schönes Review, danke!
    Lustigerweise ist Niels Milan Pedersen meines Wissens heute Archäologe – das Abenteurer-Thema hat ihn also scheinbar nie mehr ganz losgelassen… 😉

    • Hallo Jens,
      er hat uns erzählt das er seit 12 Jahren kein Set mehr für LEGO designed hat. Jetzt ist er aber scheinbar wieder im „Geschäft“. Markus hat ihn dieses Jahr schon auf der Inside Tour gesprochen und das neue Ideas Set, das im November auf den Markt kommt hat er hauptverantwortlich gemacht!
      Gruß
      Wolfgang

      • Kann ich sehr gut verstehen – das nächste Set dürften ja schließlich die Dinosaurierskelette sein, also sozusagen sein Spezialgebiet.

  11. Danke für das Review. Da steckte gefühlt einfach mehr Herzblut drin.
    Hörspiele haben den Sachen den nötigen Charme gegeben. Könnte man auch heute per Download-Code gut umsetzen…
    Bei Fabuland gab es liebevoll gestaltete Bildergeschichten in den Anleitungen.

  12. Ich „musste“ mir das Set 2x holen, da in der ersten Packung die Cassette schon von Beginn an leierte! Seltsamer weise ist die zweite, die gute, verschwunden, während die erste immernoch griffbereit ist!

  13. Danke danke für den tollen Bericht! Und die ganzen Anekdoten – auch hier ergänzend in den Kommentaren! Besonders die Skelett-Geschichten 😀 Ich fand‘ die Skelette immer toll und hätte die gerne für meinen Piraten-Sets gehabt. Nur ging just mit dem Erscheinen dieser meine „Dark Ages“ los…das hole ich aber nun nach und hab‘ erst gestern ein paar Skelette mit wackeligen Armen aus dem Briefkasten gefischt^^ Mir gefallen übrigens beide Varianten 🙂

  14. Schon niedlich, aber Lego war immer schon auch teuer, wa? Bei solchen Reviews wird mir das immer wieder klar. Lego war immer schon eher eine Luxusmarke.

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