Ich kann mich noch gut erinnern, wie mir meine Eltern kurz vor Weihnachten Anfang der 70er Jahre dieses Set bei einem Einkauf in Nürnberg spendierten. Leider sind von meinem damaligen Schatz nur noch die stark bespielten Teile übrig. Umso mehr freute ich mich über die Auktion bei eBay, wo die spanische Villa (350) von 1971 kürzlich angeboten wurde. Den Katalog kannte ich damals auswendig, die Villa kostete 14,75 DM. Das war damals viel Geld, so ein Set war wirklich etwas Besonderes. Zum Vergleich, die kleinen Auto-Sets haben nur 2,75 DM gekostet.

Diese Sets liefen damals unter dem Sammelbegriff Legoland. Für ein Vorschulkind war die Packung mit 30×15 cm riesig. Heute relativiert sich das natürlich, sie ist mit den 126 Teilen auch gut gefüllt.

Bemerkenswert ist das Fehlen der Setnummer auf der Vorder- und Rückseite. Sie steht lediglich auf den Seiten des Schubers. Etwas verwirrend ist, das die Setnummer 350 für insgesamt drei verschiedene Packungen vergeben wurde. Außer dieser Villa gab es noch eine Universalbox und ein Fabuland Set mit dieser Nummer.

Richtig klasse sind die Zeichnungen der kleinen Fahrzeugsets auf beiden Seiten des Schubers. Das ist für mich schon fast Kunst.

Die kleine Bauanleitung wurde in Deutschland bei H.O. Persiehl aus Hamburg gedruckt.

In nur zehn Bauschritten ist alles erklärt. Allerdings erfordert es teilweise etwas Fantasie, wo die einzelnen Teile hingehören.

Mit diesem Set wurden einige neue Teile eingeführt. Die 33 Grad Dachsteine und die Bögen sind damals brandneu gewesen. Die Grundplatte hatte weiße Punkte, um die ersten Steine richtig anzubringen.

Die Antenne ist mittlerweile richtig teuer geworden, vor allem in Hellgrau, so wie sie für Classic Space verwendet wird. Ein Highlight ist auf jeden Fall der Baum. Das Grüne ist tatsächlich Granulat, aus dem normalerweise die Teile gespritzt werden. Hier sind sie einfach angeklebt, was erstaunlicher Weise auch nach fast 50 Jahren noch gut hält. Meinen habe ich damals mit Knetgummi verunstaltet, eigentlich unverzeihlich.

Natürlich ist das Haus eine einfache Konstruktion. Bespielbar mit Minifiguren musste es nicht sein, die gab es erst sieben Jahre später.

Mir gefällt mein erstes Haus immer noch sehr. Zusammen mit den kleinen Autos, auch Miniwheels genannt, konnte man damals prima spielen. Vom Maßstab passte es auch gut zur Eisenbahn.

Mein Fazit:

Wie viele von Euch hänge auch ich noch sehr an den LEGO Sets aus meiner Kindheit. Mittlerweile sind diese Sets schon echte Klassiker und gehören eigentlich ins Museum, obwohl das Spielen damit immer noch Spaß macht.

Der Steckbrief:

Artikelnummer: 350
Set-Name: Spanish Villa
Baureihe: Legoland
Teilezahl: 126
Erscheinungsjahr: 1971
Bauzeit: ca. 15 Minuten
Altersfreigabe: ohne Altersangabe
Verkaufspreis: 14,75 DM

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13 Kommentare

  1. Schönes Review – wieder einmal – danke… Sie alten Sachen sind einfach toll. Und ja, die Antenne in light gray ist bitte teuer, zum Glück hab ich da noch die eine oder andere…

  2. Ich hatte

    sicher
    Das Taxi (hab ich von der Oma bekommen als ich mal mit ihr als Stöpsel „in die Stadt“ gefahren bin)
    und das Schotterwerk (=Weihnachtsgeschenk) 20 DM = 140 Silling war damals viel Geld

    Feuerwehrauto + Krankenwagen kommen mir auch bekannt vor

    Die Shell Station hatte ich ziemlich sicher – ich hab sogar noc zwei der roten 2×1 mit Aufdruck (oder gabs einen Tankwagen, aber an Gelbe Tür und das große gelbe Fenster kann ich mich auch erinnern)

    Ich hatte – glaub ich – auch noch einen 6×1 weissen brick mit Rot oder Blau (rot glaub ich eher) MOBIL aufgedruckt.

    Und Ein Set mit Verkehrszeichgen gabs auch.

    An die Räder erinnere ich mich gut – die Kleinen haben wir für Panzer verwendet 😉 – es gab sogar „doppelreifen“ – Für die Großen Reifen gabs einen 2×4 Brick wo man sie mittels Metallstift (in das Rad integriert) befestigen musste.

    Gabs eine „Fenster und Türenset“ – von den Häusern kommt mir keines bekannt vor, aber die Fenster + Türen hatte ich alle Sorten (die roten zumindest)

    ICh kann mich auch noch an ein „Beleuchtungsset“ erinnern – 2 Kabel, die man an eine 9 volt Blockbatterie anschloss und damit 2 2×2 Leuchtsteine (rot) zum leuchten brachte. Dazu gabs „trans clear“ 2×1 steine in rot gelb grün.

    OGOTTOGOTTOGOTT ich Fangirle ziemlich – oder 😉

    PS . 1971 war ich ein 5 jähriger Stöpsel…

  3. „PS . 1971 war ich ein 5 jähriger Stöpsel…“

    1971 gabs mich noch gar nicht 😮

    Und das zweite 😮
    10 Pfennig je Teil? Boah, war das teuer.

    Die Leuchtsteine gab es auch mit anderen Spannungen. Ich kann mich an weiße erinnern, als Teil einer Packung mit mehreren Laternen für die 12V-Eisenbahn. Und an gelbe (laut Bricklink 4,5V), zusammen mit einigen durchsichtigen Steinen.

  4. oh, wurden da noch Prototypen der Bögen für die Produktfotos genutzt?
    Wenn man sich die Bilder auf dem Karton genau anschaut, sieht man dass die Bögen innen nicht glatt sind, sondern wie ausgesägte Steine aussehen

  5. Sehr schönes Haus. Ich habe erst vor kurzen ein paar 40 Jahre Alte Sets aufm Speicher gefunden. Kann aber leider nicht wirklich was damir anfangen. Daher werd ich alles verkaufen. Wenn es jemanden interessiert hier ist meine Anzeige auf eBay Kleinanzeigen:
    (Link entfernt. Bitte keine Verkaufslinks posten, siehe Netiquette)
    Grüße aus Bayern

  6. Und niemand weiß so recht, warum die Antenne auf den Schornstein platziert ist/war. 😀

    Ich fand die Sets damals einfach wunderschön, und das Angebot auch erstaunlich vielfältig.

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