Wie bei einer neuen Produktlinie nicht anders zu erwarten, fiel die Anzahl der Neuheiten sehr umfangreich aus. Die Kataloge und Datenbanken verzeichnen nicht weniger als 28 neue Sets, die sich wie folgt zusammensetzen.

Die Zug-Sets (7710, 7720, 7730, 7740):

Zunächst fällt die ausgewogene Zusammenstellung auf: je zwei Passagier- und zwei Güterzüge, die gleichmäßig zwischen günstig (Schiebezug bzw. 4,5-Volt) und teuer (12-Volt) verteilt sind.

Schiebe-Passagierzug (7710)

Der Schiebe-Passagierzug (7710) stellte den preisgünstigen Einstieg dar, bestehend aus einer kleinen Dampflok mit zwei Waggons. Während die Lok noch relativ spartanisch aufgebaut ist und auf Türen verzichten muss, finden sich diese reichlich bei den Waggons, ebenso die damals neuen Fenster. Hervorzuheben ist die blaue-gelbe Farbgebung, sie wurde seitdem nie wieder bei einem Zug verwendet. Üppig war die Ausstattung mit gleich 5 Minifigs. Mit Hilfe von separat erhältlichen Nachrüstmotoren konnte der Zug in eine 4,5-Volt oder 12-Volt-Version verwandelt werden.


4,5-Volt-Güterzug (7720)

Die nächste Stufe war der 4,5-Volt-Güterzug (7720). Der dazu notwendige Batteriewagen verdient Erwähnung, denn er besitzt noch die roten und blauen Magnete und ist somit ein Überbleibsel aus der blauen Ära. Zwei Güterwaggons, eine Rampe, ein Traktor sowie ein Bahnübergang und ein Haltesignal sorgen für reichlich Abwechslung. Das Design des gelben Traktors wurde 1981 in den Stadt-Sets 6383 und 6630 wieder aufgegriffen. Und ebenso wie der Schiebezug konnte auch dieses Modell zur 12-Volt-Version aufgerüstet werden. Der Batteriewagen war in diesem Falle dann nutzlos und nur noch optisches Beiwerk.


Güterzug (7730)

Der Güterzug (7730) stellte den Einstieg in die 12-Volt-Welt dar. Wiederum mit Dampflok, diese besitzt im Gegensatz zu 7710 die neuen Türen. Dazu kommt der heute zwar nicht seltene, aber trotzdem sehr begehrte rote Motor. Drei Güterwagen bieten reichlich Spielwert, dabei ist der weiße Kühlwaggon eine modernisierte Version des Sets 147 von 1976. Zum Be- und Entladen steht ein kleiner Gabelstapler zur Verfügung.

Trans-Europa-Express (7740)

Der Trans-Europa-Express (7740) war das, was man heute ein Flagship-Set nennt: das größte, beste und teuerste Set einer Produktlinie. Eine modern gestaltete Lok, nicht nur mit 12-Volt-Motor, sondern auch mit Beleuchtung ausgestattet. Dazu kamen zwei große Personenwaggons. Prinzip bedingt hat ein Personenzug einen etwas geringeren Spielwert als ein Güterzug, aber die stattliche Anzahl von 10 Minifiguren glich das durchaus aus. Die gelb-rote Farbgebung sollte in den Folgejahren noch öfter Verwendung finden.

Ein Wort zu den Verpackungen: Bei 7720, 7730 und 7740 sind diese noch im Stil der 1970er Jahre ausgeführt, sie bestehen aus dickwandigen Styroporboxen mit Sortiereinsätzen aus grünem und transparentem Kunststoff. Perfekt geeignet für längerfristige und ordentliche Aufbewahrung, aber politisch unkorrekt in der Entsorgung. Beim Einsteigerset 7710 ist hingegen keine Styroporverpackung bekannt, sondern nur eine Version mit Karton und transparentem Einsatz im Stil der 1980er Jahre.

Die nachfolgenden Beiträge zur Geschichte der LEGO Eisenbahn sind eine chronologische Zeitreise durch die Jahre 1978 bis 1991, mit Ausblick in beide Richtungen. Fortsetzung folgt …

Eine Übersicht aller LEGO Eisenbahn Artikel gibt es hier.

2 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für den Beitrag. Super interessant und lässt sich auch sehr gut lesen. Freu mich auf weitere Beiträge dieser Art. Gerne auch zu anderen Themen! Weiter so!

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