Prepare for Battle – mit markigen Worten hat der Online-Marktplatz BrickLink vor ein paar Tagen seine jüngste Kooperation mit BrickArms verkündet – und die dürfte bei den meisten LEGO Fans sicherlich keine Freudentränen hervorrufen. BrickArms ist ein Hersteller von LEGO kompatiblen Militaria Produkten aus den USA und für sein großes Angebot an Waffen und Utensilien (u.a. uniformierte Minifiguren) vom Zweiten Weltkrieg bis heute bekannt. Und genau diese Produkte werden nun im umfangreichen Katalog von BrickLink gelistet werden.

Wie BrickLink selbst schreibt, bringt dieser Schritt für die Plattform eine große Veränderung mit sich, da bislang ausschließlich Original LEGO Produkte im Katalog gelistet waren. Man wolle mit der Erweiterung des Angebotes neue Zielgruppen erschließen und BrickLink zu einem Marktplaz ausbauen, wo Brick-Freunde aller Art fündig werden. Deshalb begrüße man die Kooperation mit BrickArms „mit offenen Armen“.

Zu dem Thema LEGO und Militaria kann jeder stehen, wie er will. Ich kann den Schritt der Plattform-Inhaber, BrickLink künftig weiter zu monetarisieren, zwar nachvollziehen, persönlich halte ich von dem Thema und von der Erweiterung allerdings nichts.

Dementsprechend groß ist auch die Diskussion bei BrickLink selbst. Von „Es ist an der Zeit, sich eine neuen Plattform zu suchen“ bis zur meiner Meinung nach durchaus berechtigten Frage, wann Lepin-Produkte denn in den Katalog aufgenommen werden, findet sich dort die gesamte Bandbreite an Meinungen wieder. Eine deutliche Mehrheit der derzeit über 400 Kommentare spricht sich allerdings gegen die Kooperation mit BrickArms aus.

35 KOMMENTARE

  1. Ich habe definitiv nix gegen Customteile. Ich präferiere zwar originale Teile, weis aber auch tolle Ergänzungen wie Weintrauben, die Maske eines venezianischen Pestdoktors oder Gondorhelme und Schilde zu schätzen… Aber wieso bitte 2. Weltkrieg in Legoform? Und dann auch noch zu 80% Wehrmacht? Er dominiert schon den Modellbau. Wenn man unbedingt den „Reiz des Anrüchigen“ braucht, soll man halt einen Stripclub mit auf dem Tisch tanzenden Gimlis bauen. Von mir aus auch mit Custom-Beule in der Hose-Stein… -.-‚

    • Außer das das eine fiktiv ist und es das andere gab, erkenne ich hier keinen Unterschied.
      Einer strebt nach der Weltherrschaft ( Sauron ) und die anderen bilden ein Bündnis dagegeben, welche in Massenschlachten und Gemetzel enden.
      Der Grundgedanke und die Ausführung hinter beiden Kriegen ist also der gleiche. Das eine ist aber ok, weil es fiktiv ist ?

      • „Das eine ist aber ok, weil es fiktiv ist ?“

        So in etwa könnte man es ausdrücken.

        In den Weltkriegen sind Menschen gestorben, teilweise auf grausame Weise.
        Menschen wie du und ich, deren einziger Fehler es war, in eine falsche Zeit hineingeboren worden zu sein.
        Sowas sollte man nicht mit Spielzeug verherrlichen, und lässt sich auch nicht mit fiktiven Storys vergleichen, in denen sich Schauspieler mit Ketchup beschmiert möglichst theatralisch auf den Boden werfen.

          • Ist mir wohl entgangen, dass es Sets gab, in denen Minifigs skalpiert oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden…
            Nicht alles im Wilden Westen oder im Mittelalter war schlecht, und genau darauf zielen diese historisch orientierten Sets ab.
            Ich bezweifle jedoch, dass du mir auch nur einen positiven Aspekt an einem Krieg nennen kannst.

          • „Nicht alles im Wilden Westen oder im Mittelalter war schlecht“ – den Satz habe ich schon mal gehört, war fast genauso.

            Frag doch mal bei Indianern nach, was denn so toll am „Wilden Westen“ war …

      • Sauron wollte die Herrschaft, war dabei aber nicht rassistisch motiviert oder wollte bestimmte Gruppen von Menschen ausrotten, sondern den Widerstand brechen und die töten, die ihm gefährlich werden konnten. Er war das klare Böse im Buch sowie Film. Saurons Orks waren schlicht Monster, die Leute gefressen haben (nicht systematisch nach Ethnie, politischer Überzeugung, Sexualität oder Religion) und durchgehend und klar erkennbar das Böse waren, dem sich die Helden entgegenstellen. So wie Lego Mittelerde interpretiert hat, wurde die Sache – unabhängig davon, dass es schon in sich was anderes ist als die Wehrmacht – zusätzlich entschärft. Weder sehe ich die Möglichkeit noch einen Grund dafür Legonazis in entschärfter Spielversion herauszubringen.

    • „Wenn man unbedingt den „Reiz des Anrüchigen“ braucht, soll man halt…“

      Sag den Leuten nicht, was sie bauen sollen. und erst Recht nicht warum.
      „Der Reiz des Anrüchigen“ ist es selten, dass Leute sich mit Kriegen und Kriegsmaschinen auseinandersetzen. Genauso selten bestimmt dieser auch was die Leute bauen.
      Baust du Lego, weil du auf Herr der Ringe stehhst? Oder baust du Lego, weil du Lego magst?
      Und dann baust du erst Herr der Ringe -Kram; aus Lego.
      Genauso auch bei den Lego Weltkriegssachen und im Modellbau. Das primäre Hobby ist Lego/Modellbau und dann deren (sekundäre) Interessen.

      Die meisten großen Bauer sind Erwachsene zwischen 30 und 50. Für uns ist Lego nicht mehr bloß ein Spielzeug. Also meinetwegen kann jeder bauen was er will.
      Ich selbst interessiere mich kaum für Panzer und große Armeen, egal welcher Nationalität. Doch das Interesse kann ich schon nachvollziehen.

      Brickarms bei Bricklink? Wenn ich die Möglichkeit hätte, alle Brickarms-Produkte auf bricklink zu ignorieren, hätte ich kein Problem damit.

  2. „bis zur meiner Meinung nach durchaus berechtigten Frage, wann Lepin-Produkte denn in den Katalog aufgenommen werden“

    Sorry, aber das ist vollkommener Blödsinn. Das eine hat mit dem anderen überhaupt rein gar nichts zu tun.
    Es geht hier um qualitativ hochwertige Teile, die sich einer großen Beliebtheit erfreuen und die es so nie von LEGO gab und wohl auch nie von LEGO geben wird.

    Der Zusammenhang mit LEPIN Clones entzieht sich mir total.

    Ich finde es immer grausig, wenn Äpfel mit Birnen verglichen werden, was LEGO angeht.

    • Nun, zumindest ist der Schritt von „Null Fremdteilen“ zu „bestimmten Fremdteilen“ einer, der sich theoretisch bis zu „alle Fremdteile“ wiederholen lässt.
      PB vergleicht hier meines Erachtens keineswegs Äpfel und Birnen. Oder anders gesagt, um in Deinem Bild zu bleiben: Bricklink hatte bislang nur Äpfel, verkauft neuerdings aber auch Birnen. Ob sie dann jemals so weit gehen werden, auch verfaulte Birnen zu verkaufen, ist damit zwar nicht gesagt, wahrscheinlicher ist es aber dennoch geworden.

  3. Ich habe kein problem damit , ich selbst hab ein WW2 set von BRICKMANIA, die Minifiguren haben waffen von BRICKARMS haben. Lego wird sicher ein problem damit haben

  4. Ich finde das doch sehr übertrieben…Wer solche Sets und Figuren mag sollte ruhig eine Plattform dafür haben…Es handelt sich ja nicht um eine Generation die direkt was damit zu tun hatte.
    Es gibt genug Themen bei Lego die mit Kriegen zu tun haben!Das ganze hat indirekt auch was mit Geschichte zu tun…Es wird bestimmt kein Rechtsorientierter Lego sammeln…Und Waffen gibt es ja wohl reichlich bei Lego….

  5. Militaria soll weg von dem guten fröhlichen LEGO. ich verstehe zwar die Faszination, aber genau da liegt das Problem. Das hat im Spielzeug Bereich nix zu suchen.

  6. Bei Star Wars geht es auch, der Name sagt es bereits, um Krieg. Allerdings stört sich doch kaum jemand an den Waffen und Kriegsgerät. Also bleibt mal bei ein paar Custom Soldaten entspannt.

    • Schon bei der Konzeption von Geschichtsunterricht ist es relevant, eine Distanz aufzubauen. Selbst neutral gezeigte Bilder von KZs mit Wachmännern auf den Türmen, die unterernährte Arbeiter bedrohen, kann bei (vor allem männlichen Kindern und Jugendlichen) Bewunderung/Nachahmungswillen erzeugen, weil Macht in Verbindung mit sicherem Auftreten und Attraktivität (wobei wir wieder bei den Kommentaren mit den schönen detailverliebten Uniformen sind – Kinder denken genauso) hohe Modellwirkung hat. Wer das grundlegende Prinzip nicht glaubt, soll Bobo Doll-Modelllernen googeln.
      Gerade weil Schusswaffen Macht auf Distanz verleihen, üben sie eine gewaltige Anziehungskraft aus – Ebenso wie Magie mit Zauberstäben in neutraler Version bloß hier eben mit realem und gefährlichem Vorbild. Und ja, ich finde die ganzen Panzer in den neueren Sets von Star Wars bzw. die Clonewarsserie an sich als auf Kinder konzipiert nicht gut.
      Der Vergleich mit anderen Themen ist für 2.Weltkrieg oder auch modernes Militär dennoch stark deplatziert. Es gibt keine Neo-Mordor-Szene und wenn sich jemand in Star Wars reinsteigert und sich mit 18 Jahren der 501. Legion anschließt, marschiert er nur mit Plastikhelm auf Conventions und Aktionen für kranke Kinder mit. Wird jemand z.B. zum Waffennarren, sieht das schon anders aus.
      Hakenkreuzsymbolik ist nochmal ne andere Geschichte und sollte zwar generell nicht – darf aber auf keinen Fall im Kontext Kinderspielzeug – normalisiert werden. Kampfdroiden und Mumien, Werwölfe etc. sind bei spielenden Kindern z.B. nicht immer die Bösen. Wie wirkt es wohl pädagogisch wenn Kinder mit Buzz Lightyear, Aragorn, Luke Skywalker und Sturmsoldat Heinz inklusive Armbinde Kaffekränzchen spielen, um es mal überspitzt zu formulieren… Doch etwas anderes als ein freundlicher Ork?

  7. Wie sieht das denn mit der Indiana Jones Reihe aus? Hierbei handelt es sich um was genau? Lego regt halt nicht nur die Phantasie von Kinder an und das sollte doch gerade hier jeder nachvollziehen können.

        • Sehe ich genauso. Wer den Film nicht kennt, könnte die auch einfach für 0815-Schurkenhandlanger halten, die dem Helden den Schatz wegschnappen wollen, wenn man sie mit denen aus Superheldensets vergleicht.

        • Allerdings basieren diese Figuren ja nunmal als diese. Und ganz ehrlich, ich habe damals die ein oder andere dieser Legofiguren „N..ilego“ genannt.

          Und zum Thema allgemein, ich weiß nicht, ob Bricklink aus den USA kommt und deshalb diese Kooperation eingegangen wurde, aber sehr wohl weiß ich, das die eine andere Meinung zu Krieg und Waffen haben. Während wir uns immer noch dafür entschuldigen müssen, was passiert ist, sind andere Länder zumindest in der Propaganda, ein kriegsverherrlichendes Land. Selbst in unseren Nachbarländern gibt es Kopien von Lego, die das Thema Krieg haben. Und mir ist zumindest eine deutsche Seite bekannt, die Custom Lego Sets zum WW2 anbietet.

          Vielleicht bin ich jetzt auch leicht am Thema vorbei. Und falls es unpassend ist, gerne löschen.

          Ich bin kein Fan solcher Artikel, aber es wird immer Thema bleiben. Wer erinnert sich nicht an die kleinen grünen MiniFiguren und Panzer, mit denen wir in der Sandkiste gespielt haben. Und die tauchten sogar im Disney Film Toy Story auf, wovon es widerherum Lego Sets gab.

  8. wer das unbedingt braucht, der soll das ja gerne haben.

    ABER die überwältigend negative reaktion der bricklink-user darauf, dass bricklink diese fremdteile -und das ist für viele ja das eigentliche problem- nicht nur offiziell in den katalog aufnimmt, sondern aus monetären gründen auch offensiv mit brickarms kooperieren wird, zeigt doch, dass für viele user bricklink einfach nicht der geeignete platz für so etwas ist.

    ein sehr großer teil der community sind eben puristen. und als solche verstehen viele bricklink als marktplatz von puristen für puristen. und so wurde die seite einst wohl auch erdacht.
    dass man sich jetzt offizell davon verabschiedet, stößt vielen verständlicherweise eben sauer auf.

    das thema militaria und lego ist nochmal ein anderes.
    kriegsspielzeug gab es immer und wird es immer geben.
    der wunsch vieler, dass zumindest lego bzw. ein dedizierter lego-marktplatz davon verschont bleibt ist allerdings durchaus nachvollziehbar.

    dabei einigen den unterschied zwischen rittern, cowboys, piraten etc. bzw. gar komplett fiktivem wie herr der ringe oder star wars und z.b. ww2-soldaten erklären zu müssen ist einfach nur müßig.
    wobei hier die indiana jones sets selbstverständlich einen grenzfall darstellen.

    wie gesagt: jeder soll wie er will. aber dass brinklink diesen schritt geht halte ich für grundfalsch. und damit steh ich wohl nicht alleine da.

  9. Ist ein gespaltenes Thema. Eine Medaille hat nun mal 2 Seiten. Gorilla94 hat sehr gute Argumente vorgelegt. Für mich ist das eine Fantasy und das andere Geschichte! Ob der Zusammenschluss ein Erfolg oder Misserfolg wird entscheidet allein der Käufer!

    Selbst Lego hat einen Panzer bei der Batmanserie und grüne Soldaten bei der Kinderserie Toy Story auf dem Markt gebracht! Persönlich finde ich die Vermischung von original Lego und Customer Lego absolut deplatziert! Das sind Grundsätze, die der Kommerz nicht stürzen sollte!

    Zudem interessieren mich militärische Produkte mit Abzeichen, Flaggen und etc. von den Weltkriegen überhaupt nicht. Selbst Filme, wie auch der Wonder Woman Film, lösen in mir leichte bis starke Abneigung aus. Geschmäcker sind halt verschieden und Phrasen sind nichtsagend

  10. @im-Chaos-daheim.de:
    Du darfst Deine Meinung haben, aber bitte akzeptiere auch die von anderen Leuten. In beiden Kommentaren vertrittst Du sehr aggressiv Deine Meinung und akzeptierst die der anderen nicht mal ansatzweise.

    Ansonsten ist meine Meinung die der meisten hier. Militär, unabhängig von Nazideutschland, hat bei Lego nicht zu suchen. Ich habe nicht ein Set von Starwars, weil mein Kind später nicht die Waffen sehen soll. Läuft schon zu viel Kampf und Gewalt im Fernsehen.
    Ich finde es daher richtig, dass viele Seiten die Zusammenarbeit mit Bricklink aufkündigen wollen. Auch der Purismusgedanke zählt hier mit.
    Und ja, auch wenn der Gedanke erstmal sehr abwegig ist, aber auch eine Öffnung für Lepin und Co. könnte irgendwann folgen, weil auch diese „Sammler“ Steine benötigen und hier der Kapitalismusgedanke bei BrickLink siegen könnte.

    • Wer seine Meinung öffentlich äußert, muss auch damit leben, dass sie hinterfragt wird. Mir erscheint diese Meinung nämlich einfach nicht durchdacht. Die Taten im Wilden Westen WAREN(!) furchtbar und da sind Indianer durchaus grausam umgebracht worden (nicht nur Krieger, auch Frauen und Kinder). Wieso dürfen Kinder mit Wilder Westen dann Krieg spielen? Entweder macht man das konsequent und verbietet ALLE(!) Waffen oder man muss sich hinterfragen lassen.

      • Großbuchstaben und Ausrufezeichen sind keine Argumente…
        Die Kavallerie war im wilden Westen Teil des Polizeiapparates – Nicht allzu effektiv (darum geht es ja auch grad nicht), aber begründeter Weise deshalb bis an die Zähne bewaffnet, um Banden auszuräuchern zu können, wenn die Sheriffs nicht gereicht haben, wie es die heutige Polizei neben normalen Streifenpolizisten auch ist.
        Man kann jetzt natürlich auch über staatliche Gewalt im Spielzug diskutieren… Den kleinen Überwachungs-Bespitzelwagen von Lego finde ich auch absolut verachtenswert… Aber sicher lässt sich nicht sagen, dass die dargestellten Cowboys Indianer, Banditen und Kavallerie (Wobei die Indianer in separaten friedlichen Sets waren und die Kavallerie ausschließlich als Ordnungshüter aufgetreten sind), Symbol einer faschistischen Ideologie sind oder genozidale Taten verherrlichen, wie es auf „liebevoll gestaltete“ Wehrmachtssoldaten mit glücklich lächelndem Smileygesicht, MG und Armbinde zutrifft…
        Es gibt auch als Clowns kostümierte Vergewaltiger… Soll jetzt der Clown aus der Minifigurenstaffel auf den Index? Irgendwo hört´s auch mal auf…

  11. Ich persönlich halte von all dem überhaupt nichts. Ich bin Pazifist und halte allgemein nichts vom Militär. Und Lego selbst hat schon ein großes Waffenarsenal. Pistolen, SMGs, Gewehre, Raketenwerfer und sogar eine Tommy-Gun. Das ist genug. Wer mehr will, soll sich welche bauen. PUNKT!

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