Pappkarton statt Plastikbehälter: Neue Verpackungen für Pick a Brick und Minifiguren ab 2022?

Bereits im September gab LEGO bekannt, dass man künftig mehr auf nachhaltige Materialen für Verpackungen setzen will. Von dem neuen Verpackungskonzept war bisher nur bekannt, dass die Plastiktüten aus den LEGO Sets und der LEGO Grundplatten ab März 2022 durch Papiertüten ersetzt werden sollen. LEGO will die Kampagne erweitern, sodass irgendwann das komplette Sortiment aus nachhaltigen Verpackungsmaterialen besteht.

Wie durch eine mittlerweile gelöschte eBay-Anzeige bekannt wurde, in der ein Testkit zum Verkauf angeboten wurde, sollen nun künftig unter anderem auch die Plastikbehälter, in denen man in den LEGO Stores Pick-a-Brick-Steine bekommt, durch Pappkartons aus Recyclingmaterial ersetzt werden. Die Pappkartons soll es wie ursprünglich auch die Kunststoffbecher in zwei Größen geben. Die eckige Form eignet sich gerade für die meisten eckigen Bauteile viel besser. Das Fassungsvermögen der Pappkartons soll ungefähr dem der Kunststoffbecher entsprechen.

Außerdem sollen auch die Kunststoffverpackungen für die Minifiguren aus dem Build-a-Minifigure-Tower in den LEGO Stores durch Pappkarton ersetzt werden. Es soll sowohl eine Dreier- als auch eine Einerpapierbox geben. Diese würden die bisher genutzten Blister ersetzen.

Ob damit nun der Umwelt geholfen wird oder nicht und ob Pappverpackungen in diesem speziellen Fall wirklich nachhaltiger sind als jene aus Plastik, erscheint uns aber erst einmal fraglich. Zwar geht LEGO einen weiteren Schritt weg vom potentiell schädlicheren Plastik, allerdings dürften die wenigsten LEGO Fans ihr Pick-a-Brick-Becher einfach entsorgt haben. Bereits jetzt gibt es ein Pfandsystem, das einen Rabatt gewährt, sollte man zum Einkauf einen älteren Becher wieder mit in den Store bringen. Außerdem sind die Becher unter Fans zur Aufbewahrung von Kleinteilen sehr beliebt.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Pappboxen im Vergleich zu den Plastikbechern schlagen werden, und ob nicht vielleicht doch ein riesiger Haufen Pappmüll entsteht, den es so mit Plastikbechern nie gegeben hätte.

Was haltet ihr von der Umstellung von Plastik auf Papier? Denkt ihr, LEGO setzt hier bei Pick a Brick und den Build a Minifigure Verpackungen an der richtigen Stelle an? Welche Vorschläge hättet ihr, was LEGO in Zukunft noch zugunsten der Nachhaltigkeit tun könnte? Teilt uns eure Meinung gern in euren Kommentaren mit!

14 Kommentare zu „Pappkarton statt Plastikbehälter: Neue Verpackungen für Pick a Brick und Minifiguren ab 2022?“

  1. Ich halt das auch eher für so eine PR Nummer, als für wirklich nachhaltiger.
    So Packverpackungen fliegen doch viel eher mal weg.
    Das heißt wo man früher die Plastikbecher hatte und diese dann meistens aufgehoben hat, schmeißt man in Zukunft vermutlich mehrere Pappboxen weg. Ich glaube nicht, dass es tatsächlich nachhaltiger sein wird.

    Man könnte jetzt ja auch hingehen und selbstmitgebrachte Boxen akzeptieren. Tupperdosen, etc. Kann man vermutlich über eine schnelle grobe Volumenzuordnung sogar berechnen.
    Es bleibt zu hoffen, dass hier gute Lösungen gefunden werden, die Papplösung überzeugt mich momentan eher nicht.

      1. Ja, nach Gewicht fände ich auch besser. Das erleichtert das Verfahren ungemein. Außerdem erübrigen sich dadurch so Spielchen wie „wie packe ich am besten um möglichst viel für mein Geld zu bekommen“.
        Das mag man jetzt anders sehen, aber letztlich ist diese Zeitverschwendung die man betreibt um möglichst viel in den Becher zu bekommen eigentlich nicht Verhältnismäßig.
        Sicherlich kann man da einen fairen Preis herausbekommen, wenn man das Volumen mit den Bechern einmal abwiegt um zu sehen, wie viel im Schnitt reinpasst. LEGO hat da durchaus Spielraum in der Preisgestaltung und könnte es auch dazu nutzen einen fairen „günstigen“ Preis anzubieten.

        Was mich insbesondere auch ärgert sind die Minifiguren. Diese sind im Verhältnis viel zu teuer. Hier würde ich mich auch ein bessers Verfahren wünschen. Man will auch nicht immer eine Minifigure mit Beine+Torso+Kopf+Hut+Gegenstand. Manchmal will man einfach nur 10 Köpfe haben. Oder Hüte 😉 Oder was weiß ich.

        Na ja… gestandenen AFOL fallen hier sicherlich einige Verbesserungen ein. Aber das ist dann nicht mehr im Sinne von LEGO.
        Ein bisschen schadé.

  2. Meine Becher funktionieren gut für alles…..notfalls auch für Vogelfutter im Winter……mein Papiermüll ist schon so voll genug ( dank dem “ jeder Kassenzettel ausgedruckt „System- hurra). Was will ich mit nem pappkarton? So ein dummer Blödsinn.Aber gut….nachdem ich mir die adventskalender 2021 heute nochmal angesehen habe und festgestellte das alle 2 Noten schlechter sind als letztes Jahr…..wundert mich nichts mehr

  3. Und was mache ich nun mit meinen 20, 30 Plastik Bechern? Kann ich dann in gelben Sack schmeißen. Der Umwelt ist dann genüge getan. Generell finde ich es ja nicht schlecht, eine Verpackung aus Pappe zu haben. Hauptsache, die hat auch eine vernünftige Füllform. Der Preis wird wohl auch dezent hoch gehen, aber unterm Strich ist es dann wohl immer noch günstiger, gegenüber Lego Sets. Bin erstmal positiv gestimmt.

  4. Erinnert mich an die schadstoffbelasteten Papierstrohhalme, die beim Trinken sofort durchweichen und für die noch mehr Wälder abgeholzt werden müssen.
    Die vermeintlich nachhaltigere Alternative ist nicht immer besser.

    1. The Storytelling Brick

      Der Witz bei dieser ganzen Einwegbesteck- und Plastiktütenthematik ist ja der, dass der Plastikmüll ja nicht nur aus eben diesen Dingen besteht. Man schaue sich mal die Industrie an, die jeden Furz bis hin zu ganzen Flugzeugfertigsektionen in Folien packt. Dazu der ganze Reifenabrieb der zig Millionen Autos, der ausgewaschen wird und als Mikroplastik in die Natur gelangt. Auch das Recycling sollte hier mal überdenkt werden, denn den Plastikmüll ins ferne Ausland zu verschiffen ist auch keine Lösung. Aber ja, nur der Endverbraucher ist Schuld <.< Wie immer und überall eben, werden die Symptome statt die Ursachen bekämpft.

      Zu LEGOs Plastikbecher-durch-Pappbehälter-Ersatz sage ich nur: wirtschaftliche Motivation. Pappbehälter kosten vermutlich weniger, verbrauchen weniger Material und es können mehr produziert werden, sind besser zu lagern, besser und stückzahlmäßig viel höher zu transportieren. Nachhaltigkeit ist nur ein Trugwort für das eigene Greenwashing-Geschwätz.
      Wenn es LEGO wirklich so ernst meinen würde, dann müssten auch die übergroßen Setverpackungen um mindestens ein Drittel verkleinert werden (meine bisherigen Highlights sind die Kartons zu The LEGO Movie 2 und Hidden Side), weniger vollflächigen Druck (insbesondere die schwarz bedruckten) verwenden, sowie die Seitenanzahl der Bauanleitungen drastisch reduziert werden (früher haben die Menschen doch auch ihre Sets mit den Wimmelbildsuchanleitungen zusammengebaut bekommen; oder ist der neumoderne Homo Sapiens wirklich dümmer und bequemer geworden?). Ne, dann lieber doch das Innenplastik ersetzen wollen… *sigh

  5. Also wir haben schon ewig keine Plastikbecher oder Minifigurboxen bei Lego mitgenommen. Ging immer prima vor Ort wurde alles in einen mitgebrachten Behälter umgefüllt/gepackt. Mit Corona war das sogar noch leichter.
    Und auch diese Pappkartons werden wir, wenn möglich nicht mitnehmen.
    Selbst Kassenzettel nehmen wir nur mit, wenn dies wichtig ist wegen Garantie oder möglichen Umtausch.
    Weshalb man Trinkhalme braucht, verstehe ich nicht.

  6. Es ist ja schonmal ein guter Schritt das ein Plastikhersteller in einigen Bereichen sein Plastik einschränkt. Und durch die vorherigen Kommentare wird es offensichtlich das der Kunde dies nicht von alleine machen würde.

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