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Ende nach fast 25 Jahren: LEGO MINDSTORMS wird eingestellt

Inhaltsverzeichnis

Eines der LEGO Themen, die am längsten existieren, ist LEGO MINDSTORMS. Seit fast 25 Jahren stellt LEGO unter diesem Namen Robotik-Baukästen zur Unterhaltung und zum Lernen her. Darüber hinaus werden die Sets gerne genutzt, um MOCs interaktiver zu gestalten. Doch damit ist nun Schluss, denn LEGO Mindstorms wird eingestellt – nachdem das aktuelle Set, der LEGO Mindstorms Roboter Erfinder (51515), erst seit 2020 auf dem Markt ist.

Since its launch in September 1998, LEGO Mindstorms has been one of the core ‘Build & Code’ experiences in the company’s portfolio, carrying with it significant brand equity and becoming a stand-out experience for the early days of consumer robotics and leading to current Build & Code experiences such as SPIKE Prime, from LEGO Education’s LEGO Learning System.

However, now having a number of priorities in LEGO Education and other Build & Code experiences, we have decided to focus our resources and future plans by redirecting our Mindstorms Robot Inventor team and their expertise into different areas of the business.

This means the physical Mindstorms Robot Inventor product (51515) and its related elements (88016 and 88018) are to exit our portfolio from the end of 2022, whilst digital platforms – such as the LEGO Mindstorms Robot Inventor App – will remain live until at least the end of 2024.

We still have strong belief in the Build & Code proposition and will continue to support it through platforms such as SPIKE Prime, and we are continuing to hold on to the trademark for the Mindstorms brand and assessing our future plans together with LEGO Education.

LEGO zum Ende von Mindstorms

LEGO MINDSTORMS – Die Geschichte seit 1998

1998 – LEGO MINDSTORMS RCX

Kurz vor der Jahrtausendwende erschienen im Jahr 1998 die ersten Sets in der LEGO Mindstorms-Reihe, die von einem “RCX”-genannten Mini-Computer gesteuert werden.

Der programmierbare Baustein hat ein kleines Display und je drei Anschlüsse für Sensoren und Motoren. Neben dem Robotics Invention System, das sich an reguläre Kunden richtete, hat der dänische Hersteller Kästen herausgebracht, die einen expliziten Fokus auf Schulen und ähnliche Bildungseinrichtungen hatten.

2006 – LEGO MINDSTORMS NXT

Acht Jahre später, im Jahr 2006, erschien nach Hardwarerevisionen und einigen kleineren Produkten unter der Mindstorms-Marke eine neue Generation: der LEGO MINDSTORMS NXT.

Mit einem größeren Bildschirm, einem zusätzlichen Sensoranschluss und einem Lautsprecher hatte der NXT einige Vorteile gegenüber dem Vorgängermodell. Alte Sensoren und Motoren waren allerdings nur über ein Adapterkabel nutzbar, da der vom RCX genutzte 9V Anschluss zwecks digitaler Sensoren durch einen anderen Anschluss ersetzt wurde. Die Produkte, die sich direkt an Schulen gerichtet haben, trugen ab jetzt den Namen “Education”.

2013 – LEGO MINDSTORMS EV3

Weitere sieben Jahre später, im Jahr 2013, wurde der LEGO MINDSTORMS EV3 angekündigt und veröffentlicht.

Neben einer höheren Bildschirmauflösung und einem weiteren Anschluss für Motoren, bietet der EV3 dank eines auf Linux basierenden Betriebssystems einen USB Anschluss und ein Lesegerät für MicroSD Karten. Über den USB Anschluss kann der programmierbare Baustein sogar mit WLAN Adaptern ausgestattet werden und sich so mit dem Internet verbinden. Allerdings gibt es durch das vollwertige Betriebssystem einen Nachteil: der EV3 benötigt zum Hochfahren eine halbe Minute. Vorherige MINDSTORMS-Versionen waren innerhalb weniger Sekunden betriebsbereit.

Sensoren und Motoren für das vorherige Modell konnten direkt mit dem EV3 genutzt werden, da der Anschluss kompatibel ist. Allerdings ist das Adapterkabel zu RCX Sensoren und Motoren nicht mehr offiziell unterstützt und mit dem NXT lassen sich nur die Motoren des EV3s nutzen.

2020 – LEGO MINDSTORMS Roboter Erfinder

Im Jahr 2020, nach den inzwischen gewohnten sieben Jahren Lebenszyklus des EV3s, wurde ein Nachfolgemodell veröffentlicht: der LEGO MINDSTORMS Roboter Erfinder.

Die beiden Anschlüsse, die dem kleineren Hub im Vergleich zum EV3 fehlen, lassen sich vielleicht damit erklären, dass Sensoren und Motoren nun unabhängig vom Anschluss genutzt werden können. Bei den vorherigen Generationen gab es nur Anschlüsse, die explizit für Sensoren oder Motoren genutzt werden konnten. USB Host-Anschluss und MicroSD Lesegerät wurden wieder entfernt. Dafür startet der neue Hub deutlich schneller.

Mit dem Wegfallen von speziellen Sensor- und Motoranschlüssen gibt es einen neuen Anschluss für die Kabel, der nicht mit den vorherigen Sensoren oder Motoren kompatibel ist. Dafür wird der Powered Up-Anschluss in der gesamten motorisieren Produktpalette von LEGO genutzt und Sensoren und Motoren aus anderen Sets können mit dem Roboter Erfinder verwendet werden.

Das Produkt, das sich an Schulen richtet, wird nicht mehr unter der Bezeichnung “MINDSTORMS” vertrieben. Dafür gibt es eine neue Marke: SPIKE Prime. Neben anderen Farben für den Hub und die Motoren bedeutet das eine neue Software, die parallel zur MINDSTORMS-Software entwickelt wird.

Das Ende – LEGO MINDSTORMS wird eingestellt

Nun ist klar, dass der LEGO MINDSTORMS Roboter Erfinder den 7-Jahreszyklus, den man von MINDSTORMS gewohnt ist, nicht durchhalten wird. Ende des Jahres, nach ungefähr 2 Jahren auf dem Markt, ist es soweit – LEGO MINDSTORMS wird eingestellt. Die Software soll bis mindestens Ende 2024 heruntergeladen werden können. Da es keine eigenen Installationsdateien gibt und die App nur über einen Appstore heruntergeladen werden kann, wird sich der Download der App nach diesem Datum schwierig gestalten.

Die SPIKE Prime-Reihe ist davon nicht betroffen. So soll die Funktionalität des Roboter Erfinders in die SPIKE App integriert werden. Wie umfassend diese Integration sein wird, bleibt abzuwarten. Schon jetzt ist es möglich, den Roboter Erfinder nach einem Firmware-Update mit der SPIKE App zu nutzen – es fehlen natürlich die Bauanleitungen und einige Funktionen. Zu den fehlenden Funktionen gehören neben der Möglichkeit, die Roboter über ein Gamepad oder die Tastatur zu steuern, die kürzlich hinzugefügte Möglichkeit, Bilder und Töne anhand von maschinellem Lernen zu erkennen. Eine Alternative zu der SPIKE-App bietet das Open Source-Projekt Pybricks, mit dem der Roboter Erfinder Hub ebenso programmiert werden kann. Allerdings steht hier nur die Programmiersprache Python zur Verfügung.

Mit keinem Nachfolgeset in Sicht scheint es so, dass die Marke nun ein Ende findet: LEGO MINDSTORMS wird eingestellt. Neben Kundinnen und Kunden, die viel Geld für ein Produkt gezahlt haben, das nach nur 2 Jahren eingestellt wird, ist diese Ankündigung ebenso problematisch für Mitglieder der Community, die teilweise viel Zeit in Projekte rund um den MINDSTORMS gesteckt haben. So wird das Interesse an MOCs mit dem Roboter Erfinder in der Zukunft deutlich schneller sinken, als es bei dem gewohnten Zyklus von sieben Jahren der Fall gewesen wäre.

Was sagt ihr zum Ende von MINDSTORMS? Habt ihr Sets der Themenwelt besessen? Teilt uns eure Meinung dazu gerne in euren Kommentaren mit!

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Kommentare

6 Antworten

  1. Schade, eine Produktreihe, die den ursprünglichen Gedanken hinter Lego mitgetragen hat und nun verschwindet, wie auch die Grundidee immer mehr hinter Lifestyle und Prestigeartikel zurückstecken muss.

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  2. Da ich sämtliche Sets der RCX Reihe habe und zusätzlich noch einen alten XP Rechner ,wo die Programme laufen , finde ich das eigentlich nicht so schlimm . Das Lego die Mindstorms Reihe nach all den Jahren einstellt ist halt für manche schwer .
    Aber beim alten System Mindstorms RCX kann man auch die alten Motoren und Sensoren verwenden , nämlich die von Lego Technik die in dieser Zeit gab .
    Also ich bin bis heute und das sind seit RCX auf dem Markt kam schon etliche Jahre vollkommen zufrieden .
    Auch die nachfolgenden Systeme NXT , EV3 mit etwas Geschick bekommt man es hin das diese zusammenarbeiten.

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  3. Hmm, ich bin auch schon etwas geknickt – Gut, es gibt viele 3rd-Party Projekte wie Legoino auf GitHub, so dass man sich helfen kann – aber es ist nicht mehr (ganz) LEGO. Und man wird sich immer teurer werdende Komponenten auf Bricklink besorgen müssen, vor allem der Hub wird durch die Decke gehen … (Habe mir noch schnell 4 Winkelmotoren bei LEGO online besorgt)

    Was mir eigentlich mehr Sorgen macht, ist, dass LEGO sind offensichtlich von solchen technisch anspruchsvollen Themen zu den (sauteuren) Sammlerobjekten wie dem “mighty Bowser”, dem “UCS Hogwarts Express” und dem “Black Panther” und etlichen Ideas-Sets zu irgendwelchen Fernsehserien zuwendet, die man sich als Fan eigentlich nur ins Regal stellt – eine völlig andere Welt, mit der wir als echte Technik-Nerds nun wirklich nichts zu tun haben: Sind wir für LEGO aus der Zeit gefallen und uninteressant?

    Hmm, bin mal gespannt, ob LEGO nicht doch noch unseren Markt bedienen möchte … Nach längerer Zeit gabs ja auch mal wieder was mit Pneumatik (wie genial!) Und alle paar Jahre bedient LEGO die etwas gehobeneren Zug-Fans …

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  4. Kein Grund zur Traurigkeit. LEGO hat doch erst kürzlich 1 Milliarde ins Metaversum investiert. Da kommt bestimmt ein passendes Robotik-Gadget zu gegebener Zeit raus 😉

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