BlueBrixx Geschäftsführer Klaus Kiunke hat gestern am frühen Nachmittag Besuch von zwei Gerichtsvollziehern bekommen, die im Auftrag der LEGO Juris A/S und im Rahmen einer Einstweiligen Verfügung in seinen Geschäftsräumen einige Klemmbaustein Sets beschlagnahmt – und ihm quasi im Gegenzug einen großen Stapel Papier da gelassen haben. In einem YouTube Video nimmt der BlueBrixx Chef am späten Nachmittag Stellung dazu. Er werde sich nun erst einmal mit seinem Anwalt intensiv beraten und alle Rechtsmittel nutzen, so der Händler. Die betroffenen Sets habe er zudem bereits aus dem Verkauf genommen. Trotzdem wolle er sich auch nicht von LEGO und deren hohen Schadensersatzforderungen einschüchtern lassen.
In den Kommentaren wird BlueBrixx ein wenig konkreter: „Die einstweilige Verfügung betrifft primär Sets mit Minifiguren, mit Cobi-Figuren als Ausnahme. Offene Bestellungen und Bestellungen, die heute noch eingehen, werden normal bearbeitet. Welche Sets morgen und in naher Zukunft im Shop noch erhältlich sein werden, können wir noch nicht genau sagen.“
In den nächsten Tagen will der BlueBrixx-Chef ein weiteres Video zum aktuellen Stand veröffentlichen. Ich bin gespannt auf die Details.
Kein Vergleich mit LEGO vs. Held der Steine
Auch wenn nach Bekanntwerden der Einstweiligen Verfügung gegen BlueBrixx der Vergleich mit dem Vorgehen von LEGO gegen den Held der Steine laut werden. Hier ist der Fall komplett anders gelagert, ein Vergleich ist meiner Meinung nach nicht möglich. Auch die Häme von eingefleischten LEGO Fans dürfte wieder groß sein, zumal bei BlueBrixx immer wieder mal ein paar Sets aus Asien angeboten wurden, die auch bei mir ein deutliches Stirnrunzeln verursacht haben. Etliche Klemmbaustein-Händler und Importeure dürften nach dieser erneuten Aktion von LEGO jedenfalls ordentlich aufgeschreckt worden sein.
Die wichtigste Frage: Wie weit wird BlueBrixx gehen?
Viel spannender an der Geschichte ist die Frage, wie weit geht BlueBrixx, um die Rechtmäßigkeit der beanstandeten Klemmbaustein Sets beweisen zu lassen. Stellt sich nämlich im Rahmen des Rechtsstreits (und es hört sich so an, dass BlueBrixx es darauf ankommen lässt) am Ende heraus, dass die Richter in einigen Punkten anderer Meinung sind als der Spielwarenkonzern (besonders interessant sind hier die Minifiguren), haben sich die Dänen mit der Aktion vielleicht selbst ins Knie geschossen. Es bleibt spannend …





