Bevor wir im Jahr 1992 weitermachen, springen wir noch einmal kurz in das Jahr 1991 zurück, denn das größte Set aus diesem Jahr möchte ich euch doch noch präsentieren. Es handelt sich dabei um das „Rock Island Refuge“ bzw „Piratennest“ mit der Setnummer 6273. Doch halten wir uns nicht lange mit der Vorrede auf, sondern starten gleich durch.
Die Verpackung
Wie schon das Set 6267 „Lagoon Look-Up“ gehört auch das Piratennest zu der Generation mit den zwei verschiedenen Designs der Umverpackung. Hierbei handelt es sich um die noch 1991 erschienene Version in gelb – allerdings nicht mehr mit dem klassischen LEGOLAND-Schriftzug in der linken, oberen Ecke. Dieses Set gibt es auch in der violetten Variante, welches ab 1992 erschien. Die Abmessungen für diese Box belaufen sich auf 43,5 cm in der Breite, 10 cm in der Höhe und 29 cm in der Tiefe.
Wie üblich beherrscht auch diese Box das Zeigen einer Inhaltsangabe für den Interessenten des Produkts mit Hilfe einer ganz wunderbaren Klappe.
Die Rückseite zeigt wieder einige Bauideen für die es wie immer keine extra Bauanleitung gibt.
Inhalt + Bauanleitung
Die Umverpackung selbst beinhaltet einen stabilen Innenkarton sowie die obligatorische, von mir sehr geliebte, aber selten gewordene Plastikeinlage.
Für mich wird allein dadurch ein Set schon enorm aufgewertet und sieht hochwertiger aus.
Als Basis dient eine 32×32 noppengroße, mit Wasser und Felsen bedruckte 3D Grundplatte, sowie eine 16×32 Basisplatte in blau.
Viele größere Elemente befinden sich unter den insgesamt knapp 380 Teilen des Sets. Darunter natürlich die klassischen Piratenelemente wie Takelage, Fahnen, Gefängnistür, Hängebrücken, aber auch schöne große Steine in 1×16 oder 2×10. Die Mauerelemente waren übrigens alle bedruckt – heute sind es leider nur noch Sticker – warum auch immer.
Als Bauanleitung liegt ein umfangreiches 20-seitiges Heftchen bei.
Am Anfang baut man das Zubehör – ähnlich wie bei heutigen größeren Sets, allerdings gibt es hier nicht für jedes Zubehör eine extra Anleitung. Und ob man es glauben mag oder nicht, das Zusammenklemmen der Steine klappt trotzdem und man erhält kein Ufo oder Tanklastwagen.
Es gibt insgesamt 21 Bauabschnitte – ohne Vorgabe der Steine. Diese wurden hier bis zur allerletzten Seite ausgereizt – man könnte denken, die Designer sind bei den 20 Seiten des Heftes in Platznot geraten, denn sonst befindet sich auf der Abschlussseite die ein oder andere individuelle Bauidee – äquivalent zur Rückseite des Kartons.
Die Minifiguren
Dem Set wurden insgesamt sieben Minifiguren mitgegeben. Darunter natürlich der Piraten-Kapitän – samt bedrucktem Hut, brauner Epaulette, dem klassischen Torso, sowie Haken und Holzbein. Der klassische Klassiker unter den klassischen Piraten! Ebenso ist eine Piratenbraut enthalten, mit schönem Dekolleté und knallig roten Lippen. Fehlen darf auch nicht ein Papagei und ein cooler Affe.
Der Rest der Truppe besteht aus zwei einfachen Piraten mit gestreiften Muskelshirts und Kopftüchern, einem Piraten mit Augenklappe und blauer Jacke sowie einem Jack-Sparrow-Hut und zwei schick uniformierten Blaurocksoldaten, wovon einer wieder den Rucksack tragen darf. Alle Torsos sind im übrigen nur von vorn bedruckt, ebenso gibt es keine Wendegesichter.
Die Insel + Zubehör
Wie schon erwähnt, fängt man mit dem Zubehör an. Dazu zählt ein Hai, eine Kanone (mit Rückstoß), eine Palme, ein kleines Piraten-Floß und ein Hybrid-Boot aus Segel- und Ruder-Antrieb für die reichen Blaurocksoldaten.
Nach mehr oder weniger 45 Minuten Bauzeit steht dann die ca. 38 cm lange, 26 cm breite und 33 cm hohe Insel vor einem und man denkt so – irgendwo her kenne ich dich doch?!
Richtig! Sie ist der große Bruder des Sets 6270 „Forbidden Island“ aus dem Jahre 1989. Die zwei Sets zusammen bilden schon eine prima Basis für eine Piratenlandschaft.
Aber zurück zu dem Piratennest und hinein in die Details. Die kleine blaue Basisplatte bildet eigentlich nur das angrenzende Wasser für den kleinen Steg. Hier befinden sich neben einer Schatztruhe voller Gold, auch ein Fass sowie die inseleigene Kanone plus Munition.

An manchen Stellen, ähnelt dieses kuschlige Nest auch einer klassischen Burg. Die bedruckten Mauerelemente, die Rundbögen oder auch die angedeuteten Zinnen.

Als Aufgänge dienen nebst Takelagen auch eine Treppe – und ein kleines Gefängnis ist auch vorhanden, der Zugang ist allerdings auf der anderen Seite – an der Klippe.
Kleine Fackeln erleuchten Nachts die Insel. Diese gefallen mir immer wieder sehr gut. Es gibt insgesamt zwei braune Hängebrücken, welche sich auf verschiedenen Ebenen und Seiten befinden, so dass man immer einen guten Ausblick auf das Meer / dem Feind hat.
Hier die Rückansicht mit dem Gefängniseingang – wie genau das Prozedere mit dem Einsperren hier ablaufen soll, erklärt sich mir nicht ganz, ich würde das „Fenster“ mit der Tür tauschen, so würde es zumindest Sinn ergeben – aber die Anleitung sieht es genau so vor, also machen wir es auch so.
Daneben befindet sich noch eine Klappe zum Öffnen, entweder zum Verwenden als Kerker oder auch als Lager für Fressalien und Schätze.
Ein nettes kleines Gimmick ist hier die Kochstelle mit Bratpfanne und Dunstabzugshaube – vielleicht darum auch die Piratenbraut?! Nein, sicherlich kocht hier auch mal der einfache Pirat – ganz sicher.
Die höchste Stelle der Insel bildet die große Piratenfahne.
Noch einmal der Blick von oben auf die Insel. Man erkennt auch hier den (sehr) einfachen Kran. Es ist eigentlich nur eine Schnur die durch eine graue lange Technic-Platte ein wenig geschwenkt werden kann. Eine Kurbel zum Heben und Senken fehlt leider, dass muss manuell durch Ziehen an der Schnur erfolgen.
Mein Fazit
Piraten bleiben meine Lieblinge. Da mag es auch fast egal sein, dass der Kran nur halbherzig ist, oder das Gefängnis lieber gespiegelt werden sollte – der Charme dieser alten Sets überspielt das ganz einfach. Ein insgesamt schönes und gut bespielbares Set, welches sich nahtlos in die bisherigen Sets einfügt ohne dabei wirklich groß zu überraschen.
Ich hoffe, euch hat das Review gefallen und ihr hattet wieder Spaß beim Lesen. Zum Abschluss noch ein kleiner Teaser für mein nächstes Review, was ich geplant habe:











