LEGO Eisenbahn-Fans werden es bestimmt mitbekommen haben: LEGO hat den niederländischen Custom-Trains-Anbieter HA Bricks verklagt und nun vor Gericht in Den Haag Recht bekommen. Das Urteil liegt seit Mitte der Woche vor und sorgt innerhalb AFOL-Community und in den großen AFOL- Foren wie bei Doctor Brick, 1000 Steine und Eurobricks für rege Diskussionen.
Worum geht es bei dem Streit?
Medienberichten zufolge hat HA Bricks Post von den Anwälten aus Dänemark bekommen, die in den angebotenen und verkauften Custom-Sets und Custom-Teilen von HA Bricks eine Verletzung der Markenrechte von LEGO sehen und daher einen sofortigen Verkaufsstop der HA Bricks Modelle forderten.
Eine außergerichtliche Einigung war den Medienberichten zufolge offenbar nicht möglich, deshalb endete das Thema nun (vorläufig) in einem Schnellverfahren vor dem Gericht in Den Haag.
Laut den LEGO-Anwälten stehe wegen der Custom-Züge der gute Ruf von LEGO hinsichtlich Qualität auf dem Spiel, da HA Bricks Bausteine modifizieren und abändern würde. Dies würde auch dazu führen, dass diese Steine schnell kaputt gehen. LEGO wolle die vollständige Kontrolle über seine Produkte behalten und lasse daher auch keine Änderungen oder Bedruckungen zu.

Modifizierte LEGO Steine
Niederländischen Medienberichten zufolge geht es HA Bricks zufolge insbesondere um einen 1×2 Stein, in den ein Metalllager eingepresst wurde. Dies stelle keine Beeinträchtigung dar, sondern eine Verbesserung, die bei den LEGO Eisenbahn-Fans sehr gut ankommen würde, so die Anwälte von HA Bricks. Zudem gäbe es auch keine Verwechslungsgefahr, da der Custom Anbieter auf den Verpackungen einen deutlichen Hinweis anbringen würden. Jegliche Einigungsversuche, auch vor Gericht, seien gescheitert, da LEGO nicht bereit gewesen war, mit sich reden zu lassen. Der dänische Spielwarenhersteller beharrte auf ein sofortiges Verkaufsverbot.
Urteil: HA Bricks vs LEGO
Und so ist es dann auch gekommen. Das Gericht folgte der Argumentation von LEGO. HA Bricks muss den Verkauf der selbst gebauten LEGO Züge innerhalb von zwei Tagen einstellen, auch das Bedrucken und Hinzufügen von Kugellagern sahen die Richter als Verstoß gegen die Markenrechte von LEGO an. HA Bricks darf neben den eigenen Anwaltskosten nun auch die Anwälte von LEGO bezahlen. Zudem muss das Unternehmen LEGO Zahlen liefern, wie viele Custom-Sets und -Teile der Anbieter verkauft hat, da LEGO sich vorbehalten hat, hier rückwirkend eine Strafzahlung in Höhe von 500 Euro pro verkauften Produkt zu verlangen.
Die Webseite von HA Bricks ist seit gestern Abend offline.
Reviews teils noch online
Die Sets von HA Bricks erfreuen sich bei LEGO Eisenbahn-Fans über große Beliebtheit. Hier finden Fans detaillierte Bausätze von Zügen und Waggons, die die Dänen so nicht produzieren würden. Auch auf einigen LEGO Fan-Ausstellungen habe ich die Modelle des niederländischen Anbieters schon fahren sehen. Auf YouTube gibt es einige Reviews von den Modellen, wie zum Beispiel bei Adam’s Brick Junction. Von dort stammen auch die Bilder unten.



GoFundMe Aktion gestartet
Bei der Plattform GoFundMe gibt es bereits einen ersten Aufruf zur Unterstützung von HA Bricks. Das Unternehmen rund um Hein Alkema, der für viele Designs verantwortlich ist, steht demnach vor dem Aus.
„Hein ist (war) ein begeisterter erwachsener LEGO Fan, der aufgrund seines Designtalents begann, Züge zu verkaufen. Um diese Züge immer besser und detaillierter zu machen, fing er an, sie selbst zu bedrucken und sie in schöne Schachteln zu verpacken“, so die Initiatoren des Aufrufs.





