LEGO Ideas: Spaceballs zieht ins Review ein

Auch nach 30 Jahren sorgt die Star-Wars-Parodie für viele Lacher. Reicht das, um ein offizielles Set zu werden?

LEGO Ideas Spaceballs
LEGO Ideas Spaceballs

Sehnsüchtig warten LEGO-Fans jedes Jahr auf die neuesten Leaks und Gerüchte zu den Sets der Star-Wars-Reihe. Bei LEGO Ideas könnte es bald jedoch ein Star-Wars-Modell der etwas anderen Art zum offiziellen Set schaffen: Spaceballs, ein Entwurf zur gleichnamigen Star-Wars-Parodie aus dem Jahre 1987.

Es gibt wohl kaum ein Franchise, das öfter durch den Kakao gezogen wurde als George Lucas` berühmte Sternenkriegs-Saga. Mindestens so lang wie die Liste an Ablegern, Comics, Büchern und Videospielen ist wohl auch die der Parodien. Mel Brooks‘ „Spaceballs“ sticht in dieser Reihe jedoch hervor: Als einer der ersten Persiflagen auf Star Wars überhaupt nimmt der Film die Originaltrilogie und insbesondere ihr exzessives Merchandising mächtig aufs Korn.

Im Mittelpunkt der abstrusen Geschichte: Draufgänger Lone Starr, der zusammen mit seinem Gefährten Barf (ein so genannter „Möter“, eine Mischung aus Mensch und Köter, im Deutschen Waldi) an Bord ihres Weltraum-Wohnmobils „Eagle 5“ ein Rumtreiberleben führt. Da das Duo beim Gangsterboss Pizza the Hutt einen riesigen Berg Schulden angehäuft hat, kommt ihnen gerade gelegen, dass König Roland vom Planeten Druidia sie um Hilfe bittet. Dessen Tochter Prinzessin Vespa wurde samt ihrer Roboter-Zofe Dot Matrix von dem Volk der Spaceballs entführt, die sie als Druckmittel nutzen wollen, um an die kostbare Luft des Planeten heranzukommen. Auf der Heimat der Spaceballs geht diese nämlich bald aus – und die ganze Zeit nur „Perri-Air“-Dosen zu nehmen kann ja keine Lösung sein.

Angeführt von den Oberschurken Lord Helmchen und Präsident Skroob setzen die Spaceballs alles daran, ihren Plan in die Tat umzusetzen – doch sie haben nicht mit Lone Starr gerechnet, dem es gelingt, die Prinzessin und ihre Zofe zu befreien. Da Lone Starr beim Tanken zu geizig gewesen war, sind sie jedoch gezwungen, auf einem Wüstenmond notzulanden. Nach einigen Irrungen durch die Ödnis begegnet ihnen schon bald der mysteriöse Joghurt. Von ihm erfährt Lone Starr alles über eine geheime Kraft namens „the Schwartz“ (im Deutschen: der „Saft“).

Ob die ikonischen Charaktere, die Raumschiffe, die Musik oder auch den Intro-Text: „Spaceballs“ macht sich über so ziemlich jeden Aspekt aus „Star Wars“ lustig. Daneben spielt der Film aber auch auf andere Klassiker des Sci-Fi-Genres an, wie „2001: Odyssee im Weltraum“, „Alien“ und „Planet der Affen“.

Fester Bestandteil des Gag-Repertoires ist vor allem der Meta-Humor, der mitunter philosophische Züge annimmt, als Lord Helmchen, um herauszufinden, wo Lone Starr mit der Prinzessin abgeblieben ist, sich eine Kassette des eigenen Films ansieht. Und auch, wenn die Spaceballs Lone Starrs Stuntdouble statt ihn selbst gefangen nehmen oder Präsident Skroob sagt: „Würde ich langsamer gehen, wäre der Film vorbei.“, wird deutlich, dass der Film amüsiert auf sein eigenes Medium verweist. Die meiste Zeit geht es aber gerne auch richtig flach zu: Beispielsweise, als die Truppen der Spaceballs mit gigantischen Kämmen die Wüste absuchen, weil sie den Befehl von Präsident Skroob, die Wüste zu durchkämmen, allzu wörtlich genommen haben.

Fandesigner Bricktory Lap lässt mit seinem Modell der Eagle 5 die besten Szenen noch einmal aufleben. Filme zählen dabei zu seinen großen Leidenschaften, er selbst bezeichnet sich in der Hinsicht als echten „Nerd“. Und so überrascht es nicht, dass sich unter seinen bisherigen Einreichungen allesamt Modelle mit Bezügen zu Filmen finden, sei es „Indiana Jones“, „Star Wars“ oder „Fluch der Karibik“. Auf großen Zuspruch stießen seine Modelle jedoch nicht – mehr als 1000 Stimmen waren bisher nicht für ihn drin gewesen.

„Spaceballs“ brachte ihm nun den großen Durchbruch ein und benötigte dafür knapp ein dreiviertel Jahr – vielleicht keine „Wahnsinnsgeschwindigkeit“, um es mit einer Szene aus dem Film zu sagen, aber immerhin nahe an Lichtgeschwindigkeit. Bei „Spaceballs“ konnte er sich allerdings auf eine treue Fangemeinschaft verlassen, denn so wie viele andere Mel-Brooks-Filme genießt der Streifen mittlerweile Kultstatus. 2016 schaffte es im Übrigen schon einmal ein Entwurf zu „Spaceballs“ ins Review, wurde von den Offiziellen aber letztlich nicht als Set umgesetzt. Nun also die zweite Chance für die Star-Wars-Parodie.

Als Minifiguren sind mit Lone Starr, Waldi/Barf, Prinzessin Vespa, Dot Matrix, Lord Helmchen, Präsident Skroob, Colonel Sandfurz und Joghurt alle wichtigen Charaktere des Films im Entwurf enthalten. Von den „Spaceballs Frühstücksflocken“ über ein Display mit Pizza the Hutt bis hin zu der Hot-Air-Kanone und Lord Helmchens Actionfiguren ist das Modell nicht zuletzt mit einer Vielzahl von Anspielungen gespickt. Und wem fliegende Weltraum-Wohnmobile zu abgedreht sind, kann ganz einfach die Flügel weglassen. Das Wohnmobil gäbe sicherlich einen netten Wagen für die heimische LEGO-Stadt ab.

Könnte der Entwurf zu Spaceballs der Sprung in die Verkaufsregale gelingen? Das wird die Zukunft zeigen. Nur eins ist gewiss: The Force… äh, the Schwartz ist strong with this one.

Übersicht zu den Entwürfen der 2. Review-Phase 2021