Ich freue mich, euch heute ein weiteres Highlight in unserer Classic Review Reihe vorzustellen. Mitte der 70er Jahre hat LEGO den Wilden Westen als großes Thema für sich entdeckt. Das damalige Top-Set war die Western-Stadt mit der Set-Nummer 365 von 1975. Aus insgesamt 602 Teilen setzte sich das Set zusammen – und bot zudem allerlei Überraschungen.

Das Besondere an diesem großen Modell war die ca. 50×70 cm große Grundplatte aus dickem Karton.

Sie war in der Mitte faltbar und im Deckel der großen Box untergebracht. Pfiffige Idee, so konnte man sie immer gut und vor Knicken geschützt aufbewahren.

Überhaupt war die Schachtel dieser LEGO Western-Stadt ein echtes Highlight: Eine große Box mit einem Deckel zum Aufklappen und alle Bauteile in einzelnen kleinen Schachteln verteilt.

Auf der Rückseite sind einige Detailaufnahmen, aber keine B-Modelle!

Jedes Haus hatte eine extra Grundplatte und konnte so auf den großen Spielplan gestellt werden.

Die Bauanleitung war für damalige Verhältnisse recht umfangreich und es wurde der Zusammenbau aller Gebäude, der Kutschen und der Cowboys mit ihren Pferden Schritt für Schritt erklärt.

Es waren für die Zeit unverhältnismäßig viele Aufkleber dabei. Zum Glück sind bei diesem über 40 Jahre alten Set noch alle vorhanden, wenn auch teilweise schief aufgeklebt. In dem Set sind übrigens alle Gebäude dabei, die zu einer richtigen Western-Stadt gehören.

Sheriff und Bankgebäude.
Saloon (mit rothaariger Bedienung) und Kaufladen. (Foto: PROMOBRICKS)
Hotel und Bank. (Foto: PROMOBRICKS)

Auch eine Postkutschen-Station gehört zur Western-Stadt. Hier konnten sogar die Pferde untergestellt werden. Beachtet den Steckbrief „Wanted Dead or Alive“ , der durfte natürlich in einem Wild West Set nicht fehlen!

Postkutschen-Station „Pony Express“. (Foto: PROMOBRICKS)

Vielleicht könnt ihr euch noch an die alten TV-Serien wie Bonanza oder Rauchende Colts erinnern. Alle Gebäude finden sich auch in unserer Western-Stadt – und ich habe diese Sendungen geliebt! Doch kommen wir nun zu den Figuren. Bevor die Minifigur 1978 das LEGO Licht der Welt erblickte, waren die Figuren noch deutlich einfacher gestaltet, ohne Arme und Beine.

Die Köpfe waren auch noch nicht bedruckt. Da war Fantasie im Kinderzimmer gefragt!

Postkutsche mit Cowboy. (Foto: PROMOBRICKS)

Am Witzigsten finde ich übrigens den Planwagen von Doc. Holidays – einem „typischen“ Scharlatan , der Schlangenöl als Wundermittel teuer verkaufen will.

Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug in den Wilden Westen genauso viel Spaß beim Lesen gemacht, wie mir beim Bauen und Schreiben.

Schreibt mir in den Kommentaren, welches Set bzw. Thema ich beim nächsten Classic Review angehen soll.

12 KOMMENTARE

  1. … damals … als Kartons noch toll gestaltet waren, es Freude machte beim Auspacken. Heute – ein lustloser billiger Pappkarton wo einfach die Tüten reingeworfen sind.
    Aber tolles Review! Danke 🙂

  2. Ein sehr schönes Set aus einer Epoche, in der noch keine braunen und grünen (außer Grundplatten und Bäume) Steine produziert wurden, um zu verhindern, dass Kriegsspielzeug aus Legosteinen gebaut wird.

    • Hallo,
      Da muß ich Dir widersprechen.
      Ich habe damals durchaus U-Boote, Flugzeuge, Schlachtschiffe und Panzer aus LEGO gebaut.
      Für die drehbaren Geschütztürme eigneten sich die weißen Drehscheiben und als Kanonen die blauen Eisenbahnschienen. Statt Panzerketten wurden halt viele Räder hintereinander verbaut.
      Das Farbschema war bei den „Freunden“ blau gelb (die Farben waren viel seltener)
      Und bei den „Feinden“ rot-weiss.

      Später habe ich dann Ersatzdienst beim Katastrophenschutz geleistet, weil ich nicht beim Bund das töten lernen wollte 😉

      Gruß
      Frank

      • Das es dennoch möglich war, Spartenfahrzeuge zu bauen steht außer Frage. Nur war es zu der Zeit die Philosophie von LEGO, aus diesem Grund besagte Farben nicht in die Produktion einfließen zu lassen.

        Grüße vom Ex-Stations-Zivi. 😉

  3. Sehr schönes Review, leider alles noch vor meiner Zeit. Vllt kommen ja irgendwann ja auch mal Reviews mit Bezug aus meiner Kindheit.
    Aber nochmal, super Arbeit, hat Spaß gemacht diesen Artikel zu lesen.

      • Meine „große“ Legozeit geht erst 15 Jahre später los, die Sets an die ich mich heute noch gern erinnere, sind aus den frühen Neunzigern.
        Bin aber gespannt auf die Sets, die ich vorher so verpasst habe. 😉

        Grüße
        Akil

  4. Hallo,
    Danke für das tolle Review eines der Klassiker-Sets überhaupt.
    Dieses Set fällt genau in meie LEGO-Kindheit, welche von etwa 1970-1980 ging.
    Erwähnen möchte ich noch, das die weiße Frauenfrisur nur in diesem Set vorkam (abgesehen von einem ultraseltenen DACTA-Set) und heute sehr gesucht ist.

    Und zu den Aufklebern muß ich noch anmerken, daß es nicht wirklich außergewöhnlich viele für diese Zeit sind.
    Das „Schwesterset“ 364 (Hafen) hatte ähnlich viele Sticker. Und überhaupt hatte LEGO Mitte bis Ende der 70er geradezu einen Aufkleber-Wahn (Bäckerei 361, Bahnhof 148 oder 384 London-Bus, um nur einige Beispiele zu nennen). Die Qualität der Aufkleber war sehr gut und hatte das Potential, bis heute zu überdauern. Allerdings waren die Aufkleber oft über mehrere Elemente aufgeklebt, weshalb sie heute meist fehlen oder „geteilt“ sind. Selbst die ersten Minifiguren 1978/1979 waren alle beklebt. Es wurden sogar Sets mit Aufklebern neu aufgelegt, welche vorher bedruckte Steine hatten (Lokomotive 723).

    Serien mit fast ausschliesslich bedruckten Steinen blieben leider seitdem eher eine Seltenheit (Classic Space, Harry Potter, Adventurers, Star Wars zu Anfang)

    Ich bin wirklich sehr gespannt, wenn in 40-50 Jahren Reviews über die Sets von heute gemacht werden, ob:
    -Es dann noch Sets gibt, bei denen die Aufkleber erhalten geblieben sind
    -Es dann ob der heutigen Fülle an Sets auch echte Klassiker gibt, an die sich alle erinnern.

    Im Jahr 2016 gab es zwanzig (!) mal so viele Set-Neuerscheinungen, wie 1975

    Zugegebenermassen würde man mit den Sets der 70er heute wohl kein Kind mehr hinter dem Smartphone hervorlocken…
    Zu wenig oder keine realistische Farben (grau und grün gab es nur als Formbäume, Grundplatten oder Platten) und die Formen waren durchweg nur Eckig (von den Maccaronis und Dachsteinen mal abgesehen).
    Früher war nicht wirklich alles besser, außer der Machart der Verpackungen. Da wurde wirklich viel mehr Liebe und auch Aufwand reingesteckt.

    Zum Schluss muß ich noch etwas zu den Plänen von LEGO anmerken, die Bausteine in Zukunft aus nachhaltigen Materialien zu fertigen…..
    Ich bin überzeugt, daß heute noch mehr als 50% aller jemals gefertigten LEGO-Steine existieren und auch problemlos immer noch verbaut werden können.
    Kein anderes Produkt aus Kunststoff dürfte das von sich behaupten können.
    Die Plastikinseln in den Weltmeeren bestehen bestimmt nicht aus LEGO …

    Gruß
    Frank

    • Hallo Frank,
      vielen Dank für Deine fundierten Anmerkungen. Es dürfte wohl Mitte der siebziger Jahre gewesen sein, wo LEGO die Aufkleber entdeckt hat. Vorher waren „geätzte“ Steine üblich. Ich erinnere mich noch gerne an die Kühlergrill Steine an den 4wide Autos von damals. Den Anfang machten die sogenannten Homemaker Set´s. Den Mädchen traute man damals wohl eher das aufbringen von Stickern zu. In dieser Größe und Menge vielen mir die Sticker allerdings erst beim Western Set auf. Du hast aber vollkommen Recht, viele Aufkleber gab es auch schon vorher bei anderen Set´s. Mein erstes „Aufkleber“ Modell war das Ambulance Set 653. Allerdings waren damals Sticker noch die Ausnahme, im Gegensatz zu jetzt, wo in fast jeder Packung ein Aufkleber Bogen zu finden ist.
      In diesem Sinne: Viel Spaß beim „neu“ entdecken von alten LEGO Set´s
      Gruß
      Wolfgang

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