Zwei LEGO Technic Ikonen sagen Farvel

Mit Jan Ryaa und Sten Schmidt haben sich zwei großartige LEGO Designer in den Ruhestand verabschiedet. Sie waren für viele Innovationen in der LEGO Technic Welt verantwortlich und bringen zusammen 90 Jahre LEGO Erfahrung auf ihren Zeitstempel.

Jan Ryaa (Design Master, rechts im Bild) begann seine Arbeit bei LEGO im Jahr 1974, wo er mit dem Bau von 3D-Modellen startete. Er wechselte schnell in die Produktabteilung, wo er mit dem neuen Projekt „LEGO Technic“ beauftragt wurde.

Jan: „Ich war besessen davon, mehr Bewegung in die Modelle zu bringen, und fing an, Löcher in die klassische Elemente zu bohren, um Achsstangen einzusetzen. Quasi die Geburtsstunde der klassischen LEGO Technic Steine ​​mit Löchern.“ So entstanden im Jahr 1977 mit dem LEGO Technic Chassis 853 und dem Traktor 851 die ersten Modelle in Zusammenarbeit mit Erik Bach.

Sten Schmidt (Senior Element Coach, links im Bild) ist seit 1979 beim dänischen Spielwarenhersteller in Billund tätig. Er wurde zunächst einer geheimen Abteilung namens „XYZ“ zugewiesen, welche große neue Projekte entwickeln sollte. Da dies aber mehr oder weniger zu einer Luftnummer wurde, wechselte Sten Mitte der 80er Jahre in die Technic-Abteilung. Hier war er maßgeblich am LEGO Technic 8865 Test-Car beteiligt, welches ich euch bereits in einem Review vorstellen konnte.

Doch Sten selbst trug maßgeblich an der Weiterentwicklung der alten Technic-Bricks bei, in dem er die heute viel verwendeten Liftarme entwickelte.

Sten: „Eines der Elemente, auf deren Entwicklung ich besonders stolz bin, ist der Technic-Balken ohne „Knöpfe“, der ein stabileres Modell ergibt und bis heute eines der am häufigsten verwendeten Technic-Elemente ist. Der Balken baut auf dem System auf, das Jan erfunden hat, indem er Löcher in Steine gebohrt hat, aber ich habe die Knöpfe abgelegt, um sie richtig zu machen.“

Ebenso war Sten an LEGO Dacta beteiligt, welches der Vorläufer für das heutige LEGO Education ist.

Von LEGO Technic über Belville und Jack Stone

Beide haben in ihren fast 90 Jahren zusammen viel erlebt und auch an vielen Projekten mitgestaltet. So sind sie neben den Tätigkeiten in der Technic-Welt auch bei Belville, Jack Stone, Soft Blocks oder dem Zugprogramm aktiv gewesen. Ob die Ausflüge gerade bei Jack Stone so gut waren, sei mal dahin gestellt. Immerhin bringen es beide zusammen auf über 70 LEGO Element-Patente!

Seit 2002 wurden Jan und Sten dem Design Lab zugewiesen. Jüngere Element- und Modelldesigner haben seitdem stark von ihrer großen Erfahrung profitiert. Eine ihrer Hauptaufgaben war es, neben der Entwicklung neuer Elemente sicherzustellen, dass alle die richtige „LEGO-DNA“ haben.

Sten: „Es war eine Freude und ein Privileg, mit so vielen großartigen Menschen und Teams auf dem Weg zusammenzuarbeiten.“

„Und es ist fantastisch zu sehen, dass einige der Dinge, an denen wir gearbeitet haben, noch heute von unseren Designern verwendet werden. Ich bedaure nur, dass Sten dieses großartige technische Element ruiniert hat. Abgesehen davon war es eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten “, sagt Jan und bricht in Gelächter aus. Womit Jan in seiner lustigen Ironie wohl nicht ganz unrecht hat.

An ihrem letzten Arbeitstag haben beide abschließend ihren letzten Gang zusammen gemacht. Wir von PROMOBRICKS sagen Danke für die tolle Arbeit und Farvel!

Den originalen Artikel (auf Englisch) findet ihr auf LEGO.com.

28 Kommentare zu „Zwei LEGO Technic Ikonen sagen Farvel“

      1. Leider hat aber CADA im Segment Technik Lego bereits überholt…und das sage ich als Lego Fan….Rote Lego Ferrari ist im Vergleich zum Cada-Modell wirklich schrott und wird praktisch nur von Aufklebern zusammengehalten….wenn ihr mal das Cada-Modell live gesehen und berührt habt, werdet ihr dies auch als Lego Fan zugeben…

            1. Der Begriff „lego“ darf nicht in Domains, Webseitennamen, etc. verwendet werden, sonst droht Ärger. Zudem wäre eine Markenschutz von „Promolego“ nicht möglich, von „Promobricks“ beispielsweise schon.

        1. War ja klar, dass dieses Fettnäpchen kommen musste….
          Der Superduper-Cada-ist zu 99% aus Teilen gebaut, die diese beiden Herren ERFUNDEN haben.
          Mehr muss man dazu wohl nicht sagen.

          Und sehr wahrscheinlich wird Bruno Jenson seine Karre auch mit LEGOs entwickelt haben. Der Rest ist nun mal bloße Kopie. Worin die Chinesen unbestritten die Meister sind. Wobei sie auch wohl erst damit eine angeblich gleichwertige Qualität erreicht haben (sollen). Das wirkliche „Blaue Elend“ ist ja wohl so billig wie es eine Zumutung ist.

          1. Ich hab hier ja schon einige … Antworten erlebt, aber das hier kommt echt in die Top 3 – wenn es keine Ironie sein sollte.

            Irgendwer hat irgendwann mal Ziegelsteine, Betonsteine oder sonst was erfunden. Sind jetzt alle Häuser Kopien der ersten Bauwerke? Mal ganz davon abgesehen, das die Alternativen auch Steine haben, die die Dänen nicht im Programm haben.

            Aber ist eben schon traurig, wenn die „Chinesen“ mit den „kopierten“ Steinen besseres bauen können als die Erfinder selbst.

            Und über die Geschichte der Steine wurde hier ja schon genug geschrieben.

            1. Stephan Sommerhalder

              Das ist ja das traurige daran das die Teile von LEGO sind und was sie heute daraus machen. Diese 2 Herren die gehen können wahrscheinlich ein Liedchen singen davon. Lego sollte sich wieder ca 1o-15 Jahre zurückbesinnen. Wie Kann es sein das keine B Modelle gibt ? So etwas wird nicht von den Designern entschieden sondern von der oberen Etagen, die natürlich fürs finanzielle verantwortlich sind. Schade das nur der Profit zählt.

  1. Jack Stone, Belville … ich schätze, es muss im Universum immer alles in Balance sein, und wenn einer eben so tolle Dinge wie Technic-Bricks und Liftarme erfindet, muss dieser Lichtmoment auch irgendwie durch sein dunkles Extrem wieder ausgeglichen werden.

    1. Lieber Wolfgang, Ich glaube Du beziehst Dich auf einen Herrn der Steine. Dieser hackt, wie Du richtig feststellst fortwährend auf Lego herum. So wie ich das verstehe, ist der Adressat der Unfähigkeitsvorwürfe jedoch eher die Teppichetage in Billund und nicht die beiden netten Herren der Design-Abteilung.

        1. Zensur!
          Aber Scherz beiseite. Interessante Story über die Technik-Erfinder, wie es scheint! Ihr Weggang wird aber trotzdem nicht helfen.

  2. Die letzten beiden Mitarbeiter, die noch wussten, wie man bei Lego „Technic“ tatsächlich technische Funktionen in die Sets einbaut, gehen also von Bord. Sehr schade. Die Gründe für CaDa werden immer mehr. 😉

  3. Christian Andersch

    Dann bleibt nur zu sagen: Danke für die tollen Sets meiner Kindheit, und genießt euren Ruhestand.
    8865 war mein Weihnachts-Highlight 1988, bis heute finde ich es besser als 8880 und alles was danach kam.
    Mit den noppenlosen Liftarmen kann ich mich aber immer noch nicht anfreunden – auf diese Entwicklung hätte m.E. verzichtet werden können.

    1. Ich finde die Erfindung der Liftarme sehr positiv, es hat auch außerhalb der Technik Sets seine Einsätze bekommen und dort sind dann Modelle wie das 10212 UCS Imperial Shuttle möglich geworden.

      Das es in der Technik Set Reihe nicht mehr primär um interessante Bautechniken geht ist sehr schade, aber das liegt mehr an der Entscheidung im Management auf welche Themen sich die Sets fokussieren sollen. Und da ist im Moment viel zu viel an Fahrzeugen drin.

      1. Christian Andersch

        Gegen Fahrzeuge habe ich nichts. Ich finde nur das Bauen mit den Liftarmen wenig intuitiv, und gleichzeitig relativ langweilig. Da war das Bauen der klassischen Technicmodelle mit den genoppten Lochbalken deutlich abwechslungsreicher. Und die Stabilität war auch besser, aufgrund der vorhandenen Noppen.

        1. Die Liftarme sind doch der zweite Meilenstein nach Einführung von Technic. Erst diese Weiterentwicklung hat Technic auf eine ganz andere Ebene, raus aus den Kinderzimmern, gebracht. Eine ungeheure Innovation!!!

          1. Christian Andersch

            So unterschiedlich sind die Meinungen. Für mich sind Liftarme als Ergänzung ganz nett. Beim Bau von kompletten Modellen überwiegen (für mich) jedoch die Nachteile, zumindest aus klassischer Lego „jeden Tag ein anderes Spielzeug“ Sichtweise. Aus modellbauerischer Sicht mögen sie Vorteile haben – aber wenn ich technischen Modellbau betreiben möchte, kaufe ich mir gleich einen richtigen Modell-Bausatz.

            1. Das ist ja der Punkt. Wenn mir die Kreationen z. B. eines „Eric Traxx“ anschaue, geht das doch schon gewaltig in Richtung „Modell“ durch die Kombinationsmöglichkeiten von „klassischem“ mit „glattem“ Lego. Was übrigens den Bauspaß immens steigert.
              So empfinde ich heute den Bau alter Technic Sets, die für mich in den 70ern und 80ern das Höchste darstellte, als „Kinderkram“. Zu grob und zu einfach.
              Trotzdem kann ich eben auch das aufwändigste Modell wieder zerlegen, mit zusätzlichen neuen Teilen ein anderes MOC bauen – um dann vielleicht irgendwann später das erste wieder zu bauen. Wie man Lust hat.

              Plastik- und RC-Modellbau sind ja noch mal eine ganz andere Liga.

  4. Sollen sie ihren wohlverdienten Ruhestand genießen.
    Aber Liftarme stabiler als Technikbricks? Im Leben nicht…

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