LEGO Technic 8839 Supply Ship von 1992 im Classic-Review

Mit dem LEGO Technic 8839 Bergungsschiff möchte ich euch heute auf eine kleine Zeitreise in das Jahr 1992 mitnehmen. Beim letzten LEGO Technic Talk auf unserem YouTube-Kanal drehte sich ebenfalls alles um klassische LEGO Technic Sets aus dem letzten Jahrtausend. Die Resonanz darauf war durchweg positiv, so dass es auch mal wieder Zeit wird, eines dieser älteren Sets in einem kleinen Einzel-Review zu präsentieren.

Das sogenannte Bergungs- bzw. Versorgungsschiff stellt dabei in zweierlei Hinsicht eine kleine Besonderheit dar. Einerseits war es das erste Schiff aus der LEGO Technic Serie, zum anderen wurden mit den Flex-Kabeln Elemente verbaut, die es nur in sehr wenige Sets geschafft haben. Was es aber genau mit diesen Kabeln auf sich hat und welche Funktionen dieses Schiff eigentlich bietet schauen wir uns nun mal genauer an.

Fakten zum LEGO Technic 8839 Set

  • Set-Nummer: LEGO 8839
  • Thema: Classic Technic
  • Bezeichnung: Supply Ship (dt: Bergungsschiff)
  • Teilezahl: 563
  • Minifiguren:  –
  • Aufkleber: 10
  • Erscheinungsjahr: 1992 (bis 1993)
  • Empfohlenes Alter: Ab 10 Jahre
  • UVP: 

Die Verpackung

Wer das Design des LEGO Technic 8839 Bergungsschiffs sieht, wird sofort in die Ende 80er bzw. 90er Jahre zurück versetzt. Das typische dunkelblaue Design mit der passenden Blaupause im Hintergrund des jeweiligen Modells darf auch bei dieser 38,5 x 28,5 x 6 cm großen Verpackung nicht fehlen.

Eine große Freude macht natürlich der Klappdeckel. Auf dessen Innenseite sind die Funktionen des LEGO Technic 8839 Sets schon einmal dargestellt. Auch ein expliziter Hinweis in der linken oberen Ecke auf die enthaltene Bauanleitung für zwei Modelle ist gegegeben. Geht der Blick etwas tiefer, kann der geneigte Technic-Fan durch zwei große Folienfenster in das Innere des Kartons blicken.

Im Inneren befindet sich ein stabiler Pappkarton, eine große gelbe Plastikeinlage mit verschiedenen Fächern, sowie eine extra transparente Einlage für diverse Einzelteile. So werden zum Beispiel die Antriebsdüsen und der beliebte schwere Metallhaken präsentiert, welcher bereits 1989 seine Premiere im LEGO Technic 8854 Kranwagen feierte. Doch auch die „seltsamen“ Flex-Kabel werden auf eine untypische Art gezeigt – in einem großen extra Fach wurden diese tatsächlich damals mit einem Klebestreifen fixiert. Ich vermute mal, dass das nur durch reine Handarbeit erledigt werden konnte.

Die Rückseite des LEGO Technic 8839 Kartons zeigt nur B-Modell des Sets – ein Hovercraft und seine Funktionen. Es darf also zwischen zwei Wasserfahrzeugen gewählt werden.

Die Bauanleitung

Zum LEGO Technic 8839 Supply Ship gehört natürlich auch die passende Bauanleitung. Ebenfalls dabei ein kleiner Stickerbogen, der insgesamt zehn Sticker zum Anbringen an das Modell beinhalt. Ein paar wurden bereits bei meinem Modell verwendet, welche als Instrumententafel für das Cockpit dienen. Die restlichen Sticker werden wieder über mehrere Steine bzw. sogar über die Löcher der Technic-Bricks geklebt.

Insgesamt hat die Anleitung 36 bedruckte Seiten. Für Technic-Neulinge gab es auf den ersten zwei Seiten immer noch ein paar Tipps – denn nichts wäre schlimmer, wenn irgendein Mechanismus am Ende sehr schwergängig laufen würde.

Nach den Basics wird dann aber gleich in die Vollen gegangen. In 26 Bauschritten darf das LEGO Technic 8839 Versorgungsschiff zusammengesteckt werden. Bei den Technic-Sets war es damals schon üblich, dass die benötigten Steine für den jeweiligen Bauschritt angezeigt wurden. Das hilft bei den alten Sets aber in der Tat sehr. Auch die extra Abbildungen für die Maßeinheiten der durchgängig schwarzen Kreuzstangen half dem ein oder anderen Erstbauer – später entwickelte man aber den „automatischen“ Blick für die Größe von Kreuzstangen. Heute wird dieses Lernerlebnis durch zahlreiche bunte Farben abgenommen.

Wie schon angedeutet, beinhaltete diese Bauanleitung auch den kompletten Aufbau eines B-Modells. Ab Seite 24 werden die 19 Bauschritte erklärt – die letzten zwei Seiten bieten dann tatsächlich auch noch Platz für den optionalen Einbau des LEGO Technic 8720 Motoren-Sets.

Der Aufbau

Doch nun genug von der prall gefüllten Anleitung und hin zum Aufbau des LEGO Technic 8839 Supply Ships. In den ersten Bauschritten wird das Grundgestell des Schiffes gebaut. Große Technic-Rahmen-Elemente, wie es heute zur Stabilität (mehr oder weniger) eingesetzt wird, gab es damals natürlich nicht. Auch waren Liftarme noch in recht weiter Ferne, so dass alles aus einzelnen klassischen Technic-Bricks gebaut werden musste. Aber heute weiß man, nur echte Technic-Sets besitzen Technic-Bricks. Wie dem auch sei, es dominieren nur wenige Farben das Set – da machen auch die Zahnräder keine Ausnahme. Dieses LEGO Technic 8839 Set besitzt tatsächlich 23 Zahnräder – alle in (alt-hell) grau – das schwarze Schneckengetriebe und den großen Drehkranz noch nicht mit eingerechnet.

Die Räder dienen später dazu, dass sich das Schiff fortbewegen kann. Schwimmen kann es natürlich nicht, aber immerhin wird eine Lenkung mit eingebaut, die nicht nur die zwei Rotorblätter am Ende bewegt, sondern auch die Räder am Heck.

Für genau diese Lenkung am Heck kommen die Flex-Kabel zum Einsatz. Über eine recht aufwendige Konstruktion wird später das Einschlagen der Räder zusammen mit den Rotorblättern ermöglicht. Die recht dünnen Kabel werden dabei in kleine Halterungen gedrückt und rasten dort ein. Über ein Loch kann nun die Verbindung mit einem Technic-Pin erfolgen.

Hier sieht man noch einmal das Einschlagen bzw. Bewegen der verschiedenen Elemente des LEGO Technic 8839 Schiffes, sobald am langen, abgehenden Flex-Kabel gezogen wird.

Über die Vorderräder und diverse Kardangelenke (mit der alten 4er Länge) wird auch das rotieren der Rotorblätter in den Antriebsdüsen erreicht.

Hier noch einmal der Blick auf die Übersetzung mit den Zahnrädern und das Verbinden mit den Kreuzstangen, auf diese später die Rotorblätter gesteckt werden.

So erhält das Schiff schon einmal seinen Forttrieb. Auch die Form des Kutters lässt sich nun bereits erahnen – und ja, es wird luftig, aber so sahen eben die Technic-Modelle der damaligen Zeit aus – ein grobes Gestell um die Form zu zeigen und darin viel Technik. So ist es also auch beim LEGO Technic 8839 Schiff nicht anders.

Ein schöner großer Zahnradkranz wird den späteren Kran zum Drehen bringen. Auch hier helfen wieder ein paar Zahnräder, um den Antrieb zu gewährleisten. Um ebenfalls einen besseren Halt des langen Flex-Kabels zu gewährleisten, wird ein stabiler bzw. starrer Schlauch verwendet, der wiederum mit einem halben Technic-Pin fixiert wird.

So langsam wird deutlich, wohin die Reise geht. Auch ein paar Flügelelemente am Bug in hellgrau, sowie ein Palmenelement (exklusiv in diesem Set in hellgrau) kommen am Bug zum Einsatz. Zumindest ein bisschen was wird an diesem LEGO Technic 8839 Schiff ausgeschmückt, um nicht alles als Gerippe am Ende dastehen zu lassen. Auch mit dem Bau der „Brücke“ des Kapitäns wird schon begonnen.

Das Cockpit oder auch die Brücke des Bootes beinhaltet nun die drei bereits verwendeten Sticker für die verschiedensten Instrumententafeln. Das war es dann aber auch schon an Innenausstattung. auf dem Dach gesellt sich aber noch ein kleiner schwarzer Reifen dazu – das ist die Hand Of God Steuerung, die für die Lenkung des LEGO Technic 8839 Kutters sorgt.

Damit wäre das Modell auch schon fast fertig – wenn nicht noch der Kran zum Bergen fehlen würde. Dieser ist recht schnell zusammengebaut, auch wenn wieder auf die genaue Führung der Zahnräder geachtet werden sollte, sowohl im Inneren des Konstrukts, als auch an der Außenseite.

Nun kann der Kran gehoben, gesenkt und in der Tiefe ausgefahren werden.

Die Hochzeit von Kran und Schiff kann nun erfolgen. Ein schwarzes Schneckengetriebe im Inneren lässt den Kran am Ende drehen. Seitlich haben wir nun drei Technic-Scheiben zum Drehen. Über die beiden am Schiffsrumpf sollen normalerweise Sticker an die besagten „Lochbalken“ angebracht werden, welche die Funktion verdeutlichen. Da ich diese aus logischen Gründen nicht angebracht habe, nun folgende, kurze Erklärung dazu: Die linke Kurbel bewegt den gesamten Arm auf und ab, die rechte Kurbel lässt den Kran drehen und die Kurbel am Kran kann zusätzlich den Haken weiter raus- bzw. wieder ranziehen, ähnlich wie das Kippen einer Bagger-Schaufel und Schuttgut aufzunehmen.

Das fertige Set

Nach vielen, vielen Minuten Bauspaß ist das LEGO Technic 8839 Supply Ship in voller Pracht fertig. Kleine Details wurden zum Schluss noch zur Vollendung als Deko-Elemente angebracht. Ohne den Kranaufleger ist der Kutter 36 x 27 x 10 cm groß und damit macht es tatsächlich einen ordentlichen Eindruck im Regal.

Gerade beim direkten seitlichen Blick wird noch einmal deutlich, dass das LEGO Technic 8839 Supply Ship wirklich nur ein grobes Gestell ist. Sowas muss man natürlich mögen.

Auch der dezente Blick unter das rote Röckchen mit den Antriebssträngen darf zum Abschluss nicht fehlen.

Mein Fazit

Wie eben schon angesprochen – man muss diese Art von LEGO Technic Sets natürlich mögen. Mit heutigen Modellen, die größtenteils noch mit Paneelen verkleidet werden hat dies nichts mehr zu tun. Zum Glück mag ich solche Sets und vor allem gefällt mir der teils anspruchsvolle Aufbau und dieser hat wieder einmal richtig Spaß gemacht bei diesem LEGO Technic 8839 Set. Die Konstruktion mit den Flex-Kabeln für die Lenkung ist mal etwas anderes und die einheitlichen Farben bei Zahnrädern und Kreuzstangen sind ein nostalgischer Traum.

Viele schöne Boote gab es in der LEGO Technic-Welt leider nicht, aber dieses finde ich dennoch auch optisch sehr gelungen und man erkennt trotz viel Luft, was es darstellen soll. Ein tolles Set, was leider schon 1993, nach nur einem Jahr, wieder vom Markt verschwand, was eher unüblich zu damaligen Laufzeit von Sets war. Vielleicht lag es wirklich daran, dass die Kinder und Technic-Liebhaber mehr auf Autos und LKW’s „abgefahren“ sind, wie zum Beispiel den LEGO Technic 8868 (Air Tech Claw Rig), welcher ebenfalls 1992 erschien und bis mindestens 1996 nicht aus den Regalen wegzudenken war.

Was meint ihr zu diesem alternativen Technic-Set, war es euch überhaupt bekannt? Oder wünscht ihr euch vielleicht sogar eine moderne Technic-Neuauflage eines solchen Bergungsschiffes?!Schreibt es wie immer gern in die Kommentare!

8 Kommentare zu „LEGO Technic 8839 Supply Ship von 1992 im Classic-Review“

  1. So einer wäre heute komplett unvorstellbar bei Lego. Ich liebe diese Ästhetik und Funktionsorientierung. Die luftige Konstruktion emöglichte halt ein Betrachten der Funktionen, große Zahnräder und klare Hebeln machten die verständlich, und darum ging es. Ich hatte die letzten Wellen solcher Technik-Modelle als Kind bauen dürfen, danach gingen die Noppen weg, die Funktionen wurden immer mehr zu einem fettem Block Zahnräder in der Mitte mit einem Schalter, Panele bedeckten alles… Eigentlich fing ich an aus Technik rauszukommen, als die Noppen wegfielen, mir gefällte eben das einfache kombinieren Technik u. System und ich baute beides zusammen, immer mit schön offene Zahnräder und Hebeln.

  2. Die alten Technic-Bricks wecken bei mir schöne Erinnerungen an früher. Ich habe die Noppen immer als Einladung verstanden, mit meinen eigenen Steinen die Technic-Modelle zu verschönern. Als die noppenlosen Liftarme und später die Paneele eingeführt wurden, hatten die Technic-Sets für mich ihren Charme verloren. Deswegen interessiert mich heute als AFOL aktuelle Technic auch nicht mehr.
    Mein einziger Kritikpunkt an den damaligen Technic-Sets: Die Flexcables sind mir oft gebrochen und sind sauteuer auf dem Zweitmarkt.

  3. Ein sehr schönes Review (und das schreibe ich nicht oft).
    Mir gefällt das offene Design der damaligen Sets, das den Blick auf die Funktionen freigab, so dass man SEHEN konnte, wie die TECHNIK funktioniert. Heute ist ja alles bis zum Erbrechen mit Panels zugekleistert. Aber viel Technik ist in aktuellen Sets ja ohnehin nicht mehr drin. Dieses Set, was wahrscheinlich 50 Mark oder so gekostet hat, hat 5 Funktionen!

  4. Auch mir geht es wie den anderen Kommentatoren, die alten Technic Sets haben (für mich) deutlich mehr Reiz man sieht und versteht die Technik, konnte ohne Probleme andere Modelle bauen und keiner hat eine Lizenz oder gar eine Fernsteuerung vermisst. Kürzlich hat mir mein Neffe (8 Jahre) seinen roten Kran gezeigt (42082) und gemeint ich könne ja mal versuchen auch einen Kran zu bauen und jetzt sitz ich da und baue mit meinen 70er/80er Jahren Technic-Bricks einen 3-achsigen Autokran – wird mein erste ernsthafte MOC seit ~35 Jahren 🙂
    PS. Macht echt Spass!

  5. Ja, die offene Bauweise hat was – da musste ich meinen eben erstmal wieder zusammendrücken. Die Aufkleber sind wirklich die Hölle, vor allem die beiden Pegelanzeiger gehen sogar über einen quer eingebauten Brick. Trotzdem scheinen hier alle überlebt zu haben (wofür ist denn der unten Mitte?), was man vielen Stadt-Sets der gleichen Zeit nicht nachsagen kann (wohl, weil ich die viel öfter wieder zerlegt hab).

    Die Flexcable waren eigentlich eine tolle Idee, aber recht anfällig und sind dann ja auch schnell wieder verschwunden. Kurios: Nur beim allerersten Set (8856) wird das System auch für das B-Modell verwendet – bei allen späteren Sets kann man die Stangen dann in der Kiste lassen. Dafür wurde man später mutiger, das ganze auch um die Kurven zu verlegen.

    1. ich denke der aufkleber ist für die lenkung, oben am dach des kutters.
      die darstellung, links und rechts unten, in schwarz, sollen die zwei schraubenturbinen darstellen und die rote in der mitte, den anstellwinkel, von bis zu 45grad nach links und rechts… oder?

      schade dass zu diesem schönen bericht, niemand in der lage ist, von nur sechs kommentaren, diesen zu beantworten…

  6. Habe das Set erst letztens wieder aufgebaut. Als Kind hatte ich nur wenig Sinn für Technic, so fristete dieses und auch die anderen Technic Sets dieser Zeit in der alten Lego Kiste – wo aber noch so gut wie alles noch vorhanden war, nur eine Flex Stange für die Antenne oben ist im Nirvana verschwunden (solche Teile gingen auch schnell mal verloren) – sogar die Sticker sind noch da ^^

  7. Justus Brinkmann

    Ich kann mich noch genau an meine Kindheit erinnern, wo mein damaliger Friseur immer die neuesten LEGO Technik-Bauwerke in seinem Salon stehen hatte. Das war für mich als kleiner Steppke natürlich das allertollste. Generell hatte er auch immer die coolsten Technologien bei sich herumstehen. Das lustigste war dann deutlich später (als ich schon etwas älter war), dass er einen Fotospiegel bei sich stehen hatte. Also einen großen Spiegel, in dem eine Fotolinse drin war. Das konnte ich nie verstehen, wie das technisch geht, aber hat eine Menge Spaß gemacht!
    Egal, zurück zur LEGO Technik: Genau dieses Modell stand auch in der Vitrine und es war exakt das, was ich mir am meisten angeschaut habe. Ich war so geflasht davon, dass ich so still saß, dass mir problemlos die Haare geschnitten werden konnten, ansonsten konnte ich nämlich nie stillhalten 😀

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