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Quo vadis, Supercar-Serie? LEGO Technic 42143 Ferrari Daytona SP3 im Review

Inhaltsverzeichnis

Der LEGO Technic 42143 Ferrari Daytona SP3 ist das vierte und damit neueste Technic Supercar im Maßstab 1:8. In diesem Review nehmen wir den Supersportwagen genauer unter die Lupe und zeigen euch, wo seine Stärken und Schwächen liegen!

Daten und Fakten

Mit 3778 Teilen ist der LEGO Ferrari nicht nur das Flaggschiff der Technic-Sommerwelle von 2022, sondern auch das teilereichste Automodell, das die Dänen bisher auf den Markt gebracht haben. Apropos Marktstart: Ab 1. Juni war der Daytona einen Monat lang exklusiv bei LEGO erhältlich, bis er schließlich Anfang August in den normalen Handel kam. Die ursprüngliche UVP von 399,99€ wurde im Zuge der Preiserhöhung im September auf 449,99€ angehoben, womit sich der LEGO Ferrari auch den Titel für das teuerste Technic-Supercar aller Zeiten sichert. Die Altersempfehlung liegt bei 18+ Jahren, was aber wie üblich weniger den Schwierigkeitsgrad beim Zusammenbau, sondern eher LEGOs Wunschzielgruppe wiederspiegelt.

  • Setnummer: 42143
  • Bezeichnung: Ferrari Daytona SP3
  • Teilezahl: 3778
  • Veröffentlichungsdatum: 01. Juni 2022
  • Verfügbarkeit: LEGO, Lucky Bricks
  • UVP: 449,99 Euro

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Die Originalverpackung

Um das Gefühl, dass es sich bei den LEGO-Technic-Supercars um High-End-Produkte handelt, nochmal zu unterstreichen, sind deren Verpackungen bekanntermaßen deutlich aufwendiger und hochwertiger gestaltet als die Boxen aller übrigen Sets. Im Gegensatz zum Verpackungsdesign der drei Vorgänger 42056 Porsche42083 Bugatti und 42115 Lamborghini hat sich LEGO beim Ferrari einen gänzlich neuen Look ausgedacht. Die OVP, in Schwarz und im typischen Ferrari-Rot gehalten, weist deutlich andere Ausmaße (62 cm x 29 cm x 23 cm) auf als z.B. die des gerade erwähnten Lamborghini Sian (57 cm x 37 cm x 15 cm).

Im Inneren befinden sich nochmal drei nummerierte Boxen. Box 1 beinhaltet neben den ersten beiden Tütengruppen auch zwei Anleitungsbücher (dazu gleich mehr), ein paar lose Liftarm-Rahmen und eine unnummerierte Tüte. Erwähnenswert ist noch die dritte Box, in dieser liegen nämlich die neuen, set-exklusiven Felgen samt dazu passender Reifen sowie eine „UCS“-Plakette. Diese und alle anderen verzierten Teile im Set sind tatsächlich bedruckt, Sticker sind glücklicherweise keine enthalten. Der einzige negative Aspekt, der die Jubelstimmung über den nicht vorhandenen Aufkleberbogen etwas mindert, ist der deutlich sichtbare Angusspunkt in der Mitte der Plakette.

Die Anleitung

Am Beginn des ersten Anleitungsbuches haben die Dänen wieder viele Hintergrundinfos, Hochglanzbilder und sonstiges Behind-the-Scenes-Material zum Entwicklungsprozess des LEGO Technic Ferrari Daytona SP3 abgedruckt. Beide Anleitungen zusammen bestehen übrigens aus über 800 Seiten – ob die schiere Menge an Bauschritten Schuld daran ist, dass die Anleitung nicht ganz fehlerlos ist, wird jedoch ungeklärt bleiben.

Konkret geht es erstens um die Reihenfolge der Gänge im Getriebe, denn baut man dieses genau so wie es in der gedruckten Anleitung vorgezeigt wird, bewegen sich die Kolben im Motorblock beim Durchschalten mal schneller, mal langsamer. In der digitalen Bauanleitung wurde dieser Fehler bereits korrigiert, indem man die Stellung der orangenen Schaltungselemente beim Einbau leicht verändert hat. Die Gänge können nun in der richtigen Reihenfolge nacheinander durchgeschalten werden und die Geschwindigkeit der Kolben ändert sich dementsprechend gleichmäßig.

Der zweite Fehler betrifft zwei kleine schwarze Panele, die laut Print-Anleitung übrig bleiben würden. Die PDF-Anleitung zeigt, dass die Panele auf zwei rote Kreuzachsen am Heck gesteckt werden sollen. Interessanterweise ist die unverdeckte Kreuzachse sogar auf offiziellen Produktbildern und auch auf der Verpackung zu sehen. Umso verwunderlicher erscheint es, dass niemand bei LEGO diesen Fauxpas frühzeitig bemerkt hat.

Am Ende von Buch 2 entdeckt man neben der obligatorischen Teileliste und dem Hinweis auf eine Umfrage zum Set auch einen Vermerk zu den personalisierten Codes, die weitere Inhalte auf der LEGO-Homepage bereitstellen. Die Anleitung schließt mit einer Werbung für den streng limitierten Bildband „The Sense of Perfection“.

Die Optik

Natürlich ist die Optik eines Sets immer Geschmackssache, mir persönlich gefällt der Look des Ferrari großteils richtig gut. Leider gibt es ein paar optische Eigenheiten, die ich mich stören, wozu vor allem die meines Erachtens nach völlig deplatzierte Kardanwelle mitten zwischen den Sportsitzen des Daytona zählt.

Außerdem finde ich es enorm schade, dass das Armaturenbrett so minimalistisch nachgebaut wurde. Der folgende Vergleich zeigt den deutlichen Unterschied zwischen dem realen Vorbild und der LEGO Replik.

Unter Umständen könnte man auch den starken Einsatz von Systemsteinen beim Design zentraler Elemente der Front und des halben Hecks kritisieren, da es das Konzept von TECHNIC-Supercars etwas ad absurdum führt. Außerdem würden viele Fans diese Supersportwagen ohnehin lieber innerhalb der (inzwischen ehemaligen) Creator-Expert-Serie sehen.

Lobend kann ich dafür die bedruckten Elemente erwähnen – eine Auswahl an Prints findet sich in der folgenden Galerie:

Funktionen und Features

Das Herzstück der Technic-Supercars ist ohne Zweifel ihr komplexes Getriebe. Der LEGO Ferrari kann zwar auch mit einem sequentiellen 8-Gang-Schaltgetriebe aufwarten, dieses ist allerdings eine nahezu exakte Kopie dessen, was der Designer schon im Vorgängermodell, dem Lamborghini Sian, verbaut hat. Anders als bei den ersten LEGO Supersportwagen ist hier das Getriebe von unten immerhin gut einsichtbar.

Wobei: Nur von unten? Mitnichten, denn fast die gesamte Heckverkleidung lässt sich hochklappen, wodurch man ebenfalls einen Blick ins Innere auf den V12-Motorblock und das darunter liegende Getriebe werfen kann. An den Seiten und leider noch unter dieser Abdeckung befinden sich auch zwei „Hebel“, die man runterdrücken kann, um die Scherentüren zu öffnen.

Was die Türen angeht, bin ich persönlich etwas zwiegespalten: Einerseits finde ich es klasse, dass sich diese nicht nur nach oben, sondern auch zur Seite hin aufklappen. Andererseits ist das Öffnen über diesen Mechanismus nur dann möglich, wenn man vorher das Heck aufgeklappt hat. Manche Review-Kollegen haben außerdem das Problem, dass sich das Heck bei der geringsten Bewegung selbstständig wieder runterklappt, da es keine Sperre oder eine andere Halterung zum Einrasten gibt. Glücklicherweise hatte ich dieses Problem bei meinem Exemplar noch nicht so oft, die Abdeckung bleibt auch während dem Öffnen der Türen oben.

Weiterhin verfügt der LEGO Technic Ferrari über eine Federung – zum Einsatz kommen pro Rad je eine der relativ neuen harten Federn aus der 42130 BMW (mit dem Unterschied, dass die beim Daytona rot statt blau sind) – und eine Vorderradlenkung, bei der das Lenkrad im Inneren mitlenkt. Die vordere Haube lässt sich ebenfalls öffnen und mittels einer Technic-Achse sogar in ihrer Position fixieren.

Letztendlich lässt sich auch das Dach abnehmen, um besser an die Hebel und das Lenkrad im Wageninneren zu gelangen.

Fazit zum LEGO Technic 42143 Ferrari Daytona SP3

Insgesamt bin ich als Technic-Enthusiast froh darüber, dass LEGO sich dazu entschieden hat, einen 1:8-Ferrari Daytona SP3 als Technic-Modell zu realisieren. Natürlich flammt die altbekannte Diskussion, ob Display-Modelle wirklich aus Technic-Elementen gebaut werden sollen, bei jedem Technic-Supercar neu auf. Über die Jahre hat sich aber rund um diese Supersportwagen eine wahre Fangemeinde gebildet und für die Sammler der bisher erschienenen Modelle ist freilich auch der Ferrari ein (leider unglaublich teurer) Pflichtkauf.

Was mir mehr Sorgen bereitet als diese Grundsatzdiskussion „Technic vs Systemstein“, ist die Entwicklung der Supercars in den nächsten Jahren. LEGO hat beim Ferrari schon das Getriebe des Vorgängers recycelt und den Türöffnungsmechanismus durch die unlogisch platzierten Schalthebeln eher verschlechtert. Es ist völlig klar, dass LEGO nicht bei jedem zukünftigen Supercar das Rad komplett neu erfinden kann, aber etwas mehr Innovation würde den Modellen wirklich gut tun. Schließlich sollten sie sich in den nächsten Jahren nicht nur durch ihre Karosserien unterscheiden.

Was meint ihr zu diesem LEGO-Technic-Modell? Ziert der Supersportwagen bereits eure Vitrine oder wartet ihr noch auf gute (Black-Friday-)Angebote? Schreibt uns eure Meinung zu diesem Set gerne in die Kommentare!

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Kommentare

4 Antworten

  1. Uiuiui, nach über einer Woche nicht ein Kommentar?! Erstaunlich, liegt das etwa am Set?
    Die Innenverpackung ist sehr hübsch, die Fehler, die sogar auf Fotos zu entdecken sind, sind natürlich extrem peinlich :-0
    Über den Preis wurde alles gesagt, maximal 200 Euro, wegen mir 250 wegen der tollen Felgen.
    Einfach komplett abstrus, aber offenbar gibt s immer noch genug Käufer.
    Ich habe in den letzten Jahren kaum noch Lego gekauft, andere Mütter haben auch hübsche Klemmbausteine.

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  2. …mal wieder sehr schön aber leider ( in den Zeiten ) finanz. etwas viel ( wie der neue Hulkbuster – Mega Teil und wie gerne würde ich den zu meiner Sammlung stellen aber 500€ 🙁 ) …

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